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Dienstag, 24. Juli 2012

Verzeiht meinen kurzen Schwächeanfall

Ein Augenblick der Schwäche...

Beinahe. Beinahe hätte ich wieder aus der Angst agiert und mit vorschnellen Schlüssen und bösen Gedanken die ultimative Panikreißleine gezogen. Wenn man jemand solange kennt, dann kommen da mit jeder Mail die dazugehörigen Vibes mit. Und ich merke genau, wenn was nicht stimmt. Nur, WARUM, das kann ich nicht entziffern. Dann steht da 'bin bisschen KO' und nicht, 'ich hab echt Streß an der Backe, hat aber nichts mit dir zu tun'. Und vielleicht hat ja ein Teil seines Streßes mit mir zu tun, damit, es zu verstecken, zu verheimlichen? Nur ich sitz da und dann kommen da Herzen und ein Campingbulli um die Ecke, ein Foto von seiner Freundin und das Wort 'Unser'. Zack, da ist sie wieder, die alte Unsicherheit, ob er mich noch will. Kann mich bitte jemand hauen? Auch wenn es um eine Affäre und keine offizielle Beziehung geht, so einen Scheiß darf ich nicht denken! Kann ja auch wirklich sein, dass er eifersüchtig wegen meiner anderen Geschichten ist und genauso Angst hat? Auf jeden Fall hab ich deutlich gemacht, dass es mich verletzt hat, er versteht es und wünscht sich, dass wir uns verständigen. Und es kommen auch brav wieder Mails. Ich wär klasse...Gut, dass er das mal sieht und ausspricht. Ja, Affären sind nix für Weicheier, ich wiederhole mich.

Krise gemeistert. Gemerkt, dass ich ihm wichtig bin. Wieder die Chance zum Absprung und Richtung eigene feste Beziehung verpasst. Er ist jetzt wieder unterwegs, ich werde mal mein Date aus dem JC reaktivieren. Der wäre real, der hat mir fast sowas wie ein Gedicht geschickt. Verrückt.

Und mir ist klar geworden, warum ich Single bin. Es gibt einfach sehr wenig Männer, die Frauen wirklich lieben. Sie toll finden und denen nicht mal eine von diesen dämlichen sexistischen Bemerkungen rausrutschen, die Frauen herabsetzen und auf ihr Aussehen reduzieren. Extrem wenig Männer. Und ich bin da sehr empfindlich. Aber alle Männer, mit denen ich mehr hatte als Sex waren da respektvoll und frei von Sexismus. Keine Stammtischbrüder, alle hatten sie mehr weibliche als männliche Freunde und hatten keine Klischées im Kopf.

Und genaus wenig wie ich es mag, wenn Frauen Männer pauschal als Arschlöcher bezeichnen, darf ein Mann mir gegenüber platte Sprüche über Frauen machen. Da bin ich empfindlich.
Das und meine Weigerung, Kompromisse einzugehen...

Mittwoch, 23. Mai 2012

Schwach sein?

Gestern Morgen kam mir nicht zum ersten Mal der Verdacht, dass es doch nicht ganz so leicht ist, mich zu lieben. Nicht weil ich ne große Klappe habe oder nicht nett genug wäre. Aber wenn alle Männer gehen, obwohl sie Gefühle haben für mich. Und wenn etliche davon auch immer wieder zurückkommen, dann kann ich kein so schlimmes Biest sein. Und wenn die eine Sache immer großartig funktioniert, die einzige, bei der ich mich fallen lassen kann, dann liegt's vielleicht an der Unfähigkeit, schwach zu sein ausserhalb des Bettes? Denn da hab mit Schwäche kein Problem. Aber so, im normalen Leben?

Oder anders: Jedes Mal, wenn ich mich auf eine Beziehung eingelassen habe, habe ich mich nicht nur einfach fallenlassen. Ich bin abgestürzt. Es wurde gleich eine komplette Depression, die dann den Mann überfordert hat. Ich kann nicht ein bisschen fallen, ich rutsch sofort ganz tief. Und ich habe die letzten Jahre hart daran gearbeitet, nicht auf meinem Sofa zu verkümmern. Ich kämpfe jeden Tag gegen das Bedürfnis, mich in meiner Wohnung einzumauern und vor Menschen und Anforderungen davonzulaufen. Ich kann es mir schlicht nicht leisten, schwach zu sein.

Der nächste Verdacht: Meine Männer sind sensibler als ich. Abgesehen von der Neigung zur Depression bin ich schon ein harter Knochen. In einer 'Gebrauchsanleitung' für meine Kombi aus westlichem-und chinesischem Sternzeichen steht als Tipp, wenn Mann was von mir wollen würde, müsste er aussen sanft und innen zäh wie Leder sein. Damit er kriegt, was er will. Viel Geduld wäre nötig und damit ich mal rausrücke mit meinem Inneren wird ein schönes Essen und Alkohol empfohlen. Ja, das könnte sogar funktionieren. Doch so wirklich zart und weich hat mich bis jetzt selten einer gekriegt. Ausser im Liegen.

Tja. Und nun? Ich war schon als Kind Einzelgängerin und nur phasenweise anschmiegsam. Kann ich es noch lernen, jemanden wirklich an mich ranzulassen? Aufzumachen und trotzdem nicht gleich ins Bodenlose zu fallen? Wie sag ich's dem jeweiligen Mann, dass ich tatsächlich noch nicht mal vor mir selber Schwäche zulassen kann aus Selbstschutz-oder weil ich mir so lang Härte abverlangt habe, dass da wenig Schwäche übrig ist? Ich würde so gern einen meiner Ex' fragen, wie es ist, gegen die Lizz-Wand zu rennen und sich dabei wehzutun.