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Montag, 21. Oktober 2013

Bedtime Stories oder warum ich nicht wusste, dass ich ein Vamp bin....

Aus der Reihe: Maaaaaaaaaaa-han, was bin ich immer blöd gewesen heute der Teil mit der Macht. Und sowas am Sonntag. Da geht das Mädel erst mit einem ausm Joyclub auf den kleinen Jahrmarkt und trifft dann einen der besten Freunde ihres Ex, um festzustellen, dass der deutlich erotischer auf sie wirkt als der Kerl ausm Club.

Seit Wochen, immer wieder verzögert durch Urlaube und diverse Bänderanrisse, versucht ein Typ aus dem JC mich zu treffen. Das Profilfoto erschreckend normal und durchschnittlich, allerdings tanzt der Mann. Und auch noch Tango. Und er ist höflich, nett und nicht hässlich. Also habe ich mir dann mal einen Ruck gegeben und ein Date vorgeschlagen. Am Telefon dann der erste Schmunzler. Den Slang kenn ich. Ost-Westfale. Es kam noch besser. Aber zuerst punktet er mit Offenheit, Humor und unverhohlener Begeisterung über meine Person. Der Gute kann sein Glück kaum fassen wie's aussieht. Und noch weniger versteht er, wieso ich so unbeeindruckt von Komplimenten und so unbefangen bin, was meinen Körper angeht. Aber als immer viel zu dünnes Mädchen habe ich nie verstanden, warum mich irgendjemand außer latent pädophil veranlagten oder latent schwulen Kerlen sexy finden sollte. Die Tomboy Attitüde ist geblieben. Mir doch wurscht, dass ich jetzt ein bisschen Hintern habe und sogar gelegentlich nen BH brauche, ich hab eigentlich immer noch keinen Körper. Außer, um ihn zu benutzen und damit Spaß zu haben. Mein Kopf weiß es inzwischen, aber es amüsiert mich immer wieder, wenn mich jemand dann so rattenscharf findet, wie ich wohl tatsächlich aussehe. Ja, ich gehe sehr schlampig mit meinen Vorzügen um. Mir wäre es immer lieber, Mann erliegt meiner Intelligenz.

Aber gut, er konstatiert vergnügt, dass ich wohl kein Problem mit meinem Körper hätte (und wenn ich das hätte, müsste man mich hauen, bei 50 gut verteilten Kilo auf 1 Meter 64). Und bekennt, dass ihn die Luftwaffe nach Bayern verschlagen hätte. Hmhm. Ja, auch Tom ist Offizier der Luftwaffe gewesen, 2 Jahrgänge später als mein Date. KREISCH! Just a little bit of history repeating... Ja, doch, Gespräche laufen gut, er wird sichtlich nervös und seine Begeisterung fängt an mich zu nerven. Denn, und jetzt kommt der Haken, denn er begeistert mich jetzt so gar nicht. Es ist lustig und wir quatschen munter drauflos, aber den entscheidenden Impuls, dass ich den jetzt näher kennenlernen muss, bekomme ich nicht. Ein Mensch, mit dem man einen entspannten Nachmittag verbringen kann. Tanzen gehen wollen wir dann mal, das wäre mal wieder schön. Aber das Problem ist eben genau das, ich sehe ihn als netten MENSCHEN, mit dem ich Zeit verbringen kann, ohne mich groß zu langweilen. Aber nicht als MANN. Er ist weder zu nett noch zu normal oder sonstwas, aber es fehlen so ein paar Eier, die mich anmachen.

Er begleitet mich per Rad zu einer Kunstaktion, bei der sich genau die Leute finden, die verrückt, Künstler, Musiker, Kabarettisten, Nachtmenschen und Gutmenschen sind, die meine Welt seit meinen Anfängen bei Film und Fernsehen bevölkern und in deren Gesellschaft ich jedes Mal erleichtert ausatme und leichten Herzens die 'normale' Welt hinter mir lasse. Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein. Formalien, Floskeln und die üblichen Höflichkeiten, der Versuch, niemanden vor den Kopf zu stoßen und die Arroganz, manche Menschen vor der geballten Ladung Liz schützen zu müssen fallen von mir ab und selbst wenn ich hier aufdrehen würde, würde ich NICHT AUFFALLEN! Und wie ich das hasse, dieses irgendwie negativ-positiv auffallen. Dieses aus dem Rahmen fallen, das mir dank meines Charmes selten übel genommen wird, mich aber doch immer zur Außenseiterin gemacht hat. Nirgends dazuzugehören war immer mein Schmerz, bis ich ein Filmset betrat. Da waren sie dann, die ganzen anderen Wahnsinnigen, während ich 21 Jahre lang dachte, ich wäre die einzig Verrückte. Der Schmerz in den letzten Jahren rührte daher, dass ich dachte, ich müsse mich doch mal in der anderen Welt wohler fühlen, wo doch die Mehrheit sich dort aufhält. Und bin verzweifelt ob meiner Ver- Rückheit. Doch mit der inzwischen auch dank Mr.Bickle verschwundenen Depression und der dank ein bisschen mehr Balance im Alltag fast verschwundenen Angst merke ich, dass ich auf die Seite der versammelten Außenseiter gehöre, die zusammen dann nicht mehr allein sind. Anders sein endlich nicht mehr negativ sehen, sondern als Geschenk annehmen und auch pflegen.

Und da fiel mir dann der Freund meines Ex in die Hände. Hilfesuchend, verzweifelt mit seinem nicht beherrschbaren Smartphone versuchend, Pizza für seine Mannschaft zu bestellen. Ich hab ihn einfach von der Seite bissl schräg angemacht und nachdem ich ja offenbar nicht nur attraktiv, sondern auch sexy (ich muss da echt immer lachen) bin, konnte der arme Tor sein Glück nicht fassen und suchte prompt sein heil bei der starken Frau. Die ihm dann unbrauchbare Tipps geliefert hat und auch Mr.Bickle Ins Spiel brachte. Soll ja ruhig wissen, dass da was war. Oh, wie schön verwirrt war er. Und ich bin abgehauen, weil es mir fast schon zu brenzlig wurde. Und ich mal wieder meiner eigenen Ausstrahlung nicht zu 100% getraut habe. aber wie mein Date vorher sehr deutlich gesagt hat, wäre ich eine Frau, die es sich aussuchen könnte. Seiner Meinung nach könnte ich jeden haben. Hat aber offenbar keiner den anderen Männern gesagt. Oder ich war schlicht echt zu blöd, die Macht auszuspielen. Letztes Jahr bei MrBickle hab ich's und es hat funktioniert.

Und darauf fußt mein Plan. Rachesex mit einem der besten Freunde vom Ex. Der dazu auch noch sehr süß ist und heute Nacht im Traum auch sehr gut geküsst hat. Und Lizzie ist dahingeschmolzen. DAS könnte der Haken bei dem Plan sein. Aber es war wunderbar, sich zu verlieben und zumindest im Traum einfach in den Armen eines Mannes zu liegen und neben Lust auch noch Gefühle aufkommen zu fühlen. Dieser erste Kuss, diese ersten Umarmungen, wie vermisse ich das! Zu spüren, wie man einem anderen Menschen immer näher kommt und sich in die Augen sieht und darin taucht eine ganz neue Welt und eine neue Liebe auf.

Ja, er ist sehr süß. Plan steht. Auf Facebook sind wir schon befreundet und gechattet haben wir am selben Abend auch noch. Und das Beste: Ex kriegt nix mit, weil ich blockiert bin!

Sonntag, 24. Juni 2012

Wer die Macht hat...

...muss sich nicht verweigern?

Die Dynamik in der Beziehung mit meinem Ex (NICHT Beziehung im partnerschaftlichen Sinn natürlich) ist ein gutes Beispiel für passiv-aggressive Machtspielchen. Es geht eine Zeit ganz gut, er fühlt sich zu mir hingezogen, wir haben großartigen Spaß im Bett, er denkt viel an mich und läßt mich näher und näher an sich ran. Dann merkt er, dass ich emotionaler werde und ihm fällt wieder ein, dass er ja keine Beziehung (im partnerschaftlichen Sinn) mit mir möchte. Und er zieht sich zurück. Blockt. Denkt er, das ist besser als es aussprechen? Oder schlicht, dass ich dann schon merken würde, dass wir wieder zuviel Gas gegeben haben und ich wieder zuviel will? Egal. Es passiert jedenfalls immer das gleiche, er reagiert nicht mehr auf Nachrichten. Und es passiert IMMER, wenn er wieder irgendwelche Dinge machen wollte (mit mir auswandern, Urlaub, mich Gesundpflegen), die er dann doch nicht machen kann. Will. Warum auch immer er meint, sowas sagen zu müssen, einhalten kann er es nicht und dann verschwindet er vom Radar.

Auch das fällt unter die Kategorie 'Lernen von den Kerlen'. Er hat immer gesagt, also, nach der ersten Wiedervereinigung und der nächsten Trennung, dass ich nicht die Eine wäre. Und nicht nur meine Mädels fragen sich, wie sich diese Aussage damit vereinen läßt, dass er seit 4 Jahren doch nicht von mir lassen kann. Aber nun gut, die Aussage steht. Nun habe ich diese seine Grenze wohl wieder etwas überschritten, indem ich meine Begeisterung über die wunderbare Magie zwischen uns kundgetan habe. Aber wer bin ich denn, mir von seinen Befindlichkeiten meine Freude verbieten zu lassen? Also bitte. Aber ich werde in die Schranken gewiesen. Passiv. Und falls ich mich beschweren würde, würde er wiederum seinem Unverständnis Ausdruck verleihen und sauer werden. Aggressiv. Doch, wir waren auch schon mal soweit, dass er sich dafür entschuldigt hat, aber das war letztes Jahr unser bester Versuch. Da haben wir tatsächlich erstaunlich viel geredet. Für unsere Verhältnisse. Also lerne ich. Wenn es zuviel wird, haut er ab, da muss frau auch nicht nachfragen oder hinterherlaufen, erstmal ist er nicht erreichbar. Lass mich in Ruhe sagt das. Ich will das nicht sagt das. Wenn er wollte, würde er antworten. Kein Kommentar, alles klar. Denn einmal ausgesprochen gilt für immer. Gut, Lektion verstanden.

Was das mit Macht zu tun hat? Mein Gefühl möchte mir unterjubeln, dass er Angst hat. Dass er wieder an den Punkt kommt, wo er eine Küche in seine Wohnung einbauen will, damit er mir auch so schön Frühstück machen kann, wie ich das früher bei mir für ihn getan habe. Das war meine erste Erfahrung mit ihm. Haufenweise Nachrichten pro Tag, Lippenbekenntnisse, die Küche-und dann ZACK. Weg war er. Nein, er möchte dann doch keine Beziehung. Es gibt immer so einen Peak, an dem er aussteigt. Dinge verspricht und eigentlich schon weiß, dass er sie nicht halten wird. Weil er es nicht hinkriegt. Nach eigener Aussage, weil er mir nichts zu geben hätte. Und dann bin ich doch immer da, es ist toll und ich bekomme wieder die Macht über seine Gedanken. Bin in seinem Kopf. Das muss er verhindern.

Eigentlich bekommen wir immer gesagt, dass ein Mann sich nicht traue, gäbe es nicht. Die Gefühle müßten nur groß genug sein, dann käme er schon. In den Büchern von Cheryl Benard und Edith Schlaffer wird die Theorie 'Er steht einfach nicht auf dich' insofern abgemildert, dass es durchaus Frauen gibt, die Männer ein bisschen einschüchtern, bei denen er sich fragt, was diese tolle Frau denn an ihm finden würde. Richtig ist, dass die mit ein wenig Ermutigung doch Versuche starten. Aber manche trauen sich tatsächlich nicht mehr zu, als einen Flirt oder eine Affäre mit ihr. Manche versuchen dann auch, die Frau kleiner zu machen. Und da kommen wir zu den passiv-aggressiven Machtspielchen. Sie bringen die Frau dazu, sich zu verlieben und rächen sich für eine gefühlte Unterlegenheit mit Entzug, sobald sie sie da haben, wo sie sie wollten.

Szenario: der Kerl will sie so sehr, dass er nicht mehr weiß, was er tut, sie verdreht ihm total den Kopf. Nachzuhören bei den Toten Hosen in 'Alles aus Liebe': Ich bin kurz davor durchzudrehn, aus Angst dich zu verliern. Komm ich zeig dir wie groß meine Liebe ist und bringe mich für dich um.

Mein Gefühl sagt mir also, dass ich grade wieder auf meinen Platz verwiesen werde. Zurück ins Körbchen, husch husch. Was deutlich zeigt, dass ein Beziehung mit ihm nicht wirklich wünschenswert ist weil viel zu kompliziert. Früher hatte er mit dieser Methode auch Erfolg. Brav habe ich immer nachgesetzt, versucht ihn zur Kommunikation zu zwingen und mir tatsächlich zu SAGEN, dass er nicht will. Kann. Egal, der Effekt ist der Gleiche. Ich befand mich in der Rolle der Bittstellerin. Was ihn zwar genervt hat, aber das Machtgefüge zu seinen Gunsten verschoben hat. Pech für ihn, dass ich mir aber inzwischen meiner Macht bewußt geworden bin. ICH sitze ja am längeren Hebel, denn sein Schwanz braucht mich. So sehr, dass er dafür seit Monaten seine Beziehung aufs Spiel setzt. Damit hat seine Verweigerung keine Wirkung mehr. Ich ärgere mich natürlich ein bisschen, dass man immer so alberne Spielchen spielen muss, aber ich bin ja ausgezogen, diese zu durchschauen und selber unschlagbar zu werden, auf dass mich nie wieder Einer so in die Verzweiflung treiben kann, wie das in den letzten 20 Jahren die Bad Boys meiner Sammlung geschafft haben. Nie wieder! Denn auch das können wir von den Männern lernen. Wir Frauen sind lange nicht so ohnmächtig, wie sie uns gerne glauben lassen. Oh nein. Wir machen ihnen Angst mit unserer Stärke. Denn ich bin tatsächlich so stark, wie ich wirke und nicht so schwach, wie ich mich habe machen lassen. Ich bin jetzt auf der dunklen Seite der Macht, die Seite die weiß, dass es hier keine Kekse gibt!

Und damit komme ich zu meiner neuen Strategie. Jetzt mach ich halt einfach ohne ihn weiter. Kümmere mich nicht weiter um ihn, keine Nachrichten. Als wäre es das Normalste von der Welt, dass er nicht da ist. und ist es auch. Problem erkannt, hat nix mit mir und meiner Attraktivität zu tun, also, schon, aber halt eher, dass ich zu toll bin...Ich muss mich nicht ärgern, ich kenn's ja. und wenn er wieder ankommt, und das wird er, dann werde ich der Liebreiz in Person sein. Nur ganz so viele Komplimente wird er nicht mehr bekommen. Ich werde mit keiner Silbe erwähnen, dass er sich vielleicht mal hätte melden sollen. Und damit seiner Strategie den Nährboden entziehen.

Es könnte auch sein, dass er Angst hat, ich wäre zu schwach und damit nicht als Partnerin geeignet für so nen Wahnsinnigen wie ihn. Er braucht schon eine, die cool und gelassen bleibt. Das wäre dann ein netter Nebeneffekt. Denn ich hab auch oft genug den Mund voll genommen und behauptet, ich würde das schon hinkriegen mit ihm und dann doch wieder verkackt. Auch das. Wäre möglich. Und dann kann ich auch nur gewinnen, wenn ich endlich anfange, an meine eigene Stärke zu glauben!

Macht ist Gewinn. Nicht gewinnen.