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Sonntag, 4. August 2013

Bonjour cherie, Hola, Ja Servus!

Lizzie hat tapfer widerstanden, in irgendeiner Form auf Mr.Bickle's neuen Beziehungstatus zu reagieren. Obwohl, so tapfer musste ich jetzt auch wieder nicht sein, denn im Grunde ist es mir egal. Klar zwickt es kurz. Bin ja auch nur ein Mädchen. Allerdings weiß ich, dass es a) nichts mit mir zu tun hat und b) dass sie auch nur kurz Freude dran haben werden. Mag sein, dass es eine gibt, die ihn so von den Socken haut, dass er tatsächlich mal was zu ändern versucht (gerechterweise muss ich sagen, er hat das ja immer schon mal wieder zu versuchen versucht), allein, er wird es nicht schaffen. Nicht für mich und sonst auch keine. Außer sie ist Therapeutin...

Nein, kein Anflug von 'ich muss ASAP einen neuen Kerl haben', und IHM außerdem irgendwo zuuuuuuuufällig begegnen, um ihm zu zeigen, wie toll ich aussehe, wie gut es mir ohne ihn geht usw. Die ganze Kindergartenkacke halt, die gerade auch Mädchen wie Jenny Elvers, die sich ihren beschissenen Doppelnamen so langsam mal abgewöhnen sollte, oder Frau 'ich ficke einen Fußballer' van der Vaart abziehen. Grotesk-verzweifelte Aktionen, peinlich aggressive Flirtattacken vor den Augen von bestellten Paparazzi, nein danke. Da stehe ich tatsächlich und ganz ernsthaft drüber. Ich kenne solche Reflexe und in meinem Mädchenhinterkopf sind die alle abrufbereit. Auch der Wunsch, ihn anzurufen, zu sehen, zu fragen was die Scheiße soll. Aber da ist dann gleich wieder die jahrzehntelange Erfahrung, die mit der Hand wedelt und generös abwinkt. Führt ja zu nix, außer, dass ich mich zu viel mit negativen Gefühlen beschäftige.

Und es ist auch nicht so, wie MissBiss schreibt, dass er mich nicht verdient hätte. Oder ich jemand besseren. Ich empfinde das nicht so. Wir haben es einfach beide nicht geschafft, mit diesem Wahnsinn im Bett einerseits und unserem Autonomiebedürfnis andererseits umzugehen. Denn wäre er mir ernsthaft auf die Pelle gerückt, weiß ich nicht, wie ich reagiert hätte. Ich hab ihn mir ja ausgesucht, weil ich mich genauso ungern festlege wie er. Wobei er deutlich beziehungsuchender ist als ich. Ich kann am besten allein sein, er braucht immer Leute um sich rum. Er wollte ja auch Kinder, wohingegen Lizzie ihn deswegen schon mal quasi weggeschubst hatte...Nein, das sind Kategorien, die ich nicht schön finde, wenn es um zwei Menschen geht, die sich doch in 5 Jahren relativ nahe gekommen sind. Er mir so nah, wie man mir glaube ich nur kommen kann.

Aber um ihn geht es ja nicht. Sondern darum, wie ich mit der Situation umgehe. Und da stelle ich eben fest, dass er mir nicht mehr wichtig genug ist, um Spielchen zu spielen. Es war was es war, nicht mehr und nicht weniger. Und ich bin in der Zeit offensichtlich erwachsen geworden. Es hat absolut nichts mit mir zu tun, wenn er jetzt doch eine Beziehung hat, falls er das braucht, um von mir wegzukommen, ist auch das sein Problem. Ich existiere unabhängig von ihm. Und muss deswegen auch nicht irgendwelche Sachen anzetteln, um über ihn wegzukommen. Alles schon probiert, früher, hat alles nicht geholfen. Ich muss einfach da durch und zu mir selbst finden, ein Prozess, der schon während der ganzen Geschichte angefangen hatte. Die Frau, die ich da jetzt finde, ist genauso cool, wie ich immer sein wollte. Seit meine Angststörung sich verpisst hat, warum so plötzlich und wohin auch immer, und ich die ganzen Knoten in meinem Hirn nicht mehr habe, kann ich so reagieren, wie ICH das will und nicht, wie mir meine Dämonen das vorgeben. Irritiert mich manchmal noch sehr und ich warte, dass die kleinen Biester mir sagen, was ich tun soll. Aber die wissen es auch nicht mehr so genau, also mache ich, was ich will.

Und auch wenn ich nicht davonlaufen muss, war ich trotzdem mal wieder bisschen aktiver im Joyclub. Kann ja nicht schaden, hab ich mir so gedacht. Und siehe da, erst schreibt mich ein gleichaltriger Südtiroler sehr charmant an, und gleich darauf ein französisch-spanischer Rugbyspieler auf Englisch, der auch noch eine kleine süße Hundedame besitzt. Miaaaaaaaaaaaaaauuuuuu. 11 Jahre jünger... Der wohnt auch noch ums Eck und ich treffe ihn morgen. Seit 2 Tagen chaten wir, immer kurz, aber immer süß und bis jetzt komplett frei von den derben Sexanspielungen, die üblicherweise bei JC Kontakten sofort kommen. Auch der Südtiroler hat schon zwei Aktivitäten vorgeschlagen, ohne mehr zu wollen. Sehr angenehm. Leider bin ich ja gerade etwas derangée, aber beide sind da entgegenkommend, um mich nicht zu sehr zu strapazieren. Gute Möglichkeit, mich daraufhin zu überprüfen, ob ich tatsächlich bei meinem Entschluss bleibe, mich momentan auf nichts außer Spaß und unverbindliche Geschichten einzulassen.

Denn das ist noch was, was ich spüre. Jenseits aller Torschlusspanik, die einen um die 40 gern mal erfasst, möchte und brauche ich grade wirklich niemand, um mein Leben durcheinanderzubringen. Bereichern gerne, aber so tief wie Mr.Bickle möchte ich nicht schon wieder jemand in meiner Seele sitzen haben. Wobei es auch kaum einer an diesen Ort schaffen kann, der ist doch ziemlich gut versteckt. Oder vergraben oder einfach zu kostbar, als dass ihn jeder betreten dürfte. Diese Art Verbindung beruht wohl auf der Ähnlichkeit von Erfahrungen und Verletzungen im Kindesalter, dass man das im anderen erkennen kann und weiß, DORT, wo alle anderen einem weh tun würden, genau DA kann dieser eine Mensch mich verstehen und genau deswegen diesen Teil von mir sehen. Dass es genau der Teil ist, der auch die Lebensfalle bedeutet oder die Störung hervorruft, die mit der Angst und der Depression zusammenhängt, macht das ganze auch so kaputt. So schön es auch ist, sich da zu treffen und sich fallenzulassen in diese Tiefe und dann da aufgefangen zu werden, führt blöderweise dazu, es irgendwie zu verstärken. Dann fühlt man sich zwar endlich einmal 'richtig' und merkt, wie sehr man diese Seite sonst unterdrückt, aber ohne Therapie oder das Erkennen des Problems hängt man dann eben in so einer Endlosschleife aus extremer Nähe und Zurückweisung fest.

Diese Nähe, ohne sich immer wieder zu verletzen, das wenn man hinbekommen könnte, das wäre ein Traum. Denn sich so verstanden zu fühlen ist schon ein großes Geschenk. Wenn man bei allen anderen immer das Gefühl hatte, dass es eh sinnlos ist, weil sie nicht kapieren, was in mir wirklich los ist. Unfaitr, denn es nimmt auch dem ernsthaftesten Interessenten die Chance, dass es funktionieren könnte. Also muss ich das schaffen, diesen Ort zu verändern und für mich ein Stück der Verletzungen aufzuarbeiten, zu verstehen, um dann Nähe auch mit dem gesunden Teil meiner Seele empfinden zu können. Ich möchte mir allerdings auch nicht die Leidenschaft und die Tiefe nehmen lassen, die zwar ein wenig unmodern geworden sind, die aber auch die Würze darstellen, die im ach so braven, durchgestylten Lebensentwurf schlicht nicht vorkommt.

Aber sonst probiert Lizzie mal aus, wie es ist, das Leben auch mal leicht zu nehmen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Will ICH oder will ich nicht?

Eigentlich ist es doch einfach. Lerne ich einen Mann kennen, sollte ich doch schlicht in der Lage sein zu sehen, ob der mir gefällt, zu mir passen könnte oder ob da größere Hindernisse und Differenzen im Weg stehen. Und dann entscheiden, ob ich mich darauf einlasse, ihn näher kennenzulernen oder ob ich lieber meine Zeit mit etwas Sinnvollerem verbringe. Leider kommt mir dabei immer was dazwischen. Denn natürlich will ich gerne, dass ich dem Kerl gefalle. Und während ich noch versuche, herauszufinden ob er mich toll findet, sitze ich schon in der Denkfalle. Ich denke dann, wenn ich nur ein bisschen toller, toleranter, cooler oder erwachsener wäre, dann würde ich den Mann schon richtig gut finden können. Immerhin redet er mit mir.

Keine Ahnung, ob es an mir, der Stadt oder den Männern liegt, aber ich werde nicht angesprochen. Zumindest nicht in Bars und Kneipen. Auch nicht auf der Straße oder beim Einkaufen. Maximal in Clubs und Absturzkneipen, wenn die Jungs so blau sind, dass sie sich alles trauen. Deswegen bin ich schon mal grundsätzlich dankbar, wenn es dann doch mal eine Gelegenheit gibt, bei der mir so ein Mann nicht entkommen kann und man miteinander reden muss. Zum Beispiel wenn man sich mit Freunden trifft, die neue Leute mitbringen. Und ich habe kein generelles Kommunikationsproblem. Ich rede täglich mit sehr vielen Menschen und auch wenn in mir drin noch ein schüchternes kleines Mädchen steckt, haben mich der Job am Set und im Verkauf trainiert, immer und zu jeder Zeit kommunizieren zu können.

Aber wenn dann einer nach meiner Telefonnummer fragt, hoppla, tun sie eh nicht, ich geb sie ihnen, dann werde ich irrational. Schalte meine Sicht der Dinge ab und fange an, die Sache aus seiner Sicht sehen zu wollen. Finde Erklärungen, Entschuldigungen, fange an, an mir rumzubasteln und verliere mein Bauchgefühl. Und die Fähigkeit, klar auszudrücken, wenn mir etwas nicht gefällt. Damit meine ich nicht, dass ich mich nicht über vergessene Anrufe nicht beschweren würde. Aber ich wage es nicht mehr, Sachen zu bemerken, die mich an ihm stören. Eine unaufgeräumte Wohnung etwa, die auf ein sehr unaufgeräumtes Leben hinweist. Übermäßigen Alkoholkonsum. Denn er trinkt ja nicht jeden Tag, er hat ja kein Problem damit. Also wieso sollte ich damit eines haben? All das habe ich Mr.Bickle immer per Mail HINTERHER um die Ohren gehauen, anstatt den Konflikt zu riskieren und ihn dann zu konfrontieren, wenn es Sinn gemacht hätte. Nachtreten ist albern. Auch jetzt könnte ich ihm wieder ganz viel sagen, was ich nicht fähig war, ihm während unserer gemeinsamen Monate zu sagen. Aber wozu? Ich war ihm gegenüber unehrlich. Das muss ich einfach so stehenlassen.

Und nicht nur bei ihm. Mein Wiener war zwar der perfekte Gentleman, aber emotional kam ich zu kurz. Abgesehen davon, dass ich es gar nicht hätte benennen können, auch ihn fand ich so viel toller als mich selbst- da kann ich doch nicht mit so was ankommen. Oder etwa doch? Wann ich angefangen habe zu glauben, dass ich außer Sex nicht viel zu bieten hätte, kann ich nicht sagen. Aber spätestens seit ich mich einmal verknallt hatte und erlaubt habe, dass das Ganze doch nur eine Affäre wurde, und ich das Spielzeug eines Mannes, war das Muster drin. Der Sex war toll, der Mann besonders. Und ich fand es aufregend, war ich doch vorher immer der Meinung gewesen, dass Sex und Liebe untrennbar zusammengehören. Schäfchen das ich war. Spät angefangen und keinen Plan von Männern. Dazu ewig gemobbt und immer irgendwie anders. Das nicht als Vorteil gesehen, sondern mich geschämt, wenn andere mich als anstrengend empfunden haben. Und das war und ist teilweise bis heute so. Bisschen Klugscheißerin, bisschen zu intelligent vielleicht, zu schnell, zu direkt, zu ungeduldig. Kann mich schlecht entspannen, das Hirn nur beim Sex ausschalten, mag sein, dass manche Leute ein Problem damit haben.

Also interpretiere ich das so, dass ich nicht so einfach bin, dass es nicht selbstverständlich ist, gemocht zu werden und dass die anderen alle was besser machen als ich, ergo besser sind, ergo muss ich DIE mögen lernen, weil ich ja falsch bin. Und der Sex. Das kann ich. Das kann ich offensichtlich sogar besser (…) als die meisten anderen Frauen. Sagen zumindest die Kerle und kommen auch nach Jahren immer wieder an, um nochmal... Dabei bin ich noch nicht mal die, die man sofort in den Hintern und so. Ich gebe aber offensichtlich den Männern das Gefühl, gute Liebhaber zu sein, weil ich ziemlich leicht erregbar bin und auch beim größten Stümper komme. Dafür kann der allerdings nix, muss er aber nicht unbedingt wissen. Und ich hatte meist großartige Liebhaber! Soviel Gerechtigkeit muss sein! Ich genieße einfach generell, angefasst zu werden und gebe mich schamlos hin. Und ich blase ganz gut. Sagen die Jungs. Das reicht, um sie im Bett an mich zu binden. Und darauf habe ich mich immer verlassen. Der Rest blieb hinten. Also, eine richtige Auseinandersetzung mit dem Thema Beziehung, was brauche ich außer meinen regelmäßigen Ficks und wie kommuniziere ich es, wenn ich mehr will? Denn da war immer die Angst, dass ich zu viel fordere und der Mann dann weg ist. Dass der Wiener genau daran verzweifelt ist, dass da nichts von mir kam, und sich dann eine Partnerin gesucht hat, die ihm auch mal die Meinung sagt, war klar. Denn in der Situation damals war ich Mr.Bickle. Depressiv, im Chaos meines Lebens gefangen und nicht fähig, mehr zu geben als den Sex. Dass das zu wenig ist auf Dauer, weiß ich jetzt.

Ein richtiger Mann schätzt es, wenn er eine Frau an seiner Seite hat, die ihr Ding durchzieht und auch ihm gegenüber ehrlich und konkret ist. Dabei dachte ich schon, dass mein ureigenes Autonomiebedürfnis mich davor retten würde, mich für einen Mann total aufzugeben. Hat aber nur dazu geführt, dass ich weggelaufen bin und nachgetreten habe. In den Monaten mit IHM jetzt allerdings, habe ich schon versucht, Konflikte auszutragen. War zäh, aber allein die Tatsache, dass er dann doch zumindest telefonisch auf meine Beschwerden eingegangen ist, auch wenn er nur seinen Standpunkt wieder und wieder runtergebetet hat, zeigt mir, dass ich schon auf einem ganz guten Weg war. Er hat sich schon bemüßigt gefühlt, sich zu verteidigen. Hab wohl den Punkt getroffen. Das waren allerdings auch nur die Punkte, wo es um sein Verhalten mir gegenüber ging. Sein Leben, sein Chaos, das alles habe ich ja versucht zu akzeptieren. Versucht, ihn mit all seinen Fehlern zu lieben. Habe gesehen, dass er wahnsinnig empfindlich ist und dann sofort in die Verteidigung geht, mich angreift, den Spieß umdreht. Und anstatt zu sagen, dass das eine Eigenschaft ist, die mich tierisch nervt und mit der ich nicht umgehen müssen möchte, habe ich wieder versucht, sein Problem zu lösen, in dem ich es zu meinem mache. Dabei hieße die Konsequenz, ihn zu konfrontieren und letztendlich auch zu dem Schluss zu kommen, dass es eine Grenze gibt, dass man den anderen zwar akzeptieren muss, bis zu einem gewissen Punkt. Dass aber zu viele dieser Punkte einfach auch bedeuten, dass es halt nicht geht. Nicht für mich. Mag sein, dass eine andere damit klar kommt. Ich nicht, das ist zu sehr mein Vater, als dass ich das haben möchte.

Auch wenn ich jemand noch so sehr liebe, auch wenn der Sex fast unersetzlich geil war und es mir brutal fehlt, mit ihm einfach mein Hirn auszuklinken und mal ein paar Stunden nicht zu denken, auch wenn das bis jetzt keiner geschafft hat, mich so runterzubringen und zu entspannen, er kann mir außerhalb des Bettes nicht das geben, was ich brauche. Und da sind wir wieder beim Anfang. ICH muss den Kerl toll finden. Und offensichtlich habe ich ja doch etwas mehr zu bieten als den Sex. Könnte sogar sein, dass ich inzwischen echt beziehungsfähig bin, auch wenn ich noch an meiner Konfliktfähigkeit arbeiten muss. Dabei helfen mir Diskussionen in sozialen Netzwerken enorm. Ich vertrete meine Meinung, auch wenn ich jedes Mal fast eine Panikattacke bekomme, wenn jemand mich angreift oder so deutlich widerspricht, dass ich schon fast wieder meine Ansicht umzuwerfen bereit bin - ich halte es aus und ernte Anerkennung dafür. Eine ganz neue Erfahrung. Zuhause die Meinung sagen heißt meistens, dass ich zwar Recht habe, dass das aber nicht positiv als Zeichen meiner Intelligenz gewertet, sondern als Angriff auf das Familienoberhaupt gesehen wird. Und Papa dann beleidigt ist und schlechte Stimmung herrscht.

Hausaufgabe heißt also, bevor ich mich klein mache, weil ER so toll ist, schaue ich erst, ob der Mann tatsächlich meine Aufmerksamkeit verdient. Und für den Sex bin ich wieder in den Joyclub. Mal sehen, ob da ein aufregendes Exemplar Mann versteckt ist.......

Donnerstag, 27. Juni 2013

Bye bye happiness, hello lonelyness

Der große Kummer bleibt aus. Den hab ich wohl schon die Wochen vorher abgearbeitet, als es mit dem ganzen Auf und Ab nicht besser wurde. Was bleibt ist eine große Leere. Einfach nur- NICHTS. Und genau das ist es, wovor ich immer Angst hatte. Denn er war der Mensch, der es geschafft hat, dass ich mich nicht mehr allein fühle. Da haben sich zwei kleine verletzte Kinder an die Hand genommen und alles war gut. Nur dass es nicht gut war, denn wir sind keine Kinder mehr aber mit dem erwachsen sein haben wir es beide nicht so.

Jetzt renne ich also wieder allein pfeifend durch den Wald und erkläre dem kleinen Mädchen, dass wir das auch alleine schaffen, dass alles gut wird, dass wir nur noch ein bisschen an uns arbeiten oder gar eine Therapie machen müssen, damit diese Leere weggeht und wir uns einen neuen Freund zum Spielen suchen können. Allein, es funktioniert nicht. So ist es wohl mit jeder Art von Suchtverhalten, mit dem man versucht, die Leere auszufüllen. Es geht eine Zeit lang gut, es wirkt, irgendwie, aber man muss die Finger davon lassen, weil es nicht wirklich heilt. Es tut nur so, man spürt die Leere nicht mehr. Bis das Suchtmittel weg ist.

Ist halt nur bei Menschen schwieriger. Eine Flasche Alkohol bekommt man an jeder Ecke, und jede Flasche macht gleich betrunken. Menschen findet man auch überall, aber jeder macht etwas anderes mit einem. Deswegen ist diese Sucht besonders blöd, die Sucht, von diesem EINEN Menschen geliebt zu werden, denn diese Art Gefühle kann man nicht kaufen, nicht beliebig reproduzieren und die Seele lässt sich da auch nicht austricksen. Sie will IHN, den EINEN, den ich so lieb wie keinen.

Entzug. Was bin ich dankbar, dass er jede Verbindung gekappt hat! Auch nur das kleinste bisschen Kontakt wäre vermutlich fatal. Und so weine ich nicht aus Kummer, sondern aus schierer Angst. Denn auch wenn ich weiß, dass ich mich besser fühlen werde, wenn nur genug Zeit vergangen ist, wenn ich weiß, was ich für meine Seele tun kann, die Angst, mich ab jetzt wieder so allein zu fühlen und niemanden zu finden, der mich an der Hand nimmt und es fühlt sich so richtig und gut an wie bei ihm- die die ist da.

Und ich bin traurig, weil ich den kleinen Jungen vermisse. Nicht den Mr.Bickle, der mich immer geärgert hat, sondern den kleinen Jungen, der beim letzten Mal, bei sich in seinem Bett, meine Hand nicht loslassen wollte und gemeint hat, wir hätten es geschafft. Das tut weh. Dass ich es wieder nicht verstanden habe und jetzt wieder alles vorbei ist. Wenn ich darüber so nachdenke, macht es mich wütend und traurig. Ich weine um das kleine Mädchen, das um seine Hoffnung betrogen wurde. Das so glücklich und optimistisch war. Und ich werde wieder wütend. Wütend ist besser als leer. Hauptsache, ich fühle mich.

Samstag, 22. Juni 2013

Eine Selbstverteidigung

Normalerweise stehe ich mehr für andere ein als für mich, habe ich hier Mr.Bickle oft in Schutz genommen, aber grade habe ich das Gefühl, mich erklären zu wollen. Denn so wie es aussieht, sieht es für Aussenstehende schlimmer aus, als ich das selbst empfinde. Ob das jetzt gesund ist, normal, oder was auch immer.

Ich hol mal aus: Ich arbeite in den Medien, und das als Schminkerin sehr nah am Menschen. Und Künstler sind ja nicht grade für selische Stabilität bekannt. Genauso, wie generell die ganze Branche gern mit Drogen und Alkohol in Verbindung gebracht wird. Nicht zu Unrecht, wobei ich strikt die Finger von dem Zeug lasse. Es bringt mir schlicht nichts, zumindest die zwei mal Gras waren ein echter Schuß in den Ofen. Genau wie Alkohol zieht mich die Scheiße einfach nur runter. Bei Drehtagen von bis zu 24 Stunden ist es allerdings schwierig, sich ohne Hilfsmittel auf den Beinen und am Arbeiten zu halten. Und auch die technischen Gewerke sind meist mit Menschen besetzt, die mit einem normalen Leben nicht viel anfangen können. Alle, also zumindest die aus meiner Generation, sind nicht da, weil sie 'irgendwas mit Medien' machen wollten, sondern weil sie schlicht zu viel Leidenschaft und Kreativität in sich tragen bzw. in einem regulären Job nicht funktionieren, weil sie irgendwelche Probleme haben, die bei unständiger Beschäftigung und in extremen Situationen wie am Set einfach weniger auffallen. Als ich das erste Mal ein Filmset betrat, war mein Gedanke: Ach HIER seid ihr alle! Ich dachte, ich bin allein so verrückt. Nein, damals waren alle am Set verrückt, nonkonform, anders, ein wahrhaft bunter Haufen. Ich könnte jetzt was über die angepasst brave Praktikantengeneration heutzutage schreiben, aber das führt zu weit weg vom Thema.

Also, wir waren ein Gemischtwarenladen an irgendwie aus der Normalität gefallenen Seelen, und ich passte da rein wie Arsch auf Eimer. Was natürlich auch dazu führte, oder daher kam????, dass ich etwas andere andere Bedürfnisse habe als andere Frauen und in der Maske, und auch am Set selbst, so derartig viel und extreme Grenzübertretungen und Situationen erlebt habe, dass ein normaler Mensch nur kopfschüttelnd fragen würde, wie man sich bitte so etwas gefallen lassen kann. Ja wie? Antwort: Ich nehme es nicht als verletzend wahr. Es ist ja auch immer ein bisschen Auslegungssache, ob man sich jetzt als Opfer sieht, wenn ein fetter, alternder Schlagersänger immer noch tiefer unter die Gürtellinie geht, um mich mit seinen Sprüchen zu provozieren. Oder als Herausforderung, das Niveau noch etwas tiefer zu legen, bis er einen dann nur noch Mausi und Herzchen nennt. Ich habe Letzteres mit Freuden getan und es war mir ein Fest, wenn ich wieder einen dieser ekligen Machos kleinbekommen hatte. Und sie haben mir alle aus der Hand gefressen. Anstrengend war es, aber anstrengender sind heut meine Kollegen im normalen Beruf.

Dagegen ist Mr.Bickle ein echter Lulli. Er hat nicht einmal abfällige Bemerkungen über Frauen gemacht, wenn er bei mir war, war er respektvoll, höflich und hat sich für alles zigfach bedankt. Ich fand das etwas übertrieben, aber aus seiner Sicht war es nicht selbstverständlich, denn verdient hatte er es nicht, bekocht und umsorgt zu werden. Wenn man mal von seinen zuckersüßen Komplimenten und der Energie absieht, die er mir gegeben hat. Und ja, er hat mich oft genug enttäuscht, mir was versprochen und nicht gehalten. Aber wenn er es geschafft hat, war es natürlich toller als bei jedem anderen, weil extremer und damit aufregender. So konnte ich auch wunderbar ausblenden, dass er im besoffenen Zustand komplett zum Kaspar mutiert, dass er beim Fußball mit den Ultras rumhängt und auch sonst gern mal so Punksachen macht, die ich eher befremdlich finde. Bei mir war er der süße kleine Junge. Man könnte sagen, er weiß, was er für ein Depp ist und dass er sich wie Arsch benimmt, aber er versucht es wieder gutzumachen. Wie der Kerl, der seine Frau schlägt und dem es dann hinterher Leid tut. (DAS ist defintiv meine Grenze. EINMAL hat es ein Mann gewagt, den hab ich danach so zur sau gemacht, dass er geheult hat und danach hab ich ihn rausgeschmissen. Erzählte mir noch vor 3 Jahren, dass doch ALLES so ganz anders gekommen wäre, wenn ich ihn damals geheiratet hätte. Brüller! Scheiß Alkis...)  Ich habe durch all die Jahre meine Grenzen sehr weit in die Tiefen des Raumes verschoben. Wo andere Frauen längst wütend oder verletzt sind, ist meine Geduld da sehr strapazierbar. Ich habe wirklich versucht, nachzufühlen, ob es für mich so schlimm ist, wie es eigentlich ist, Aber ist es nicht. Mag sein, dass es tatsächlich gesünder wäre, verletzter, wütender oder trauriger zu sein. Und so zwischendurch kommt das auch mal hoch. Und ja, ich bin schon echt am Boden gelegen wegen Männern, etliche Male auch wegen ihm. Die ersten beiden Male wollte ich nur sterben, aber das ist ja Quatsch. Man stirbt nicht deswegen. Muss man nicht. Der Schmerz darf nicht bestimmend werden, ich muss da nicht drin rumwühlen. Er hat es getan, ich habe es zugelassen. Und gerade seit wir doch so etwas wie eine Beziehung hinbekommen haben, habe ich es geschafft, die Grenzen, die ich habe, sehr deutlich zu machen. Es gab schon lange keine Diskussion mehr über zu wenig Nachrichten, ich musste nie mehr auf seine warten, die kamen prompt und auch Telefonieren hat er gelernt.

Und das ohne ihn 'Abzurichten', einfach nur, weil ich es ihm erklärt habe und nicht lockergelassen habe. Das war immer so meine Achillesferse. Ich dachte immer, ich schaffe es nicht, mich deutlich auszudrücken. Offensichtlich war ich sogar sehr deutlich. Er hat es kapiert. Dass er es nur bedingt umsetzen konnte, geschenkt. Hat Mutti auch nicht ersthaft erwartet. Lizzie schon, aber die Muddi in mir nicht... Wir sind immer wieder an seine Grenzen gestossen. Und auch da war er sehr klar. Und auch seine Grenzen habe ich ignoriert, wie ein paar von meinen. Aber wie gesagt, es hat mich nur weitergebracht, die Verletzungen halten sich in, jepp, Grenzen. Ich habe ihm jedes Mal wieder vertraut und ich habe auch keinen generellen Hass auf Männer entwickelt. Es gibt ein paar wirklich fiese, eklige Exemplare, aber ich bin ja Kummer gewöhnt. Und ich möchte weiterhin einfach immer das Beste annehmen. Echte Arschlöcher erkenne ich sofort, geschultes Radar, dafür stehe ich halt auf die etwas Kranken. Denn die bin ich GEWOHNT! Die hatte ich täglich um mich rum und ich kenne einfach viel zu viele von diesen schrägen Typen, männlich wie weiblich, bei denen jeder Normalsterbliche die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sich fragt, wie man bitte sowas aushalten kann. Und ich frage mich, wie man bitte die ganzen Normalsterblichen erträgt.

Ich war immer schon bei den Freaks, immer gemobbt, immer irgendwie anders. Und ich habe sehr schnell nicht mehr versucht, zu den normalen Kindern zu gehören. Ich wusste einfach, ich bin was Besonderes, habe mich aber immer sehr allein gefühlt. die ganzen Wahnsinnigen beim Film haben mich gerettet. Mich in einen Alltag am Counter in einem Shop einzufügen hat mich wesentlich mehr Kraft gekostet, als alles andere. Und wenn ich mir die Sichtweise der Mädels da versuche zu eigen zu machen, dann verletzt mich Mr.Bickle's Art plötzlich sehr viel mehr. Es tut weh, ihn aus diesem anderen Blickwinkel zu sehen. Allerdings wieder mehr für ihn als für mich. Tut weh, zu sehen, wie wenig er umsetzen kann, von dem, was er sich wünscht. Ich hab das ja ganz gut hinbekommen. Ob ich da jetzt Gefühle unterdrücke oder sie mir einfach abgewöhnt habe, oder ob ich sie tatsächlich nicht habe, kann ich nicht sagen. Ich möchte da auch nicht extra drin rumwühlen. Es ist einfach Fakt, dass ich mich mit IHM wohler gefühlt habe als z.B. mit meinem Exverlobten, der der Inbegriff des romantischen Mannes ist und der immer Beziehungen hatte und auch braucht. Ganz gesund ist der allerdings auch nicht.

Muss ich den Schmerz fühlen? Muss ich mich im Nachhinein verletzter fühlen? Ich habe es in der jeweiligen Situation getan, und es war blöd, sich das immer wieder anzutun. Ich hatte aber auch was davon, ich hatte ihn als Stütze, hab mich an ihm festgehalten, wenn das normale Leben mich überfordert hat. Momentan scheine ich eine Balance zwischen der normalen Welt und meiner Welt zu finden. Deswegen brauche ich ihn nicht mehr. Was jetzt vielleicht wiederum ihn mehr verletzt als mich. Ich sollte wütend sein auf ihn, aber ich bin nur genervt von seiner unangemessenen Reaktion. Allerdings würde es nichts dran ändern, dass es nicht funktioniert. Also ist es völlig egal, wie und was er tut oder nicht. Hatte ich vor einem Monat noch Angst vor seinem 'Vermiss dich', kann es mich jetzt nicht mehr verletzen. Es ist etwas, das er tut. Ich muss damit gar nichts machen. Ich kann reagieren, wie immer ich mich dann grade fühle. Mutti allerdings ist weg. Mutti ist auf Urlaub und Lizzie versucht, ihr Leben zu leben und so zu gestalten, dass sie sie selbst sein kann, unabhängig dem, was um sie rum passiert. Auch das verdanke ich irgendwie ihm, der mich dazu gezwungen hat, mich da rauszuwinden. Irgendwo auf dem Weg hab ich mich gefunden.

Nein, im Moment bin ich klar traurig, weil ein Teil meines Lebens weg ist, aber was war, bleibt. Und wenn ich nicht mehr weiterweiss, kann ich dahin zurückgehen und mich von den Erinnerungen anspornen lassen. Und ja, er ist ein Arsch, der seine Ex mit mir betrogen hat, auch das gehört zu den Seiten an ihm, die ich nicht mag. Er wollte nur den Sex, oder so. Deswegen muss ich ihn auch nicht vermissen, die vernünftige Lizzie weiß, dass sie was Besseres verdient hat. Deswegen mag ich nicht Heulen, deswegen mag ich nicht Leiden. Er ist es im Prinzip nicht wert. (Ja-haaaaaa, schon gu-huuut, ich weiß es ja!!!)

So ist das, wenn man solche Dinge von Kind an erlebt. Vielleicht bin ich ein bisschen beschädigt in meinem Denken und Fühlen. Da kann aber Mr.Bickle jetzt echt nix dafür. Dafür bedanke ich mich bei meinen Eltern.

Freitag, 21. Juni 2013

Nein, das wird nix

Da kann er mir auch ein Gedicht schicken, es ändert nichts. Genauso wenig wie sich in 5 Jahren etwas in seiner Wohnung getan hat. Immer wieder die gleiche Leier, er muss dringend aufräumen. er hätte gern eine Küche. Er braucht eine neue Garderobe. Und was ist? Schlimmer denn je ist es. Ein paar neue Regale, ja, aber die nur schnell zugemüllt und das war's dann. Er hat ja keine Zeit, für das nicht, und für eine Beziehung erst Recht nicht. Und ich könne aus zig Nachrichten am Tag und Aussagen wie 'wir haben es geschafft' bitte doch nicht darauf schließen, dass er mehr wollen würde als eine gute Freundschaft mit und guten Sex. Oh, ich könnte jetzt böse und zynisch werden. Ja, ich hatte gesagt, ich möchte das ganze etwas lockerer nehmen. Und das hat auch funktioniert. Gib dem Mann Luft, dann kommt er. Reagiere drauf, und er ist wieder weg und beschwert sich, falsch verstanden worden zu sein. Wieso nur hab ich immer wieder geglaubt, was er sagt? Vielleicht, weil ich Dinge so meine, wie ich sie sage. Dass ich gemeint habe, es wäre doch mehr, lag unter anderem an, naja, auch so was wie dem Gedicht. Was denkt er sich dabei? Ich hab ihm vorhin am Telefon sehr nüchtern gesagt, dass er sowas halt dann lassen muss. Versteht er nicht. Das, und seine Wohnung, zeigen deutlich, wie wenig erwachsen er ist. Das hatte seinen Reiz, denn ich war immer schon viel zu erwachsen und vernünftig, auch als Kind schon. Ja, er war meine Spielwiese. ich war nie rebellischer Teenager, hab nie was total Unvernünftiges getan. Immer die Konsequenzen im Blick zu haben macht etwas unspontan.

Allerdings heißt das auch, dass ich meine Grenzen kenne. Beim Trinken genauso wie im restlichen Leben. Manchmal gehe ich über diese Grenzen, aber sie sind mir bewußt. Und auch, dass es auf Dauer nicht gut tut, zu weit rauszuschwimmen. Seit Tagen war da dieses Gefühl in mir, dass es so enden könnte, dass er dann will- und ich weg bin. Innerlich war ich es wohl schon mehr, als ich mir eingestehen wollte. Und der Gedanke, ihm dann wehtun zu müssen, war nicht schön. Aber in mir wollte etwas dringend weg. Ohne ihn ist es einfacher, klarer. Und auch wenn ich gern wild und gefährlich leben würde, er ist es nicht mehr, der mich reizt. Game over. Zu oft gespielt, zu wenig Erfolg. Ich komm bei ihm nicht weiter, damit ist es dann auch nicht mehr spannend. Die Sehnsucht, die ich gespürt habe, war nicht mehr meine, sondern seine. Ich hatte ja immer Schwierigkeiten, mich davon abzugrenzen, weil ich es ja auch fühlen wollte. Aber was ist der Sinn davon, es zu fühlen, wenn es dann wieder weg ist, sobald man darauf eingeht? Was ich im letzten Post geschrieben hatte, dass nichts mehr zwischen uns steht, das ist auch das, was es jetzt beendet. Denn wenn alle äußeren Hindernisse wegfallen und immer noch nix dabei rumkommt, ausser dumme Spielchen, dann gibt es nichts mehr zu deuteln.

Ja, er hat immer wieder gesagt, dass er keine Zeit hat für Beziehung, dass auch seine letzte Beziehung genau daran gescheitert ist. So wenig Zeit allerdings ist doch ein Abtörner. Dass er sein Leben so weiterleben kann, als gäbe es mich nicht, ausserhalb des Bettes, er dann doch wieder emotional wird, wenn er es grade braucht, um mich dann wieder wegzuhalten von sich, aber eben nur auf Armlänge, das ist zu verwirrend, damit komme ich nicht klar. Jedes Mal frage ich mich dann, was das soll, und ich bin emotional zu verstrickt, um cool zu bleiben, was ich bei anderen Lovern durchaus kann. Er macht das sehr geschickt, diese Nummer hat er echt drauf, auch wenn er dann immer genervt ist, weil ich wieder was falsch verstanden habe. Ich weiß, dass er echt an mir hängt, aber das muss mir ab jetzt egal sein. Sein Problem, wenn er mich dann vermisst. Kann er mir auch gern schreiben, was er vielleicht sogar tun wird. Aber es wird nie zu dem führen, was ich brauche. Wobei brauchen und wollen hier auch wieder zwei verschiedene Dinge sind.

Was mich so sicher macht, sind meine Träume. In denen hält mich ein wirklich starker Mann fest im Arm. Ich habe dabei auch jemand vor Augen. Niemand, mit dem ich was habe, oder haben werde, aber ein sehr entspannter, Verantwortung tragender Kollege. Der ist schon letztes Jahr in einem Traum aufgetaucht und hat mir da aus der Patsche geholfen und sich um mich gekümmert. Und jetzt wieder dieser Traum vom einfach festgehalten werden. Diese Kiste, dass ich mit einer eher instabilen Beziehung besser umgehen kann, weil sie mir letztendlich auch meine Autonomie läßt, die ist irgendwie durch. Der Gedanke, dass jemand mich brauchen könnte, immer noch etwas unheimlich. Aber das andere macht mich nicht glücklich auf Dauer. Ich will mehr. und ich kann das auch.

Und dann ist da noch der sehr spießige Gedanke, dass es schon schön wäre, einen Mann zu haben, der mir in seiner Wohnung was kochen kann, der mir mal was schenkt, der mich nicht nur mit Worten spüren läßt, dass ich etwas Besonderes bin. Und jemand, mit dem ich schlicht mal mit Freunden in den Biergarten gehen kann.

Aber ehrlich war er. Meine Interpretationen sind nicht sein Problem. Oder etwa doch? Nein, dann müsste man ja Verantwortung übernehmen. Nein, ich werd nicht zynisch, ooooooooooommmmmmmmmmm

Samstag, 1. Juni 2013

Lizzie kommt aus dem Sortieren nicht mehr raus

Momentan verlangt mir mein Gefühlsleben ganz schön was ab. Ich könnte jetzt mit sehr verqueren Gedankenschüben durch den Liebesdschungel mäandern, aber ich will ja gerade einen Weg finden, der auch gangbar ist. Und versuchen, Männerverhalten zu entschlüsseln.

Also, wie vorauszusehen, ist Mr.Bickle immer noch da. Damit habe ich gerechnet. Allerdings hat sich was geändert. Offensichtlich hat er dann doch verstanden, dass er mir wirklich weh getan hat und das nicht so einfach mit einem 'Vermiss dich' wieder hinzubiegen ist. Scheint, ich habe endlich gelernt, meine wahren Gefühle präzise genug zu vermitteln. Ich habe keine Ahnung, ob er wirklich einen Weg zurück sucht oder einfach sein schlechtes Gewissen beruhigen will, in dem er immer mal wieder kurz nachsieht, ob es mir gut geht. Dagegen spricht die Aktion, bei mir auf der Arbeit aufzutauchen. Etwas, was mir vor 4 Wochen noch die Welt bedeutet hätte und mir jetzt nur einen leichten Schock versetzt hat. Es hat mich unendlich wütend gemacht! Er weiß genau, wie wichtig mir das immer gewesen wäre und es JETZT zu tun, ist eine Art mir zu zeigen, dass ich von ihm nur dann etwas bekomme, wenn ich es nicht fordere.

Und da sind wir am Punkt. Forderungen.

Wenn ich glaube, so etwas einfordern zu müssen und nicht drauf vertraue, dass ich es auch so bekomme, einfach, indem ich entspannt bleibe und ihn machen lasse- liegt das dann an ihm oder mir? Ganz grundsetzlich denke ich, haben Männer und Frauen verschiedene Tempi, ganz unterschiedliche Bedürfnisse am Anfang einer Beziehung. Die Frau will relativ schnell wissen, wo das hinführt und ob sie geliebt wird. Mag genetische oder kulturhistorisch begründet sein, aber beim dritten Date schon die Hochzeitsglocken zu hören, ist doch eher eine Frauensache. Ich kenne zwar durchaus auch Männer, die Gewissheit und eine feste Beziehung brauchen, die sich sofort verlieben und die Geliebte dann gleich binden wollen, aber das ist immer noch etwas anderes als der Traum vom Ritter und der Kutsche. Männer wollen nicht gerettet werden. Die Richtige ist für sie nicht so lebensbestimmend wie für die Frau. (Auch wenn das in der Realität heute natürlich nicht mehr so ist. Heute kann Frau auch ohne Mann ihren Lebensunterhalt bestreiten)

Männer sondieren die Lage länger. Und sind gerne bereit, mehr zu geben. Aber sie wollen nicht gedrängt werden, sich die Sache gründlich anschauen und auch testen, was geht und was nicht. Ab einem bestimmten Alter, und ich rede jetzt von 40 aufwärts, ist es sowieso schwieriger. Wieviele Männer eine Frau hatte, also, Vergleichsmöglichkeiten, hat sie Anhang, lästige Freundinnen usw. Die meisten Männer haben schon mit einer oder mehreren Frauen zusammengelebt und keine Lust, ihre räumliche Freiheit aufzugeben, wenn es nicht passt. Und auch die emotionale Freiheit spielt eine Rolle. Auch Männer werden verletzt und sind danach vorsichtiger.

Emotionale Bindungen sind für Männer komplizierter. Frauen haben mehr überschüßige Gefühle. Ob das jetzt besser ist? Ich fahre ganz gut damit, meine Gefühle zu deckeln. Vielleicht ist es ja besser, Mr.Bickle so am Rand rumlungern zu lassen, ab und zu eine Nachricht zu bekommen und ansonsten einfach mein Ding zu machen, als wieder kompletten Kontaktabbruch. Und aus der Ferne wieder Illusionen zu nähren. So sehr sein Nachrichten mein Herz hüpfen lassen könnten, sie tun es nicht mehr. Denn sie bedeuten nichts. Möglich, dass er austestet, wie es ihm selbst dabei geht. Möglich, dass er sein schlechtes Gewissen beruhigt. Sicherlich hängt er an mir und wir sind ja über die Jahre auch Freunde geworden und teilen vieles. Es bedeutet jedenfalls nicht, dass er mich unsterblich liebt und sich für mich so ändern wird, dass eine Beziehung möglich ist, in der ich nicht via Facebook erfahre, dass er mit der Familie seines Cousins in den Urlaub fahren wird.

Für so eine Art Beziehung bräuchte eine Frau mit ihm einen sehr langen Atem. Einen noch längeren, als ich ohnehin schon hatte. Mr.Bickle hat nochmal ein ganz anderes Zeitgefühl und bis er erkennt, dass er vielleicht doch ganz gern was Festes hätte, hab ich schon die nächsten zwei Männer durch schätze ich.

Freitag, 31. Mai 2013

Was wollen Männer? Falsche Frage. Was wollen WIR?

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich in all den Jahren als Single und in meiner On/Off Geschichte die Beziehungen zwischen Frauen und Männern zu theoretisch gesehen habe, aber irgendwie habe ich ja jetzt doch mal wieder für ein paar Monate quasi 'dazugehört' zu den Frauen, die sich über ihre Männer aufregen. Als Single kommt man da nicht so rein in diese Riege der Vergebenen. Und kann sich höchstens zusammen mit anderen Singles wundern, warum so tolle Frauen wie wir niemand abbekommen. Wobei da schon immer der leise Verdacht im Raum schwebt, dass man die, die man haben könnte, gar nicht wollen würde. Es ist ja prinzipiell immer spannender, die Schaufel vom anderen Kind zu bekommen, als mit der eigenen zu spielen... Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Ehering Männer für Frauen deswegen interessant machen soll, weil damit schon bewiesen ist, dass er einer anderen genügt hat und eine andere ihn haben wollte, also muss was dran sein an ihm.

Eine Kollegin meinte, sie hätte doch etliche nette Männer in ihrem Freundeskreis, alle vergeben, verheiratet, Kinder. Alle toll. Ja, solange du den Kerl nicht zuhause sitzen hast! Denn da kämpft man dann um den Müll und wer die Kinder ins Bett bringt und der Mann ist schon nicht mehr so super. Nach außen, bei einer anderen Frau als der eigenen, ist es immer einfacher, charmant und interessant zu wirken. Im täglichen Nahkampf schleift sich das ab. Vor der eigenen Frau kann Mann nicht brillieren, die wäscht seine Unterhosen. Aber immerhin. Er hat sich drauf eingelassen. Oder? Pärchen so von nahem zu sehen macht mich irgendwie auch nicht schlauer. Was läuft da falsch?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zweierbeziehung eine Daseinsform ist, die sich zunehmend überholt. Früher war der Mann einfach der Ernährer und brauchte die Frau auch, um den Nachwuchs zu sichern. Aber das mit dem Stammhalter ist komplett uninteressant geworden, seit Familien eine völlig andere Form angenommen haben als noch vor 20 Jahren. Welcher Mann kann sich denn noch sicher sein, seinen Nachwuchs auch wirklich großzuziehen und dann im Alter eine Stütze zu haben? Frauen trennen sich, nehmen die Kinder mit, ein anderer Mann kommt dazu, der Sohn spielt dann mit dem Neuen Fußball. Kinder binden noch, aber nicht mehr in dem Maß wie zu Omas Zeiten. Die Verpflichtung ist auch nicht mehr so groß, Frauen haben heute alle einen Beruf, wenn der Mann nicht mehr will, muss er nicht befürchten, dass seine Kinder in Armut enden, wenn er nicht da ist. Das alles macht es einfacher zu gehen.

Und vielleicht auch schwieriger, etwas anzufangen. Denn auch wenn Männer immer stark sind und Gefühle verdrängen, sie haben sie und sind genau durch die erzwungene Stärke weniger in der Lage, mit Verlusten und Versagensängsten umzugehen. Versagen ist ja im männlichen Bauplan nicht vorgesehen. Er MUSS da raus und sein Ding machen. Komme was da wolle. Eine Frau kann sich immer noch aus dem anstrengenden Existenzkampf um Job und Karriere rausziehen, eine Ausbildung zur Feng Shui Beraterin machen. Oder Kinder bekommen. Mann muss weitermachen. Wenn nicht, gilt er immer noch als sozialer Absteiger, Versager oder Weichei. Also warum nicht die Freiheit genießen? Er muss sich ja auch nicht festlegen. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Früher waren die Männer hinter den Röcken her. Der Playboy, der Stenz, legendäre Schürzenjäger, all das gibt es ja nicht mehr. Allenfalls Womanizer oder Bad Boys, hinter denen die Frauen her sind, weil sie Sex, Macht und Abenteuer versprechen und einen Waschbrettbauch oder zumindest Ruhm zu bieten haben. Ja, der Anspruch an die Männer ist auch ein anderer geworden, seit es die Chippendales gibt. Auch SEIN Kapital ist jetzt das Aussehen. Die Blondine, die nur auf Geld und nicht auf Alter und Figur des Herrn achtet, ist inzwischen fast nur noch weit hinten in Russland zuhause.

Die Antwort kann aber jetzt nicht sein, wieder vermehrt Röcke zu tragen und zuhause mit Schürze am Herd zu stehen. Da kommt die Frau ja auch manchmal gar nicht mehr dran, weil der Mann den Jamie Oliver oder zumindest Tim Mälzer in sich entdeckt hat. Die Antwort kann eigentlich nur sein, dass Männer und Frauen neu definieren, was eigentlich Beziehungen heute können müssen. Wofür brauche ich eine Beziehung? Gerade, wenn man dann aus der Familienbildungsphase schon raus ist oder nie drin war wie in meinem Fall. Ich wollte nie Kinder und auch das ist natürlich für Männer schwierig, denn damit entfällt ja eine ihrer Aufgaben. Die, die auch keine Kinder wollen, brauchen auch keine Frau an ihrer Seite. Die können sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und die vielen dankbaren Frauen beglücken, die auf ihren Prinzen warten.

Zweierbeziehung- warum? Und wie? Es kann doch nicht sein, dass Männer uns Frauen ständig am ausgestreckten Arm auf Abstand halten, haben die denn die Hoffnung, dass plötzlich ein Supermodel über das Facebook Profil stolpert und sich unsterblich in sie verliebt? Ist die ständige Option auf etwas möglicherweise Besseres der Punkt? Oder war das Sich Festlegen genetisch immer schon auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und wir befinden uns noch in der Steinzeit?

Ich möchte ja auch nicht den Rest meines Lebens damit verbríngen, mich zu fragen, ob ich es nicht hätte besser treffen können. Ich möchte aber auch nicht mit 60 noch auf der Jagd sein müssen. Und allein alt werden? Ja, es gibt den Freundinnenpakt, den Plan, später als exzentrische alte Damen im Garten rumzuwursteln und ohne lästige Männer Spaß zu haben. Ich denke aber nicht, dass meine körperlichen Bedürfnisse dann einfach weg sind. Und dann noch im Joyclub? Mann Mann Mann....

Samstag, 1. Dezember 2012

Lassen wir uns noch erobern?

Kürzlich hat sich eine Freundin beklagt, dass sich der Mann, von dem sie sich das wünschen würde nicht klassisch um sie wirbt. Und dass ein Kumpel ihr gesagt hätte, er würde ja mit Blumen und Essenseinladungen und Geschenken um eine Frau kämpfen. Hm. Tja, ja wo sind sie denn, die Männer alter Schule, die mit dem Strauss vor der Tür stehen und Pralinen für uns kaufen? Sind die nicht ausgestorben? Zusammen mit denen, die uns ein Leben nur im Haushalt zugestehen? Passend dazu die Klage einer Bekannten, dass ihre Tochter den Falschen geheiratet hätte. Nämlich genau so einen. Der sich mit Handtäschchen und Hündchen und wahrscheinlich paarmal übern Kopf streicheln und jaja sagen den häuslichen Frieden erkauft. Frauchen hat sich geärgert, Frauchen kriegt Blümchen. Mag sein, dass ich mich irre, aber der einzige Kerl unter meinen Männern, der diese Nummer konsequent drauf hatte, war ein absoluter Player, notorischer Betrüger und schlicht gewohnt, Probleme mit Frauen mit Geld zu lösen. Und mit Player meine ich, dass er uns im Grunde gar nicht wirklich mag. Nur die Annehmlichkeiten, die mit Frauen verbunden sind. Sie riechen gut, sie sehen hübsch aus und vögeln kann man sie auch. Und ab und zu muss man sie eben mit Präsenten ruhigstellen.

Um mich muss Mann nicht kämpfen. Ich muss nicht erobert und auf ein Podest gestellt werden. Mir reicht es, wenn ich merke, dass er an mich denkt. Und das merke ich, indem er Zeit aufbringt, die er eigentlich nicht hat, um süße Mails zu schreiben, etwas für mich herauszufinden, meine Mails liest, sich ehrlich Gedanken über mich macht. Wenn er weiß, was ich WIRKLICH mag, was mir wichtig ist und wenn er mich als Freundin auf Augenhöhe sieht. Wenn er sein Leben mit mir teilen möchte und er sich nervös fragt, ob ich ihn gut finde, wenn ihm wichtig ist, dass ich IHN sehe und so mag, wie er ist. Wenn er mich nah an sich ranläßt und keine Pralinenschachtel zwischen uns kommen läßt.

Ich finde es gut, wenn er meinen Tee mitbezahlt, mich heimfahren will, solche Sachen eben. Klar hatte der Player genügend Geld, um ganz viele Frauen zu 'erobern'. Aber er sieht die dann eben eher als Kerbe in der Bettkante als als jemand, der sein Leben beeinflussen kann. Solche Männer nehmen uns nicht ernst. Die sehen uns als etwas, was man haben will, damit es kein anderer bekommt. Die stecken noch in alten Rollenbildern fest. Und so charmant es auch ist, die Tür aufgehalten und Geschenke zu bekommen, irgendwie fühle ich mich dabei immer unwohl. Ich hinterfrage die Motive und wittere sofort die Fesseln einer klassischen Beziehung. Und dazu bin ich einfach zu selbständig. ich führe seit 20 Jahren ein absolut eigenständiges Leben, seit 14 Jahren hatte ich keinen festen Freund, der mir irgendwie dreingepfuscht hätte. Wohl auch, weil ich so eigenständig und unabhängig bin, weil die Kerle mit ihren erlernten Methoden bei mir auf Granit beissen. Ich ignoriere sowas schlicht. Mich kann man nicht bestechen. Ich will den Menschen, ich will seine Seele, ich will einen Partner auf Augenhöhe, der mich nicht mit Spirenzchen versucht, niedlich und klein zu machen, damit er irgendwie damit umgehen kann.

Ich war immer ein großer Fan von Simone de Beauvoir. Ihr Modell mit Sartre, sich zu lieben, aneinander zu wachsen und sich nie komplett in die Bequemlichkeit der Zweierbeziehung fallenzulassen, das hat mich fasziniert. Leider war der gute Jean-Paul auch nur ein schwacher, verführbarer Mann, der sich aus den Scharen seiner Anhängerinnen im Alter immer wieder eine besonders labile ausgesucht und sie komplett von sich abhängig gemacht hat. Die Qualen von Beauvoir, mitansehen zu müssen, wie ein großartiger Geist seine Macht dazu mißbraucht, andere nach seiner Pfeife tanzen zu lassen um sich selbst zu erhöhen, müssen furchtbar gewesen sein. Dieser große Mann der französischen Existenzialisten reduziert auf einen geilen alten sadistischen Bock- arme Simone. Sie hätte ihr Glück mit ihrer Liebe in Amerika zulassen sollen. Trotz allem birgt dieser intellektuelle Ansatz eine große Inspirationsquelle für moderne Beziehungen. Unser Leben hat sich verändert, nicht mehr nur die Männer brauchen Unterstützung im Job und jemand, der ihnen den Rücken freihält. Und ich glaube, wenn wir das von einem Mann erwarten, dass er uns genauso trägt wie früher die Frau ihren Ehemann, dann können wir nicht gleichzeitig erwarten, dass er uns mit Blumen zu Füßen liegt. Der hat besseres zu tun! Nur wir müssen eben dann auch akzeptieren, nicht mehr Prinzessin sein zu können, sondern ganz Frau zu sein und erwachsen und einfach wir selbst. Ohne Schnickschnack, der von uns ablenken könnte. Nur wir. Das muss reichen

Sonntag, 7. Oktober 2012

Eigentlich komisch...

...dass ich hier sitze und lache oder? Aber ich amüsiere mich grade prächtig. Überkompensation? Nein, nur die Vorstellung, wie ein völlig überforderter Mr.Bickle mit den Vorbereitungen seines nächsten Bergdrehs, meiner Ansage und seinen Bedürfnissen kämpft. Und ich hier? Ich denke, ich mache mir mal wieder nen Kopf um nichts. Und das ist auch zum Kichern. Hatte nur kurz einen Anfall von 'der soll an mich denken da beim Dreh' und hab ihm eine Mail geschickt, bezugnehmend auf eine Fantasie von mir. Und ihm. Aber nichts zum Thema Liebe. Die Blöße geb ich mir nicht. Aber wird der sich wundern, wenn er sich denn traut, die Mail überhaupt zu lesen. Ich dreh immer noch nicht durch. Ich quengle nicht. Ich ruf nicht an. Nein, ich lass ihn laufen. So weit er eben kommt mit nem Ständer! Und dann sehen wir mal, was da kommt. Oder wer *flöt

Also so fühlt es sich an, wenn man erwachsen ist und mit seinen Gefühlen umgehen kann. Ja, ich liebe ihn. Und das ist gut so. Also, dass ich das jetzt einfach so akzeptiere. Und wir hatten jetzt sehr geile Monate, der erste Flash ist durch, die Schmetterlinge, die haben sich beruhigt und auch wenn ich nach wie vor auf der Bicklewolke dahinschwebe, komme ich doch zumindest in Bodennähe, wenn nötig. Und auch das ist schön. Ich muss nicht mehr angespannt auf Nachrichten warten, weil sie bis jetzt immer gekommen sind. Und dass er keine Lust hat, sich Fragen anzutun, auf die er keine Antwort hat, naja. Es gibt Männer, die müssen das bequatschen. Und machen einen damit ganz wuschig bei den vielen Volten und Haken, die sie so einbauen. und es gibt Männer, die brüten das alleine aus. Da kriegt frau nur das Ergebnis präsentiert. Wie ich grade anhand zweier Beispiele bei Freunden sehe, ist die Variante 2 die Entspanntere. Denn statt mich verwirren zu lassen, kann ich bei mir bleiben und bei dem, was ICH wirklich fühle. Sonst müsste ich womöglich täglich neu hoffen, wieder resignieren, hoffen, resignieren, usw. Ich habe beschlossen, dass keine Antwort in Mr.Bickles' Fall die beste Antwort ist. Neben 'Ja, ich habe meine Freundin verlassen'.

Denn wenn er nicht mehr wollte, hat er das relativ schnell abgehandelt. Kaum ging's in Richtung feste Beziehung, kam die Nachricht. DIE Nachricht. Und meine Mail heute? Hey, ne Frau, die dir sagt, dass sie dich liebt. Die dann nur kurz nachfragt und sich dann wieder auf's Wesentliche beschränkt, weil sie genauso von eurem Sex besessen ist wie du-lieber Mann, was willst du mehr? Ich möchte bitte bitte auch nicht hören, was sie hat, was ich nicht habe. Ich will so wenig wie nötig wissen. Ich könnte es ja falsch in eines meiner 4 Ohren bekommen. Am Ende muss ich noch drüber nachdenken, was sie hat, was ich nicht habe. Gut. Nen Hund. Und ihn. Zumindest offiziell. Aber ich hab das andere Ende der Wahrheit in meinen Händen und das war mir immer das liebere.

Ich hab keine Ahnung, was daran jetzt komisch sein soll. Aber vielleicht ist es ja das gute Gefühl, die Geschichte endlich mal lang genug reifen gelassen zu haben. Lange genug, dass ich jetzt weiß, ich brauch ein paar Monate, bis ich was Festes will. Ich kann mich auf jemand einlassen. Ich habe meine Gefühle, nicht meine Gefühle mich. Und ich habe EINMAL, einmal in 4 Jahren das verdammt Scheißrichtige getan! Ich habe diese Affäre nicht durch den Zwang, das Gefühl der Ungewissheit nicht aushalten zu können, zerstört! Ich bin echt stolz auf mich. und anscheinend ist das wie bei einer Konfrontationstherapie. Je öfter ich jetzt der Anspannung standgehalten habe, desto einfacher wird es. Einmal durch die Erfahrung, dass sich die Spannung löst, wenn man sich ablenkt. Und dann durch die Erfahrung, dass er das Richtige tut, wenn man ihn nur läßt. Und ich würde mich nicht wundern, wenn er den Zeitraum, den ich als lang einstufe, nur für einen kurzen Rutsch hält. Nicht nur 4 Ohren, auch 2 Zeiten.

Also. ich sitze völlig entspannt hier, weil ich den Ball an den Kapitän meines Herzens abgegeben habe, selber nichts mehr tun muss und in Ruhe abwarten kann, ob er sich entscheiden kann und will. Er wird es mich wissen lassen. Spätestens wenn er im Schnee auf dem Berggrat steht, wird er an mich denken. 

Wartet...

Na da hab ich wohl nen ordentlichen Punch gelandet, bei meinem Teilzeitboxer. Solarplexus? Jedenfalls kein Wort, nichts von ihm seit Mittwochabend. Wow. Allerdings auch nicht die übliche 'du, ich hab dich wirklich sehr gern, aber für mehr reichts nicht' Mail. Und ich habe immer noch ein gutes Gefühl. Auch wenn ich ihn brutal in die Realität katapultiert haben sollte, es hat so gut getan, es endlich loszuwerden! Ich kam mir schon ein bisschen unehrlich vor, so wie in den Jahren zuvor, dieses Abwarten, ob sich was tut, dieses fröhliche Freiheitsstreben meinerseits. Ja, auch ich wollte alles, ihn und doch noch schauen, was sonst noch geht. Bloß nicht festlegen, weil unter Umständen Ablehnung und Schmerz droht. Sich so halb drauf einlassen und dann doch nicht. Und nein, das ist jetzt keine Entschuldigung für ihn, ich muss ihn nicht beschützen und auch nichts beschönigen. Ich hätte von Anfang an auf Ganz oder Gar Nicht bestehen können. Und damit den wunderbaren Sex riskieren. Hätte mir einen anderen suchen und eine echte Beziehung aufbauen können. Alles nicht gemacht, also kam mir dieser Schwebezustand grade recht. Aber alles haben wollen und die Freiheit behalten, das funktioniert nicht mehr, denn meine Definition von 'Alles' hat sich wohl geändert. So praktisch es war, dass er nie bei mir geschlafen hat, weil ich dann MEIN Bett und MEINEN Rythmus beibehalten konnte, so gern hätte ich ihn jetzt da und würde ihm ein Frühstück machen.

Und ich bin nicht so naiv, dass ich denke, er wüßte das alles nicht. Der Mann ist aufmerksam und kennt aus den vergangenen 4 Jahren meine ganzen Sprüche. Und jetzt so eine Kehrtwendung. Gut, da war er jetzt bissl naiv und dachte wohl, es ginge ewig so weiter. Jetzt ist wieder klar, was wir da eigentlich tun. Wir haben eine satte Affäre, er betrügt seine Freundin und hat 2 Frauen an der Backe, die Forderungen stellen. Beide, und auch das weiß er, berechtigte Forderungen.



Und da gibt es dann noch das 4 Ohren Modell: http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell
Frei nach der Redensart, ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du hörst. Deswegen ist es so wichtig, bei wichtigen Ansagen echt nur das zu sagen, was man tatsächlich meint. Und auch so schwierig. Man kann nicht die ganzen Subtexte des Gegenübers mitdenken, aber auch die eigenen sind tricky. Am besten, man überprüft das per Selbstgespräch und hört nach, was es bei einem selbst auslöst. Oder man hat gute Freunde, an denen man das testen kann. Kann man nicht für jeden Furz machen, Und wenn man echt ist und authentisch bleibt, dann sollte das auch funktionieren, aber das Bild beschreibt echt haargenau, wie er es verstanden haben könnte:

Von Wikicommunity-Mitglied http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mussklprozz

         
Wie steht sie zu mir? Das fragt er sich sicher. Worüber spricht sie???? Läuft doch ganz gut, warum ändern? Naja, sie hat schon Recht, so kann's nicht ewig gehen. Ich will aber, dass es ewig geht! Will mich nicht entscheiden, will keiner von beiden weh tun. WAS WILL SIE VON MIR???????? Ist doch nur ne Affäre! Wieso kommt sie mir jetzt mit Gefühlen? Obwohl, ist auch ganz schön, dss sie mich liebt. So eine hübsche sexy Maus....

Tja. Bleibt noch eins: Was offenbart sie über sich? Wie kam das bei ihm an? Stark? Bedürftig? Klein? Groß? Auf jeden Fall hat er sich ganz schön festgehalten an mir. War nah und hat es zugelassen.

Früher hätte ich jetzt so lang nachgehakt, wäre ausgeflippt und hätte damit nachhaltig bewiesen, dass man mir nicht ganz über den Weg trauen kann. Jetzt sitze ich hier, sonne mich in dem wunderbaren Gefühl, ihn lieben zu können und kann abwarten. Klar ist es nicht schön, so lang nichts von ihm zu hören. Was aber, wenn eines seiner Ohren meine Liebeserklärung als Ultimatum verstanden hat? Erster Instinkt: Ich muss ihm sagen, dass es so nicht gemeint war! Dass er Zeit hat, dass ich nicht sofort weg bin. Aber dann: Halt, Moment, was, wenn er das so schon ganz richtig verstanden hat? Hab ich meinen eigenen Subtext übersehen? Denn eigentlich meinte ich es genau so: Ich liebe dich. und wenn du nur noch mit mir Sex haben willst, aber keine Beziehung, mit ihr die Beziehung aber keinen Sex, was soll der Scheiß? What the fuck? Das macht null Sinn und bitte, wie soll das gehen? Also krieg den Arsch hoch und tu was. Ganz ehrlich, er muss nicht wissen, dass ich noch nen Monat Frist habe. Bisschen Druck braucht er. und schön, wenn er ihn sich selber macht. Dann kann ich nämlich ganz unschuldig mit meinem schönsten Augenaufschlag sagen 'Baby, aber ich bin doch da, ich hab dich lieb, ich geh nirgendwohin.' AUSSER MIT DIR DU VOLLTROTTEL! Hihi.

Ich kann es selber kaum glauben, aber es geht mir gut! Und nicht, weil ich drauf warte, dass er Schluß macht und ich dann wieder meine uneingeschränkte perserlose Freiheit geniessen kann. Ach ja, ich fühle ihn seit Tagen, wie er an mich denkt. Eine Wolke von Zuneigung hüllt mich ein. Vielleicht ist es ganz einfach eine Frage des Vertrauens darauf, dass er mir nie absichtlich weh tun würde. dass er mich wirklich sehr gern hagt. Und dass ich mich nicht in Arschlöcher verliebe.

Ups. Und wie's Amor will, ich hab mich nicht getäuscht. Er ist wach, auf fb und scheint tatsächlich grade an mich zu denken. Dumdideldum


Donnerstag, 4. Oktober 2012

Freiheit an sich

Oh
mein
Gott!

Ich hab's getan! Ich hab's echt getan! Ich habe ihm gesagt dass ich ihm liebe. Aber wenn er auch sagt, ich könnt ihm alles...Und vorher, während unseres wunderbaren Sexes, da hatte ER angefangen, von wegen, ihm würde es reichen, nur noch ausschließlich mit mir Sex zu haben. Und ich hab ihm gesagt, dass mich auch kein anderer mehr interessieren würde, hätte ich nur ihn immer. Also nur wir beide noch. HALLO? Merkt er selber, was er da sagt? Klar besteht eine Beziehung aus mehr als Sex, aber grade für so körperliche Menschen wie uns beide ist das doch mit das Wichtigste! Eine Beziehung, in der ich diesen Teil von mir nicht ausleben könnte, hätte nicht lange eine Chance. Jemand, der mich so anmacht wie Mr.Bickle hat mich dagegen echt am Wickel. Das reimt sich! Und alles was sich reimt ist gut, sagt der Pumuckel!

Und während ich mich in meinen bisherigen Beziehungen allein auf den Sex verlassen habe, und darauf, dass der jeweilige Mann schon verückt genug nach mir ist, habe ich so langsam das Gefühl, dass ich diesmal auch wirklich meine Freiheit hingeben und mich öffnen kann. Vor allem, wenn der Mann auch noch nachfragt, was ich so tun werde, wo ich sein werde, wie ich arbeite...

Freiheit. Ja, ich würde meine heißgeliebte Freiheit dreingeben. Ich dürfte dann nicht mehr Männer mit Hut auf der Straße aufreissen und wild mit denen rumknutschen. Ist das jetzt echt ein Verlust? Oder ist es nicht viel mehr der Gewinn einer ganz anderen Freiheit? Derer nämlich, die ich früher hatte, als ich mich nicht wirklich für das Thema Mann und Partnerschaft interessiert habe. Jung genug um zu denken, das würde sich dann schon ergeben. Ich war nie viel aus, hab nicht geflirtet und hatte am Set beim Dreh ja auch immer einige Exemplare zur Auswahl. Also habe ich Männer nicht vorwiegend als MÄNNER, als potenzielle Partner gesehen, sondern einfach als Menschen. Hab mich mit ihnen unterhalten ohne zu flirten und bin gut mit den Jungs ausgekommen. Hatte viele Verehrer, die ich meist nicht ernst genommen habe und dank einer bitteren Trennung und meiner Depression habe ich unglaubliche 5 Jahre komplett ohne Sex gelebt. Und je mehr Sex ich habe, desto weniger depressiv bin ich. Obwohl das so auch nicht schlüssig ist, hatte ich doch in der Beziehung zur Zeit der Depri auch ziemlich viel davon.

Freiheit. Die, die ich gewinnen würde ist die, nicht mehr rausgehen zu müssen um mir einen Partner zu suchen. Nicht mehr Männer abchecken, nicht mehr auf der Jagd sein zu müssen. Ich könnte wieder ganz entspannt und ohne Ziel einfach mit dem Menschen reden. Neulich im Bierzelt waren da wieder Schotten. Im Kilt. Steh ich ja drauf. Und guess what? Es war nett, mit denen zu plaudern, ihnen beizubringen, wie man einen Maßkrug richtig hält und einfach nur Spaß zu haben. Ohne den Gedanken, ob der mich mal anrufen würde. Natürlich auch, weil die Jungs nicht hier leben, aber auch so, ich hatte kein weiterführendes Interesse. Für mich habe ich meinen Traummann gefunden. Basta. Wenn der jetzt auch noch zu mir findet, ganz und gar, dann hab ich die Freiheit, den Abend lang gemütlich auf meiner Couch zu liegen und fernzusehen-und trotzdem einen Kerl zum Ficken danach, zwischendurch und überhaupt. Mehr will ich nicht! Das ist der beste Sex, den ich bis jetzt hatte. Klar kann irgendeiner um die Ecke kommen, der noch einen Trick mehr auf Lager hat, but who fucking cares? Und den Humor, die Intelligenz und die liebevolle Art, die muss der dann ja auch noch erst haben. Was bitte ist den an Suchen frei? Nach meinen Erfahrungen im Joyclub ist auch die Geschichte abgehakt, dass ich nie wirklich viele verschiedene Männer durchprobiert habe, hab ja spät angefangen und war echt brav, und dann die besten Jahre auch noch ans Depressionszölibat verschwendet, das saß noch so drin, das wollte ich noch loswerden. Ausgetobt.

Also, entschieden. Ja, ich will!

Samstag, 29. September 2012

Schweigen hilft

So gut es tut, hier tagebuchmäßig meinen Scheiß abzuladen-mal eine Woche mit niemandem drüber reden, keine andere Meinung zu hören und ganz allein auf mich gestellt in mich reinzufühlen hat gutgetan. Und ich habe mich erinnert, mal eine Deadline gesetzt zu haben für die Dauer einer Affäre. Dieser Affäre. Wie lange möchte ich in zweiter Reihe stehen und zwar vielleicht in seinen Gedanken großen Raum einzunehmen, nicht aber in seinem Leben? Und ich hatte mir 6 Monate gegeben. So ab dem Zeitpunkt, ab dem es ernst wurde, nicht nur ein paar heiße Nächte, sondern etwas, was andauert. Das war denke ich so an Mitte Mai. Heißt, ab November darf er sich noch in meinem Leben rumtreiben, aber nicht mehr in meinem Bett. Dann hat er zwei Frauen, von denen keine mit ihm schläft. Ich werde dann auch nichts mehr erwarten. Ihn ganz auszulöschen wird mir nicht gelingen fürchte ich, aber das Projekt Beziehung und er, das wird dann Geschichte sein. Ohne Groll, ohne Hass, habe ich mich doch freiwillig hierauf eingelassen. Es fiel mir auch lang leichter so, so unbeständig, so ungebunden. Ich schätze den Gedanken, dass man jederzeit kommen und gehen kann, sich nicht abhängig macht von einem anderen Menschen, von der Zuneigung eines anderen Menschen. Die ja so schnell weg sein kann. Und ich überdenke die ganzen kritischen Situationen in den letzten Monaten, in denen ich mit Sicherheit wieder sofort alles kurz-und kleingeschrieben und ihn wieder in Grund und Boden verdammt hätte. Ja, er ist keiner, der sich jeden Tag meldet. Also, wenn er Streß hat. Wenn er Zeit hat, dann meldet er sich ständig. Das zu kapieren und zu akzeptieren hätte ich nicht geschafft, wenn ich nicht immer leicht schmollend alles auf die Formel 'wir haben keine Beziehung und er hat eine Freundin' zusammenrechnen hätte können. So albern das klingt, das hat mir die Freiheit des Nicht-Handels gegeben. Ich mußte nicht etwas einfordern, das vielleicht gar nicht so wichtig ist und damit all das Schöne und seine lieben Gedanken an mich kaputtmachen.

Irrer Gedanke. Seine Beziehung hilft mir, mich auf ihn einzulassen. Zu verstehen, dass dieses Sich Nicht Melden per se nichts Schlimmes ist. Dass er dann auch leicht genervt ist, wenn ich zu drängend werde. Mir kurz grollt, aber TROTZDEM WIEDERKOMMT. Und ja, das ist ein Konzept, das mir dank einer latenten Persönlichkeitsstörung fremd ist. Ganz oder gar nicht heißt das bei mir. Entweder ich finde einen Menschen gut. Oder mich stört was und dann ist die Person auch im Ganzen Scheiße. Und dann lauf ich weg, weil ich mit so einem Kerl nix zu tun haben will. Weil ich nicht verstanden habe, dass der mich trotzdem mag, auch wenn ich ihn nerve. Danke dafür Papa...

Ja, er kommt immer wieder. Auch wenn er sich 2 Tage nicht meldet. Und dafür dann beleidigt bei MIR nachfragt, ob ich nicht mehr mit ihm reden würde. Nur weil er im Ausland meine Mails nicht bekommen hat. Ha! Kann er mal sehen, wie das ist! Auch wegen sowas weiß ich, dass ich in seinen Gedanken bin und er mir nahe sein möchte. Trotzdem werde ich mich als Geliebte nicht einrichten. Je besser ich das hinkriege, mit dem mich-auf-jemand-einlassen, desto sicherer werde ich mir darin, dass ich das will, fest, mit ihm. Wie oft findet man denn schon den, von dem man nach einer halben Stunde ahnt, dass der der Richtige sein könnte? Der dir richtigen Fragen stellt, die richtigen Sachen sagt, klug und charmant ist, witzig und der MICH durchschaut, so weit, wie ich es ihm erlaubt habe bis jetzt und bei dem ich das Gefühl habe, je mehr ich von der echten Lizzie zeige, der kleinen, lieben, etwas unsicheren Lizzie, desto mehr mag er mich. Ja, dass ich jetzt schon einige Male geschafft habe, meine echten Gefühle preiszugeben und er ist IMMER noch da, das haut mich echt um. Und jetzt geht Weglaufen nicht mehr. Oh, das war sooooooooooo einfach. Er macht was falsch, ich bin im Recht und recht empört und er möchte aber auch so gar nicht drüber reden? NEXT! Zu kompliziert, wird eh nie was, also hau raus die Mail, auf die er wieder bockig reagieren wird und wieder Schluß machen. Und dann mit bisschen Abstand den nächsten Versuch.

Als er das erste Mal Schluß gemacht hat, lag er Tage im Bett und musste Jobs absagen. Wir beide kommen einfach mit diesen extremen Gefühlen nicht klar. Dabei ist es so einfach. Mein Bauch sagt mir, das könnte dieses richtig große gute 'für immer' sein. Nicht einfach nur ein Lebensabschnittsgefährte. Der mann für den Rest vom Leben.

Mittwoch, 19. September 2012

Traum. Traumhaft

Mein Unterbewußtsein hat mir die Antwort auf meinen pessimistischen Anfall gestern gegeben. Im Traum heut morgen. Da stand Mr.Bickle vor meiner Tür. Wobei ich eigentlich bei meinen Eltern war. Und als er seine Jacke aufgemacht hat, war sein Oberkörper nackt. Ich habe das interpretiert als Symbol dafür, dass er bleiben wollte. Und so war es auch. Er war da, bei mir, gekommen um zu bleiben.

Wouw. Hat mich sogar im Traum ganz schön verwirrt. Wenn ich daran wirklich glauben würde, würde ich wahrscheinlich wieder Angst bekommen. Blöd, weil es ja das ist, was ich mir wünsche. Denn das wär's dann gewesen. Für mich. Forever and a day. Mr.Bickle für immer. Ich will keine Beziehung, die mal so ein paar Jahre hält und wenn's nicht mehr spannend ist sucht man sich was Neues. Ich bin da echt altmodisch. Mein Baby gehört zu mir. Für immer! Mich auf jemand einzulassen, das mache ich nur, wenn ich kein Ende sehen kann. Alt werden will ich dann mit meinem Mann. Mein Leben mit ihm planen. Kein Einzelwesen mehr, zwei Menschen, die irgenwie ein gemeinsames Ziel haben, sich verbinden und auch nicht beim ersten Problem aufgeben.

Ich habe es leise aber unmissverständlich eingefordert. Ich glaube, er kämpft. Dreht, ist im Streß, und hat gestern erstmal wieder nicht auf meine Nachrichten reagiert. Das heißt nicht, dass er mich nicht mehr mag, das habe ich inzwischen verstanden. Es heißt, er hat momentan keine Antwort für mich. Und er ist echt nicht der Typ, der drüber redet, dass er mir eigentlich nichts zu sagen hat. Und wenn er was weiß, dann teilt er mir das genau dann auch mit. Und ich bin mir nicht sicher, ob drüber reden wirklich Sinn macht. Ja, ich bequatsche das Ganze ja auch mit meinen Mädels, denen, die in einer ähnliche Situation stecken. Danach bin ich immer eher negativ und nach den Büchern hab ich ja auch keine Chance. Da bleiben die Kerle fast immer bei den Frauen, mit denen sie zwar nicht glücklich sind, die aber verstanden haben, ihnen eine Verbindlichkeit abzufordern. Da geht es noch nicht mal um die Herzensgefühle allein. Da geht es auch um die Hoffnungen und Wünsche, die man an diese Beziehung geknüpft hatte. Die Träume mit dieser Person wahrmachen zu wollen.

Vor Jahren war ich auch in dieser Situation. Ein Mann bei Stuttgart, einer in München. Eigentlich ganz praktisch. Nur war der aus Stuttgart dann kurz davor, wegen mir nach München zu ziehen statt nach Berlin, wo er auch hingehörte, so dass ich fair sein wollte. Und hab mich für den Münchner entschieden. Der meinem Idealbild Mann eher entsprach. Heute weiß ich, dass der andere meiner Seele besser getan hat, er hat mir ein ähnliches Freiheitsgefühl gegeben wie Mr.Bickle jetzt und ich fühlte mich wie eine wirklich tolle Frau. Der in München war mein Wiener, und der hat mich, wie meine beste Freundin sagte, 'dunkel' gemacht. Mein Strahlen erlosch und ich verlor mich in der Depression. Bei ihm hatte ich immer das Gefühl, unzulänglich zu sein. Ein bisschen zu naiv, nicht intellektuell genug. Das ließ mich verstummen und bis heute kann ich einem Mann nur schwer sagen, was mich bewegt, weil ich von ihm da gerne zynische Kommentare bekommen hatte. Er hat's nicht bös gemeint, aber für meine zarte Seele war der nicht gut.

Also. Im Traum war er bei mir und ich bin damit überfordert gewesen. Und wach kann ich es mir nicht vorstellen, dass eine so verkorkste Geschichte mit soviel Ballast zu einer echten Partnerschaft führen kann. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, nicht mit ihm zu sein. Mit genug Liebe kriegen wir das hin?

P.S.: Gestern habe ich dem Schicksal die Chance gegeben, mir den anderen Schwabinger nochmal über den Weg zu schicken. Hab mich in der Gegend ins Café gesetzt, wo er wohl arbeitet. Denn etwas Neues, Unbelastetes wär auch schön. Allein, er lief nicht vorbei. mein Mann mit Hut bleibt verschollen.

Freitag, 14. September 2012

Klischées über Männer

Verdammt, manche davon stimmen sogar. Nicht dass ich Expertin wäre, dafür hatte ich zuwenig Beziehungen und wenn dann mit Exemplaren, die DEUTLICH aus der Reihe fallen. Und der erste Mann in meinem Leben, na der ist eh ein Sonderfall. Der Witz, Männer würden schon machen, um was man sie gebeten hätte, es wäre nicht nötig, sie alle 6 Monate zu erinnern? Sag meinem Vater, du hättest gern eine Frühstücksterrasse und er bewegt X Tonnen an Material, um die Tochter glücklich zu machen. Ja, Mama und ich überlegen dreimal, ob wir etwas wirklich brauchen, denn Wunsch einmal geäußert, ist das Ding am Laufen.

Nur das mit dem Verdrängen, das können sie gut. Besser als Frauen fürchte ich. Und auch Mr.Bickle schiebt eine Entscheidung vor sich her. Irgendwie könnte sich ja alles von selbst lösen oder? Nicht??? Menno! Als ich gestern anfing, dass ich ihn nicht mehr so gern teile, da wollte er wieder mit Shhhhh versuchen, mich zum Stillhalten zu bringen. Vorher schon hatte ich ihm einen kleinen Seitenhieb untergejubelt, auf den er richtig reagiert hat. Ich hatte ihm unterstellt, halb scherzhaft, er würde ja nur des Sexes wegen. Darauf er, dass ich wohl wüßte, dass dem nicht so wäre. Natürlich weiß ich das.

Ich hab also geredet. Ihm einfach gesagt, dass ich nicht mit auf die Wiesn gehe, wenn ich so tun müßte, als wäre da nichts. Und genau so hat er sich das nämlich vorgestellt. Er will einem Freund unterjubeln, ich wär nur die Ex, mit der er noch gut kann. Mein leiser Spott: Als ob man uns beiden das nicht an der Nasenspitze ansehen würde. Mußte er dann auch zugeben. Aber so stellen sie sich das vor. Einfach weitermachen, so tun als ob nichts wäre und dann kommt aus dem Blauen heraus irgendwann die Lösung. Normalerweise ist es dann eine der Frauen, die beschließt dass es ihr reicht. Ich hab ihn dann noch ein bisschen aufgezogen, dass es wohl das Orientalische in ihm wäre, dass er einen Harem wollte. Und ob er denken würde, dass das so bis in alle Ewigkeit ginge. Die Idee mit dem Harem und den Genen fand er gut, aber natürlich wäre ihm klar, dass es nicht ewig gehen würde.

Also greift das Klischee, dass frau den Kerl ein bisschen unter Druck setzen muss. Damit sich was bewegt. Sie darf nicht hoffen, dass er es von selbst erledigt. WISSEN tun sie es, allein, es fehlt der Antrieb, der Leidensdruck. Und schließlich will er unbedingt, dss ich diesen und dann auch noch einen anderen Freund von ihm kennenlerne. Es werden immer mehr. Und auf die Wiesn will er auch unbedingt mit mir, dann halt alleine. Wenn er all das will, muss er sich überlegen, mit welcher seiner Frauen er glücklicher ist. Und ich werde immer klar bleiben darin, dass ich mehr von ihm will. Ich werde nicht böse werden, wenn er sich nicht sofort entscheidet, aber ihm immer wieder klarmachen, dass ich auf Dauer nicht glücklich sein werde, dass ich mich mit ihm verstecken muss. Auch ich will ihn herzeigen, mit ihm meine Freunde treffen und einfach mein Leben mit ihm teilen. Und ich möchte, dass er bewußt eine Entscheidung trifft. Nicht vielleicht wartet, bis sie die NAse voll hat und geht oder es am Ende sogar rausfindet. Nein, diese Lösung wäre nicht fair von ihm und das könnte ich schwer respektieren.

Große Worte, aber ich glaub ich krieg das hin, das mit dem Leben teilen! Wir reden. So über ganz normale Dinge. Schuhe, Arbeit, er fragt mich um Rat. Ich ihn. Das fühlt sich gut an. Macht mir auch wieder ein bisschen Angst, weil es so nah wird, aber mit ihm geht das. Noch muss ich nicht weglaufen. Vielleicht ganz gut, wenn er noch wartet mit der Entscheidung, nicht dass ich wieder Panik bekomme und ausflippe und ins alte Muster zurückfalle, dass ich ja doch keine Beziehung kann und lieber allein bleibe usw. Was für einen Scheiß man sich selber einreden kann...

Donnerstag, 6. September 2012

Was 'Er steht einfach nicht auf mich' wirklich heißt

Eben erst hatte ich ja relativiert, versucht zu erklären, dass Einer manchmal nicht auf uns zu stehen scheint, alle von Greg's Kriterien erfüllt sind, der Kerl partout nicht anrufen oder sich gar binden will, da ist mir aufgefallen, dass er dann doch in jedem Fall Recht hat. Und ja, ich gebe dem Mann gerne Recht, ne starke Frau gibt zu, wenn sie nicht im Besitz der allein gültigen Wahrheit sich befindet.

Also, Greg hat natürlich auch bei Mr.Bickle Recht. Und nein, keine Panik, der liebt mich anscheinend wirklich. Aaaaaaaaaaber, dass er in mich verliebt ist, das hat er mir damals schon gesagt. Und es auch so gemeint. Denn ja, es gibt tatsächlich Männer, die meinen was sie sagen und die dann enttäuscht sind, wenn wir an ihnen zweifeln. Also. Er also in mich verknallt. Und so beeindruckt, dass er sich nur äußerst vorsichtig näherkommen traut. Und ich? Sobald er einen Schritt auf mich zumacht, zack, verlange ich den nächsten. Und das, obwohl ich selber nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist und angesichts des Gefühlswahnsinns kurz vorm Durchdrehen bin. Ja, auch wenn er nicht viel redet über das Thema (sonst schon!), das hat er mir dann doch gesagt. Vor ein paar Wochen. Und dass er sich ja auch hätte drauf einlassen können. Damals hat er es per SMS versucht zu beenden. Allerdings klang das nach einigen E-Mails nicht mehr ganz so sicher und eine Freundin mit guten Instinkten meinte damals schon, dass das so gar nicht klingen würde, als wollte er wirklich Schluß machen.

Also was kann einem Mann im Weg stehen? Was hält ihn davon ab, sich nach dem Büchern zu verhalten und das zu tun, was verliebte Männer angeblich so tun?

WIR

Ja, wir. Wir erwarten nämlich den buchstabengetreuen Ablauf und wehe, er schreibt nicht jeden Tag oder ruft nicht an oder nicht zurück. Klar gibt es Männer, die die darauf folgenden Beschwerden geduldig entgegennehmen und sich erklären. Aber es gibt eben auch die, die sich denken, ob es denn nie reichen wird, was sie uns bieten. Und genau das war wohl unser Problem. Sein Spruch immer: Ich habe dir nichts zu bieten. Untertietel: Nicht DAS, was du forderst. Oder zu fordern scheinst. Denn da liegt der Haken, manchmal fordern wir gar nicht so verdammt viel, aber es kommt so rüber. Und manchmal sind wir einfach so unklar mit unseren Forderungen, dass er überfordert ist.

Und wenn man eine Frau ist, die gut aussieht und was im Kopf hat, kann ein Mann, der nicht so selbstsicher ist wie er sich vielleicht gibt, schon mal vorbeugend den Rückzug antreten. Oder er tritt erst gar nicht an. Mit Mr.Bickle war es schon zäh anfangs. Und bis heute braucht er die Bestätigung, dass ich tatsächlich IHN meine. Ihn und keinen anderen. Eifersüchtig machen hat trotzdem funktioniert. Er hatte tierisch Schiß in der Bux, dass ich ihm mit Tommi durchbrenne, und ich mache auch keinen Hehl draus, dass da extreme Gefühle im Spiel sind, aber dass der Mann für mich nicht infrage kommt, weil er mich nie so nehmen würde wie ich bin. Und allein diese Aussage hat wohl viel in Bewegung gebracht. Auch eine Frau wie ich möchte schlicht so geliebt werden wie sie ist. So sexy und klug und exzentrisch und eigen und selbständig wie ich nun mal bin. Auch ich will einen Arm um mich. Oder wie ich es neulich formuliert habe, ich hätt auch mal gern einen zum in den Biergarten gehen.

Und da war sie: Eine konkrete Forderung! Ich will mit meinem Kerl in den Biergarten gehen. DAS ist einfach, das verstehen Männer. Ich brauch nur deine Hand, das ist zu schwammig. Ausser, ich füge hinzu, DA, auf meiner Muschi. Dann isses auch wieder klar. Aber einfach so? Wozu? Was? HÄH??? Genauso wie 'bring mir was mit'. Hm. Nein, ein 'Falls dir ein Bier übern Weg läuft, ich hab Durst' klappt viiiiiiiiiiiiel besser. Und sicher, frau kann immer versuchen, neue Denkschubladen für ihren Mann anzulegen. Mein Coach hat das so schön erklärt. Männer haben ganz wenige Schubladen fürs Denken. Und wenn frau nun mit nem Thema ankommt und sich ausheulen will und ein Problem hat, macht Mann die Schublade 'LÖSEN' auf. Und frau wird wütend, weil er immer mit so doofen Vorschlägen kommt und quasi verlangt, dass sie das Problem, naja, löst. Dabei will sie doch nur, dass er sie in den Arm nimmt, zuhört und sie tröstet. Die Chefin genauso doof findet und anbietet, dem Kollegen eine zu semmeln. Aber wie jetzt dem Kerl ne neue Schublade basteln? Schlicht, indem frau exakt ihre Erwartung formuliert. Denn GEDANKEN LESEN IS NICH! Nein, euer Mann kann, so toll er auch ist, NICHT Gedanken lesen. Oder im Zweifel verrutscht er in der Zeile. Also hilft es allen beiden, ihm genau zu sagen, dass man nur bisschen rumheulen und sich auskotzen will. Und er nichts sagen braucht und auch keine Schlägerei anfangen muss mit irgendjemand. Was Männer tatsächlich echt kapieren ist, wenn man sagt, der Tag war Scheiße, ich brauch dringend ein Bier. DANN wissen sie genau, was los ist.

So. Ach so.Ja, er steht nicht auf dich. Manchmal steht er sehr wohl auf uns, verpisst sich aber trotzdem. Dann könnte es sein, dass er einfach mit unserer Art nicht klarkommt. Frau gut, Kommunikation fehlgeschlagen, Mann denkt, er genügt nicht. Klar gibt es die, die das erst Recht anfeuert, die nicht aufgeben und uns jagen. Aber wie sagt Mr.Bickle immer so schön? I'm a lover, not a fighter. Also hat Greg doch Recht, es liegt an dem Mann, der mit unser Art nichts anfangen kann und sich dann lieber was Unkompliziertes sucht. Oder einfach eine, die ihn versteht und so nimmt wie er ist.

Denn Mann möchte auch bedingungslos geliebt werden. Und da, Ladies, da sind wir echt nicht gut drin.

Dienstag, 4. September 2012

Er will mich

Oh ja. Und wie. Ganz und gar und am besten unter der Haut. Passt. Schließlich hat er sich ja sogar noch vor mir das Tattoo stechen lassen, von dem ich ewig geredet hatte, an genau der Stelle, an der ich es auch wollte. Und auch habe. Irgendwie dachte ich mir immer, dass das bei einem so tiefgründigem Mann wie ihn kein Zufall sein kann. Er will mich besitzen. im Bett sowieso, das ist wunderbar. Und so wie er mich gestern die ganze Zeit festgehalten hat, meine Hand in seinen Händen, mich ganz nah wollte und nicht loslassen konnte-ja, ich bin erledigt. Wie könnte ich dem widerstehen?????? Geht nicht. Und die ganze Zeit redet er davon, mit mir auf's Oktoberfest zu gehen, für ihn eine enorm staatstragende Angelegenheit. Ich soll da seinen Freund kennenlernen, einen, mit dem er immer richtige Touren macht und der wohl einer seiner besten Freunde ist. Der auch die Freundin kennt. Meine Einwände, das wäre wohl riskant, wurden weggelächelt. Er hat einen Plan. Und ein Geschenk. An dem auch ein Freund von ihm beteiligt ist.

Ich hab nebenbei geasgt, dass er ja wüßte, wie gern ich ihn hätte. Und als ich dann nochmal anfing mit 'ich könnt's ihm nicht sagen, aber ich würde gern' hat er nur zart gemeint, ich sollte besser nicht. Er weiß es eh. Er durchschaut mich. Nur reden tut er nicht. Maximal Andeutungen. Macht nichts. Solange er das Richtige tut. Ich hab's auch nicht so damit. Und bin ein grosser Fan der Theorie, dass man mit dem Richtigen nicht viel reden muss. Der Mann, der mich liebt, der merkt auch so, wenn was nicht stimmt. Dem muss ich nichts erklären. Dem muss ICH mich nicht erklären. Das war bei Tom und meinem Wiener so anstrengend. Die haben mich nie wirklich verstanden, so oft ich auch versucht habe, ihnen was klarzumachen.

Mr.Bickle kennt die Abgründe einer Depression. Kennt die manischen Phasen und weiß, wie tief einen das Leben runterziehen kann.

Und wie, bitte könnte ich einem Mann widerstehen, der mir wie folgt erklärt, warum ich nicht angesprochen werde: Ich wär halt einfach eine verdammt hübsche Diva. Und der beim Gedanken daran, mich im Dirndl zu sehen, gar eins mit mir kaufen zu gehen sagt, da würde er glatt durchdrehen. Wie bitte soll eine Frau wie ich da nicht schmelzen, denn ihn verrückt zu machen macht mich so dermaßen glücklich....

Montag, 27. August 2012

Hab meinen Mann wieder

Er ist wieder da. Und auch wenn ich wenig Zeit hatte ihn zu vermissen, merke ich wie gut es tut, dass er da ist. Keine 3 Stunden, nachdem er aus dem Urlaub mit seiner Freundin zurück war, war er bei mir. Und nicht nur, weil er in den 2 Wochen mit ihr in einem Bulli auf 4qm keinen Sex hatte. Im Gegensatz zu sonst spielte der gestern nur eine kurze Nebenrolle. Dafür haben wir geredet. Über das, was ich in der Zeit gemacht habe zum Beispiel. Was ihn sehr eifersüchtig gemacht hat. Und über Tom. Der mich an die Kette legen wollte. Dass ich meine Freiheit über alles liebe. Und dass ich ihn vermisst habe. Nicht nur wegen Sex. Das letzte allerdings ganz leise und nebenbei.

Ich mag den Mann. Er hat all die Monate nicht gesagt, warum er zu mir kommt. Was immer klar war, wenn jemand in einer Beziehung glücklich ist, dann betrügt er/sie den Partner nicht. Also war logisch, dass er von ihr nicht den Sex bekommt, den er mit mir hat. Aber so gar keinen....Er war so loyal, nie über sie zu reden. Auch gestern nicht. Ich hab nur gefragt, ob das jetzt in diesen 2 Wochen oder immer so wäre. Dazu würde er mal nichts sagen. Was ALLES sagt. Er hat sich mal wieder ne Komplizierte ausgesucht. Waren ja schon einige. Die Borderlinerin, die Stalkerin. Was auch immer sie jetzt für Probleme hat, er scheint das zu brauchen.

Aber weil es in diesem Blog um mich geht und darum, wie ich mit dem umgehe, was das Leben mir so hinstellt: Ja, auch ich dachte immer, ich wäre kaputt genug, um nur mit jemand sein zu können, der auch kaputt ist. Bullshit. Natürlich hilft es, wenn der Mann, der mich lieben möchte, etwas von Abgründen und dunklen Seiten versteht. Depression zu erklären geht nun mal nicht, das versteht nur jemand, der selber mal in diesem Loch festsaß. Aber ich bin wesenlich gesünder als vor 10 Jahren und kann inzwischen ganz gut ohne die Dramen und Katastrophen leben. Und ich brauche auch nicht mehr Schmerz um ein Gefühl für wahrhaftig zu halten. Ich möchte, dass es sich anfühlt wie grade.

Ich fange an, ihm zu vertrauen. Ihm Dinge so zu erzählen, wie ich sie meinen Freunden erzähle. Und ich hätte gestern um ein Haar das 'L' Wort benutzt. Aber nur um ein Haar. Es hätte ihn nur überfordert. Das hab ich gespürt und meine Zunge gestoppt. Denn er hat 2 Wochen lang intensiv über seinen Beziehung nachgedacht. Er ist ein sehr kluger Kerl, der manchmal furchtbar dumme Dinge tut. Aber er braucht Zeit für alles. Ihm das zu sagen, hätte ihn nur belastet. Und ich möchte ihn nicht belasten, ich will ihn glücklich machen. Der Streß, den er vor dem Urlaub hatte, der Bus, war das, um was zu retten? Und da komm ich. Erwachsen geworden. Verständnisvoll. Sexy. Und für ihn da. Da hat er genug zum Nachdenken, auch ohne meine Liebeserklärung. Da kommt schon noch der richtige Moment.

Es war schön, wie er mir in die Augen gesehen und mich 'mein Schatz' genannt hat. Mehr davon bitte.

Montag, 13. August 2012

Ich verlieb mich halt nicht so schnell!

Dabei dachte ich immer, dass ich mich total schnell verliebe. Aber dem ist nicht so. Und das war es auch noch nie. Ja, ich verguck mich, finde jemand spannend, interessant und lerne gern neue Leute kennen. Aber wenn die dann wieder weg sind, dann ist das halt so. Ich bin viel zu sehr Einzelgängerin und manchmal halt auch in meiner Restdepressionsblase gefangen, um mich groß um Freundschaften kümmern zu können. JA, es dauert, bis sich ein Mensch bei mir festsetzt. Obwohl ich im letzten Jahr gelernt habe, wie wichtig Freunde sein können und wie gut es tut, den Rücken gestärkt zu bekommen, hab ich doch schon sehr früh gelernt autark zu sein und aus mir selbst existieren zu können. Die ständige Mobberei vom Kindergarten weg hat mein Vertrauen in die Menschheit nachhaltig beschädigt. Ich traue niemandem, manchmal nicht mal mir selbst. die Motive und Bedürfnisse Anderer sind mir suspekt und lästig, sollen sie mich doch alle in Ruhe lassen, wenn ich mal jemand gebraucht hätte, war niemand da. Aber ich hab immer die Klagemauer gegeben. Es ist nicht einfach, die richtigen Leute zu finden. Zum Glück sind da ein paar, die sich von mir nicht abschrecken lassen. Aber ein Mann, der sich in mich verliebt, hat's nicht leicht.

Bei Mr.Bickle hat's jetzt aktuell 4 Monate gebraucht, bis er wirklich in meinem Herzen angekommen ist. Und wenn ich so zurückdenke, hat er in Momenten, in denen er sich mir geöffnet hat, selten das bekommen, was man sich als Verliebter so vorstellt. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hab ich gerne die Coole gespielt, halt, nein, spielen mußte ich das ja nicht, ich bin ja recht kühl. Wenn ich mir sicher bin, dass jemand auf mich steht, werde ich sehr manisch unbesiegbar und lasse gern raushängen, wie toll ich mich fühle. Meine Methode, Abstand zu halten. Ich muss vorsichtig umgehen mit meinem armen kleinen Herz! Ich hab so gut wie nie das oder den bekommen, den ich wollte. Soviel Enttäuschungen. Dass ich auch Viele enttäuscht habe, möglich. Aber kann sich mal bitte jemand die Mühe machen, hinter die Fassade zu schauen? Nein, die finden mich immer so toll und sexy und aufregend, dass ich das einfachste mache, was ich da tun kann: Ich spiel mit. Zieh die Nummer durch, was soll's, ich habe jahrelang versucht, mich unattraktiver zu machen, damit wenigstens EINER mal genauer hinschaut. Kurze Haare, keine Haare, Braids, Jungsklamotten. Und was kam dabei raus? Dass es genug Männer gibt, die auf Tomboys abfahren...

Auch mein Date neulich wieder. Der hat sich gar nicht mehr eingekriegt über meine langen Haare und wie schön ich damit wäre und er würd ja so gerne mich küssen und streicheln und so weiter und so weiter. Über was ich mich beschwere? Es LANGWEILT MICH! Gut, ich bin doof. Dabei ist das alles ja nur Rumgelaber, darf frau nicht so ernst nehmen, muss man nicht üebrbewerten und sie einfach reden lassen. Nett blinzeln, danke sagen und sich freuen. Aber nein. Kann ich nicht. Es nervt mich. Da muss ich echt gelassener werden. Und da sind wir wieder bei Mr.Bickle. Der hat von Anfang an nachgehakt, die richtigen Fragen gestellt und ganz am Anfang hätte ich auch noch die Chance gehabt, ihm mein Herz zu öffnen und mehr von mir zu geben. Und er wollte das auch. Aber als es komplizierter wurde, näher, da hab ich wieder auf Cool gemacht. Und schwupps, weg war er. Es soll ja Männer geben, die nicht auf distanzierte Frauen abfahren, bei denen eifersüchtig machen nicht funktioniert und die einfach nur lieben wollen. Ganz und gar.

Und ich hatte etliche solcher Männer. Ich hab ganz selten Arschlöcher kennengelernt. Und oft gehört, ich hätte so ein großes Herz. Ich schein also eine gewissen Wärme auszustrahlen und Nähe zu versprechen, aber Halt meine Herren, so einfach ist es nicht! Denn ich möchte erst sicher sein, dass ihr MICH meint! Nicht die süße Hülle, die kleine Blondine, die so niedlich ist mit ihrer großen Klappe. Ich muss sicher sein, dass ihr es auch wert seid, in mir Sehnsucht, Kummer und Freude auszulösen. Dass wir ethisch-moralisch auf einen Nenner kommen. Dass auch nicht der Hauch von Sexismus oder Rassismus in euren Gehirnen schlummert. Gestern habe ich einen sehr guten Post gelesen auf fb. 'Männer wollen intelligente, starke unabhängige Frauen. Aber brauchen solche Frauen auch einen Mann?' Da sind wir doch beim Punkt. Ich brauch keinen Mann. Also wenn ich jemand spannend finde, heißt das nicht automatisch, dass da was draus wird. So wie es aussieht, dauert es ein paar Monate, bis man mich weichgeklopft hat. In der Zeit ist es immer wie mit Mr.Bickle. ich freue mich, hadere ein wenig mit dem möglichen Verlust meiner Freiheit, hätte gerne den Mann, aber nicht um jeden Preis.

Mach ich's den Kerlen zu schwer? Nein. Grade schwer genug. Er muss es ja hinterher auch mit mir aushalten. Und wenn ich liebe, wenn ich mir zugestehe, dass jemand mein Herz erobert hat, dann kann ich das. Sehnsucht haben, glücklich sein, zugeben, dass ich einfach schlicht verliebt bin. Aber so ein harter Knochen wie ich...Und so werd ich mich jetzt ganz der Liebe hingeben. Ihn schrecklich vermissen. Mich nicht im Joyclub ablenken. Es zulassen. Bis Ende August ist er jetzt weg. Mit Freundin.

Ich will Liebe. Will Liebe. Liebe.
Ich liebe! Halleluja

Freitag, 3. August 2012

Das ist jetzt irgendwie schön

Ich düddle hier so vor mich hin in meiner Liebesblase, erlebe seit langem mal wieder dieses einzigartige Gefühl der Unverwundbarkeit, weil einen jemand liebt-und er meldet das Wohnmobil seiner Freundin an. Immerhin-nicht die gemeinsamen Initialen...

Aber genauso wie früher die Herzen an seiner Pinnwand, hat mich das heute überhaupt nicht berührt. Also entweder leide ich an totalem Realitätsverlust, was ja gerne mit dem Zustand des Verliebtseins an sich einhergeht. Oder ich bin mir seiner Gefühle zu Recht sicher.

Dabei träume ich nicht von unserer erfüllten Liebe in der ewigen Pärchenseligkeit. Ich denke eigentlich gar nicht darüber nach. Ja, ein oder zwei Liebeserklärungen habe ich ihm in Gedanken schon gemacht. Aber ich sehe nicht die rosige Zukunft mit Zusammenziehen und künftigen Urlauben vor mir. Darum geht es nicht und es wäre tatsächlich sehr unrealistisch.

Mag auch sein, dass ich mir da was vormache und mir seine Gefühle nur einbilde. Aber ich hab ein Bauchgefühl. Das, das einem auch sagt, wenn etwas nicht stimmt. Der Instinkt, der sehr zuverlässig Zeichen sieht und entsprechend reagiert. Der genau rechnet, wie ein Mann eine Frau ansieht, sie anfasst, der abwägt, ob das, was ER sagt übereinstimmt mit dem was er tut.

Tatsache ist: Mr.Bickle war in all der Zeit noch nie so pünktlich und zuverlässig. Er gibt sich erkennbar Mühe. Sogar was mitgebracht hat er schon. Er läßt mich nie spüren, dass er eine Freundin hat. Ich bin die Schönste, die Geilste, die einzige Frau, die ihn so anmacht, dass er weiche Knie bekommt, wenn er an mich denkt.

Das sicherste Zeichen aber, dass ein Mann liebt ist, wenn er ALLES tut, um SIE glücklich zu machen. Im Bett. Und da dreht sich das grade von der Erfüllung seines Traums und seiner Fantasien hin zu dem, dass er wissen will, was mich noch anmacht, wie er mich noch glücklicher machen kann und was ich mir so alles wünsche. Und wenn er eigentlich schon viel zu fertig ist und schon im Halbschlaf liegt, schaffe ich es immer, ihn mir nochmal aufzuwecken, damit ich auch wirklich genug habe für die Zeit, die ich dann wieder auf ihn verzichten muss.

Und auch wenn ER es nicht mehr braucht, er gibt alles, um mich zu erfüllen. Das ist mir beim letzten Mal sehr aufgefallen. Da war er wirklich kaputt und ich wirklich noch scharf und obwohl er mittedrin sogar noch festgestellt hat, dass er eigentlich schon längst wegmüßte-er hat nicht aufgehört. Um mich glücklich zu machen. So soll das sein, so fühlt sich das an. Und da hat es bei mir wieder ganz leise 'klick' gemacht. Da hat mein Herz so schnell reagiert, ich habe einen Tag gebraucht um zu verstehen, was anders war. Aber dann war mir klar, dass er nicht mehr nur zu mir kommt um sich den Sex zu holen, den er woanders nicht bekommt. Er kommt wegen mir. Er fragt, wie's mir geht, ich soll ihm etwas erzählen. Er will mehr von mir.

Das ist schön. Aber erzählen-das kann ich nicht. Dazu brauche ich ihn ganz. Er kann gern mein Herz haben, aber MICH bekommt er nicht als Draufgabe zu seiner Beziehung. Und da sind wir beim Punkt. Ich möchte nicht die sein, die ihn drängt. Ich will ihn, ja. Und er wollte wohl auch mal mich, damals, als ich das alles noch nicht verstanden hatte und mich selber verloren und mein Herz noch bei Tom war.

Ja, der hat das damals einfach mitgenommen! Und ich hab's immer gesucht und gesucht und nur in seiner Ecke nicht nachgesehen, da war ja zugesperrt. Das hab ich wirklich gemacht. Herz abgeschlossen und Schlüssel weggeworfen. Nie wieder Tommi. Dass ich aber auch andere so nicht an mein Herzchen lassen konnte, das war mir nicht klar. aber mit Tom, das hat so lange so weh getan, das wollte ich nie wieder fühlen. Und so musste ich ihn erst wiedersehen, es wieder zulassen und den Schlüssel wieder ins Schloß stecken. Jetzt geht's wieder. Ich glaube, das spürt auch Mr.Bickle.

Ich habe Zeit. Er kommt ja wieder. Ich werde es ihn weiter spüren lassen und auf meinen Instinkt hören. Ich weiß, dass er mich leibt. Was draus wird, das wird sich zeigen.

Mittwoch, 1. August 2012

Lass es Liebe sein...

Da muss ich 43 werden, um das Wesen der Liebe zu begreifen...

All die Jahre, in denen mir mein Kopf im Weg war.

All die Männer, die sich gewünscht hätten, ich könnte sie lieben. So wie sie sind. Und mich nicht dauernd mit Denken rumquälend meine Freiheit und meine Vorstellungen in die Waagschale werfend vor der wahren Liebe flüchten sehen.

Ich habe es nicht verstanden, dass man einen Menschen lieben kann, obwohl man nicht 100%ig einverstanden ist mit dem, was er tut. Wie er lebt. Und genausowenig habe ich verstanden, dass Mann MICH lieben kann, obwohl ich nicht perfekt bin.

Weil man das nicht VERSTEHEN kann. Man muss es fühlen. Und ich fühle, dass ich mit Mr.Bickle jemand habe, der mich kennt und der mich sehr gern hat, der mich läßt wie ich bin und der mich spürt. Und ich ihn. Da ist was zwischen uns beiden, das geht tiefer als verliebt sein.

Tiefer als nur Sex. Und ich kann es fühlen! Nach 4 Jahren WISSEN, dass da etwas ist, FÜHLE ich es jetzt auch. Nur. Da gibt es sie. Die, die ihn wollte, ihn sich genommen hat und die nicht lange mit dem Verstand gehadert und ihn nicht an sich rangelassen hat.

Denn er ist einer, der das braucht. Dass Frau ihn will. Den oberflächliche Geschichten nicht interessieren. Der sich nach Liebe sehnt. Ich habe mein Herz gefunden. Ich gebe es ihm. ich kann nicht anders. Es will zu ihm. Da wäre es in guten Händen.

Und auch wenn er es nicht nimmt. Wenigstens weiß ich jetzt, wie es gehen könnte.