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Donnerstag, 18. Juli 2013

Will ICH oder will ich nicht?

Eigentlich ist es doch einfach. Lerne ich einen Mann kennen, sollte ich doch schlicht in der Lage sein zu sehen, ob der mir gefällt, zu mir passen könnte oder ob da größere Hindernisse und Differenzen im Weg stehen. Und dann entscheiden, ob ich mich darauf einlasse, ihn näher kennenzulernen oder ob ich lieber meine Zeit mit etwas Sinnvollerem verbringe. Leider kommt mir dabei immer was dazwischen. Denn natürlich will ich gerne, dass ich dem Kerl gefalle. Und während ich noch versuche, herauszufinden ob er mich toll findet, sitze ich schon in der Denkfalle. Ich denke dann, wenn ich nur ein bisschen toller, toleranter, cooler oder erwachsener wäre, dann würde ich den Mann schon richtig gut finden können. Immerhin redet er mit mir.

Keine Ahnung, ob es an mir, der Stadt oder den Männern liegt, aber ich werde nicht angesprochen. Zumindest nicht in Bars und Kneipen. Auch nicht auf der Straße oder beim Einkaufen. Maximal in Clubs und Absturzkneipen, wenn die Jungs so blau sind, dass sie sich alles trauen. Deswegen bin ich schon mal grundsätzlich dankbar, wenn es dann doch mal eine Gelegenheit gibt, bei der mir so ein Mann nicht entkommen kann und man miteinander reden muss. Zum Beispiel wenn man sich mit Freunden trifft, die neue Leute mitbringen. Und ich habe kein generelles Kommunikationsproblem. Ich rede täglich mit sehr vielen Menschen und auch wenn in mir drin noch ein schüchternes kleines Mädchen steckt, haben mich der Job am Set und im Verkauf trainiert, immer und zu jeder Zeit kommunizieren zu können.

Aber wenn dann einer nach meiner Telefonnummer fragt, hoppla, tun sie eh nicht, ich geb sie ihnen, dann werde ich irrational. Schalte meine Sicht der Dinge ab und fange an, die Sache aus seiner Sicht sehen zu wollen. Finde Erklärungen, Entschuldigungen, fange an, an mir rumzubasteln und verliere mein Bauchgefühl. Und die Fähigkeit, klar auszudrücken, wenn mir etwas nicht gefällt. Damit meine ich nicht, dass ich mich nicht über vergessene Anrufe nicht beschweren würde. Aber ich wage es nicht mehr, Sachen zu bemerken, die mich an ihm stören. Eine unaufgeräumte Wohnung etwa, die auf ein sehr unaufgeräumtes Leben hinweist. Übermäßigen Alkoholkonsum. Denn er trinkt ja nicht jeden Tag, er hat ja kein Problem damit. Also wieso sollte ich damit eines haben? All das habe ich Mr.Bickle immer per Mail HINTERHER um die Ohren gehauen, anstatt den Konflikt zu riskieren und ihn dann zu konfrontieren, wenn es Sinn gemacht hätte. Nachtreten ist albern. Auch jetzt könnte ich ihm wieder ganz viel sagen, was ich nicht fähig war, ihm während unserer gemeinsamen Monate zu sagen. Aber wozu? Ich war ihm gegenüber unehrlich. Das muss ich einfach so stehenlassen.

Und nicht nur bei ihm. Mein Wiener war zwar der perfekte Gentleman, aber emotional kam ich zu kurz. Abgesehen davon, dass ich es gar nicht hätte benennen können, auch ihn fand ich so viel toller als mich selbst- da kann ich doch nicht mit so was ankommen. Oder etwa doch? Wann ich angefangen habe zu glauben, dass ich außer Sex nicht viel zu bieten hätte, kann ich nicht sagen. Aber spätestens seit ich mich einmal verknallt hatte und erlaubt habe, dass das Ganze doch nur eine Affäre wurde, und ich das Spielzeug eines Mannes, war das Muster drin. Der Sex war toll, der Mann besonders. Und ich fand es aufregend, war ich doch vorher immer der Meinung gewesen, dass Sex und Liebe untrennbar zusammengehören. Schäfchen das ich war. Spät angefangen und keinen Plan von Männern. Dazu ewig gemobbt und immer irgendwie anders. Das nicht als Vorteil gesehen, sondern mich geschämt, wenn andere mich als anstrengend empfunden haben. Und das war und ist teilweise bis heute so. Bisschen Klugscheißerin, bisschen zu intelligent vielleicht, zu schnell, zu direkt, zu ungeduldig. Kann mich schlecht entspannen, das Hirn nur beim Sex ausschalten, mag sein, dass manche Leute ein Problem damit haben.

Also interpretiere ich das so, dass ich nicht so einfach bin, dass es nicht selbstverständlich ist, gemocht zu werden und dass die anderen alle was besser machen als ich, ergo besser sind, ergo muss ich DIE mögen lernen, weil ich ja falsch bin. Und der Sex. Das kann ich. Das kann ich offensichtlich sogar besser (…) als die meisten anderen Frauen. Sagen zumindest die Kerle und kommen auch nach Jahren immer wieder an, um nochmal... Dabei bin ich noch nicht mal die, die man sofort in den Hintern und so. Ich gebe aber offensichtlich den Männern das Gefühl, gute Liebhaber zu sein, weil ich ziemlich leicht erregbar bin und auch beim größten Stümper komme. Dafür kann der allerdings nix, muss er aber nicht unbedingt wissen. Und ich hatte meist großartige Liebhaber! Soviel Gerechtigkeit muss sein! Ich genieße einfach generell, angefasst zu werden und gebe mich schamlos hin. Und ich blase ganz gut. Sagen die Jungs. Das reicht, um sie im Bett an mich zu binden. Und darauf habe ich mich immer verlassen. Der Rest blieb hinten. Also, eine richtige Auseinandersetzung mit dem Thema Beziehung, was brauche ich außer meinen regelmäßigen Ficks und wie kommuniziere ich es, wenn ich mehr will? Denn da war immer die Angst, dass ich zu viel fordere und der Mann dann weg ist. Dass der Wiener genau daran verzweifelt ist, dass da nichts von mir kam, und sich dann eine Partnerin gesucht hat, die ihm auch mal die Meinung sagt, war klar. Denn in der Situation damals war ich Mr.Bickle. Depressiv, im Chaos meines Lebens gefangen und nicht fähig, mehr zu geben als den Sex. Dass das zu wenig ist auf Dauer, weiß ich jetzt.

Ein richtiger Mann schätzt es, wenn er eine Frau an seiner Seite hat, die ihr Ding durchzieht und auch ihm gegenüber ehrlich und konkret ist. Dabei dachte ich schon, dass mein ureigenes Autonomiebedürfnis mich davor retten würde, mich für einen Mann total aufzugeben. Hat aber nur dazu geführt, dass ich weggelaufen bin und nachgetreten habe. In den Monaten mit IHM jetzt allerdings, habe ich schon versucht, Konflikte auszutragen. War zäh, aber allein die Tatsache, dass er dann doch zumindest telefonisch auf meine Beschwerden eingegangen ist, auch wenn er nur seinen Standpunkt wieder und wieder runtergebetet hat, zeigt mir, dass ich schon auf einem ganz guten Weg war. Er hat sich schon bemüßigt gefühlt, sich zu verteidigen. Hab wohl den Punkt getroffen. Das waren allerdings auch nur die Punkte, wo es um sein Verhalten mir gegenüber ging. Sein Leben, sein Chaos, das alles habe ich ja versucht zu akzeptieren. Versucht, ihn mit all seinen Fehlern zu lieben. Habe gesehen, dass er wahnsinnig empfindlich ist und dann sofort in die Verteidigung geht, mich angreift, den Spieß umdreht. Und anstatt zu sagen, dass das eine Eigenschaft ist, die mich tierisch nervt und mit der ich nicht umgehen müssen möchte, habe ich wieder versucht, sein Problem zu lösen, in dem ich es zu meinem mache. Dabei hieße die Konsequenz, ihn zu konfrontieren und letztendlich auch zu dem Schluss zu kommen, dass es eine Grenze gibt, dass man den anderen zwar akzeptieren muss, bis zu einem gewissen Punkt. Dass aber zu viele dieser Punkte einfach auch bedeuten, dass es halt nicht geht. Nicht für mich. Mag sein, dass eine andere damit klar kommt. Ich nicht, das ist zu sehr mein Vater, als dass ich das haben möchte.

Auch wenn ich jemand noch so sehr liebe, auch wenn der Sex fast unersetzlich geil war und es mir brutal fehlt, mit ihm einfach mein Hirn auszuklinken und mal ein paar Stunden nicht zu denken, auch wenn das bis jetzt keiner geschafft hat, mich so runterzubringen und zu entspannen, er kann mir außerhalb des Bettes nicht das geben, was ich brauche. Und da sind wir wieder beim Anfang. ICH muss den Kerl toll finden. Und offensichtlich habe ich ja doch etwas mehr zu bieten als den Sex. Könnte sogar sein, dass ich inzwischen echt beziehungsfähig bin, auch wenn ich noch an meiner Konfliktfähigkeit arbeiten muss. Dabei helfen mir Diskussionen in sozialen Netzwerken enorm. Ich vertrete meine Meinung, auch wenn ich jedes Mal fast eine Panikattacke bekomme, wenn jemand mich angreift oder so deutlich widerspricht, dass ich schon fast wieder meine Ansicht umzuwerfen bereit bin - ich halte es aus und ernte Anerkennung dafür. Eine ganz neue Erfahrung. Zuhause die Meinung sagen heißt meistens, dass ich zwar Recht habe, dass das aber nicht positiv als Zeichen meiner Intelligenz gewertet, sondern als Angriff auf das Familienoberhaupt gesehen wird. Und Papa dann beleidigt ist und schlechte Stimmung herrscht.

Hausaufgabe heißt also, bevor ich mich klein mache, weil ER so toll ist, schaue ich erst, ob der Mann tatsächlich meine Aufmerksamkeit verdient. Und für den Sex bin ich wieder in den Joyclub. Mal sehen, ob da ein aufregendes Exemplar Mann versteckt ist.......

Samstag, 22. Juni 2013

Eine Selbstverteidigung

Normalerweise stehe ich mehr für andere ein als für mich, habe ich hier Mr.Bickle oft in Schutz genommen, aber grade habe ich das Gefühl, mich erklären zu wollen. Denn so wie es aussieht, sieht es für Aussenstehende schlimmer aus, als ich das selbst empfinde. Ob das jetzt gesund ist, normal, oder was auch immer.

Ich hol mal aus: Ich arbeite in den Medien, und das als Schminkerin sehr nah am Menschen. Und Künstler sind ja nicht grade für selische Stabilität bekannt. Genauso, wie generell die ganze Branche gern mit Drogen und Alkohol in Verbindung gebracht wird. Nicht zu Unrecht, wobei ich strikt die Finger von dem Zeug lasse. Es bringt mir schlicht nichts, zumindest die zwei mal Gras waren ein echter Schuß in den Ofen. Genau wie Alkohol zieht mich die Scheiße einfach nur runter. Bei Drehtagen von bis zu 24 Stunden ist es allerdings schwierig, sich ohne Hilfsmittel auf den Beinen und am Arbeiten zu halten. Und auch die technischen Gewerke sind meist mit Menschen besetzt, die mit einem normalen Leben nicht viel anfangen können. Alle, also zumindest die aus meiner Generation, sind nicht da, weil sie 'irgendwas mit Medien' machen wollten, sondern weil sie schlicht zu viel Leidenschaft und Kreativität in sich tragen bzw. in einem regulären Job nicht funktionieren, weil sie irgendwelche Probleme haben, die bei unständiger Beschäftigung und in extremen Situationen wie am Set einfach weniger auffallen. Als ich das erste Mal ein Filmset betrat, war mein Gedanke: Ach HIER seid ihr alle! Ich dachte, ich bin allein so verrückt. Nein, damals waren alle am Set verrückt, nonkonform, anders, ein wahrhaft bunter Haufen. Ich könnte jetzt was über die angepasst brave Praktikantengeneration heutzutage schreiben, aber das führt zu weit weg vom Thema.

Also, wir waren ein Gemischtwarenladen an irgendwie aus der Normalität gefallenen Seelen, und ich passte da rein wie Arsch auf Eimer. Was natürlich auch dazu führte, oder daher kam????, dass ich etwas andere andere Bedürfnisse habe als andere Frauen und in der Maske, und auch am Set selbst, so derartig viel und extreme Grenzübertretungen und Situationen erlebt habe, dass ein normaler Mensch nur kopfschüttelnd fragen würde, wie man sich bitte so etwas gefallen lassen kann. Ja wie? Antwort: Ich nehme es nicht als verletzend wahr. Es ist ja auch immer ein bisschen Auslegungssache, ob man sich jetzt als Opfer sieht, wenn ein fetter, alternder Schlagersänger immer noch tiefer unter die Gürtellinie geht, um mich mit seinen Sprüchen zu provozieren. Oder als Herausforderung, das Niveau noch etwas tiefer zu legen, bis er einen dann nur noch Mausi und Herzchen nennt. Ich habe Letzteres mit Freuden getan und es war mir ein Fest, wenn ich wieder einen dieser ekligen Machos kleinbekommen hatte. Und sie haben mir alle aus der Hand gefressen. Anstrengend war es, aber anstrengender sind heut meine Kollegen im normalen Beruf.

Dagegen ist Mr.Bickle ein echter Lulli. Er hat nicht einmal abfällige Bemerkungen über Frauen gemacht, wenn er bei mir war, war er respektvoll, höflich und hat sich für alles zigfach bedankt. Ich fand das etwas übertrieben, aber aus seiner Sicht war es nicht selbstverständlich, denn verdient hatte er es nicht, bekocht und umsorgt zu werden. Wenn man mal von seinen zuckersüßen Komplimenten und der Energie absieht, die er mir gegeben hat. Und ja, er hat mich oft genug enttäuscht, mir was versprochen und nicht gehalten. Aber wenn er es geschafft hat, war es natürlich toller als bei jedem anderen, weil extremer und damit aufregender. So konnte ich auch wunderbar ausblenden, dass er im besoffenen Zustand komplett zum Kaspar mutiert, dass er beim Fußball mit den Ultras rumhängt und auch sonst gern mal so Punksachen macht, die ich eher befremdlich finde. Bei mir war er der süße kleine Junge. Man könnte sagen, er weiß, was er für ein Depp ist und dass er sich wie Arsch benimmt, aber er versucht es wieder gutzumachen. Wie der Kerl, der seine Frau schlägt und dem es dann hinterher Leid tut. (DAS ist defintiv meine Grenze. EINMAL hat es ein Mann gewagt, den hab ich danach so zur sau gemacht, dass er geheult hat und danach hab ich ihn rausgeschmissen. Erzählte mir noch vor 3 Jahren, dass doch ALLES so ganz anders gekommen wäre, wenn ich ihn damals geheiratet hätte. Brüller! Scheiß Alkis...)  Ich habe durch all die Jahre meine Grenzen sehr weit in die Tiefen des Raumes verschoben. Wo andere Frauen längst wütend oder verletzt sind, ist meine Geduld da sehr strapazierbar. Ich habe wirklich versucht, nachzufühlen, ob es für mich so schlimm ist, wie es eigentlich ist, Aber ist es nicht. Mag sein, dass es tatsächlich gesünder wäre, verletzter, wütender oder trauriger zu sein. Und so zwischendurch kommt das auch mal hoch. Und ja, ich bin schon echt am Boden gelegen wegen Männern, etliche Male auch wegen ihm. Die ersten beiden Male wollte ich nur sterben, aber das ist ja Quatsch. Man stirbt nicht deswegen. Muss man nicht. Der Schmerz darf nicht bestimmend werden, ich muss da nicht drin rumwühlen. Er hat es getan, ich habe es zugelassen. Und gerade seit wir doch so etwas wie eine Beziehung hinbekommen haben, habe ich es geschafft, die Grenzen, die ich habe, sehr deutlich zu machen. Es gab schon lange keine Diskussion mehr über zu wenig Nachrichten, ich musste nie mehr auf seine warten, die kamen prompt und auch Telefonieren hat er gelernt.

Und das ohne ihn 'Abzurichten', einfach nur, weil ich es ihm erklärt habe und nicht lockergelassen habe. Das war immer so meine Achillesferse. Ich dachte immer, ich schaffe es nicht, mich deutlich auszudrücken. Offensichtlich war ich sogar sehr deutlich. Er hat es kapiert. Dass er es nur bedingt umsetzen konnte, geschenkt. Hat Mutti auch nicht ersthaft erwartet. Lizzie schon, aber die Muddi in mir nicht... Wir sind immer wieder an seine Grenzen gestossen. Und auch da war er sehr klar. Und auch seine Grenzen habe ich ignoriert, wie ein paar von meinen. Aber wie gesagt, es hat mich nur weitergebracht, die Verletzungen halten sich in, jepp, Grenzen. Ich habe ihm jedes Mal wieder vertraut und ich habe auch keinen generellen Hass auf Männer entwickelt. Es gibt ein paar wirklich fiese, eklige Exemplare, aber ich bin ja Kummer gewöhnt. Und ich möchte weiterhin einfach immer das Beste annehmen. Echte Arschlöcher erkenne ich sofort, geschultes Radar, dafür stehe ich halt auf die etwas Kranken. Denn die bin ich GEWOHNT! Die hatte ich täglich um mich rum und ich kenne einfach viel zu viele von diesen schrägen Typen, männlich wie weiblich, bei denen jeder Normalsterbliche die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sich fragt, wie man bitte sowas aushalten kann. Und ich frage mich, wie man bitte die ganzen Normalsterblichen erträgt.

Ich war immer schon bei den Freaks, immer gemobbt, immer irgendwie anders. Und ich habe sehr schnell nicht mehr versucht, zu den normalen Kindern zu gehören. Ich wusste einfach, ich bin was Besonderes, habe mich aber immer sehr allein gefühlt. die ganzen Wahnsinnigen beim Film haben mich gerettet. Mich in einen Alltag am Counter in einem Shop einzufügen hat mich wesentlich mehr Kraft gekostet, als alles andere. Und wenn ich mir die Sichtweise der Mädels da versuche zu eigen zu machen, dann verletzt mich Mr.Bickle's Art plötzlich sehr viel mehr. Es tut weh, ihn aus diesem anderen Blickwinkel zu sehen. Allerdings wieder mehr für ihn als für mich. Tut weh, zu sehen, wie wenig er umsetzen kann, von dem, was er sich wünscht. Ich hab das ja ganz gut hinbekommen. Ob ich da jetzt Gefühle unterdrücke oder sie mir einfach abgewöhnt habe, oder ob ich sie tatsächlich nicht habe, kann ich nicht sagen. Ich möchte da auch nicht extra drin rumwühlen. Es ist einfach Fakt, dass ich mich mit IHM wohler gefühlt habe als z.B. mit meinem Exverlobten, der der Inbegriff des romantischen Mannes ist und der immer Beziehungen hatte und auch braucht. Ganz gesund ist der allerdings auch nicht.

Muss ich den Schmerz fühlen? Muss ich mich im Nachhinein verletzter fühlen? Ich habe es in der jeweiligen Situation getan, und es war blöd, sich das immer wieder anzutun. Ich hatte aber auch was davon, ich hatte ihn als Stütze, hab mich an ihm festgehalten, wenn das normale Leben mich überfordert hat. Momentan scheine ich eine Balance zwischen der normalen Welt und meiner Welt zu finden. Deswegen brauche ich ihn nicht mehr. Was jetzt vielleicht wiederum ihn mehr verletzt als mich. Ich sollte wütend sein auf ihn, aber ich bin nur genervt von seiner unangemessenen Reaktion. Allerdings würde es nichts dran ändern, dass es nicht funktioniert. Also ist es völlig egal, wie und was er tut oder nicht. Hatte ich vor einem Monat noch Angst vor seinem 'Vermiss dich', kann es mich jetzt nicht mehr verletzen. Es ist etwas, das er tut. Ich muss damit gar nichts machen. Ich kann reagieren, wie immer ich mich dann grade fühle. Mutti allerdings ist weg. Mutti ist auf Urlaub und Lizzie versucht, ihr Leben zu leben und so zu gestalten, dass sie sie selbst sein kann, unabhängig dem, was um sie rum passiert. Auch das verdanke ich irgendwie ihm, der mich dazu gezwungen hat, mich da rauszuwinden. Irgendwo auf dem Weg hab ich mich gefunden.

Nein, im Moment bin ich klar traurig, weil ein Teil meines Lebens weg ist, aber was war, bleibt. Und wenn ich nicht mehr weiterweiss, kann ich dahin zurückgehen und mich von den Erinnerungen anspornen lassen. Und ja, er ist ein Arsch, der seine Ex mit mir betrogen hat, auch das gehört zu den Seiten an ihm, die ich nicht mag. Er wollte nur den Sex, oder so. Deswegen muss ich ihn auch nicht vermissen, die vernünftige Lizzie weiß, dass sie was Besseres verdient hat. Deswegen mag ich nicht Heulen, deswegen mag ich nicht Leiden. Er ist es im Prinzip nicht wert. (Ja-haaaaaa, schon gu-huuut, ich weiß es ja!!!)

So ist das, wenn man solche Dinge von Kind an erlebt. Vielleicht bin ich ein bisschen beschädigt in meinem Denken und Fühlen. Da kann aber Mr.Bickle jetzt echt nix dafür. Dafür bedanke ich mich bei meinen Eltern.

Freitag, 21. Juni 2013

Nein, das wird nix

Da kann er mir auch ein Gedicht schicken, es ändert nichts. Genauso wenig wie sich in 5 Jahren etwas in seiner Wohnung getan hat. Immer wieder die gleiche Leier, er muss dringend aufräumen. er hätte gern eine Küche. Er braucht eine neue Garderobe. Und was ist? Schlimmer denn je ist es. Ein paar neue Regale, ja, aber die nur schnell zugemüllt und das war's dann. Er hat ja keine Zeit, für das nicht, und für eine Beziehung erst Recht nicht. Und ich könne aus zig Nachrichten am Tag und Aussagen wie 'wir haben es geschafft' bitte doch nicht darauf schließen, dass er mehr wollen würde als eine gute Freundschaft mit und guten Sex. Oh, ich könnte jetzt böse und zynisch werden. Ja, ich hatte gesagt, ich möchte das ganze etwas lockerer nehmen. Und das hat auch funktioniert. Gib dem Mann Luft, dann kommt er. Reagiere drauf, und er ist wieder weg und beschwert sich, falsch verstanden worden zu sein. Wieso nur hab ich immer wieder geglaubt, was er sagt? Vielleicht, weil ich Dinge so meine, wie ich sie sage. Dass ich gemeint habe, es wäre doch mehr, lag unter anderem an, naja, auch so was wie dem Gedicht. Was denkt er sich dabei? Ich hab ihm vorhin am Telefon sehr nüchtern gesagt, dass er sowas halt dann lassen muss. Versteht er nicht. Das, und seine Wohnung, zeigen deutlich, wie wenig erwachsen er ist. Das hatte seinen Reiz, denn ich war immer schon viel zu erwachsen und vernünftig, auch als Kind schon. Ja, er war meine Spielwiese. ich war nie rebellischer Teenager, hab nie was total Unvernünftiges getan. Immer die Konsequenzen im Blick zu haben macht etwas unspontan.

Allerdings heißt das auch, dass ich meine Grenzen kenne. Beim Trinken genauso wie im restlichen Leben. Manchmal gehe ich über diese Grenzen, aber sie sind mir bewußt. Und auch, dass es auf Dauer nicht gut tut, zu weit rauszuschwimmen. Seit Tagen war da dieses Gefühl in mir, dass es so enden könnte, dass er dann will- und ich weg bin. Innerlich war ich es wohl schon mehr, als ich mir eingestehen wollte. Und der Gedanke, ihm dann wehtun zu müssen, war nicht schön. Aber in mir wollte etwas dringend weg. Ohne ihn ist es einfacher, klarer. Und auch wenn ich gern wild und gefährlich leben würde, er ist es nicht mehr, der mich reizt. Game over. Zu oft gespielt, zu wenig Erfolg. Ich komm bei ihm nicht weiter, damit ist es dann auch nicht mehr spannend. Die Sehnsucht, die ich gespürt habe, war nicht mehr meine, sondern seine. Ich hatte ja immer Schwierigkeiten, mich davon abzugrenzen, weil ich es ja auch fühlen wollte. Aber was ist der Sinn davon, es zu fühlen, wenn es dann wieder weg ist, sobald man darauf eingeht? Was ich im letzten Post geschrieben hatte, dass nichts mehr zwischen uns steht, das ist auch das, was es jetzt beendet. Denn wenn alle äußeren Hindernisse wegfallen und immer noch nix dabei rumkommt, ausser dumme Spielchen, dann gibt es nichts mehr zu deuteln.

Ja, er hat immer wieder gesagt, dass er keine Zeit hat für Beziehung, dass auch seine letzte Beziehung genau daran gescheitert ist. So wenig Zeit allerdings ist doch ein Abtörner. Dass er sein Leben so weiterleben kann, als gäbe es mich nicht, ausserhalb des Bettes, er dann doch wieder emotional wird, wenn er es grade braucht, um mich dann wieder wegzuhalten von sich, aber eben nur auf Armlänge, das ist zu verwirrend, damit komme ich nicht klar. Jedes Mal frage ich mich dann, was das soll, und ich bin emotional zu verstrickt, um cool zu bleiben, was ich bei anderen Lovern durchaus kann. Er macht das sehr geschickt, diese Nummer hat er echt drauf, auch wenn er dann immer genervt ist, weil ich wieder was falsch verstanden habe. Ich weiß, dass er echt an mir hängt, aber das muss mir ab jetzt egal sein. Sein Problem, wenn er mich dann vermisst. Kann er mir auch gern schreiben, was er vielleicht sogar tun wird. Aber es wird nie zu dem führen, was ich brauche. Wobei brauchen und wollen hier auch wieder zwei verschiedene Dinge sind.

Was mich so sicher macht, sind meine Träume. In denen hält mich ein wirklich starker Mann fest im Arm. Ich habe dabei auch jemand vor Augen. Niemand, mit dem ich was habe, oder haben werde, aber ein sehr entspannter, Verantwortung tragender Kollege. Der ist schon letztes Jahr in einem Traum aufgetaucht und hat mir da aus der Patsche geholfen und sich um mich gekümmert. Und jetzt wieder dieser Traum vom einfach festgehalten werden. Diese Kiste, dass ich mit einer eher instabilen Beziehung besser umgehen kann, weil sie mir letztendlich auch meine Autonomie läßt, die ist irgendwie durch. Der Gedanke, dass jemand mich brauchen könnte, immer noch etwas unheimlich. Aber das andere macht mich nicht glücklich auf Dauer. Ich will mehr. und ich kann das auch.

Und dann ist da noch der sehr spießige Gedanke, dass es schon schön wäre, einen Mann zu haben, der mir in seiner Wohnung was kochen kann, der mir mal was schenkt, der mich nicht nur mit Worten spüren läßt, dass ich etwas Besonderes bin. Und jemand, mit dem ich schlicht mal mit Freunden in den Biergarten gehen kann.

Aber ehrlich war er. Meine Interpretationen sind nicht sein Problem. Oder etwa doch? Nein, dann müsste man ja Verantwortung übernehmen. Nein, ich werd nicht zynisch, ooooooooooommmmmmmmmmm

Samstag, 1. Juni 2013

Lizzie kommt aus dem Sortieren nicht mehr raus

Momentan verlangt mir mein Gefühlsleben ganz schön was ab. Ich könnte jetzt mit sehr verqueren Gedankenschüben durch den Liebesdschungel mäandern, aber ich will ja gerade einen Weg finden, der auch gangbar ist. Und versuchen, Männerverhalten zu entschlüsseln.

Also, wie vorauszusehen, ist Mr.Bickle immer noch da. Damit habe ich gerechnet. Allerdings hat sich was geändert. Offensichtlich hat er dann doch verstanden, dass er mir wirklich weh getan hat und das nicht so einfach mit einem 'Vermiss dich' wieder hinzubiegen ist. Scheint, ich habe endlich gelernt, meine wahren Gefühle präzise genug zu vermitteln. Ich habe keine Ahnung, ob er wirklich einen Weg zurück sucht oder einfach sein schlechtes Gewissen beruhigen will, in dem er immer mal wieder kurz nachsieht, ob es mir gut geht. Dagegen spricht die Aktion, bei mir auf der Arbeit aufzutauchen. Etwas, was mir vor 4 Wochen noch die Welt bedeutet hätte und mir jetzt nur einen leichten Schock versetzt hat. Es hat mich unendlich wütend gemacht! Er weiß genau, wie wichtig mir das immer gewesen wäre und es JETZT zu tun, ist eine Art mir zu zeigen, dass ich von ihm nur dann etwas bekomme, wenn ich es nicht fordere.

Und da sind wir am Punkt. Forderungen.

Wenn ich glaube, so etwas einfordern zu müssen und nicht drauf vertraue, dass ich es auch so bekomme, einfach, indem ich entspannt bleibe und ihn machen lasse- liegt das dann an ihm oder mir? Ganz grundsetzlich denke ich, haben Männer und Frauen verschiedene Tempi, ganz unterschiedliche Bedürfnisse am Anfang einer Beziehung. Die Frau will relativ schnell wissen, wo das hinführt und ob sie geliebt wird. Mag genetische oder kulturhistorisch begründet sein, aber beim dritten Date schon die Hochzeitsglocken zu hören, ist doch eher eine Frauensache. Ich kenne zwar durchaus auch Männer, die Gewissheit und eine feste Beziehung brauchen, die sich sofort verlieben und die Geliebte dann gleich binden wollen, aber das ist immer noch etwas anderes als der Traum vom Ritter und der Kutsche. Männer wollen nicht gerettet werden. Die Richtige ist für sie nicht so lebensbestimmend wie für die Frau. (Auch wenn das in der Realität heute natürlich nicht mehr so ist. Heute kann Frau auch ohne Mann ihren Lebensunterhalt bestreiten)

Männer sondieren die Lage länger. Und sind gerne bereit, mehr zu geben. Aber sie wollen nicht gedrängt werden, sich die Sache gründlich anschauen und auch testen, was geht und was nicht. Ab einem bestimmten Alter, und ich rede jetzt von 40 aufwärts, ist es sowieso schwieriger. Wieviele Männer eine Frau hatte, also, Vergleichsmöglichkeiten, hat sie Anhang, lästige Freundinnen usw. Die meisten Männer haben schon mit einer oder mehreren Frauen zusammengelebt und keine Lust, ihre räumliche Freiheit aufzugeben, wenn es nicht passt. Und auch die emotionale Freiheit spielt eine Rolle. Auch Männer werden verletzt und sind danach vorsichtiger.

Emotionale Bindungen sind für Männer komplizierter. Frauen haben mehr überschüßige Gefühle. Ob das jetzt besser ist? Ich fahre ganz gut damit, meine Gefühle zu deckeln. Vielleicht ist es ja besser, Mr.Bickle so am Rand rumlungern zu lassen, ab und zu eine Nachricht zu bekommen und ansonsten einfach mein Ding zu machen, als wieder kompletten Kontaktabbruch. Und aus der Ferne wieder Illusionen zu nähren. So sehr sein Nachrichten mein Herz hüpfen lassen könnten, sie tun es nicht mehr. Denn sie bedeuten nichts. Möglich, dass er austestet, wie es ihm selbst dabei geht. Möglich, dass er sein schlechtes Gewissen beruhigt. Sicherlich hängt er an mir und wir sind ja über die Jahre auch Freunde geworden und teilen vieles. Es bedeutet jedenfalls nicht, dass er mich unsterblich liebt und sich für mich so ändern wird, dass eine Beziehung möglich ist, in der ich nicht via Facebook erfahre, dass er mit der Familie seines Cousins in den Urlaub fahren wird.

Für so eine Art Beziehung bräuchte eine Frau mit ihm einen sehr langen Atem. Einen noch längeren, als ich ohnehin schon hatte. Mr.Bickle hat nochmal ein ganz anderes Zeitgefühl und bis er erkennt, dass er vielleicht doch ganz gern was Festes hätte, hab ich schon die nächsten zwei Männer durch schätze ich.

Freitag, 31. Mai 2013

Was wollen Männer? Falsche Frage. Was wollen WIR?

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich in all den Jahren als Single und in meiner On/Off Geschichte die Beziehungen zwischen Frauen und Männern zu theoretisch gesehen habe, aber irgendwie habe ich ja jetzt doch mal wieder für ein paar Monate quasi 'dazugehört' zu den Frauen, die sich über ihre Männer aufregen. Als Single kommt man da nicht so rein in diese Riege der Vergebenen. Und kann sich höchstens zusammen mit anderen Singles wundern, warum so tolle Frauen wie wir niemand abbekommen. Wobei da schon immer der leise Verdacht im Raum schwebt, dass man die, die man haben könnte, gar nicht wollen würde. Es ist ja prinzipiell immer spannender, die Schaufel vom anderen Kind zu bekommen, als mit der eigenen zu spielen... Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Ehering Männer für Frauen deswegen interessant machen soll, weil damit schon bewiesen ist, dass er einer anderen genügt hat und eine andere ihn haben wollte, also muss was dran sein an ihm.

Eine Kollegin meinte, sie hätte doch etliche nette Männer in ihrem Freundeskreis, alle vergeben, verheiratet, Kinder. Alle toll. Ja, solange du den Kerl nicht zuhause sitzen hast! Denn da kämpft man dann um den Müll und wer die Kinder ins Bett bringt und der Mann ist schon nicht mehr so super. Nach außen, bei einer anderen Frau als der eigenen, ist es immer einfacher, charmant und interessant zu wirken. Im täglichen Nahkampf schleift sich das ab. Vor der eigenen Frau kann Mann nicht brillieren, die wäscht seine Unterhosen. Aber immerhin. Er hat sich drauf eingelassen. Oder? Pärchen so von nahem zu sehen macht mich irgendwie auch nicht schlauer. Was läuft da falsch?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zweierbeziehung eine Daseinsform ist, die sich zunehmend überholt. Früher war der Mann einfach der Ernährer und brauchte die Frau auch, um den Nachwuchs zu sichern. Aber das mit dem Stammhalter ist komplett uninteressant geworden, seit Familien eine völlig andere Form angenommen haben als noch vor 20 Jahren. Welcher Mann kann sich denn noch sicher sein, seinen Nachwuchs auch wirklich großzuziehen und dann im Alter eine Stütze zu haben? Frauen trennen sich, nehmen die Kinder mit, ein anderer Mann kommt dazu, der Sohn spielt dann mit dem Neuen Fußball. Kinder binden noch, aber nicht mehr in dem Maß wie zu Omas Zeiten. Die Verpflichtung ist auch nicht mehr so groß, Frauen haben heute alle einen Beruf, wenn der Mann nicht mehr will, muss er nicht befürchten, dass seine Kinder in Armut enden, wenn er nicht da ist. Das alles macht es einfacher zu gehen.

Und vielleicht auch schwieriger, etwas anzufangen. Denn auch wenn Männer immer stark sind und Gefühle verdrängen, sie haben sie und sind genau durch die erzwungene Stärke weniger in der Lage, mit Verlusten und Versagensängsten umzugehen. Versagen ist ja im männlichen Bauplan nicht vorgesehen. Er MUSS da raus und sein Ding machen. Komme was da wolle. Eine Frau kann sich immer noch aus dem anstrengenden Existenzkampf um Job und Karriere rausziehen, eine Ausbildung zur Feng Shui Beraterin machen. Oder Kinder bekommen. Mann muss weitermachen. Wenn nicht, gilt er immer noch als sozialer Absteiger, Versager oder Weichei. Also warum nicht die Freiheit genießen? Er muss sich ja auch nicht festlegen. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Früher waren die Männer hinter den Röcken her. Der Playboy, der Stenz, legendäre Schürzenjäger, all das gibt es ja nicht mehr. Allenfalls Womanizer oder Bad Boys, hinter denen die Frauen her sind, weil sie Sex, Macht und Abenteuer versprechen und einen Waschbrettbauch oder zumindest Ruhm zu bieten haben. Ja, der Anspruch an die Männer ist auch ein anderer geworden, seit es die Chippendales gibt. Auch SEIN Kapital ist jetzt das Aussehen. Die Blondine, die nur auf Geld und nicht auf Alter und Figur des Herrn achtet, ist inzwischen fast nur noch weit hinten in Russland zuhause.

Die Antwort kann aber jetzt nicht sein, wieder vermehrt Röcke zu tragen und zuhause mit Schürze am Herd zu stehen. Da kommt die Frau ja auch manchmal gar nicht mehr dran, weil der Mann den Jamie Oliver oder zumindest Tim Mälzer in sich entdeckt hat. Die Antwort kann eigentlich nur sein, dass Männer und Frauen neu definieren, was eigentlich Beziehungen heute können müssen. Wofür brauche ich eine Beziehung? Gerade, wenn man dann aus der Familienbildungsphase schon raus ist oder nie drin war wie in meinem Fall. Ich wollte nie Kinder und auch das ist natürlich für Männer schwierig, denn damit entfällt ja eine ihrer Aufgaben. Die, die auch keine Kinder wollen, brauchen auch keine Frau an ihrer Seite. Die können sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und die vielen dankbaren Frauen beglücken, die auf ihren Prinzen warten.

Zweierbeziehung- warum? Und wie? Es kann doch nicht sein, dass Männer uns Frauen ständig am ausgestreckten Arm auf Abstand halten, haben die denn die Hoffnung, dass plötzlich ein Supermodel über das Facebook Profil stolpert und sich unsterblich in sie verliebt? Ist die ständige Option auf etwas möglicherweise Besseres der Punkt? Oder war das Sich Festlegen genetisch immer schon auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und wir befinden uns noch in der Steinzeit?

Ich möchte ja auch nicht den Rest meines Lebens damit verbríngen, mich zu fragen, ob ich es nicht hätte besser treffen können. Ich möchte aber auch nicht mit 60 noch auf der Jagd sein müssen. Und allein alt werden? Ja, es gibt den Freundinnenpakt, den Plan, später als exzentrische alte Damen im Garten rumzuwursteln und ohne lästige Männer Spaß zu haben. Ich denke aber nicht, dass meine körperlichen Bedürfnisse dann einfach weg sind. Und dann noch im Joyclub? Mann Mann Mann....

Dienstag, 28. Mai 2013

Wieder da

So, nach 5 Monaten hartnäckigen dran glaubens, ich könnte den Mann echt in sowas wie eine Beziehungsform bekommen, wenn ich nicht aufgebe und stark bleibe...

Der Punkt ist, es ginge. Und es ging auch in den vergangenen 5 Monaten erstaunlich gut. Zwischendrin. Wenn der Mann gut drauf war und Zeit übrig hatte. Ja, er hat sich sogar Zeit GENOMMEN. Etwas, mit dem bei ihm nicht wirklich zu rechnen war. Alles irgendwie geeignet, Illusionen zu nähren und Hoffnung aufrecht zu erhalten.

Und dann, ja dann, dann hatte er nen Kater, war eifersüchtig und statt wie einfach bissl zu bocken und zu streiten hat er das gemacht, was er immer tut, wenn er dann Druck bekommt und ein schlechtes Gewissen. Er hat, warte, es kommt gleich, Trommelwirbel:

Er hat
mal wieder
Schluß gemacht

Dadaaaaaaaaaaaaa. Ja, haben alle gesagt, gewusst, auch ich irgendwie. Und nu? Gut genug kenne ich ihn, um zu wissen, dass er es bereits bereut, irgendwie. Weil, sonst paßt ja alles. Frau toll, Frau Mega, aber so sehr auch ne Mama in mir steckt und ich dem bösen Buben immer wieder verziehen habe, im Gegensatz zur Mama fordere ich tatsächlich was ein. Und denke nicht im Traum daran, davon auch nur einen Millimeter abzuweichen. Ich möchte einen Partner, einen Mann, den ich ernst nehmen kann. Und ich hab ihm teilweise einfach seinen Arsch zu sehr hinterhergetragen. Ihm zwar Stress geamacht und auf meinen Ansprüchen beharrt, aber die Konsequenz nicht gezogen, dann halt mal ein paar Tage selbst zu schmollen und beleidigt zu sein. Nein, ich hab diskutiert und ihm brav Lösungen präsentiert.

Er schleicht wieder auf meinem fb Profil rum. Hätte mich früher in heillose Hoffnung versetzt. Inzwischen denk ich mir, mach du doch, was du willst. Wenn du je ernsthaft was wolltest von mir, muss dir das mehr wert sein als lächerliche Kommentare. Ich hab immer hochbeglückt seine Krümel genommen und mich gefreut, dass die in den Monaten unserer, ähem, Beziehung schon ziemlich groß waren, ich erkenne an, dass der Mann für mich an seine Grenzen gegeangen ist, aber das reicht nicht.

Das wird auch für keinen anderen reichen. Sorry liebe Männer, Mr.Bickle hat mir einen anständigen Ego-Pusch versetzt. Der hat mich nicht kleingekriegt, nein, er hat mich stärker gemacht. Und wer auch immer jetzt was von mir will, der wird erleben, dass meine dummen kleinen Hormone nichts mehr zu melden haben. Und wer ohne Blumen zu einem Valentinstagabendessen auftaucht, wird schlicht keinen Sex haben an dem Abend. Nicht aus erziehungstaktischen Gründen, sondern weil ich mir mehr wert bin. Ich will Respekt dafür, dass ich gekocht habe. Jaaaaaaaa, Süßholz ist schön, keine Frage, aber es wird nicht mehr reichen. Absichtserklärungen sind super, machen noch besser.

Ich bin eine tolle Frau. Ich such mir den Kerl aus. Und wenn ich nen verrückten DJ will, gut. Aber der muss mir deutlich machen, dass er mich will und dafür muss er sich anstrengen. Mama ist weg. Ich hab verstanden, dass Verständnis gut ist, aber dass ich nicht nur IHN verstehen muss, sondern auch mich selbst und dass ich nicht bekomme, was ich will, wenn ich einen Mann immer mit weniger davonkommen lasse. Szenen und Streit sind kein Mittel, etwas zu verändern. Klares Verhalten ist angesagt. Nicht 'ich mach Schluß, weil du mir das nicht bieten kannst, was ich brauche'. Sondern 'ich bin dann für dich ein paar Tage nicht erreichbar'. So wird das in Zukunft aussehen meine Herren.

Wenn ich einen Mann will, dann muss ich ihn auch wie einen behandeln. Nicht wie das kleine Kind, das er hier gern gegeben hat.














































Freitag, 12. Oktober 2012

Konsequenzen

So, dank PMS nen Moralischen. Die Frage, darf ich seine und meine Fantasien, unseren unglaublichen Sex, dazu benutzen, seine Beziehung zu zerstören? Sollte ich nicht besser die Notbremse ziehen und ihn dazu zwingen, eine Entscheidung zu treffen? Ihn davon abhalten, das zu tun, was wir tun?

Und was dann? Wie erklärt er's ihr? Sagt er ihr, dass das schon so lange läuft zwischen uns? Mit Recht wäre sie dann auch wütend auf mich. Den Schuh müsste ich mir anziehen. Andererseits, wenn sie nicht mit ihm schläft, er von mir den Sex bekommt, den er braucht, hat sie davon ja auch was. Er kann sie in Ruhe lassen. Falls sie versucht, ihn mit Sex zu erziehen, hätte ich ihr gründlich ins Handwerk gepfuscht, andererseits, diese ganzen Erziehungsmassnahmen sind so richtig scheiße. Und funktionieren nicht. Ich finde immer mehr, einfach klar zu bleiben und das zu sagen, was Sache ist, das ist auch für die Männer entspannend. Dazu muss man natürlich wissen, wa sman will. Und das ist nicht immer so einfach.

Und ich halte ihn für sensibel genug, dass wenn sie ein echtes Problem mit ihrem Körper hätte, aufgrund schlechter Erfahrungen, dass er ihr dannVerständnis entgegenbringen und sie eben nicht betrügen würde. Trotzdem trifft mich eine Mitschuld. Und das ist kein schönes Gefühl. Wenn ich mir vorstelle, mein Freund würde mich über Monate betrügen-ich wäre zutiefst verletzt. Ich denke allerdings, dass ich es merken würde. Zumindest merken, dass etwas nicht stimmt. Und entsprechend nachhaken.

Was auch immer es ist, bleibt er bei ihr, wird die Lüge zwischen den beiden stehen. Kommt er zu mir zurück, muss ich damit leben, dass ich einen Freund habe, der seine letzte Freundin über Monate betrogen hat. Der Spruch, dass es ihm reichen würde, wenn nur wir beide Sex hätten, den nehme ich ihm zu 100% ab. In mir aber wäre das Gefühl, dass er hauptsächlich wegen des Sexxes bei mir wäre und ich würde immer ein bisschen eifersüchtig auf diese ganzen coolen Mädels aus dem NAchtleben, diese wilden jjungen Hühner sein, die er immer kennenlernt und die ihn total toll finden. Weil ich halt nicht so ein Konzert-Party-Musik-Skaterding am Laufen habe.

Ich hätte immer diese klitzkleine Angst, nicht cool genug zu sein. Ich würde mich heute nur nicht merh dahingehend zu ändern versuchen...

Sonntag, 7. Oktober 2012

Wartet...

Na da hab ich wohl nen ordentlichen Punch gelandet, bei meinem Teilzeitboxer. Solarplexus? Jedenfalls kein Wort, nichts von ihm seit Mittwochabend. Wow. Allerdings auch nicht die übliche 'du, ich hab dich wirklich sehr gern, aber für mehr reichts nicht' Mail. Und ich habe immer noch ein gutes Gefühl. Auch wenn ich ihn brutal in die Realität katapultiert haben sollte, es hat so gut getan, es endlich loszuwerden! Ich kam mir schon ein bisschen unehrlich vor, so wie in den Jahren zuvor, dieses Abwarten, ob sich was tut, dieses fröhliche Freiheitsstreben meinerseits. Ja, auch ich wollte alles, ihn und doch noch schauen, was sonst noch geht. Bloß nicht festlegen, weil unter Umständen Ablehnung und Schmerz droht. Sich so halb drauf einlassen und dann doch nicht. Und nein, das ist jetzt keine Entschuldigung für ihn, ich muss ihn nicht beschützen und auch nichts beschönigen. Ich hätte von Anfang an auf Ganz oder Gar Nicht bestehen können. Und damit den wunderbaren Sex riskieren. Hätte mir einen anderen suchen und eine echte Beziehung aufbauen können. Alles nicht gemacht, also kam mir dieser Schwebezustand grade recht. Aber alles haben wollen und die Freiheit behalten, das funktioniert nicht mehr, denn meine Definition von 'Alles' hat sich wohl geändert. So praktisch es war, dass er nie bei mir geschlafen hat, weil ich dann MEIN Bett und MEINEN Rythmus beibehalten konnte, so gern hätte ich ihn jetzt da und würde ihm ein Frühstück machen.

Und ich bin nicht so naiv, dass ich denke, er wüßte das alles nicht. Der Mann ist aufmerksam und kennt aus den vergangenen 4 Jahren meine ganzen Sprüche. Und jetzt so eine Kehrtwendung. Gut, da war er jetzt bissl naiv und dachte wohl, es ginge ewig so weiter. Jetzt ist wieder klar, was wir da eigentlich tun. Wir haben eine satte Affäre, er betrügt seine Freundin und hat 2 Frauen an der Backe, die Forderungen stellen. Beide, und auch das weiß er, berechtigte Forderungen.



Und da gibt es dann noch das 4 Ohren Modell: http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell
Frei nach der Redensart, ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du hörst. Deswegen ist es so wichtig, bei wichtigen Ansagen echt nur das zu sagen, was man tatsächlich meint. Und auch so schwierig. Man kann nicht die ganzen Subtexte des Gegenübers mitdenken, aber auch die eigenen sind tricky. Am besten, man überprüft das per Selbstgespräch und hört nach, was es bei einem selbst auslöst. Oder man hat gute Freunde, an denen man das testen kann. Kann man nicht für jeden Furz machen, Und wenn man echt ist und authentisch bleibt, dann sollte das auch funktionieren, aber das Bild beschreibt echt haargenau, wie er es verstanden haben könnte:

Von Wikicommunity-Mitglied http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mussklprozz

         
Wie steht sie zu mir? Das fragt er sich sicher. Worüber spricht sie???? Läuft doch ganz gut, warum ändern? Naja, sie hat schon Recht, so kann's nicht ewig gehen. Ich will aber, dass es ewig geht! Will mich nicht entscheiden, will keiner von beiden weh tun. WAS WILL SIE VON MIR???????? Ist doch nur ne Affäre! Wieso kommt sie mir jetzt mit Gefühlen? Obwohl, ist auch ganz schön, dss sie mich liebt. So eine hübsche sexy Maus....

Tja. Bleibt noch eins: Was offenbart sie über sich? Wie kam das bei ihm an? Stark? Bedürftig? Klein? Groß? Auf jeden Fall hat er sich ganz schön festgehalten an mir. War nah und hat es zugelassen.

Früher hätte ich jetzt so lang nachgehakt, wäre ausgeflippt und hätte damit nachhaltig bewiesen, dass man mir nicht ganz über den Weg trauen kann. Jetzt sitze ich hier, sonne mich in dem wunderbaren Gefühl, ihn lieben zu können und kann abwarten. Klar ist es nicht schön, so lang nichts von ihm zu hören. Was aber, wenn eines seiner Ohren meine Liebeserklärung als Ultimatum verstanden hat? Erster Instinkt: Ich muss ihm sagen, dass es so nicht gemeint war! Dass er Zeit hat, dass ich nicht sofort weg bin. Aber dann: Halt, Moment, was, wenn er das so schon ganz richtig verstanden hat? Hab ich meinen eigenen Subtext übersehen? Denn eigentlich meinte ich es genau so: Ich liebe dich. und wenn du nur noch mit mir Sex haben willst, aber keine Beziehung, mit ihr die Beziehung aber keinen Sex, was soll der Scheiß? What the fuck? Das macht null Sinn und bitte, wie soll das gehen? Also krieg den Arsch hoch und tu was. Ganz ehrlich, er muss nicht wissen, dass ich noch nen Monat Frist habe. Bisschen Druck braucht er. und schön, wenn er ihn sich selber macht. Dann kann ich nämlich ganz unschuldig mit meinem schönsten Augenaufschlag sagen 'Baby, aber ich bin doch da, ich hab dich lieb, ich geh nirgendwohin.' AUSSER MIT DIR DU VOLLTROTTEL! Hihi.

Ich kann es selber kaum glauben, aber es geht mir gut! Und nicht, weil ich drauf warte, dass er Schluß macht und ich dann wieder meine uneingeschränkte perserlose Freiheit geniessen kann. Ach ja, ich fühle ihn seit Tagen, wie er an mich denkt. Eine Wolke von Zuneigung hüllt mich ein. Vielleicht ist es ganz einfach eine Frage des Vertrauens darauf, dass er mir nie absichtlich weh tun würde. dass er mich wirklich sehr gern hagt. Und dass ich mich nicht in Arschlöcher verliebe.

Ups. Und wie's Amor will, ich hab mich nicht getäuscht. Er ist wach, auf fb und scheint tatsächlich grade an mich zu denken. Dumdideldum


Samstag, 29. September 2012

Schweigen hilft

So gut es tut, hier tagebuchmäßig meinen Scheiß abzuladen-mal eine Woche mit niemandem drüber reden, keine andere Meinung zu hören und ganz allein auf mich gestellt in mich reinzufühlen hat gutgetan. Und ich habe mich erinnert, mal eine Deadline gesetzt zu haben für die Dauer einer Affäre. Dieser Affäre. Wie lange möchte ich in zweiter Reihe stehen und zwar vielleicht in seinen Gedanken großen Raum einzunehmen, nicht aber in seinem Leben? Und ich hatte mir 6 Monate gegeben. So ab dem Zeitpunkt, ab dem es ernst wurde, nicht nur ein paar heiße Nächte, sondern etwas, was andauert. Das war denke ich so an Mitte Mai. Heißt, ab November darf er sich noch in meinem Leben rumtreiben, aber nicht mehr in meinem Bett. Dann hat er zwei Frauen, von denen keine mit ihm schläft. Ich werde dann auch nichts mehr erwarten. Ihn ganz auszulöschen wird mir nicht gelingen fürchte ich, aber das Projekt Beziehung und er, das wird dann Geschichte sein. Ohne Groll, ohne Hass, habe ich mich doch freiwillig hierauf eingelassen. Es fiel mir auch lang leichter so, so unbeständig, so ungebunden. Ich schätze den Gedanken, dass man jederzeit kommen und gehen kann, sich nicht abhängig macht von einem anderen Menschen, von der Zuneigung eines anderen Menschen. Die ja so schnell weg sein kann. Und ich überdenke die ganzen kritischen Situationen in den letzten Monaten, in denen ich mit Sicherheit wieder sofort alles kurz-und kleingeschrieben und ihn wieder in Grund und Boden verdammt hätte. Ja, er ist keiner, der sich jeden Tag meldet. Also, wenn er Streß hat. Wenn er Zeit hat, dann meldet er sich ständig. Das zu kapieren und zu akzeptieren hätte ich nicht geschafft, wenn ich nicht immer leicht schmollend alles auf die Formel 'wir haben keine Beziehung und er hat eine Freundin' zusammenrechnen hätte können. So albern das klingt, das hat mir die Freiheit des Nicht-Handels gegeben. Ich mußte nicht etwas einfordern, das vielleicht gar nicht so wichtig ist und damit all das Schöne und seine lieben Gedanken an mich kaputtmachen.

Irrer Gedanke. Seine Beziehung hilft mir, mich auf ihn einzulassen. Zu verstehen, dass dieses Sich Nicht Melden per se nichts Schlimmes ist. Dass er dann auch leicht genervt ist, wenn ich zu drängend werde. Mir kurz grollt, aber TROTZDEM WIEDERKOMMT. Und ja, das ist ein Konzept, das mir dank einer latenten Persönlichkeitsstörung fremd ist. Ganz oder gar nicht heißt das bei mir. Entweder ich finde einen Menschen gut. Oder mich stört was und dann ist die Person auch im Ganzen Scheiße. Und dann lauf ich weg, weil ich mit so einem Kerl nix zu tun haben will. Weil ich nicht verstanden habe, dass der mich trotzdem mag, auch wenn ich ihn nerve. Danke dafür Papa...

Ja, er kommt immer wieder. Auch wenn er sich 2 Tage nicht meldet. Und dafür dann beleidigt bei MIR nachfragt, ob ich nicht mehr mit ihm reden würde. Nur weil er im Ausland meine Mails nicht bekommen hat. Ha! Kann er mal sehen, wie das ist! Auch wegen sowas weiß ich, dass ich in seinen Gedanken bin und er mir nahe sein möchte. Trotzdem werde ich mich als Geliebte nicht einrichten. Je besser ich das hinkriege, mit dem mich-auf-jemand-einlassen, desto sicherer werde ich mir darin, dass ich das will, fest, mit ihm. Wie oft findet man denn schon den, von dem man nach einer halben Stunde ahnt, dass der der Richtige sein könnte? Der dir richtigen Fragen stellt, die richtigen Sachen sagt, klug und charmant ist, witzig und der MICH durchschaut, so weit, wie ich es ihm erlaubt habe bis jetzt und bei dem ich das Gefühl habe, je mehr ich von der echten Lizzie zeige, der kleinen, lieben, etwas unsicheren Lizzie, desto mehr mag er mich. Ja, dass ich jetzt schon einige Male geschafft habe, meine echten Gefühle preiszugeben und er ist IMMER noch da, das haut mich echt um. Und jetzt geht Weglaufen nicht mehr. Oh, das war sooooooooooo einfach. Er macht was falsch, ich bin im Recht und recht empört und er möchte aber auch so gar nicht drüber reden? NEXT! Zu kompliziert, wird eh nie was, also hau raus die Mail, auf die er wieder bockig reagieren wird und wieder Schluß machen. Und dann mit bisschen Abstand den nächsten Versuch.

Als er das erste Mal Schluß gemacht hat, lag er Tage im Bett und musste Jobs absagen. Wir beide kommen einfach mit diesen extremen Gefühlen nicht klar. Dabei ist es so einfach. Mein Bauch sagt mir, das könnte dieses richtig große gute 'für immer' sein. Nicht einfach nur ein Lebensabschnittsgefährte. Der mann für den Rest vom Leben.

Donnerstag, 6. September 2012

Was 'Er steht einfach nicht auf mich' wirklich heißt

Eben erst hatte ich ja relativiert, versucht zu erklären, dass Einer manchmal nicht auf uns zu stehen scheint, alle von Greg's Kriterien erfüllt sind, der Kerl partout nicht anrufen oder sich gar binden will, da ist mir aufgefallen, dass er dann doch in jedem Fall Recht hat. Und ja, ich gebe dem Mann gerne Recht, ne starke Frau gibt zu, wenn sie nicht im Besitz der allein gültigen Wahrheit sich befindet.

Also, Greg hat natürlich auch bei Mr.Bickle Recht. Und nein, keine Panik, der liebt mich anscheinend wirklich. Aaaaaaaaaaber, dass er in mich verliebt ist, das hat er mir damals schon gesagt. Und es auch so gemeint. Denn ja, es gibt tatsächlich Männer, die meinen was sie sagen und die dann enttäuscht sind, wenn wir an ihnen zweifeln. Also. Er also in mich verknallt. Und so beeindruckt, dass er sich nur äußerst vorsichtig näherkommen traut. Und ich? Sobald er einen Schritt auf mich zumacht, zack, verlange ich den nächsten. Und das, obwohl ich selber nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist und angesichts des Gefühlswahnsinns kurz vorm Durchdrehen bin. Ja, auch wenn er nicht viel redet über das Thema (sonst schon!), das hat er mir dann doch gesagt. Vor ein paar Wochen. Und dass er sich ja auch hätte drauf einlassen können. Damals hat er es per SMS versucht zu beenden. Allerdings klang das nach einigen E-Mails nicht mehr ganz so sicher und eine Freundin mit guten Instinkten meinte damals schon, dass das so gar nicht klingen würde, als wollte er wirklich Schluß machen.

Also was kann einem Mann im Weg stehen? Was hält ihn davon ab, sich nach dem Büchern zu verhalten und das zu tun, was verliebte Männer angeblich so tun?

WIR

Ja, wir. Wir erwarten nämlich den buchstabengetreuen Ablauf und wehe, er schreibt nicht jeden Tag oder ruft nicht an oder nicht zurück. Klar gibt es Männer, die die darauf folgenden Beschwerden geduldig entgegennehmen und sich erklären. Aber es gibt eben auch die, die sich denken, ob es denn nie reichen wird, was sie uns bieten. Und genau das war wohl unser Problem. Sein Spruch immer: Ich habe dir nichts zu bieten. Untertietel: Nicht DAS, was du forderst. Oder zu fordern scheinst. Denn da liegt der Haken, manchmal fordern wir gar nicht so verdammt viel, aber es kommt so rüber. Und manchmal sind wir einfach so unklar mit unseren Forderungen, dass er überfordert ist.

Und wenn man eine Frau ist, die gut aussieht und was im Kopf hat, kann ein Mann, der nicht so selbstsicher ist wie er sich vielleicht gibt, schon mal vorbeugend den Rückzug antreten. Oder er tritt erst gar nicht an. Mit Mr.Bickle war es schon zäh anfangs. Und bis heute braucht er die Bestätigung, dass ich tatsächlich IHN meine. Ihn und keinen anderen. Eifersüchtig machen hat trotzdem funktioniert. Er hatte tierisch Schiß in der Bux, dass ich ihm mit Tommi durchbrenne, und ich mache auch keinen Hehl draus, dass da extreme Gefühle im Spiel sind, aber dass der Mann für mich nicht infrage kommt, weil er mich nie so nehmen würde wie ich bin. Und allein diese Aussage hat wohl viel in Bewegung gebracht. Auch eine Frau wie ich möchte schlicht so geliebt werden wie sie ist. So sexy und klug und exzentrisch und eigen und selbständig wie ich nun mal bin. Auch ich will einen Arm um mich. Oder wie ich es neulich formuliert habe, ich hätt auch mal gern einen zum in den Biergarten gehen.

Und da war sie: Eine konkrete Forderung! Ich will mit meinem Kerl in den Biergarten gehen. DAS ist einfach, das verstehen Männer. Ich brauch nur deine Hand, das ist zu schwammig. Ausser, ich füge hinzu, DA, auf meiner Muschi. Dann isses auch wieder klar. Aber einfach so? Wozu? Was? HÄH??? Genauso wie 'bring mir was mit'. Hm. Nein, ein 'Falls dir ein Bier übern Weg läuft, ich hab Durst' klappt viiiiiiiiiiiiel besser. Und sicher, frau kann immer versuchen, neue Denkschubladen für ihren Mann anzulegen. Mein Coach hat das so schön erklärt. Männer haben ganz wenige Schubladen fürs Denken. Und wenn frau nun mit nem Thema ankommt und sich ausheulen will und ein Problem hat, macht Mann die Schublade 'LÖSEN' auf. Und frau wird wütend, weil er immer mit so doofen Vorschlägen kommt und quasi verlangt, dass sie das Problem, naja, löst. Dabei will sie doch nur, dass er sie in den Arm nimmt, zuhört und sie tröstet. Die Chefin genauso doof findet und anbietet, dem Kollegen eine zu semmeln. Aber wie jetzt dem Kerl ne neue Schublade basteln? Schlicht, indem frau exakt ihre Erwartung formuliert. Denn GEDANKEN LESEN IS NICH! Nein, euer Mann kann, so toll er auch ist, NICHT Gedanken lesen. Oder im Zweifel verrutscht er in der Zeile. Also hilft es allen beiden, ihm genau zu sagen, dass man nur bisschen rumheulen und sich auskotzen will. Und er nichts sagen braucht und auch keine Schlägerei anfangen muss mit irgendjemand. Was Männer tatsächlich echt kapieren ist, wenn man sagt, der Tag war Scheiße, ich brauch dringend ein Bier. DANN wissen sie genau, was los ist.

So. Ach so.Ja, er steht nicht auf dich. Manchmal steht er sehr wohl auf uns, verpisst sich aber trotzdem. Dann könnte es sein, dass er einfach mit unserer Art nicht klarkommt. Frau gut, Kommunikation fehlgeschlagen, Mann denkt, er genügt nicht. Klar gibt es die, die das erst Recht anfeuert, die nicht aufgeben und uns jagen. Aber wie sagt Mr.Bickle immer so schön? I'm a lover, not a fighter. Also hat Greg doch Recht, es liegt an dem Mann, der mit unser Art nichts anfangen kann und sich dann lieber was Unkompliziertes sucht. Oder einfach eine, die ihn versteht und so nimmt wie er ist.

Denn Mann möchte auch bedingungslos geliebt werden. Und da, Ladies, da sind wir echt nicht gut drin.

Samstag, 1. September 2012

Was es bedeutet

Ich bin wirklich ein großer Fan von 'Er steht einfach nicht auf dich'. Es hilft, dieses Buch zu lesen und sich manche der männlichen Prinzipien genauer anzuschauen. Ja, sie erzählen dir viel, wenn sie dich ins Bett kriegen wollen. Sihe auch Oli Flesch: http://oliver-flesch.com/2012/08/14/ehrlich/

Aber, und ab hier wird's kompliziert, das Prinzip gilt bei normalen Männern. Und auf die stehen wir ja nicht, sonst wären wir nicht hier. Und Bad Boys ticken anders. Sie haben mehr Angst um ihre Freiheit, ihren Rock'n Roll und wollen wissen, ob du da mithalten kannst. Und eine normale Frau sagt sich dann auch schnell, was soll der Scheiß und zieht weiter, einen suchen, der sie nicht herausfordert sondern heiratet. Wir allerdings müssen dann rausfinden, was es bedeutet, wenn ein Kerl anders ist. Und es gibt auch ziemlich viele Schisser und sensible Kerle da draussen, die die Nummer mit dem Jagen so gar nicht draufhaben. Wenn frau denen nicht ein bisschen entgegenkommt, weil sie sich an die Regeln hält und erstmal nichts gibt, aber alles verlangt, dann wird sie scheitern.

Zum Glück hab ich da eine gute Freundin, die sehr ähnlich tickt wie Mr.Bickle. Und nur weil sie mir erklärt, warum der Mann sich nicht einfach auf meine Nachrichten zurückmeldet, obwohl er ja auf fb postet und mit seinen Buddies kommuniziert, flippe ich nicht aus. So wie sie es interpretiert, ist es tatsächlich ein Bonuspunkt für ihn. Und insgeheim hatte ich mir das auch schon so gedacht aber trotzdem nicht zu glauben getraut, weil ich nicht zuviel Hoffnung haben wollte.

Er schiebt mich nicht mal eben dazwischen. Für die Antworten an mich nimmt er sich Zeit, denn sie bedeuten ihm was. Einen Nachricht an einen Freund oder ein Post auf fb, das geht nebenbei und im Affekt. Einen Nachricht an mich, da hängt für ihn mehr dran. Dann denkt er an mich, dann träumt er? Er läßt sich drauf ein und liest die Mails wirklich, läßt sie auf sich wirken und schreibt erst dann zurück, wenn er es will, kann, fühlt. Und dazwischen, das ist das, was ich spüre, ich spüre, er ist bei mir. Wenn er also ein paar Tage nichts von sich hören lässt, dann denkt er. Und er hat einiges zu denken. Über seine Beziehung, über den ganzen Scheiß mit uns früher, sein Leben. Und darüber vergeht dann Zeit. In der ich nichts anderes zu tun habe, als weiterzumachen und nicht wieder davonzulaufen, weil er partout nicht so funktioniert, wie ich es gern hätte.

Und dann kommt wieder so ein Gefühl, mein Herz setzt einen Schlag aus und die Knie werden weich, ich bekomme keine Luft mehr und mein Hals schnürt sich zu und ich weiß, er ist in Gedanken ganz nah bei mir. Und bin froh, dass ich nicht wieder Entscheidungen für uns beide getroffen habe, nicht wieder beschlossen habe, dass es keinen Sinn macht. Dass ich mich nicht habe hinreissen lassen und die Regel 'nur noch liebevolle Nachrichten' nicht verletzt habe. Denn alles, was ich von ihm bekomme, ist süß, lieb und zauberhaft. Er schreibt mir soviel Postives, nennt mich Süße, Hübsche, Baby, Schatz. Und mein Herz weiß, er meint es auch so. Und so sehr ich ihn vermisse und ihn für mich alleine haben will, ich finde es gut, dass er keiner ist, der mal einfach so eine Beziehung wegschmeißt, weil etwas nicht funktioniert. Obwohl er die Fluchthilfe am Start hätte, weich fallen würde.

Mein Wiener hat mich damals für eine Frau verlassen, die noch in einer Scheidung steckte und eigentlich keine neue Beziehung anfangen wollte. Sie sind seit damals zusammen und seit Jahren auch verheiratet. Er hat sie sehr unterstützt und alles mit ihr durchgestanden. Das sollte ich auch schaffen. Falls Mr.Bickle sich trennt. Aber er ist nicht der Typ, der auf Dauer zwei Menschen lieben kann. Soviel weiß ich.

Samstag, 28. Juli 2012

Taktikwechsel

Obwohl, Taktik ist eigentlich falsch. Folge deinem Herzen. Bis jetzt hab ich ja gemütlich mitgemacht und genossen. Versucht, ihm ein wenig mehr Zeit zu entlocken und war auch teils erfolgreich. Ich habe ihn auch nur ein ganz kleines bisschen manipuliert, mit Bildern, aber da ist er ja selber der Eifrigste. Zunächst wäre da ein Name. Den er sich selber gegeben hat für seine geheimen Mails an mich. Mr.Bickle. So heißt er ab jetzt. Und ich schalte in den nächsten Gang. Lizzie würde ja nur zu gern wissen, was passiert, wenn sie ihn vor die Wahl stellt. Aber das macht sie natürlich nicht so plump, bumm, hier, entweder-oder. Nein, ein bisschen Schrauben anziehen war ja schon. Hat sich ganz organisch ergeben. Das ist ja das gute an meiner Taktik. Sie kommt ausm Bauch. Wo ich den Schock überwunden habe, dass er sowas wirklich durchzieht, und langsam sehe, wohin das geführt hat, trete ich sowas von auf die Bremse! Die leiseste Ahnung, dass es nicht mehr ganz soviel Spaß macht, wenn er IMMER nur knappe 2 Stunden Zeit hat, genügt. Und ich will mehr. Da bin ich mir inzwischen sicher. Ihn zum Einschlafen und morgens zum Aufwachen. und ganz vielleicht sogar zum Frühstück.

Campen muss nicht grade sein, aber ja, so ne Beziehung wär schön. Und die Erkenntnis, dass ich hätte von Anfang an sagen sollen, ich mach das nicht, mit mir betrügst du niemanden! Wenn du nicht ohne mich kannst, dann richtig. Punkt. Wie gesagt,  ich hätte nie geglaubt, dass der das wirklich zu ner Affäre ausbaut. Ich hatte ihn an sie verloren gegeben, nie hätte ich gedacht, dagegen eine Chance zu haben. Wähnte ihn glücklich und zufrieden. Warum er es doch tut-ich frage nicht. Und er ist so fair, mir keine Geschichten über sie zu erzählen. Keine Gründe.

Nur immer diese Mails. Er könne nur an mich denken. Und wenn er an mich denken würde, dann tät' er weiche Knie kriegen. Blablabla. Oder will er, dass ich ihn dann drauf festnagle und wieder mit Gefühlen ankommen??? Nein mein Lieber, hier werden keine Brücken mehr gebaut. Hier werden Entscheidungen getroffen. Und wenn Mr.Bickle nicht ganz blöd ist, hat er bereits gemerkt, dass ich nicht mehr mit den Brosamen zufrieden bin. Ich will den Kuchen, nicht die Krümel. Und ja, ich glaube, ich bin soweit, die Konsequenzen zu tragen. Gestern Abend habe ich ihm den Abschied schwer gemacht. Und mich auch ein bisschen an ihm festgehalten. Nein, jammern oder betteln kommt nicht infrage, Aber die berühmten Seufzer. Die Umarmung noch ausdehnen. Nochmal seine Hand nehmen und drücken. Sollte genügen. Traurig und ein wenig verloren aussehen, wenn er durch die Tür geht....

Heute Morgen dann noch eine Nachricht. Dass ich halb im Schlaf vor mich hinträume, er wäre da. Und dann mir selber helfen musste, weil nicht. Ja, das wäre ein schöner Traum schrieb er zurück.

JA VERDAMMTE SCHEIßE! Und wenn du das ernst meinst, dann sorg dafür, dass er wahr wird!

Kann ich ja so nicht schreiben oder? *grins
Also schreibe ich-nichts. Wieder unter der Voraussetzung, dass er nicht ganz blöd ist, wird er auch ohne Worte verstehen, was ich will dass er tut. Und er wird NICHTS bekommen. Solange bis ich höre, was ich hören will. Seine Stimme. Am Telefon. Insofern bin ich jetzt in einer anderen Position als am Anfang. Wir sind im Bett weiter gegangen als je zuvor. Er durfte mit seinen Fantasien und mir spielen und es war brilliant. Und er hat viel mehr Fotos als vorher. Viel mehr viel explizietere Fotos. Die Sucht ist befeuert. Besiegt sie das, was ihn bis jetzt von einer Beziehung mit mir abgehalten hat? Kein Mensch versteht, warum einer, der mir immer wieder sagt und zeigt, dass er mich gern hat und ohne mich nicht kann, dass dieser Mensch nicht bei mir ist. Ich will nicht wissen warum. ich will es ändern. Und grade mag ich nicht, was er macht. Also lege ich eine gepflegte Pause ein. Ich kann mich nicht auf Herzchen für seine Freundin einlassen und drauf warten, dass er Fotos aus dem Campingurlaub schickt und mir damit wehtut.

Und er weiß, dass ich das nicht lustig fand, und er soll sich gefälligst Gedanken machen, was er wann wie postet! Ja, er soll an mich denken und sich um mich sorgen. Und wenn ich nicht mehr kommuniziere soll er sich wundern warum. Und dafür sorgen, dass ich wieder mit ihm reden mag. Momentan hab ich mich klammheimlich weggeschlichen. Wie ein Kind, das wartet, ob man es sucht. Und wenn ich eines gelernt habe in den 4 Monaten: Er wird. Mich suchen.

Solang geniesse ich mal den Sommer!

Küsschen

Dienstag, 24. Juli 2012

Verzeiht meinen kurzen Schwächeanfall

Ein Augenblick der Schwäche...

Beinahe. Beinahe hätte ich wieder aus der Angst agiert und mit vorschnellen Schlüssen und bösen Gedanken die ultimative Panikreißleine gezogen. Wenn man jemand solange kennt, dann kommen da mit jeder Mail die dazugehörigen Vibes mit. Und ich merke genau, wenn was nicht stimmt. Nur, WARUM, das kann ich nicht entziffern. Dann steht da 'bin bisschen KO' und nicht, 'ich hab echt Streß an der Backe, hat aber nichts mit dir zu tun'. Und vielleicht hat ja ein Teil seines Streßes mit mir zu tun, damit, es zu verstecken, zu verheimlichen? Nur ich sitz da und dann kommen da Herzen und ein Campingbulli um die Ecke, ein Foto von seiner Freundin und das Wort 'Unser'. Zack, da ist sie wieder, die alte Unsicherheit, ob er mich noch will. Kann mich bitte jemand hauen? Auch wenn es um eine Affäre und keine offizielle Beziehung geht, so einen Scheiß darf ich nicht denken! Kann ja auch wirklich sein, dass er eifersüchtig wegen meiner anderen Geschichten ist und genauso Angst hat? Auf jeden Fall hab ich deutlich gemacht, dass es mich verletzt hat, er versteht es und wünscht sich, dass wir uns verständigen. Und es kommen auch brav wieder Mails. Ich wär klasse...Gut, dass er das mal sieht und ausspricht. Ja, Affären sind nix für Weicheier, ich wiederhole mich.

Krise gemeistert. Gemerkt, dass ich ihm wichtig bin. Wieder die Chance zum Absprung und Richtung eigene feste Beziehung verpasst. Er ist jetzt wieder unterwegs, ich werde mal mein Date aus dem JC reaktivieren. Der wäre real, der hat mir fast sowas wie ein Gedicht geschickt. Verrückt.

Und mir ist klar geworden, warum ich Single bin. Es gibt einfach sehr wenig Männer, die Frauen wirklich lieben. Sie toll finden und denen nicht mal eine von diesen dämlichen sexistischen Bemerkungen rausrutschen, die Frauen herabsetzen und auf ihr Aussehen reduzieren. Extrem wenig Männer. Und ich bin da sehr empfindlich. Aber alle Männer, mit denen ich mehr hatte als Sex waren da respektvoll und frei von Sexismus. Keine Stammtischbrüder, alle hatten sie mehr weibliche als männliche Freunde und hatten keine Klischées im Kopf.

Und genaus wenig wie ich es mag, wenn Frauen Männer pauschal als Arschlöcher bezeichnen, darf ein Mann mir gegenüber platte Sprüche über Frauen machen. Da bin ich empfindlich.
Das und meine Weigerung, Kompromisse einzugehen...

Mittwoch, 4. Juli 2012

Ganz entspannt ohne Schmetterlinge

Ich hatte mich über meine neue Gelassenheit sehr gefreut und auch ein bisschen gewundert und jetzt ist mir bewußt geworden, woran das liegt: Honeymoon is over! Ja, auch bei einer Affäre zieht Routine ein. Und nachdem ich sehr offensichtlich keine Angst haben muss, mein Ex könnte irgendwann nicht mehr scharf auf mich sein, sind die aufegeregt-nervösen Schmetterlinge aus meinem Bauch ausgezogen.

Ja, so lang habe ich es in den letzten Jahren mit keinem Mann mehr geschafft. 4 Monate. Klingt nicht nach viel, ist aber Rekord. Liegt zum einen daran, dass ich gerne vorher dank des Kribbelns überreagiere, allerdings gibt es noch einen guten Grund, auf den mich gestern ein guter Freund gebracht hat. Und dieser Grund ist auch 'Schuld' dran ist, dass ich Single bin. Dieser mir sehr liebe Mensch fällt doch wirklich seinen Geschlechtsgenossen in den Rücken. Gibt unumwunden zu, dass Männer halt so sind. Sie melden sich nicht. Einfach so, muss kein Zeichen von Desinteresse sein, sie sind so.

Hm. Meine nicht. Also die, mit denen ich zusammen war. Die haben sich regelmäßig gemeldet, waren auch sonst zuverlässig und bei keinem gab es Theater deswegen. Mein Vater ist eh der Inbegriff von zuverlässig. Im Schichtdienst auch nachts weg, hat er jeden Abend angerufen. Wenn man etwas braucht, hat man es kaum ausgesprochen und er macht es. Das war für mich selbstverständlich und drunter gab's für mich keine Beziehung. Die Männer, die anders waren, hab ich wohl schlicht ignoriert. Auch mein Date von letzter Woche wär so einer. Der wartet nur auf einen SMS von mir, um ganz schnell zurückzuschreiben.

Und dann der Perser. Langsam sickert die Erkenntnis in mein Hirn, dass er eines der ganz anderen Männerexemplare ist. Von denen ich zwar gehört habe, die aber in einer Welt jenseits meines Universums existiert haben. Die, über die sich die Frauen immer beklagen. Ich mit ihm nie auch nur annähernd so weit gekommen, weil ich vorher jedesmal stinksauer geworden bin und auf meine Beziehungstandards bestanden habe. Wozu nen Kerl, wenn ich nichts von ihm habe? Ich möchte mich zumindest einmal am Tag austauschen mit meinem Mann, und wenn es nur eine kurze Nachricht ist. Ich muss doch wissen, zu wem ich gehöre! Deswegen, wegen meiner eigentlich nicht zu hohen Ansprüche an eine stetig fließende Kommunikation, an nichts anderem, scheitern wir immer.

Jetzt sind aber grad eben die Schmetterlinge zur Ruhe gekommen und ich warte nicht mehr angespannt auf ein Zeichen, dass er an mich denkt. Fast hätte ich das wieder als mangelndes Interesse meinerseits gedeutet. Keine Aufregung gleich keine Liebe? Nein, nur etwas, was ich schon lange nicht mehr kenne. Normalität. Unsere Affäre ist angekommen in meinem Leben. Und aufgrund meiner Vorstellung, wie ich in einer echten Beziehung behandelt werden möchte, wird es auch nicht mehr werden. Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten und seine Beziehung enden sollte. Ich möchte nicht ständig darüber diskutieren müssen, ob ein Anruf zuviel verlangt ist. Das würde ich nicht akzeptieren.

Beruhigend zu wissen, dass auch er nur lange genug in meinem Leben sein musste, um nicht wegen der ganzen Verliebtheit immer hinter ihm herlaufen zu müssen. Wenn man jemand einfach lange genug nah bei sich hat, dann fällt etwas vom Glanz ab. Ich finde ihn immer noch sehr süß und seeeeeeeeeeeehr sexy und liebe seinen Humor. Aber er ist runter vom Podest und halt auch nur ein ganz normaler Kerl. Zum Glück. Schwer ersetzbar, nach wie vor, und das beste, selbst seine Fehler sind nicht mehr so groß und bedrohlich. Auch da ist er nur einer von vielen.

Samstag, 30. Juni 2012

Freiheit die ich meine

Ich bin frei!

Seit gestern ist die Chefin aus der Hölle Geschichte! Nie wieder hat die Alte mir was zu sagen! Die letzten beiden Tage habe ich meinen Spind und mein Fach in der Teeküche geräumt, gestern fühlte es sich fast schon wie Flucht an. Bloß alles raus hier, weg damit, packen und gehen. Und ich hab mich nicht einmal umgedreht, kein Wort des Abschieds. Gut, morgen gibt es nochmal ein vom Vorstand gesponsertes Teamfrühstück im Hotel, das hat mich gerettet, etwas dazu sagen zu  müssen. Und ganz aus der Welt bin ich ja nicht, die Firma bleibt ja dieselbe, manchmal werde ich da auch noch aushelfen. Nur Verantwortung muss ich keine mehr übernehmen. Für eine lügende, manipulierende dumme Person, die alle Fehler im Buch macht, die man zwischenmenschlich und fachlich so machen kann.

Sentimental bin ich nach dem Piccolöchen, den ich mir zur Feier des Tages gemütlich allein zuhaus gegönnt habe dann doch geworden. Einfach, weil ein Lebensabschnitt zu Ende geht. 7 Jahre. Weil ich mich so verändert habe, mich verändern mußte durch den ganzen Scheiß. Manchmal kenn ich mich kaum wieder, so stark bin ich geworden! Eine ungewohnte Rolle, nicht mehr verzweifelt schimpfend und sich ohnmächtig fühlend die Macht anderer Menschen über mich ertragen zu müssen sondern die Verhältnisse umkehren zu können, das ist schon ein bisschen unheimlich.

Die Entscheidung, wie ich mich fühlen möchte, liegt ganz bei mir. Ich kann mich auch endlos über meinen Lover ärgern, wenn der mal wieder nicht antwortet. Ihm Beschwerdemails schreiben und dann wieder genervt auf Antwort warten. Oder drauf vertrauen, dass er es durchaus registriert, dass ich nächste Woche zwei Tage frei habe und sich dann melden wird, wenn er Sex haben will. Ich könnte jetzt auch, was ich früher natürlich getan habe, nachhaken und ihm drohen, dass ich halt dann die Tage anders verplane, sollte er sich nicht melden. Auch damit begebe ich mich wieder in eine Abhängigkeit, aber möchte ich mich von der wenigen Zeit die er hat in meiner eigenen beschränken lassen? Nein. Und das habe ich auch immer versucht, versucht, 'mein' Ding durchzuziehen auch ohne ihn. Allerdings immer mit der Hoffnung im Hinterkopf, dass er dann schon ankommen würde. So bissl Trotzköpfchen. Ich mach das jetzt extra wegen dir!!!!!!!

Ja wer bin ich denn, wegen oder trotz eines Lovers irgendwas zu tun oder nicht zu tun? Wieso können andere Menschen bestimmen, wie ich meine Freizeit verbringe? Chefin ist bescheuert und nervt? Lover ist kompliziert? Sollen sie doch. Ich lass es mir gutgehen. Ich sehe durchaus, dass beide mit ihrem Leben nicht glücklich sind. Ich könnte beiden ein paar Tipps geben. Gut, der Ex hat ja sogar im Lauf der Zeit was gelernt aus meinen Predigten, aber das war anstrengend für mich, mir soviel Kopf zu machen. Und mit Reden kann man so jemand eh nicht erziehen. Ich glaube aber fest daran, dass sich alle Menschen ändern können, wenn es ihnen wichtig genug ist. Nur hab ich aufgehört zu reden und zeige meine Grenzen jetzt anders auf, und dadurch verändert sich auch der Umgang dieser Menschen mit mir. Meine Chefin hat sich nicht mehr oft gewagt, mich direkt zu nerven. Ihre Art ist anstrengend, aber so, wie sie mit den anderen redet, das traute sie sich bei mir nicht mehr.

Und statt dem Ex jetzt Brücken zu bauen und ihn damit in Zugzwang zu setzen, bleibe ich lieb, aber konsequent. Er hat diese Woche keinen Sex mit mir, weil er einfach zu spät dran war. Wenn es ihm wichtig genug ist, wird er sich kümmern, dass er vielleicht früher Bescheid gibt. Er macht das ja nicht absichtlich. Er ist halt so. Er kriegt's nicht hin und ärgert sich selber am meisten drüber. Punk halt.

Und so selten ist das ja nicht, ein klassischer Mann. Kommunikation nur wenn's um was geht. Die erste wichtige Lektion: Nicht persönlich nehmen.

Die Zweite: Wenn's für mich paßt, nicht mit Gewalt absagen. Ich habe ihm zwei Tage genannt, wenn er sich da meldet, dann darf er gern kommen. Und da gibt es dann auch kein Nachtreten, meckern, hätte würde sollte. Nur ein 'schön dass du da bist'. Ich versau mir doch den Fick nicht mit schlechter Stimmung!

Die dritte:Männer sind nicht dumm! Die  Jungs WISSEN GANZ GENAU dass wir es nicht lustig finden, wenn sie sich zu selten melden. Sie wissen, wie es geht. Theoretisch. Sie kennen unsere Erwartungen. Muss frau nicht wieder und wieder durchkauen. Und in dem Fall hab ich es wirklich oft genug....

Es ist ein bisschen wie Dressur. Richtiges Verhalten belohnen, schlechtes ignorieren. oder besser, SIE ignorieren, wenn sie sich nicht so verhalten, wie wir es möchten. In ihrem ureigenen Interesse werden sie dann schon dafür sorgen, dass sie zu ihrem Spaß kommen. Und mit Ignorieren meine ich auch genau das. Zur Kenntnis nehmen, weitermachen, vergessen. Nicht ärgern, beleidigt sein, schwach fühlen, all das gibt ihnen schon wieder zuviel Macht.

Regel Nummer 4: Warum sollte ich mir mein hübsches Köpfchen darüber zerbrechen, was er denken könnte??? Warum sollte ich mich nicht trauen, klar zu sagen, was ich will, nur weil er damit ein Problem haben könnte? Kann sein, er arbeitet nächste Woche durch. Dann kann es sein, dass er keine Zeit hat. Kann aber auch sein, dass er es trotzdem schafft, Zeit zu schaffen. Passend zur EM-der Ball ist in seiner Hälfte. Ich muss nicht auch noch nen Pfeil dazumalen und mit Trillerpfeife den Weg weisen. Einmal vorgeschlagen, jetzt soll er was damit machen. Die Ansage ist ergebnisoffen. Auch kein 'wenn nicht dann'.

Allein daran kann frau sehen, wie wichtig sie ihm wirklich ist. Und es auch ertragen, wenn es sich herausstellt, dass es nur ging, weil sie sich immer Mühe gegeben und gemacht und getan und Gelegenheiten geschaffen hat. Auch dass muss man dann ertragen. Denn jetzt für 'richtiges' Verhalten die Belohnung zu erwarten. zu erwarten, dass er sich dann schon ändern wird, wenn Frau nur alles richtig macht, auch das ist ja schon wieder Ohnmacht. Nichts darf frau für IHN oder wegen ihm tun. Nur für sich selbst. Ich möchte anders behadelt werden? Dann muss ich anders handeln. Und wenn er damit nicht klarkommt, geht es halt nicht. Ich darf keine Angst haben, dass er nicht wiederkommt.

Konfuzius sagt, Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.

Und mit freilassen ist nicht gemeint: Wegschicken. Schleppleine. Peilsender. 

Man muss drauf vertrauen, dass der andere einem nicht bewußt wehtun will. Dass er weiß, was er tut. Jemand, der mich absichtlich verletzt, den sollte ich nicht wollen. Mein Lover macht keine Versprechungen, er sagt nie, er würde seine Freundin verlassen, er redet nie über sie und das finde ich gut. Denn wen er jetzt die üblichen Sprüche bringen würde, von wegen, mit ihr ist es nie so schön, sie versteht mich nicht so wie du, dann wäre er illoyal und ich würde ihn nicht mehr mögen. Er ist sehr sensibel und hat ein feines Gespür, bis wohin er gehen kann. Er hat allerdings auch schon mehrfach klargemacht, dass er uns nicht in einer Beziehung sieht. Also werde ich nur so weit kommen, dass unsere Affäre reibungslos funktioniert. Und mir für alles andere einen anderen suchen. 

Oder besser: Mein neues, freies Leben auch erstmal in Freiheit geniessen und mir niemand ans Bein binden, der mich wieder einbremst 



Dienstag, 26. Juni 2012

Muster sind hübsch

 Ja, Muster können ganz hübsch sein, bringen einen im Leben aber nicht weiter ;)

 http://jessmccann.hcibooks.com/2012/03/21/am-i-just-not-good-enough-why-he-chose-her-over-you/

Jess McCann erklärt in ihrem Blogbeitrag, dass sich Männer oft mit 'schlimmeren' Frauen wohler fühlen als mit einer, die besser für sie wäre. Nicht anders als wir Frauen auch. Es ist ein Weiterspielen dessen, was wir von unseren Eltern gelernt haben. Deswegen funktionieren Beziehungen wie die meiner ehemaligen Freundin und ihrem Mann. Sie nörgelt, schimpft, meckert und raunzt ihn an, er verzieht sich hinter sein Laptop, blüht aber auf, sobald sie den Raum verläßt und wird gesprächig. Bei der Hochzeit der beiden habe ich seine Mutter kennengelernt. Und er hat seine Mutter in einer jüngeren Form geheiratet. Das kennt er, das ist die Comfort Zone, die aber nichts mit wirklich Wohlfühlen zu tun hat. Es ist das Bekannte, Bequeme.

Da geht es uns Frauen doch genauso. Wir treffen jemand, der angenehm ist. Mit dem wir uns wohlfühlen. Und statt uns darüber zu freuen, dass mal was rund läuft, beklagen wir mangelnde Dramatik und fehlende Schmetterlinge. Die Mädels, mit denen mein Ex vor mir und in der Zwischenzeit zusammen war, waren jung und ziemlich durchgeknallt. Vor einer wollte er wieder zu mir flüchten, die hat ihn mit Erpressung, Telefonterror und Stalking echt fertiggemacht. Trotzdem hatte er mit ihr eine proklamierte Beziehung. Wie es derzeit läuft weiß ich nicht, das Thema klammere ich bewußt aus, ich möchte mich damit nicht belasten. Ich war theoretisch also nicht verrückt genug, nicht dramatisch genug. Mein Gefühl, dass er zu mir kommt um sich von seinem ganzen Wahnsinn auszuruhen und dann tapfer wieder in die Welt zu ziehen, scheint nicht ganz falsch zu sein. Ähnlich geht es mir auch, war er da, haben wir Kontakt, kann ich mich der Welt wieder gestärkt stellen. 

Wie kommt man aber aus dieser antrainierten Nummer raus? Wie durchbricht man die Muster und kann jemand lieben, der anders ist als das Gewohnte? Wie geht man dann damit um, wenn die eingefahrenen Reaktionen nicht mehr greifen sollen, sondern eine neue Umgangsform gefunden werden muss? Denn wider besseren Wissens tappt man ja doch immer wieder in die gleichen Fallen. Bekommt dieselbe Quittung ausgestellt. Funktioniert das wie bei Ernährungsumstellung? Einfach machen, testen, nachspüren, feststellen, dass es mir mit dem Salat besser geht oder doch lieber müde werden vom Schweinsbraten? Mit dem im Bauch habe ich eine Entschuldigung, mich nicht mehr bewegen zu müssen, ich bleibe auf der Couch liegen und jammere leise vor mich hin, im Prinzip aber fühlt es sich gemütlich an. Und Schuld ist der böse böse Braten, denn er ist ja so lecker!

Die 14 Jahre seit meiner letzten richtigen Beziehung hab ich eigentlich alles getan, um genau das zu vermeiden. Mit dem Erfolg, dass ich Single geblieben bin. Ich traue mir selbst nicht über den Weg und möchte nicht in so einem Ding enden wie meine Eltern. Die zwar seit 44 Jahren verheiratet sind, aber nicht glücklich mit der ganzen Sache. Liebe ist da, aber so wirklich passen tun die beiden nicht zusammen. Im Prinzip ja, allein, in den Details hakt es gewaltig. Nur kann die Antwort darauf nicht sein, nie einen Menschen in mein Leben zu lassen aus Angst, mich dann zu verlieren. Ich weiß aber auch, dass ich mich schnell eingeschränkt fühle und dann mit allen Mitteln um meine Freiheit kämpfe. Ich sehe auch um mich herum keine Beziehung, die mich überzeugen würde, dass es doch geht. Keine einzige davon möchte ich leben. Die Mechanismen, die sich bilden zwischen Partnern sind mir zutiefst suspekt und ich bin von Anfang an überkritisch, lauere auf Zeichen, dass irgendwas nicht in die richtige Richtung laufen könnte.

Das nimmt den Spaß an der Sache, das ist nicht gut. Es macht auf der einen Seite distanziert, auf der anderen bremse ich mein Gegenüber ein, weil ich sofort die perfekte Verbindung erwarte, die perfekten Reaktionen, das perfekte Verhalten. Und meine sehr niedrige Toleranzgrenze ist anstrengend. Ich kann mich nicht auf was einlassen, das ich nicht kontrollieren kann? Vielleicht gerate ich deswegen genau an DIE Männer, die sich jeder Kontrolle brutalstmöglich entziehen. Die imponieren mir, die kann ich respektieren. Denn einen, der sich brav einfügt, den würde ich nicht wollen.

Also, wie kommt man raus aus dem Muster? Ich kann nur sagen, zum einen durch Erkenntnis (in diesem Sinne mal wieder Danke fürs Zuhören, ich hatte gerade beim Schreiben wieder eine neue). zum anderen schätze ich professionelle Hilfe. Mein Coach hat mich schon mal viel weitergebracht. Und mein Ex ist als Boxer der perfekte Sparringspartner, er nimmt's sportlich. Ihm wieder nahe zu kommen, festzustellen WIE unperfekt er ist und ihn trotzdem weiter zu mögen, mich dabei nicht schlecht zu fühlen sondern es als Teil unserer merkwürdigen Beziehung akzeptieren zu können macht mir Mut. Kann ich mich doch mal irgendwann wirklich auf was einlassen? So richtig? die Chancen stehen immer besser. Den perfekten Mann gibt es nicht, muss nur einer her, mit dem ich nicht mehr das Gefühl habe, einen billigen Kompromiss einzugehen, nur um nicht allein zu sein. DAS könnte ich mir selber nicht durchgehen lassen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Wer die Macht hat...

...muss sich nicht verweigern?

Die Dynamik in der Beziehung mit meinem Ex (NICHT Beziehung im partnerschaftlichen Sinn natürlich) ist ein gutes Beispiel für passiv-aggressive Machtspielchen. Es geht eine Zeit ganz gut, er fühlt sich zu mir hingezogen, wir haben großartigen Spaß im Bett, er denkt viel an mich und läßt mich näher und näher an sich ran. Dann merkt er, dass ich emotionaler werde und ihm fällt wieder ein, dass er ja keine Beziehung (im partnerschaftlichen Sinn) mit mir möchte. Und er zieht sich zurück. Blockt. Denkt er, das ist besser als es aussprechen? Oder schlicht, dass ich dann schon merken würde, dass wir wieder zuviel Gas gegeben haben und ich wieder zuviel will? Egal. Es passiert jedenfalls immer das gleiche, er reagiert nicht mehr auf Nachrichten. Und es passiert IMMER, wenn er wieder irgendwelche Dinge machen wollte (mit mir auswandern, Urlaub, mich Gesundpflegen), die er dann doch nicht machen kann. Will. Warum auch immer er meint, sowas sagen zu müssen, einhalten kann er es nicht und dann verschwindet er vom Radar.

Auch das fällt unter die Kategorie 'Lernen von den Kerlen'. Er hat immer gesagt, also, nach der ersten Wiedervereinigung und der nächsten Trennung, dass ich nicht die Eine wäre. Und nicht nur meine Mädels fragen sich, wie sich diese Aussage damit vereinen läßt, dass er seit 4 Jahren doch nicht von mir lassen kann. Aber nun gut, die Aussage steht. Nun habe ich diese seine Grenze wohl wieder etwas überschritten, indem ich meine Begeisterung über die wunderbare Magie zwischen uns kundgetan habe. Aber wer bin ich denn, mir von seinen Befindlichkeiten meine Freude verbieten zu lassen? Also bitte. Aber ich werde in die Schranken gewiesen. Passiv. Und falls ich mich beschweren würde, würde er wiederum seinem Unverständnis Ausdruck verleihen und sauer werden. Aggressiv. Doch, wir waren auch schon mal soweit, dass er sich dafür entschuldigt hat, aber das war letztes Jahr unser bester Versuch. Da haben wir tatsächlich erstaunlich viel geredet. Für unsere Verhältnisse. Also lerne ich. Wenn es zuviel wird, haut er ab, da muss frau auch nicht nachfragen oder hinterherlaufen, erstmal ist er nicht erreichbar. Lass mich in Ruhe sagt das. Ich will das nicht sagt das. Wenn er wollte, würde er antworten. Kein Kommentar, alles klar. Denn einmal ausgesprochen gilt für immer. Gut, Lektion verstanden.

Was das mit Macht zu tun hat? Mein Gefühl möchte mir unterjubeln, dass er Angst hat. Dass er wieder an den Punkt kommt, wo er eine Küche in seine Wohnung einbauen will, damit er mir auch so schön Frühstück machen kann, wie ich das früher bei mir für ihn getan habe. Das war meine erste Erfahrung mit ihm. Haufenweise Nachrichten pro Tag, Lippenbekenntnisse, die Küche-und dann ZACK. Weg war er. Nein, er möchte dann doch keine Beziehung. Es gibt immer so einen Peak, an dem er aussteigt. Dinge verspricht und eigentlich schon weiß, dass er sie nicht halten wird. Weil er es nicht hinkriegt. Nach eigener Aussage, weil er mir nichts zu geben hätte. Und dann bin ich doch immer da, es ist toll und ich bekomme wieder die Macht über seine Gedanken. Bin in seinem Kopf. Das muss er verhindern.

Eigentlich bekommen wir immer gesagt, dass ein Mann sich nicht traue, gäbe es nicht. Die Gefühle müßten nur groß genug sein, dann käme er schon. In den Büchern von Cheryl Benard und Edith Schlaffer wird die Theorie 'Er steht einfach nicht auf dich' insofern abgemildert, dass es durchaus Frauen gibt, die Männer ein bisschen einschüchtern, bei denen er sich fragt, was diese tolle Frau denn an ihm finden würde. Richtig ist, dass die mit ein wenig Ermutigung doch Versuche starten. Aber manche trauen sich tatsächlich nicht mehr zu, als einen Flirt oder eine Affäre mit ihr. Manche versuchen dann auch, die Frau kleiner zu machen. Und da kommen wir zu den passiv-aggressiven Machtspielchen. Sie bringen die Frau dazu, sich zu verlieben und rächen sich für eine gefühlte Unterlegenheit mit Entzug, sobald sie sie da haben, wo sie sie wollten.

Szenario: der Kerl will sie so sehr, dass er nicht mehr weiß, was er tut, sie verdreht ihm total den Kopf. Nachzuhören bei den Toten Hosen in 'Alles aus Liebe': Ich bin kurz davor durchzudrehn, aus Angst dich zu verliern. Komm ich zeig dir wie groß meine Liebe ist und bringe mich für dich um.

Mein Gefühl sagt mir also, dass ich grade wieder auf meinen Platz verwiesen werde. Zurück ins Körbchen, husch husch. Was deutlich zeigt, dass ein Beziehung mit ihm nicht wirklich wünschenswert ist weil viel zu kompliziert. Früher hatte er mit dieser Methode auch Erfolg. Brav habe ich immer nachgesetzt, versucht ihn zur Kommunikation zu zwingen und mir tatsächlich zu SAGEN, dass er nicht will. Kann. Egal, der Effekt ist der Gleiche. Ich befand mich in der Rolle der Bittstellerin. Was ihn zwar genervt hat, aber das Machtgefüge zu seinen Gunsten verschoben hat. Pech für ihn, dass ich mir aber inzwischen meiner Macht bewußt geworden bin. ICH sitze ja am längeren Hebel, denn sein Schwanz braucht mich. So sehr, dass er dafür seit Monaten seine Beziehung aufs Spiel setzt. Damit hat seine Verweigerung keine Wirkung mehr. Ich ärgere mich natürlich ein bisschen, dass man immer so alberne Spielchen spielen muss, aber ich bin ja ausgezogen, diese zu durchschauen und selber unschlagbar zu werden, auf dass mich nie wieder Einer so in die Verzweiflung treiben kann, wie das in den letzten 20 Jahren die Bad Boys meiner Sammlung geschafft haben. Nie wieder! Denn auch das können wir von den Männern lernen. Wir Frauen sind lange nicht so ohnmächtig, wie sie uns gerne glauben lassen. Oh nein. Wir machen ihnen Angst mit unserer Stärke. Denn ich bin tatsächlich so stark, wie ich wirke und nicht so schwach, wie ich mich habe machen lassen. Ich bin jetzt auf der dunklen Seite der Macht, die Seite die weiß, dass es hier keine Kekse gibt!

Und damit komme ich zu meiner neuen Strategie. Jetzt mach ich halt einfach ohne ihn weiter. Kümmere mich nicht weiter um ihn, keine Nachrichten. Als wäre es das Normalste von der Welt, dass er nicht da ist. und ist es auch. Problem erkannt, hat nix mit mir und meiner Attraktivität zu tun, also, schon, aber halt eher, dass ich zu toll bin...Ich muss mich nicht ärgern, ich kenn's ja. und wenn er wieder ankommt, und das wird er, dann werde ich der Liebreiz in Person sein. Nur ganz so viele Komplimente wird er nicht mehr bekommen. Ich werde mit keiner Silbe erwähnen, dass er sich vielleicht mal hätte melden sollen. Und damit seiner Strategie den Nährboden entziehen.

Es könnte auch sein, dass er Angst hat, ich wäre zu schwach und damit nicht als Partnerin geeignet für so nen Wahnsinnigen wie ihn. Er braucht schon eine, die cool und gelassen bleibt. Das wäre dann ein netter Nebeneffekt. Denn ich hab auch oft genug den Mund voll genommen und behauptet, ich würde das schon hinkriegen mit ihm und dann doch wieder verkackt. Auch das. Wäre möglich. Und dann kann ich auch nur gewinnen, wenn ich endlich anfange, an meine eigene Stärke zu glauben!

Macht ist Gewinn. Nicht gewinnen.

Freitag, 22. Juni 2012

Ladies?

Nur 2 Zugriffe gestern, was ist los? Wollt ihr lieber Drama? Hören, was für ein Arsch mein Ex ist? Dass ich leide?

Ich werde mich nicht am sehr populären pseudoemanzipierten Männerbashing beteiligen! Denn ich sehe beide Seiten. Und was wir Frauen manchmal so treiben, läßt mir die Haare zu Berge stehen.ich nehme mich da mit Sicherheit nicht aus. Aber ich habe keine Lust, permanent sauer zu sein und mich zu ärgern, dass mir jemand mein Leben schwer macht. Ich brauche keine Beziehung, die mich nicht glücklich macht. Ich möchte nicht permanent die politische Korrektheit berechnen müssen. Ich möchte es schön mit einem Mann. Ich möchte mich gut fühlen mit ihm. Und ich habe keine feste Beziehung, weil mir die meisten Männer zu schlecht gelaunt sind. Ja, ich brauche einen, der mich zum Lachen bringt, der mich aufheitert. Der meine Sicht der Welt teilt und mit mir den Kopf über alles schüttelt, was mich nervt. Mich dann aber schön durchvögelt und alles ist wieder okay.

Ein Mann ist nicht dafür zuständig, mein Leben in Ordnung zu bringen. Ich sollte das mit 43 gefälligst selbst können. Wenn er mir aufzeigt, dass ich etwas ändern sollte, dann liebe ich ihn hoffentlich so sehr, dass ich es annehmen und für mich auch durchziehen kann. Dann geht es uns beiden besser. Männer stehen vor den Fragen, die die Frauenbewegung für uns seit den 70gern zu klären versucht. Eine neue Interpretation der Rollen steht an, Frauen arbeiten heute ganz selbstverständlich, der Ernährer, auf dessen Status sich das restliche Gefüge stützte, hat ausgedient. Und was ist so schlimm dran, einen Mann auch mal zu verwöhnen, ihm was Gutes zu tun und nichts, aber auch gar nichts dafür zu fordern? Wir erwarten das doch auch von den Männern, dass sie uns auf Händen tragen. Früher haben sie dafür was zu essen und saubere Wäsche bekommen. Und heute? Mecker, weil sie die Spülmaschine nicht ausräumen.

Nein, eine wirklich emanzipierte Frau kann auch alleine existieren,  muss ihren Kerl nicht mit Nörgeln und Meckern in schlechte Stimmung bringen, damit er ihre schlechte Laune und Unzufriedenheit über ihr Leben teilen muss. Was Wunder, wenn er dann lieber zum Fußball geht. Sie sollte sich klar sein was sie will und danach handeln. Auch wenn es bequemer ist, DANN plötzlich wieder das kleine hilflose Mädchen zu spielen. Wie albern.

Ich habe ja unlängst gefragt, warum Männer ihre Frauen betrügen. Vor allem auch die mit Kindern. Und mit einer Selbstverständlichkeit, als würde es ihnen zustehen. Andererseits: Eine ehemals arbeitende Frau, die plötzlich allein zuhause ist mit Kind (so sieht es doch immer noch aus), die verändert sich. Das überfordert beide Teile. Und ich fürchte, dass da einfach die Gelegheit Sex macht. Wenn die Frau nicht mehr ans Haus gebunden wäre, was auch immer noch so ist, dann würde sie sich wohl auch eine entspannte Auszeit mit viel Spaß und ohne Verpflichtung gönnen wollen. Mal wieder einfach nur so Sex ohne Kind nebenan und mit einem fröhlich lässigen Kerl. Oder woher kommt das Klischee mit dem Postboten denn sonst? Kinder, Familie, das ist anstrengend, herausforderd und ich fürchte, seit Ende der Großfamilie für 2 Menschen auf sich alleine gestellt auch keine so gute Idee.

Manchmal hat Mann davon sicher die Schnauze voll. Frauen aber mindestens genau so oft. Und was mich sauer machen würde ist, wieviel Freiheit sich die Männer immer nehmen können und einfach ins Büro abhauen und sich weniger kümmern. Andererseits-wieviele Frauen können ihn dann nicht einfach so machen lassen wie er will und bestehen auf ihren Standards und nur so wird's gemacht.
Weil wir Frauen ja die besseren Menschen sind.

Mädels, nach allem, was mir und meinen Kolleginnen meine Chefin so angetan hat unterschreibe ich das nicht!!! Wir sind nicht besser oder schlechter. Wir können viel von den Männern abschauen und wenn wir neidisch sind auf Posten und Karriere und Freiheit müssen wir sie uns nehmen. Aber auch denselben Preis dafür bezahlen wie die Jungs. Unsere Kinder nicht wirklich aufwachsen sehen, Druck und Streß im Job aushalten, OHNE Alternative, uns gegen Chefs und Kollegen behaupten und 100% erwachsen sein.

Und KEINE SCHEIßPRINZESSIN!

Donnerstag, 21. Juni 2012

Lernen von den Kerlen Teil 2

Oder: Warum Gefühle allein uns nicht weiterbringen.
Meine Lieblingsautorinnen Cheryl Benard und Edith Schlaffer stellen in ihrem Buch 'Die Emotionsfalle' die berechtigte Frage, warum Frauen, obwohl sie sich zu Expertinnen der Gefühle erklärt haben, dennoch so gerne und mit viel Leiden daran scheitern. Einer meiner vielen Lieblingssätze aus dem Buch ist: Haben sie Gefühle oder haben die Gefühle sie?

Booooom. Was soll das heißen?? Gefühle sind toll, Gefühle sind echt, und Männer haben keine Ahnung von all unseren Gefühlen. Stimmt nicht. Also, stimmt doch. Das mit den Männern. Denn diese vielen tollen Gefühle sind meistens einfach nur situationsbedingt, anstrengend, lenken uns vom Wesentlichen ab und wenn der Kerl Pech hat, gerät er in einen PMS-Strudel der absoluten Irrationalität.

Das kennen wir doch alle oder? An ein paar Tagen im Monat ist alles Düster, Scheiße und Frau will ganz schnell ein anderes Leben. JETZT! In dem Moment, in dem die Östrogene dann ihren Höhepunkt überschritten haben, sieht die Welt (und der Mann/das Leben) plötzlich doch nicht mehr so furchtbar aus. Hoffentlich hat Frau in der Zwischenzeit keine irreparablen Schäden angerichtet.

Ich war die Königin der Irrationalität. Viel Stunden, Tage, Wochen, Monate gingen damit drauf, mich in schmerzhaften Gefühlen zu suhlen. Je weh desto wahr. Oder so. Nach dem Überstehen einer echten Depression bin ich darauf nicht mehr ganz so wild. Man kann es auch übertreiben. Und Verdrängen. Klar kommen solche komischen Gedanken hormonell bedingt immer wieder. Inzwischen weiß ich aber, wo der Hase im Pfeffer liegt und versuche es zu ignorieren. Männer sind da sehr gut drin. Dinge, die sich nicht sofort lösen lassen, kommen in die Schublade. Manchmal erledigen sie sich da von selbst, ansonsten kann man sich damit auseinandersetzen, wenn Zeit und Ruhe ist. Hektisch, emotional und verzweifelt irgendwelche Entscheidungen zu suchen oder einzufordern bringt gar nichts. So habe ich letztes Jahr einen absoluten Block meines Ex verursacht. Mir lag quer, dass er sich von der Frau, mit der er während einer unserer Trennungen zusammen war, manipulieren liess. Statt sich Zeit für uns zu nehmen, hat sie ihn gezwungen Sachen, die sie aus seiner Wohnung mitgehen hat lassen, bei ihr abzuholen. Stunde Fahrt inbegriffen. Ich war stocksauer. Und habe versucht, ihm das schriftlich und am Telefon zu sagen. Er hat gedreht an dem Tag. Kam spät heim und war einfach nur platt. Ich hab nicht lockergelassen. Bis ich irgendwann meinen Fehler bemerkt habe. Dann wollte ich mich entschuldigen. Und hab es wieder nicht auf sich beruhen lassen, habe mich derart reingesteigert, dass es in einem sehr halbherzigen Waffenstillstand nachts um halb eins geendet hat.

Niemand sollte nach einem harten Arbeitstag, müde und kaputt, spätabends noch über emotionale Kinderkacke diskutieren. Denn das war es. Ich war sauer, habe wieder mal die komplette Geschichte infrage gestellt, mich selber klein gemacht, weil ich sofort wieder dachte, ich wäre nicht liebenswert genug und hab den Mann unter Druck gesetzt mit meinen Unsicherheiten. Für die er nichts kann und für die er auch nicht wirklich zuständig ist. Sowas gehört zur besten Freundin oder zum Profi. Wenn ich mich selbst nicht gut genug finde, muss ich ihm das nicht auch noch unter die Nase reiben. Wenn ich Pech habe, glaubt er mir. Es gipfelte darin, dass ich dann vor seiner Tür ein kleines bisschen Streß gemacht habe, weil er jegliche Kommunikation verweigerte. Er hat mich, während ich vor seiner Tür stand, sogar auf Facebook geblockt. Musste er doch damit rechnen, dass ich irgendwelche Bösartigkeiten an seine Wall poste. Wow. Wenn ich das so lese-der Mann muss mich sehr gern haben. Dass der mich noch anschaut...Und genau das ist das Problem! Ich habe nicht drauf vertraut, dass er es gut meint mit mir. Ich wollte ALLES und zwar sofort. Er wollte es einfach nur schön haben mit mir. Und es war ja auch immer schön. Das Commitment hat mir halt gefehlt. Aber klassisch Mann, der hat sich nach all den Erfahrungen vorher die Sache in Ruhe anschauen wollen. Ob das mit uns überhaupt geht. Oder ob ich doch ne totale Spinnerin bin. Er hat dann ja uch die entsprechende Schlußfolgerung gezogen.

Und jetzt? Jetzt bin ich seine Affäre. Ich kümmere mich null um das, was mit ihm und seiner offiziellen Beziehhung läuft. Klar, wenn er Fotos postet zwickts ein bisschen. Aber das schieb ich weg. Wenn ich hier krank rumliege und mich langweile, er aber nen superharten Job hat, darf ich nicht wieder ausflippen, wenn er Nachrichten nicht sofort beantwortet. Ich kämpfe da immer noch sehr mit mir, schwanke hin und her zwischen 'er liebt mich nicht' und 'na klar hat er mich gern'. Muss mir immer seine Worte ins Gedächtnis rufen, wie sehr er immer an mich denken würde. Ich hab ihn nach seinem Auslandsjob schon gesehen, seine Freundin glaube ich nicht oder erst nach mir. wenn ich ihm einfach vertraut und seine gelegentlichen Kommunikationslöcher nicht immer so persönlich genommen hätte, dann hätten wir uns etliche Trennungen erspart. Logisch, dass er mich jetzt unter 'für Spaß ganz wunderbar, für mehr-o.O gefährlich' einstuft. Kein Mann kommt mit soviel emotionalem Wahnsinn klar.

Der Wiener war der Tapferste bisher. 3 Jahre. Aber selbst bei ihm habe ich einen Hinweis darsuf gefunden, das meine Aussendarstellung als lustige, starke und bisschen verrückte kleine Frau mit dem emotional bedürftigen Klammeräffchen, in das ich mich bei ihm verwandelt habe, ihn völlig vor den Kopf gestossen hat. Und er hat immer versucht, logisch und rational mit mir und meinen gelegentlichen Schwächeanfällen umzugehen. Eigentlich perfekt, aber ich fand ihn nur kalt und gefühllos.

Lernen wir da doch einfach, Gefühle per se nicht so wichtig zu nehmen. Wir haben sie. Punkt. Gut oder nicht gut zeigt die Zeit. Und sich von der Intuition leiten zu lassen kann helfen, sich von den Gefühlen steuern zu lassen führt in den Beziehungskrieg, zu Nörgeln, Kleinkindverhalten und verständnislosen Männern. Oder zu solch verzweifelten Weibern wie meiner Chefin. Auch deswegen bin ich einfach keine Prinzessin. Kein Mann muss mir die erbsen unterm Hintern wegzaubern. Kann ich selber. und wenn ich ein Problem habe, überlege ich mir lange, ob er davon erfährt. Ich bin erwachsen, ich kann das alleine! Meine Männer standen alle auf die starke Frau mit Humor und Hirn. Ich muss sie nicht davon überzeugen, dass ich total bekloppt bin. reicht, wenn ihr das wisst!