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Freitag, 31. Mai 2013

Was wollen Männer? Falsche Frage. Was wollen WIR?

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich in all den Jahren als Single und in meiner On/Off Geschichte die Beziehungen zwischen Frauen und Männern zu theoretisch gesehen habe, aber irgendwie habe ich ja jetzt doch mal wieder für ein paar Monate quasi 'dazugehört' zu den Frauen, die sich über ihre Männer aufregen. Als Single kommt man da nicht so rein in diese Riege der Vergebenen. Und kann sich höchstens zusammen mit anderen Singles wundern, warum so tolle Frauen wie wir niemand abbekommen. Wobei da schon immer der leise Verdacht im Raum schwebt, dass man die, die man haben könnte, gar nicht wollen würde. Es ist ja prinzipiell immer spannender, die Schaufel vom anderen Kind zu bekommen, als mit der eigenen zu spielen... Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Ehering Männer für Frauen deswegen interessant machen soll, weil damit schon bewiesen ist, dass er einer anderen genügt hat und eine andere ihn haben wollte, also muss was dran sein an ihm.

Eine Kollegin meinte, sie hätte doch etliche nette Männer in ihrem Freundeskreis, alle vergeben, verheiratet, Kinder. Alle toll. Ja, solange du den Kerl nicht zuhause sitzen hast! Denn da kämpft man dann um den Müll und wer die Kinder ins Bett bringt und der Mann ist schon nicht mehr so super. Nach außen, bei einer anderen Frau als der eigenen, ist es immer einfacher, charmant und interessant zu wirken. Im täglichen Nahkampf schleift sich das ab. Vor der eigenen Frau kann Mann nicht brillieren, die wäscht seine Unterhosen. Aber immerhin. Er hat sich drauf eingelassen. Oder? Pärchen so von nahem zu sehen macht mich irgendwie auch nicht schlauer. Was läuft da falsch?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zweierbeziehung eine Daseinsform ist, die sich zunehmend überholt. Früher war der Mann einfach der Ernährer und brauchte die Frau auch, um den Nachwuchs zu sichern. Aber das mit dem Stammhalter ist komplett uninteressant geworden, seit Familien eine völlig andere Form angenommen haben als noch vor 20 Jahren. Welcher Mann kann sich denn noch sicher sein, seinen Nachwuchs auch wirklich großzuziehen und dann im Alter eine Stütze zu haben? Frauen trennen sich, nehmen die Kinder mit, ein anderer Mann kommt dazu, der Sohn spielt dann mit dem Neuen Fußball. Kinder binden noch, aber nicht mehr in dem Maß wie zu Omas Zeiten. Die Verpflichtung ist auch nicht mehr so groß, Frauen haben heute alle einen Beruf, wenn der Mann nicht mehr will, muss er nicht befürchten, dass seine Kinder in Armut enden, wenn er nicht da ist. Das alles macht es einfacher zu gehen.

Und vielleicht auch schwieriger, etwas anzufangen. Denn auch wenn Männer immer stark sind und Gefühle verdrängen, sie haben sie und sind genau durch die erzwungene Stärke weniger in der Lage, mit Verlusten und Versagensängsten umzugehen. Versagen ist ja im männlichen Bauplan nicht vorgesehen. Er MUSS da raus und sein Ding machen. Komme was da wolle. Eine Frau kann sich immer noch aus dem anstrengenden Existenzkampf um Job und Karriere rausziehen, eine Ausbildung zur Feng Shui Beraterin machen. Oder Kinder bekommen. Mann muss weitermachen. Wenn nicht, gilt er immer noch als sozialer Absteiger, Versager oder Weichei. Also warum nicht die Freiheit genießen? Er muss sich ja auch nicht festlegen. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Früher waren die Männer hinter den Röcken her. Der Playboy, der Stenz, legendäre Schürzenjäger, all das gibt es ja nicht mehr. Allenfalls Womanizer oder Bad Boys, hinter denen die Frauen her sind, weil sie Sex, Macht und Abenteuer versprechen und einen Waschbrettbauch oder zumindest Ruhm zu bieten haben. Ja, der Anspruch an die Männer ist auch ein anderer geworden, seit es die Chippendales gibt. Auch SEIN Kapital ist jetzt das Aussehen. Die Blondine, die nur auf Geld und nicht auf Alter und Figur des Herrn achtet, ist inzwischen fast nur noch weit hinten in Russland zuhause.

Die Antwort kann aber jetzt nicht sein, wieder vermehrt Röcke zu tragen und zuhause mit Schürze am Herd zu stehen. Da kommt die Frau ja auch manchmal gar nicht mehr dran, weil der Mann den Jamie Oliver oder zumindest Tim Mälzer in sich entdeckt hat. Die Antwort kann eigentlich nur sein, dass Männer und Frauen neu definieren, was eigentlich Beziehungen heute können müssen. Wofür brauche ich eine Beziehung? Gerade, wenn man dann aus der Familienbildungsphase schon raus ist oder nie drin war wie in meinem Fall. Ich wollte nie Kinder und auch das ist natürlich für Männer schwierig, denn damit entfällt ja eine ihrer Aufgaben. Die, die auch keine Kinder wollen, brauchen auch keine Frau an ihrer Seite. Die können sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und die vielen dankbaren Frauen beglücken, die auf ihren Prinzen warten.

Zweierbeziehung- warum? Und wie? Es kann doch nicht sein, dass Männer uns Frauen ständig am ausgestreckten Arm auf Abstand halten, haben die denn die Hoffnung, dass plötzlich ein Supermodel über das Facebook Profil stolpert und sich unsterblich in sie verliebt? Ist die ständige Option auf etwas möglicherweise Besseres der Punkt? Oder war das Sich Festlegen genetisch immer schon auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und wir befinden uns noch in der Steinzeit?

Ich möchte ja auch nicht den Rest meines Lebens damit verbríngen, mich zu fragen, ob ich es nicht hätte besser treffen können. Ich möchte aber auch nicht mit 60 noch auf der Jagd sein müssen. Und allein alt werden? Ja, es gibt den Freundinnenpakt, den Plan, später als exzentrische alte Damen im Garten rumzuwursteln und ohne lästige Männer Spaß zu haben. Ich denke aber nicht, dass meine körperlichen Bedürfnisse dann einfach weg sind. Und dann noch im Joyclub? Mann Mann Mann....

Sonntag, 7. Oktober 2012

Wartet...

Na da hab ich wohl nen ordentlichen Punch gelandet, bei meinem Teilzeitboxer. Solarplexus? Jedenfalls kein Wort, nichts von ihm seit Mittwochabend. Wow. Allerdings auch nicht die übliche 'du, ich hab dich wirklich sehr gern, aber für mehr reichts nicht' Mail. Und ich habe immer noch ein gutes Gefühl. Auch wenn ich ihn brutal in die Realität katapultiert haben sollte, es hat so gut getan, es endlich loszuwerden! Ich kam mir schon ein bisschen unehrlich vor, so wie in den Jahren zuvor, dieses Abwarten, ob sich was tut, dieses fröhliche Freiheitsstreben meinerseits. Ja, auch ich wollte alles, ihn und doch noch schauen, was sonst noch geht. Bloß nicht festlegen, weil unter Umständen Ablehnung und Schmerz droht. Sich so halb drauf einlassen und dann doch nicht. Und nein, das ist jetzt keine Entschuldigung für ihn, ich muss ihn nicht beschützen und auch nichts beschönigen. Ich hätte von Anfang an auf Ganz oder Gar Nicht bestehen können. Und damit den wunderbaren Sex riskieren. Hätte mir einen anderen suchen und eine echte Beziehung aufbauen können. Alles nicht gemacht, also kam mir dieser Schwebezustand grade recht. Aber alles haben wollen und die Freiheit behalten, das funktioniert nicht mehr, denn meine Definition von 'Alles' hat sich wohl geändert. So praktisch es war, dass er nie bei mir geschlafen hat, weil ich dann MEIN Bett und MEINEN Rythmus beibehalten konnte, so gern hätte ich ihn jetzt da und würde ihm ein Frühstück machen.

Und ich bin nicht so naiv, dass ich denke, er wüßte das alles nicht. Der Mann ist aufmerksam und kennt aus den vergangenen 4 Jahren meine ganzen Sprüche. Und jetzt so eine Kehrtwendung. Gut, da war er jetzt bissl naiv und dachte wohl, es ginge ewig so weiter. Jetzt ist wieder klar, was wir da eigentlich tun. Wir haben eine satte Affäre, er betrügt seine Freundin und hat 2 Frauen an der Backe, die Forderungen stellen. Beide, und auch das weiß er, berechtigte Forderungen.



Und da gibt es dann noch das 4 Ohren Modell: http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell
Frei nach der Redensart, ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du hörst. Deswegen ist es so wichtig, bei wichtigen Ansagen echt nur das zu sagen, was man tatsächlich meint. Und auch so schwierig. Man kann nicht die ganzen Subtexte des Gegenübers mitdenken, aber auch die eigenen sind tricky. Am besten, man überprüft das per Selbstgespräch und hört nach, was es bei einem selbst auslöst. Oder man hat gute Freunde, an denen man das testen kann. Kann man nicht für jeden Furz machen, Und wenn man echt ist und authentisch bleibt, dann sollte das auch funktionieren, aber das Bild beschreibt echt haargenau, wie er es verstanden haben könnte:

Von Wikicommunity-Mitglied http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mussklprozz

         
Wie steht sie zu mir? Das fragt er sich sicher. Worüber spricht sie???? Läuft doch ganz gut, warum ändern? Naja, sie hat schon Recht, so kann's nicht ewig gehen. Ich will aber, dass es ewig geht! Will mich nicht entscheiden, will keiner von beiden weh tun. WAS WILL SIE VON MIR???????? Ist doch nur ne Affäre! Wieso kommt sie mir jetzt mit Gefühlen? Obwohl, ist auch ganz schön, dss sie mich liebt. So eine hübsche sexy Maus....

Tja. Bleibt noch eins: Was offenbart sie über sich? Wie kam das bei ihm an? Stark? Bedürftig? Klein? Groß? Auf jeden Fall hat er sich ganz schön festgehalten an mir. War nah und hat es zugelassen.

Früher hätte ich jetzt so lang nachgehakt, wäre ausgeflippt und hätte damit nachhaltig bewiesen, dass man mir nicht ganz über den Weg trauen kann. Jetzt sitze ich hier, sonne mich in dem wunderbaren Gefühl, ihn lieben zu können und kann abwarten. Klar ist es nicht schön, so lang nichts von ihm zu hören. Was aber, wenn eines seiner Ohren meine Liebeserklärung als Ultimatum verstanden hat? Erster Instinkt: Ich muss ihm sagen, dass es so nicht gemeint war! Dass er Zeit hat, dass ich nicht sofort weg bin. Aber dann: Halt, Moment, was, wenn er das so schon ganz richtig verstanden hat? Hab ich meinen eigenen Subtext übersehen? Denn eigentlich meinte ich es genau so: Ich liebe dich. und wenn du nur noch mit mir Sex haben willst, aber keine Beziehung, mit ihr die Beziehung aber keinen Sex, was soll der Scheiß? What the fuck? Das macht null Sinn und bitte, wie soll das gehen? Also krieg den Arsch hoch und tu was. Ganz ehrlich, er muss nicht wissen, dass ich noch nen Monat Frist habe. Bisschen Druck braucht er. und schön, wenn er ihn sich selber macht. Dann kann ich nämlich ganz unschuldig mit meinem schönsten Augenaufschlag sagen 'Baby, aber ich bin doch da, ich hab dich lieb, ich geh nirgendwohin.' AUSSER MIT DIR DU VOLLTROTTEL! Hihi.

Ich kann es selber kaum glauben, aber es geht mir gut! Und nicht, weil ich drauf warte, dass er Schluß macht und ich dann wieder meine uneingeschränkte perserlose Freiheit geniessen kann. Ach ja, ich fühle ihn seit Tagen, wie er an mich denkt. Eine Wolke von Zuneigung hüllt mich ein. Vielleicht ist es ganz einfach eine Frage des Vertrauens darauf, dass er mir nie absichtlich weh tun würde. dass er mich wirklich sehr gern hagt. Und dass ich mich nicht in Arschlöcher verliebe.

Ups. Und wie's Amor will, ich hab mich nicht getäuscht. Er ist wach, auf fb und scheint tatsächlich grade an mich zu denken. Dumdideldum


Mittwoch, 3. Oktober 2012

Farbe bekennen

So. Unruhige Nacht. Und warum? Warum liege ich wach und zweifle wieder? Komische Vibes von Mr.Bickle, der sich auf der Wiesn bissl Trouble eingehandelt hat. Was ich morgens um 5 dann auf fb mitbekommen habe. Und was dann bei mir wieder die Frage aufwirft, ob ich mir den Wahnsinnigen antun soll. Und BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄM, bin ich wieder in der guten alten Black-and-White Schiene. Ja, manchmal bauen Menschen, die man mag, Scheiße. Oder handeln sie sich ein, trinken zuviel, tun etwas, was nicht in die eigene Lebenswelt gehört. Und was dann? Früher wär ich weggelaufen. Ich hab's nochmal mit einer Mail versucht, nachdem er nachts nicht ans Telefon gegangen war. Und mir dann aber gedacht, dass das auch ein kleines bisschen feige ist. Natürlich ist es nicht schön, wenn ich ihn anrufe und er geht nicht dran. Aber zumindest kann ich ihm dann auf die Mailbox sprechen und bin dabei doch wesentlich mehr ich selbst als in einer lange schriftlich formulierten Nachricht. Er kann dann gleich am Tonfall hören, wie es mir geht und besser abschätzen, was ich wirklich meine. Das geht bei Mails manchmal echt schief. Wer wüßte das besser als ich? Und auch wenn mir die Düse geht bei dem Gedanken, dass er nicht abhebt-ich hatte mir vorgenommen, immer öfter das zu tun, zu fordern, was ich will. Bis jetzt hat es funktioniert. Er hat sich noch nicht wirklich beschwert und sogar selber angerufen. Geht doch.

Und er ging ran. Und war zwar etwas unausgeschlafen und noch nicht fähig, mir wirklich was zu sagen, will erst ausschlafen, aber er hat verstanden, dass ich zumindest mal die Richtung wissen will, um was anderes zu unternehmen. Dass er nach der Action heute Nacht nicht mehr wirklich Bock hat auf Wiesn, stört mich nicht. Heute wird's eh bummvoll und ungemütlich. Aber sehen will ich ihn und das hab ich ihm auch gesagt, unabhängig von Dirndl und Bier. Er mich auch. Er will sich nachher nochmal melden. Na da bin ich gespannt.

Aber zurück zur Kernfrage. Weglaufen. Wenn ja-wie weit komme ich? Nein, auch wenn ich manches nicht so gern hab an ihm, den Mann an sich mag ich. Aber die reine Abwarterei, dieses nur nach seinen Regeln spielen, das funktioniert nicht mehr. Und die Zickerei wegen Telefon, das ist auch Show. Er wehrt sich. Darf er. Und doch habe ich irgendwie das Gefühl, der Widerstand läßt nach. Normalerweise hätte er für die Nummer heute eine bitterböse Nachricht kassiert, die für ihn keine andere Botschaft transportiert hätte als die, dass ich ihn verurteile, entwerte, nicht bereit bin, mich auf ihn und sein Leben einzulassen. Und folgerichtig Schluß zu machen. Und mit Recht, ich war nicht bereit. Ich bin mir auch jetzt noch nicht so ganz sicher, ob ich das kann, mich wirklich auf ein anderes Leben einzulassen. Ich bin doch schon sehr egoistisch, und mit meinen ganzen Zweifeln und meinem Anspruch, selber perfekt sein zu wollen so beschäftigt, dass ich erst mühsam lerne, Interesse zu zeigen und den Blick von mir tatsächlich auf den anderen und seine Wünsche zu richten. Ich übe,  aber immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich alles auf mich beziehe, also, was macht so ein Zwischenfall, der ihm passiert, mit mir, als dass ich mich wirklich um ihn sorge. Ich versuche sofort, das alles in MEIN Weltbild einzuordnen und bewerte es nach meinen Kriterien. Und per Mail ist es immer nur ein weiterer Monolog. Dabei bin ich dringend drauf angewiesen, ein echtes Feedback zu hören, das reißt mich dann doch aus meinem Gedankenkreisel. Was ich als sehr entspannend empfinde. Und er hat mich doch tatsächlich zum Lachen gebracht! Und was hätte ich ihm früher erzählt, bei dem Spruch, er wär nur aus Höflichkeit drangegangen! Boah, hätte er dafür eins drübergekriegt. Meine scharfe Zunge hätte ihn einmal längs und einmal quer zerlegt! Jetzt denke ich mir, hey, du bist drangegangen. Also willst du es auch, erzähl mir doch nix. Und er ist wahrscheinlich auch erleichtert, dass ich ihn verstehe und nicht gleich stocksauer werde, was ich ihm angedroht hatte für den Fall, dass es wieder nicht klappt.

Selbst wenn alles nichts hilft und ich die Affäre beenden muss, dann hab ich ihn doch nicht wieder einfach nur fertiggemacht, wir haben uns nicht einfach nur angezickt und dann bockig Abstand gehalten, solange es eben ging, um dann wieder ohne was zu ändern in die nächste Scheiße zu schlittern. Und auch wenn ich mir wahnsinnig schwertue, mich festzulegen,  jemand zu erlauben, auch ein Stück mein Leben zu beeinflussen, ich kann es nicht wirklich beschreiben, es ist so, als ob ich mich herablassen müßte, jemand Macht über mich zu geben. Denn das tut man in diesem Moment. Er hat sogar die Macht über meinen Schlaf. Über einen Teil meiner Zeit. Das kann ich doch nur zulassen, wenn alles perfekt ist! Ich kann das nicht einfach so! Es muss doch alles richtig sein!

Heute Nacht habe ich gemerkt, dass ich zwar immer große Töne gespuckt habe, von wegen Liebe und so, auch bei anderen Männern, aber es gab immer einen Teil von mir, der es nicht akzeptiert hat, der sich immer ein Hintertürchen offengelassen hat. Der feige Teil, der wieder nur eine Mail geschrieben hätte. Und jede Möglichkeit zur Flucht genutzt hätte. Der froh und ein Stück erleichtert war, wenn's vorbei war. Krank, irgendwie. Zuletzt habe ich noch nicht mal zugelassen, dass es weh tut. Immer nur, es ist besser so und dass ich eh eine Einzelgängerin wäre. Husch husch, zurück in meine Höhle.

Verdammt, das funktioniert nicht mehr!

Samstag, 29. September 2012

Schweigen hilft

So gut es tut, hier tagebuchmäßig meinen Scheiß abzuladen-mal eine Woche mit niemandem drüber reden, keine andere Meinung zu hören und ganz allein auf mich gestellt in mich reinzufühlen hat gutgetan. Und ich habe mich erinnert, mal eine Deadline gesetzt zu haben für die Dauer einer Affäre. Dieser Affäre. Wie lange möchte ich in zweiter Reihe stehen und zwar vielleicht in seinen Gedanken großen Raum einzunehmen, nicht aber in seinem Leben? Und ich hatte mir 6 Monate gegeben. So ab dem Zeitpunkt, ab dem es ernst wurde, nicht nur ein paar heiße Nächte, sondern etwas, was andauert. Das war denke ich so an Mitte Mai. Heißt, ab November darf er sich noch in meinem Leben rumtreiben, aber nicht mehr in meinem Bett. Dann hat er zwei Frauen, von denen keine mit ihm schläft. Ich werde dann auch nichts mehr erwarten. Ihn ganz auszulöschen wird mir nicht gelingen fürchte ich, aber das Projekt Beziehung und er, das wird dann Geschichte sein. Ohne Groll, ohne Hass, habe ich mich doch freiwillig hierauf eingelassen. Es fiel mir auch lang leichter so, so unbeständig, so ungebunden. Ich schätze den Gedanken, dass man jederzeit kommen und gehen kann, sich nicht abhängig macht von einem anderen Menschen, von der Zuneigung eines anderen Menschen. Die ja so schnell weg sein kann. Und ich überdenke die ganzen kritischen Situationen in den letzten Monaten, in denen ich mit Sicherheit wieder sofort alles kurz-und kleingeschrieben und ihn wieder in Grund und Boden verdammt hätte. Ja, er ist keiner, der sich jeden Tag meldet. Also, wenn er Streß hat. Wenn er Zeit hat, dann meldet er sich ständig. Das zu kapieren und zu akzeptieren hätte ich nicht geschafft, wenn ich nicht immer leicht schmollend alles auf die Formel 'wir haben keine Beziehung und er hat eine Freundin' zusammenrechnen hätte können. So albern das klingt, das hat mir die Freiheit des Nicht-Handels gegeben. Ich mußte nicht etwas einfordern, das vielleicht gar nicht so wichtig ist und damit all das Schöne und seine lieben Gedanken an mich kaputtmachen.

Irrer Gedanke. Seine Beziehung hilft mir, mich auf ihn einzulassen. Zu verstehen, dass dieses Sich Nicht Melden per se nichts Schlimmes ist. Dass er dann auch leicht genervt ist, wenn ich zu drängend werde. Mir kurz grollt, aber TROTZDEM WIEDERKOMMT. Und ja, das ist ein Konzept, das mir dank einer latenten Persönlichkeitsstörung fremd ist. Ganz oder gar nicht heißt das bei mir. Entweder ich finde einen Menschen gut. Oder mich stört was und dann ist die Person auch im Ganzen Scheiße. Und dann lauf ich weg, weil ich mit so einem Kerl nix zu tun haben will. Weil ich nicht verstanden habe, dass der mich trotzdem mag, auch wenn ich ihn nerve. Danke dafür Papa...

Ja, er kommt immer wieder. Auch wenn er sich 2 Tage nicht meldet. Und dafür dann beleidigt bei MIR nachfragt, ob ich nicht mehr mit ihm reden würde. Nur weil er im Ausland meine Mails nicht bekommen hat. Ha! Kann er mal sehen, wie das ist! Auch wegen sowas weiß ich, dass ich in seinen Gedanken bin und er mir nahe sein möchte. Trotzdem werde ich mich als Geliebte nicht einrichten. Je besser ich das hinkriege, mit dem mich-auf-jemand-einlassen, desto sicherer werde ich mir darin, dass ich das will, fest, mit ihm. Wie oft findet man denn schon den, von dem man nach einer halben Stunde ahnt, dass der der Richtige sein könnte? Der dir richtigen Fragen stellt, die richtigen Sachen sagt, klug und charmant ist, witzig und der MICH durchschaut, so weit, wie ich es ihm erlaubt habe bis jetzt und bei dem ich das Gefühl habe, je mehr ich von der echten Lizzie zeige, der kleinen, lieben, etwas unsicheren Lizzie, desto mehr mag er mich. Ja, dass ich jetzt schon einige Male geschafft habe, meine echten Gefühle preiszugeben und er ist IMMER noch da, das haut mich echt um. Und jetzt geht Weglaufen nicht mehr. Oh, das war sooooooooooo einfach. Er macht was falsch, ich bin im Recht und recht empört und er möchte aber auch so gar nicht drüber reden? NEXT! Zu kompliziert, wird eh nie was, also hau raus die Mail, auf die er wieder bockig reagieren wird und wieder Schluß machen. Und dann mit bisschen Abstand den nächsten Versuch.

Als er das erste Mal Schluß gemacht hat, lag er Tage im Bett und musste Jobs absagen. Wir beide kommen einfach mit diesen extremen Gefühlen nicht klar. Dabei ist es so einfach. Mein Bauch sagt mir, das könnte dieses richtig große gute 'für immer' sein. Nicht einfach nur ein Lebensabschnittsgefährte. Der mann für den Rest vom Leben.

Mittwoch, 19. September 2012

Traum. Traumhaft

Mein Unterbewußtsein hat mir die Antwort auf meinen pessimistischen Anfall gestern gegeben. Im Traum heut morgen. Da stand Mr.Bickle vor meiner Tür. Wobei ich eigentlich bei meinen Eltern war. Und als er seine Jacke aufgemacht hat, war sein Oberkörper nackt. Ich habe das interpretiert als Symbol dafür, dass er bleiben wollte. Und so war es auch. Er war da, bei mir, gekommen um zu bleiben.

Wouw. Hat mich sogar im Traum ganz schön verwirrt. Wenn ich daran wirklich glauben würde, würde ich wahrscheinlich wieder Angst bekommen. Blöd, weil es ja das ist, was ich mir wünsche. Denn das wär's dann gewesen. Für mich. Forever and a day. Mr.Bickle für immer. Ich will keine Beziehung, die mal so ein paar Jahre hält und wenn's nicht mehr spannend ist sucht man sich was Neues. Ich bin da echt altmodisch. Mein Baby gehört zu mir. Für immer! Mich auf jemand einzulassen, das mache ich nur, wenn ich kein Ende sehen kann. Alt werden will ich dann mit meinem Mann. Mein Leben mit ihm planen. Kein Einzelwesen mehr, zwei Menschen, die irgenwie ein gemeinsames Ziel haben, sich verbinden und auch nicht beim ersten Problem aufgeben.

Ich habe es leise aber unmissverständlich eingefordert. Ich glaube, er kämpft. Dreht, ist im Streß, und hat gestern erstmal wieder nicht auf meine Nachrichten reagiert. Das heißt nicht, dass er mich nicht mehr mag, das habe ich inzwischen verstanden. Es heißt, er hat momentan keine Antwort für mich. Und er ist echt nicht der Typ, der drüber redet, dass er mir eigentlich nichts zu sagen hat. Und wenn er was weiß, dann teilt er mir das genau dann auch mit. Und ich bin mir nicht sicher, ob drüber reden wirklich Sinn macht. Ja, ich bequatsche das Ganze ja auch mit meinen Mädels, denen, die in einer ähnliche Situation stecken. Danach bin ich immer eher negativ und nach den Büchern hab ich ja auch keine Chance. Da bleiben die Kerle fast immer bei den Frauen, mit denen sie zwar nicht glücklich sind, die aber verstanden haben, ihnen eine Verbindlichkeit abzufordern. Da geht es noch nicht mal um die Herzensgefühle allein. Da geht es auch um die Hoffnungen und Wünsche, die man an diese Beziehung geknüpft hatte. Die Träume mit dieser Person wahrmachen zu wollen.

Vor Jahren war ich auch in dieser Situation. Ein Mann bei Stuttgart, einer in München. Eigentlich ganz praktisch. Nur war der aus Stuttgart dann kurz davor, wegen mir nach München zu ziehen statt nach Berlin, wo er auch hingehörte, so dass ich fair sein wollte. Und hab mich für den Münchner entschieden. Der meinem Idealbild Mann eher entsprach. Heute weiß ich, dass der andere meiner Seele besser getan hat, er hat mir ein ähnliches Freiheitsgefühl gegeben wie Mr.Bickle jetzt und ich fühlte mich wie eine wirklich tolle Frau. Der in München war mein Wiener, und der hat mich, wie meine beste Freundin sagte, 'dunkel' gemacht. Mein Strahlen erlosch und ich verlor mich in der Depression. Bei ihm hatte ich immer das Gefühl, unzulänglich zu sein. Ein bisschen zu naiv, nicht intellektuell genug. Das ließ mich verstummen und bis heute kann ich einem Mann nur schwer sagen, was mich bewegt, weil ich von ihm da gerne zynische Kommentare bekommen hatte. Er hat's nicht bös gemeint, aber für meine zarte Seele war der nicht gut.

Also. Im Traum war er bei mir und ich bin damit überfordert gewesen. Und wach kann ich es mir nicht vorstellen, dass eine so verkorkste Geschichte mit soviel Ballast zu einer echten Partnerschaft führen kann. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, nicht mit ihm zu sein. Mit genug Liebe kriegen wir das hin?

P.S.: Gestern habe ich dem Schicksal die Chance gegeben, mir den anderen Schwabinger nochmal über den Weg zu schicken. Hab mich in der Gegend ins Café gesetzt, wo er wohl arbeitet. Denn etwas Neues, Unbelastetes wär auch schön. Allein, er lief nicht vorbei. mein Mann mit Hut bleibt verschollen.

Montag, 13. August 2012

Ich verlieb mich halt nicht so schnell!

Dabei dachte ich immer, dass ich mich total schnell verliebe. Aber dem ist nicht so. Und das war es auch noch nie. Ja, ich verguck mich, finde jemand spannend, interessant und lerne gern neue Leute kennen. Aber wenn die dann wieder weg sind, dann ist das halt so. Ich bin viel zu sehr Einzelgängerin und manchmal halt auch in meiner Restdepressionsblase gefangen, um mich groß um Freundschaften kümmern zu können. JA, es dauert, bis sich ein Mensch bei mir festsetzt. Obwohl ich im letzten Jahr gelernt habe, wie wichtig Freunde sein können und wie gut es tut, den Rücken gestärkt zu bekommen, hab ich doch schon sehr früh gelernt autark zu sein und aus mir selbst existieren zu können. Die ständige Mobberei vom Kindergarten weg hat mein Vertrauen in die Menschheit nachhaltig beschädigt. Ich traue niemandem, manchmal nicht mal mir selbst. die Motive und Bedürfnisse Anderer sind mir suspekt und lästig, sollen sie mich doch alle in Ruhe lassen, wenn ich mal jemand gebraucht hätte, war niemand da. Aber ich hab immer die Klagemauer gegeben. Es ist nicht einfach, die richtigen Leute zu finden. Zum Glück sind da ein paar, die sich von mir nicht abschrecken lassen. Aber ein Mann, der sich in mich verliebt, hat's nicht leicht.

Bei Mr.Bickle hat's jetzt aktuell 4 Monate gebraucht, bis er wirklich in meinem Herzen angekommen ist. Und wenn ich so zurückdenke, hat er in Momenten, in denen er sich mir geöffnet hat, selten das bekommen, was man sich als Verliebter so vorstellt. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hab ich gerne die Coole gespielt, halt, nein, spielen mußte ich das ja nicht, ich bin ja recht kühl. Wenn ich mir sicher bin, dass jemand auf mich steht, werde ich sehr manisch unbesiegbar und lasse gern raushängen, wie toll ich mich fühle. Meine Methode, Abstand zu halten. Ich muss vorsichtig umgehen mit meinem armen kleinen Herz! Ich hab so gut wie nie das oder den bekommen, den ich wollte. Soviel Enttäuschungen. Dass ich auch Viele enttäuscht habe, möglich. Aber kann sich mal bitte jemand die Mühe machen, hinter die Fassade zu schauen? Nein, die finden mich immer so toll und sexy und aufregend, dass ich das einfachste mache, was ich da tun kann: Ich spiel mit. Zieh die Nummer durch, was soll's, ich habe jahrelang versucht, mich unattraktiver zu machen, damit wenigstens EINER mal genauer hinschaut. Kurze Haare, keine Haare, Braids, Jungsklamotten. Und was kam dabei raus? Dass es genug Männer gibt, die auf Tomboys abfahren...

Auch mein Date neulich wieder. Der hat sich gar nicht mehr eingekriegt über meine langen Haare und wie schön ich damit wäre und er würd ja so gerne mich küssen und streicheln und so weiter und so weiter. Über was ich mich beschwere? Es LANGWEILT MICH! Gut, ich bin doof. Dabei ist das alles ja nur Rumgelaber, darf frau nicht so ernst nehmen, muss man nicht üebrbewerten und sie einfach reden lassen. Nett blinzeln, danke sagen und sich freuen. Aber nein. Kann ich nicht. Es nervt mich. Da muss ich echt gelassener werden. Und da sind wir wieder bei Mr.Bickle. Der hat von Anfang an nachgehakt, die richtigen Fragen gestellt und ganz am Anfang hätte ich auch noch die Chance gehabt, ihm mein Herz zu öffnen und mehr von mir zu geben. Und er wollte das auch. Aber als es komplizierter wurde, näher, da hab ich wieder auf Cool gemacht. Und schwupps, weg war er. Es soll ja Männer geben, die nicht auf distanzierte Frauen abfahren, bei denen eifersüchtig machen nicht funktioniert und die einfach nur lieben wollen. Ganz und gar.

Und ich hatte etliche solcher Männer. Ich hab ganz selten Arschlöcher kennengelernt. Und oft gehört, ich hätte so ein großes Herz. Ich schein also eine gewissen Wärme auszustrahlen und Nähe zu versprechen, aber Halt meine Herren, so einfach ist es nicht! Denn ich möchte erst sicher sein, dass ihr MICH meint! Nicht die süße Hülle, die kleine Blondine, die so niedlich ist mit ihrer großen Klappe. Ich muss sicher sein, dass ihr es auch wert seid, in mir Sehnsucht, Kummer und Freude auszulösen. Dass wir ethisch-moralisch auf einen Nenner kommen. Dass auch nicht der Hauch von Sexismus oder Rassismus in euren Gehirnen schlummert. Gestern habe ich einen sehr guten Post gelesen auf fb. 'Männer wollen intelligente, starke unabhängige Frauen. Aber brauchen solche Frauen auch einen Mann?' Da sind wir doch beim Punkt. Ich brauch keinen Mann. Also wenn ich jemand spannend finde, heißt das nicht automatisch, dass da was draus wird. So wie es aussieht, dauert es ein paar Monate, bis man mich weichgeklopft hat. In der Zeit ist es immer wie mit Mr.Bickle. ich freue mich, hadere ein wenig mit dem möglichen Verlust meiner Freiheit, hätte gerne den Mann, aber nicht um jeden Preis.

Mach ich's den Kerlen zu schwer? Nein. Grade schwer genug. Er muss es ja hinterher auch mit mir aushalten. Und wenn ich liebe, wenn ich mir zugestehe, dass jemand mein Herz erobert hat, dann kann ich das. Sehnsucht haben, glücklich sein, zugeben, dass ich einfach schlicht verliebt bin. Aber so ein harter Knochen wie ich...Und so werd ich mich jetzt ganz der Liebe hingeben. Ihn schrecklich vermissen. Mich nicht im Joyclub ablenken. Es zulassen. Bis Ende August ist er jetzt weg. Mit Freundin.

Ich will Liebe. Will Liebe. Liebe.
Ich liebe! Halleluja

Montag, 30. Juli 2012

Hormone...

Jeden Monat das Gleiche, 3 Tage Herz! Sentimentale Anfälle und Sehnsucht und Tränen. Und das alles nur, weil die Östrogene erst ein High und dann ein Low haben. Was kann ich denn da dafür???? Dann zieht's im Bauch und in der Brust und mein Kopf kommt gar nicht mehr nach mit den Gedanken über die ganzen Gefühle.

Ja, sie sind noch da, die Gefühle. War es die ganze Jahre ein verrücktes Verliebtsein, gemischt mit ganz viel Angst vor einem Mann mit einem Leben, das ich nicht verstehe, wächst es sich aus zu einem viel tieferen Gefühl, das vorher keine Chance hatte zu entstehen. Denn Lizzie hat zuverlässig regelmäßig und übrigens gerne an Tagen wie diesen komplett den Verstand verloren und Dummheiten gemacht. Damit war der Mann wieder weg und alle konnte schön virtuell bleiben.

Tom wiederzufinden hieß auch, mein Herz wiederzufinden. Es lag natürlich in einer Ecke, in der ich dachte dass es nicht sein könne. Dass es immer noch von damals....Längst hatte es doch ganz andere Verletzungen davongetragen, dachte ich. Aber nein, es war im Grunde immer noch die von vor 20 Jahren. Aber jetzt hab ich es wieder. Ich kann wieder fühlen. Mich. Und Mr.Bickle.

Aber vor allem mich. Deswegen reagiere ich auch anders. Mein Selbsterhaltungstrieb funktioniert, ich habe direkten Zugang zu meinen Empfindungen und muss nicht alles denken. Das hilft. Denn mit dem Verstand Gefühle kontrollieren zu wollen geht nicht. Ich akzeptiere, dass ich einfach nur lieben kann, ohne Grund. Also, ohne es erklären zu können. Ja, er hat mir neue Flügel gegeben. Ja, der Sex ist wunderbar. Ja, er ist süß, lieb, humorvoll. Aber ich hab ihn einfach gern. Punkt.

Manchmal, in letzter Zeit, denke ich, er kommt gar nicht mehr nur für das Schäferstündchen. Er kommt um mich zu spüren. Will, dass ich ihm was erzähle. Möchte wissen, wie's mir geht. Baby, das ist zu nah! Das führt zu weit, dafür, dass du immer wieder gehst.

Sonntag, 22. Juli 2012

Back in town

So, Landleben wieder beendet.

Affäre auch? Wenn der Mann mir nicht so ans Herz gewachsen wäre. Kauft sich nen schrottigen Bulli mit seiner Freundin. 'Unser'. Autsch. Aber er ist fair und gibt zu, dass das für mich (Süße) wohl keine schöne Ansicht wäre. Das Foto. Vom Bulli und Frau auf fb. Er hätt's gern, wenn wir uns austauschen. Und verstehen. Fände er schön.

Ich hätte gerne schnellere Antworten von ihm, aber so ist das Leben. Man kriegt nicht immer alles, was man will. Ich nicht den Mann. Er nicht mein volles Verständnis. Aber ich übe. Mich mal wirklich auf einen Dialog, ein echtes Gespräch mit ihm einzulassen. Ein Versuch hat mich ja schon bisschen kluch gemacht. klüger jeden falls als vorher. Niiiiiiiiiiicht wieder weglaufen. Soll er doch was sagen. Ich hänge an ihm. Nach 4 Jahren. Zum Glück nutzt es sich ab. Zum Glück (2)hatte ich vor 4 Wochen das Date, das gezeigt hat, wie anders es geht, wenn ein Mann normal ist. So anders, dass ich gleich mal die Notbremse gezogen habe. Angenehm? Ich fand's Klischée, fast schon Parodie. Lizzie hat ein DATE! Ein Normales! Wo soll das noch hinführen? Ende ich dann auch in einem Camper????????

Da ist es doch nicht mal mehr Ironie, dass Tom sich die Luxusvariante an Campinganhänger zugelegt hat. Und ein größeres Auto. Zum Ziehen.

Ich will SOFORT nen Mann. Ohne eigenen Camper. Die Dinger kann man mieten...

Dienstag, 10. Juli 2012

Back in time

23 Jahre. Mal eben ausgelöscht in 3 Stunden. Verdammt, warum muss mein Liebesleben immer wie im Film sein? Wieso kann da einer, der mir damals das Herz gebrochen hat, mich in den Arm nehmen und ich bin wieder 20? Wie geht das? Alles wieder da, die ganzen Gefühle, dieses unschuldige einfach nur verliebt sein ohne die Ahnung, dass selbst so ein Riesending enden kann. Und nie wieder konnte ich jemand so lange und so intensiv in die Augen schauen. Und das dann noch zu solchen Schmachtfetzen wie 'Take my breath away'. Ja Tommi, was waren wir kitschig. Und jeder einzelne Lovesong auf dieser Welt war unser! Alle wußten, dass wir zusammengehören. Selbst gestern im Biergarten, als wir gezahlt haben, hat der Kellner gemeint, er habe uns nicht stören wollen. Und wie er damit hadert, damals in einem Anflug von Panik, die nicht länger als eine Woche (!!!!) gedauert hat, alles kaputtgemacht zu haben. Nicht nur Schluß, sondern gleich die Versetzung nach Hamburg organisiert. Da dann ganz schnell eine neue Frau geschwängert. Eigentlich jeden Weg zurück verbaut. Wenn ich nicht in jeder Sekunde sicher gewesen wäre, dass er mich liebt, dann wäre es das gewesen. So habe ich ihn mir zurückgeholt, obwohl ich immer ahnte, dass ich mehr will. Dass er einen Teil von mir nie würde sehen und akzeptieren können. und so ist es bis heute. Die wilde Fau aus der Stadt blendet der süße Kerl aus der Provinz einfach aus.

Aber es war einfach schön, und ein bisschen beengend, wie er meine Hand, mein Gesicht, mich gehalten und gestreichelt hat. Er würde mich noch immer lieben hat er gesagt. Und die Lizzie von vor 20 Jahren, die liebt ihn auch noch. Und wie! Aber die Lizzie von heute hat das Glück, einen Mann gefunden zu haben, der genau das Quäntchen mehr hat, was ihr bei Tom immer gefehlt hat. das Urbane, das Einzigartige, das Wilde, das sie auch in sich trägt. Vielleicht sehe ich Tommi ja falsch, vielleicht verweigere ich ihm ja auch das Wilde. Aber trotz aller Gefühle-er ist es nicht.

Und was bin ich froh, dass mein Perser mich auch schon so angesehen und gehalten hat, erst vorgestern! Obwohl es mir Angst macht und ich zurückzucke vor soviel Gefühlen. Ich bin das nicht mehr gewohnt. Ich zittere ein bisschen um meine Freiheit. Ich weiß nur eins: Für Tom bin ich bis nach Hamburg gefahren. Für IHN würde ich bis ans Ende der Welt gehen!

Tom und ich, wir erinnern uns an die gleichen Dinge. Ja, da ist schon viel. Da passt viel. Aber nicht alles. Sei mir nicht böse mein Schatz, aber verzeih dir bitte, was du damals getan hast. Es hatte vielleicht mehr Gründe als nur Panik und für mich war es gut. Ich hätte nie das Leben, das ich jetzt habe. Wir hätten mindestens 2 Kinder und wären geschieden. Und ich wäre immer ein bisschen böse auf mich selbst, weil ich nicht mehr aus meinem Leben gemacht hätte. Tom, es ist gut so wie es ist. So haben wie eine wunderbare Erinnerung an eine völlig aus Zeit, Raum und Realität gefallene Romanze wie im Buch. Denn wir hatten nie Alltag, du in der Kaserne, ich bei meinen Eltern. Und dann auch noch Fernbeziehung. Das alles macht es soviel größer. Schöner. Und genau so nehme ich das. Ich hab dich lieb!

Dienstag, 26. Juni 2012

Muster sind hübsch

 Ja, Muster können ganz hübsch sein, bringen einen im Leben aber nicht weiter ;)

 http://jessmccann.hcibooks.com/2012/03/21/am-i-just-not-good-enough-why-he-chose-her-over-you/

Jess McCann erklärt in ihrem Blogbeitrag, dass sich Männer oft mit 'schlimmeren' Frauen wohler fühlen als mit einer, die besser für sie wäre. Nicht anders als wir Frauen auch. Es ist ein Weiterspielen dessen, was wir von unseren Eltern gelernt haben. Deswegen funktionieren Beziehungen wie die meiner ehemaligen Freundin und ihrem Mann. Sie nörgelt, schimpft, meckert und raunzt ihn an, er verzieht sich hinter sein Laptop, blüht aber auf, sobald sie den Raum verläßt und wird gesprächig. Bei der Hochzeit der beiden habe ich seine Mutter kennengelernt. Und er hat seine Mutter in einer jüngeren Form geheiratet. Das kennt er, das ist die Comfort Zone, die aber nichts mit wirklich Wohlfühlen zu tun hat. Es ist das Bekannte, Bequeme.

Da geht es uns Frauen doch genauso. Wir treffen jemand, der angenehm ist. Mit dem wir uns wohlfühlen. Und statt uns darüber zu freuen, dass mal was rund läuft, beklagen wir mangelnde Dramatik und fehlende Schmetterlinge. Die Mädels, mit denen mein Ex vor mir und in der Zwischenzeit zusammen war, waren jung und ziemlich durchgeknallt. Vor einer wollte er wieder zu mir flüchten, die hat ihn mit Erpressung, Telefonterror und Stalking echt fertiggemacht. Trotzdem hatte er mit ihr eine proklamierte Beziehung. Wie es derzeit läuft weiß ich nicht, das Thema klammere ich bewußt aus, ich möchte mich damit nicht belasten. Ich war theoretisch also nicht verrückt genug, nicht dramatisch genug. Mein Gefühl, dass er zu mir kommt um sich von seinem ganzen Wahnsinn auszuruhen und dann tapfer wieder in die Welt zu ziehen, scheint nicht ganz falsch zu sein. Ähnlich geht es mir auch, war er da, haben wir Kontakt, kann ich mich der Welt wieder gestärkt stellen. 

Wie kommt man aber aus dieser antrainierten Nummer raus? Wie durchbricht man die Muster und kann jemand lieben, der anders ist als das Gewohnte? Wie geht man dann damit um, wenn die eingefahrenen Reaktionen nicht mehr greifen sollen, sondern eine neue Umgangsform gefunden werden muss? Denn wider besseren Wissens tappt man ja doch immer wieder in die gleichen Fallen. Bekommt dieselbe Quittung ausgestellt. Funktioniert das wie bei Ernährungsumstellung? Einfach machen, testen, nachspüren, feststellen, dass es mir mit dem Salat besser geht oder doch lieber müde werden vom Schweinsbraten? Mit dem im Bauch habe ich eine Entschuldigung, mich nicht mehr bewegen zu müssen, ich bleibe auf der Couch liegen und jammere leise vor mich hin, im Prinzip aber fühlt es sich gemütlich an. Und Schuld ist der böse böse Braten, denn er ist ja so lecker!

Die 14 Jahre seit meiner letzten richtigen Beziehung hab ich eigentlich alles getan, um genau das zu vermeiden. Mit dem Erfolg, dass ich Single geblieben bin. Ich traue mir selbst nicht über den Weg und möchte nicht in so einem Ding enden wie meine Eltern. Die zwar seit 44 Jahren verheiratet sind, aber nicht glücklich mit der ganzen Sache. Liebe ist da, aber so wirklich passen tun die beiden nicht zusammen. Im Prinzip ja, allein, in den Details hakt es gewaltig. Nur kann die Antwort darauf nicht sein, nie einen Menschen in mein Leben zu lassen aus Angst, mich dann zu verlieren. Ich weiß aber auch, dass ich mich schnell eingeschränkt fühle und dann mit allen Mitteln um meine Freiheit kämpfe. Ich sehe auch um mich herum keine Beziehung, die mich überzeugen würde, dass es doch geht. Keine einzige davon möchte ich leben. Die Mechanismen, die sich bilden zwischen Partnern sind mir zutiefst suspekt und ich bin von Anfang an überkritisch, lauere auf Zeichen, dass irgendwas nicht in die richtige Richtung laufen könnte.

Das nimmt den Spaß an der Sache, das ist nicht gut. Es macht auf der einen Seite distanziert, auf der anderen bremse ich mein Gegenüber ein, weil ich sofort die perfekte Verbindung erwarte, die perfekten Reaktionen, das perfekte Verhalten. Und meine sehr niedrige Toleranzgrenze ist anstrengend. Ich kann mich nicht auf was einlassen, das ich nicht kontrollieren kann? Vielleicht gerate ich deswegen genau an DIE Männer, die sich jeder Kontrolle brutalstmöglich entziehen. Die imponieren mir, die kann ich respektieren. Denn einen, der sich brav einfügt, den würde ich nicht wollen.

Also, wie kommt man raus aus dem Muster? Ich kann nur sagen, zum einen durch Erkenntnis (in diesem Sinne mal wieder Danke fürs Zuhören, ich hatte gerade beim Schreiben wieder eine neue). zum anderen schätze ich professionelle Hilfe. Mein Coach hat mich schon mal viel weitergebracht. Und mein Ex ist als Boxer der perfekte Sparringspartner, er nimmt's sportlich. Ihm wieder nahe zu kommen, festzustellen WIE unperfekt er ist und ihn trotzdem weiter zu mögen, mich dabei nicht schlecht zu fühlen sondern es als Teil unserer merkwürdigen Beziehung akzeptieren zu können macht mir Mut. Kann ich mich doch mal irgendwann wirklich auf was einlassen? So richtig? die Chancen stehen immer besser. Den perfekten Mann gibt es nicht, muss nur einer her, mit dem ich nicht mehr das Gefühl habe, einen billigen Kompromiss einzugehen, nur um nicht allein zu sein. DAS könnte ich mir selber nicht durchgehen lassen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Wer die Macht hat...

...muss sich nicht verweigern?

Die Dynamik in der Beziehung mit meinem Ex (NICHT Beziehung im partnerschaftlichen Sinn natürlich) ist ein gutes Beispiel für passiv-aggressive Machtspielchen. Es geht eine Zeit ganz gut, er fühlt sich zu mir hingezogen, wir haben großartigen Spaß im Bett, er denkt viel an mich und läßt mich näher und näher an sich ran. Dann merkt er, dass ich emotionaler werde und ihm fällt wieder ein, dass er ja keine Beziehung (im partnerschaftlichen Sinn) mit mir möchte. Und er zieht sich zurück. Blockt. Denkt er, das ist besser als es aussprechen? Oder schlicht, dass ich dann schon merken würde, dass wir wieder zuviel Gas gegeben haben und ich wieder zuviel will? Egal. Es passiert jedenfalls immer das gleiche, er reagiert nicht mehr auf Nachrichten. Und es passiert IMMER, wenn er wieder irgendwelche Dinge machen wollte (mit mir auswandern, Urlaub, mich Gesundpflegen), die er dann doch nicht machen kann. Will. Warum auch immer er meint, sowas sagen zu müssen, einhalten kann er es nicht und dann verschwindet er vom Radar.

Auch das fällt unter die Kategorie 'Lernen von den Kerlen'. Er hat immer gesagt, also, nach der ersten Wiedervereinigung und der nächsten Trennung, dass ich nicht die Eine wäre. Und nicht nur meine Mädels fragen sich, wie sich diese Aussage damit vereinen läßt, dass er seit 4 Jahren doch nicht von mir lassen kann. Aber nun gut, die Aussage steht. Nun habe ich diese seine Grenze wohl wieder etwas überschritten, indem ich meine Begeisterung über die wunderbare Magie zwischen uns kundgetan habe. Aber wer bin ich denn, mir von seinen Befindlichkeiten meine Freude verbieten zu lassen? Also bitte. Aber ich werde in die Schranken gewiesen. Passiv. Und falls ich mich beschweren würde, würde er wiederum seinem Unverständnis Ausdruck verleihen und sauer werden. Aggressiv. Doch, wir waren auch schon mal soweit, dass er sich dafür entschuldigt hat, aber das war letztes Jahr unser bester Versuch. Da haben wir tatsächlich erstaunlich viel geredet. Für unsere Verhältnisse. Also lerne ich. Wenn es zuviel wird, haut er ab, da muss frau auch nicht nachfragen oder hinterherlaufen, erstmal ist er nicht erreichbar. Lass mich in Ruhe sagt das. Ich will das nicht sagt das. Wenn er wollte, würde er antworten. Kein Kommentar, alles klar. Denn einmal ausgesprochen gilt für immer. Gut, Lektion verstanden.

Was das mit Macht zu tun hat? Mein Gefühl möchte mir unterjubeln, dass er Angst hat. Dass er wieder an den Punkt kommt, wo er eine Küche in seine Wohnung einbauen will, damit er mir auch so schön Frühstück machen kann, wie ich das früher bei mir für ihn getan habe. Das war meine erste Erfahrung mit ihm. Haufenweise Nachrichten pro Tag, Lippenbekenntnisse, die Küche-und dann ZACK. Weg war er. Nein, er möchte dann doch keine Beziehung. Es gibt immer so einen Peak, an dem er aussteigt. Dinge verspricht und eigentlich schon weiß, dass er sie nicht halten wird. Weil er es nicht hinkriegt. Nach eigener Aussage, weil er mir nichts zu geben hätte. Und dann bin ich doch immer da, es ist toll und ich bekomme wieder die Macht über seine Gedanken. Bin in seinem Kopf. Das muss er verhindern.

Eigentlich bekommen wir immer gesagt, dass ein Mann sich nicht traue, gäbe es nicht. Die Gefühle müßten nur groß genug sein, dann käme er schon. In den Büchern von Cheryl Benard und Edith Schlaffer wird die Theorie 'Er steht einfach nicht auf dich' insofern abgemildert, dass es durchaus Frauen gibt, die Männer ein bisschen einschüchtern, bei denen er sich fragt, was diese tolle Frau denn an ihm finden würde. Richtig ist, dass die mit ein wenig Ermutigung doch Versuche starten. Aber manche trauen sich tatsächlich nicht mehr zu, als einen Flirt oder eine Affäre mit ihr. Manche versuchen dann auch, die Frau kleiner zu machen. Und da kommen wir zu den passiv-aggressiven Machtspielchen. Sie bringen die Frau dazu, sich zu verlieben und rächen sich für eine gefühlte Unterlegenheit mit Entzug, sobald sie sie da haben, wo sie sie wollten.

Szenario: der Kerl will sie so sehr, dass er nicht mehr weiß, was er tut, sie verdreht ihm total den Kopf. Nachzuhören bei den Toten Hosen in 'Alles aus Liebe': Ich bin kurz davor durchzudrehn, aus Angst dich zu verliern. Komm ich zeig dir wie groß meine Liebe ist und bringe mich für dich um.

Mein Gefühl sagt mir also, dass ich grade wieder auf meinen Platz verwiesen werde. Zurück ins Körbchen, husch husch. Was deutlich zeigt, dass ein Beziehung mit ihm nicht wirklich wünschenswert ist weil viel zu kompliziert. Früher hatte er mit dieser Methode auch Erfolg. Brav habe ich immer nachgesetzt, versucht ihn zur Kommunikation zu zwingen und mir tatsächlich zu SAGEN, dass er nicht will. Kann. Egal, der Effekt ist der Gleiche. Ich befand mich in der Rolle der Bittstellerin. Was ihn zwar genervt hat, aber das Machtgefüge zu seinen Gunsten verschoben hat. Pech für ihn, dass ich mir aber inzwischen meiner Macht bewußt geworden bin. ICH sitze ja am längeren Hebel, denn sein Schwanz braucht mich. So sehr, dass er dafür seit Monaten seine Beziehung aufs Spiel setzt. Damit hat seine Verweigerung keine Wirkung mehr. Ich ärgere mich natürlich ein bisschen, dass man immer so alberne Spielchen spielen muss, aber ich bin ja ausgezogen, diese zu durchschauen und selber unschlagbar zu werden, auf dass mich nie wieder Einer so in die Verzweiflung treiben kann, wie das in den letzten 20 Jahren die Bad Boys meiner Sammlung geschafft haben. Nie wieder! Denn auch das können wir von den Männern lernen. Wir Frauen sind lange nicht so ohnmächtig, wie sie uns gerne glauben lassen. Oh nein. Wir machen ihnen Angst mit unserer Stärke. Denn ich bin tatsächlich so stark, wie ich wirke und nicht so schwach, wie ich mich habe machen lassen. Ich bin jetzt auf der dunklen Seite der Macht, die Seite die weiß, dass es hier keine Kekse gibt!

Und damit komme ich zu meiner neuen Strategie. Jetzt mach ich halt einfach ohne ihn weiter. Kümmere mich nicht weiter um ihn, keine Nachrichten. Als wäre es das Normalste von der Welt, dass er nicht da ist. und ist es auch. Problem erkannt, hat nix mit mir und meiner Attraktivität zu tun, also, schon, aber halt eher, dass ich zu toll bin...Ich muss mich nicht ärgern, ich kenn's ja. und wenn er wieder ankommt, und das wird er, dann werde ich der Liebreiz in Person sein. Nur ganz so viele Komplimente wird er nicht mehr bekommen. Ich werde mit keiner Silbe erwähnen, dass er sich vielleicht mal hätte melden sollen. Und damit seiner Strategie den Nährboden entziehen.

Es könnte auch sein, dass er Angst hat, ich wäre zu schwach und damit nicht als Partnerin geeignet für so nen Wahnsinnigen wie ihn. Er braucht schon eine, die cool und gelassen bleibt. Das wäre dann ein netter Nebeneffekt. Denn ich hab auch oft genug den Mund voll genommen und behauptet, ich würde das schon hinkriegen mit ihm und dann doch wieder verkackt. Auch das. Wäre möglich. Und dann kann ich auch nur gewinnen, wenn ich endlich anfange, an meine eigene Stärke zu glauben!

Macht ist Gewinn. Nicht gewinnen.

Samstag, 23. Juni 2012

Na bitte

Geht doch!

Und jetzt wieder Drama: Der Moment, in dem mir klar wird, dass ich irgendwie doch gern öfter eine Nachricht von ihm hätte, das aber nicht mit diesem Mann und einer Affäre zu verbinden ist. Wo ich tapfer denke, wenn er sich nicht mehr melden würde wär's besser. Wo eine Stimme in mir anfängt zu kichern und schließlich schallend lacht. Wo ich weiß, dass Sehnsucht haben nicht gut ist, ich mir aber gleichzeitig die Nähe und das schöne Gefühl nicht kaputtmachen will mit einer Trotzreaktion. Denn eigentlich ist alles gut so wie es ist. Ich habe großartigen Sex und meine Freiheit. Immer noch Angst vor mehr Nähe. Was er spürt. Der hat das immer alles gespürt. Auch dass ich auf Dauer mit seinem Lebensstil nicht glücklich würde. Dazu demnächst mal.

Die Sehnsucht nach Gewissheit, Absolutheit.

Die Zerrissenheit einer Geliebten. Die den Teufel tun und wartend zuhause sitzen wird. Die gerade ein Date fürs Wochenende anleiert. Die seit gestern zum Glück wieder völlig gesund ist und sich auch noch auf die Arbeit, die Kollegen und die Kunden gefreut hat. Die schamlos strahlend (weil keine eifersüchtige Chefin über jeden ihrer Schritte und Kunden mehr wachen kann) die perfekten Kunden hatte, die ihr am Ende der Beratung anbetend zu Füßen lagen...Die glücklich nach Hause kam und die ganze Zeit ein Ziehen und eine Sehnsucht spürt, die nicht ihre eigene ist. Ich spüre das, wenn jemand an mich denkt und dieser Jemand macht mich grade hibbelig!

Aber ich werde auch den Teufel tun und Nachrichten schreiben, ihm wieder Brücken bauen. Manchmal braucht er nen Tritt, aber grade bin ich nicht zufrieden mit dem, was er macht, also kriegt er nix. Der meldet sich schon wieder, wenn der Druck zu groß wird. Vielleicht ist es ja auch doch meine eigene Sehnsucht, aber auch die werde ich ignorieren. Ablenken. Wieder arbeiten gehen und Sonntag Eisessen und dann vielleicht auf ein Date und dann kann er wieder ankommen und mich so herrlich schön verwirren.

Wir erinnern uns: Es sind nur Gefühle. Völlig wertfrei. Gut oder schlecht, das entscheide ich. Und ich habe entschieden, glücklich zu sein. Wenn ich nur nicht so ungeduldig wäre. Scheiß Schmetterlinge könnten auch mal schlafen gehen!

Und nochmal: Von all dem wird er nichts erfahren! Wenn es sein soll, wird es auch. Taktisch klug muss er das Gefühl haben, ich komme auch ohne ihn wunderbar klar. Natürlich mit entprechenden Sehnsuchtsbekenntnissen, WENN ER DANN BEI MIR IST! Damit er sich vielleicht manchmal wundert, sich fragt, was ich sonst so treibe und ich so seine Fantasie auch jenseits des Bettes beschäftige. Denn nicht zu vergessen, das hier ist auch ein Experiment. ich möchte verstehen, wie ich einen Mann dazu bekomme, das zu tun, was ich will.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Schwach sein?

Gestern Morgen kam mir nicht zum ersten Mal der Verdacht, dass es doch nicht ganz so leicht ist, mich zu lieben. Nicht weil ich ne große Klappe habe oder nicht nett genug wäre. Aber wenn alle Männer gehen, obwohl sie Gefühle haben für mich. Und wenn etliche davon auch immer wieder zurückkommen, dann kann ich kein so schlimmes Biest sein. Und wenn die eine Sache immer großartig funktioniert, die einzige, bei der ich mich fallen lassen kann, dann liegt's vielleicht an der Unfähigkeit, schwach zu sein ausserhalb des Bettes? Denn da hab mit Schwäche kein Problem. Aber so, im normalen Leben?

Oder anders: Jedes Mal, wenn ich mich auf eine Beziehung eingelassen habe, habe ich mich nicht nur einfach fallenlassen. Ich bin abgestürzt. Es wurde gleich eine komplette Depression, die dann den Mann überfordert hat. Ich kann nicht ein bisschen fallen, ich rutsch sofort ganz tief. Und ich habe die letzten Jahre hart daran gearbeitet, nicht auf meinem Sofa zu verkümmern. Ich kämpfe jeden Tag gegen das Bedürfnis, mich in meiner Wohnung einzumauern und vor Menschen und Anforderungen davonzulaufen. Ich kann es mir schlicht nicht leisten, schwach zu sein.

Der nächste Verdacht: Meine Männer sind sensibler als ich. Abgesehen von der Neigung zur Depression bin ich schon ein harter Knochen. In einer 'Gebrauchsanleitung' für meine Kombi aus westlichem-und chinesischem Sternzeichen steht als Tipp, wenn Mann was von mir wollen würde, müsste er aussen sanft und innen zäh wie Leder sein. Damit er kriegt, was er will. Viel Geduld wäre nötig und damit ich mal rausrücke mit meinem Inneren wird ein schönes Essen und Alkohol empfohlen. Ja, das könnte sogar funktionieren. Doch so wirklich zart und weich hat mich bis jetzt selten einer gekriegt. Ausser im Liegen.

Tja. Und nun? Ich war schon als Kind Einzelgängerin und nur phasenweise anschmiegsam. Kann ich es noch lernen, jemanden wirklich an mich ranzulassen? Aufzumachen und trotzdem nicht gleich ins Bodenlose zu fallen? Wie sag ich's dem jeweiligen Mann, dass ich tatsächlich noch nicht mal vor mir selber Schwäche zulassen kann aus Selbstschutz-oder weil ich mir so lang Härte abverlangt habe, dass da wenig Schwäche übrig ist? Ich würde so gern einen meiner Ex' fragen, wie es ist, gegen die Lizz-Wand zu rennen und sich dabei wehzutun.

Sonntag, 20. Mai 2012

Tut mir was Gut?

Im Moment tut mir eher alles weh, zweimal in 3 Tagen stundenlang auf ner Bierbank sitzen mag mein Rücken nicht. Aber was tu ich nicht alles für Freunde?

Und da sind wir beim Punkt. Ich tu gern was, für andere. Und wie mein Coach weiß, hab ich auch schon dran gearbeitet, rauszufinden was ICH tun möchte. Zumindest hab ich schon mal die Verweigerungshaltung abgelegt. Wenn mein Lieblingstürke sagt, wir kickern, dann kickert Lizzie. Und gewinnt sogar. Mit ihm, dem Meister, und ohne Ahnung was sie da grade tut. Aber lustig isses. Die Frau, die alles kontrollieren, alles können muss. Keine Blöße geben. Sowas kommt von der Mobberei in der Kindheit. Wenn alle nur drauf warten, dass sie dich auslachen können, ziehst du dich so weit zurück, dass sie nicht rankönnen. Und machst keine Fehler. Ich kann nicht einfach so mal machen. Das hat mir der Perser gezeigt, wie das gehen könnte, und seitdem übe ich. Auch einfach mal die Geliebte sein. Was soll ich mich da wehren, wenns mir in den Schoß fällt?

Kontrolle, haha. Ich würde ja sogar gerne die Gefühle der anderen kontrollieren. Also die, die sie für mich haben. Sollten. Oder nicht. Ich habe immer eher auf Abschreckung gesetzt als auf Anziehung. Zum Date besonders schräge Klamotten angezogen zum Beispiel. Damit ich sicher sein kann, der Typ meint mich. Und will mich wirklich. Und hat sich auch nicht getäuscht, sondern wollte tatsächlich mit MIR ausgehen. Wenn er da nicht weggelaufen war, hab ich ihn auch gerne noch Mal weggeschickt. Da erzählt mir der Ex, er möchte gerne 5 Kinder und ich sag nur trocken, dafür musst du dir ne Andere suchen, ich bin zu alt für Kinder. Und er widerspricht. Meint, eine Freundin hätte grade mit 42 noch...Aber nein, ich lasse nicht locker und betone meine Unwilligkeit.

Oder mache mich selber klein, indem ich sage, er bräuchte doch eher so ne Partymaus. Und er sagt wieder, nein, er wolle nicht mit ner Partymaus, er möchte mit mir zusammen sein. Immer wieder mache ich sowas, bei jedem Mann hau ich von Anfang an so ne Macke rein. Immer in der Hoffnung, auf der sicheren Seite zu sein, wenn er dann trotzdem bleibt. Und wundere mich, wenn sie doch auf mich hören und gehen.

Ich kann es nicht annehmen, wenn jemand mich mag. Ich muss es kaputtmachen, um mich wieder wie gewohnt fühlen zu können- Als Einzelkämpferin, Lizzie allein gegen die Welt. Ich weiß ja eh, wie's laufen wird, also erledige ich es gleich. Dann bin ich wieder unbehelligt und kann meine Depression pflegen. Obwohl ich in den letzten Jahren die Taktik leicht verändert habe. Ich schmore nicht mehr allein, sondern versuch's mit neuen Leuten. Alles Tarnung. Im Prinzip fühl ich mich selbst unter ganz vielen Menschen immer sehr isoliert. Je mehr Menschen, desto isolierter! Ich habe keine Clique, keine Truppe, zu der ich gehöre und an die ich mich halten kann. Freunde sind verstreut und nicht untereinander vernetzt. Immer nur Einzelwesen. Keine Truppe, die mich mitzieht. Im Gegenteil, bei manchen muss dann ich ziehen, obwohl ich dafür eigentlich keine Kraft habe. Mir fehlt so ein Kreis, der mich auffängt, obwohl Facebook da schon gute Dienste leistet.

Und da sind wir auch schon wieder bei den Ansprüchen, die ich nicht stelle. Den Erwartungen, die ich nicht habe. Nichts fordern bedeutet, ich kann nicht enttäuscht werden. Erspart die Frustration, nichts zu bekommen. Und ich biete keine Angriffsfläche, bin nicht greifbar. Mogle mich durch. Ist aber blöd für jemand, der mir was Gutes tun will. Nein, Lizzie macht alles selbst.

Nur Gutes tun für mich selber mach ich ja auch nicht. Immer nur, was getan werden muss. Oder darf. DAS ist dann wieder ein neues Thema