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Sonntag, 4. August 2013

Bonjour cherie, Hola, Ja Servus!

Lizzie hat tapfer widerstanden, in irgendeiner Form auf Mr.Bickle's neuen Beziehungstatus zu reagieren. Obwohl, so tapfer musste ich jetzt auch wieder nicht sein, denn im Grunde ist es mir egal. Klar zwickt es kurz. Bin ja auch nur ein Mädchen. Allerdings weiß ich, dass es a) nichts mit mir zu tun hat und b) dass sie auch nur kurz Freude dran haben werden. Mag sein, dass es eine gibt, die ihn so von den Socken haut, dass er tatsächlich mal was zu ändern versucht (gerechterweise muss ich sagen, er hat das ja immer schon mal wieder zu versuchen versucht), allein, er wird es nicht schaffen. Nicht für mich und sonst auch keine. Außer sie ist Therapeutin...

Nein, kein Anflug von 'ich muss ASAP einen neuen Kerl haben', und IHM außerdem irgendwo zuuuuuuuufällig begegnen, um ihm zu zeigen, wie toll ich aussehe, wie gut es mir ohne ihn geht usw. Die ganze Kindergartenkacke halt, die gerade auch Mädchen wie Jenny Elvers, die sich ihren beschissenen Doppelnamen so langsam mal abgewöhnen sollte, oder Frau 'ich ficke einen Fußballer' van der Vaart abziehen. Grotesk-verzweifelte Aktionen, peinlich aggressive Flirtattacken vor den Augen von bestellten Paparazzi, nein danke. Da stehe ich tatsächlich und ganz ernsthaft drüber. Ich kenne solche Reflexe und in meinem Mädchenhinterkopf sind die alle abrufbereit. Auch der Wunsch, ihn anzurufen, zu sehen, zu fragen was die Scheiße soll. Aber da ist dann gleich wieder die jahrzehntelange Erfahrung, die mit der Hand wedelt und generös abwinkt. Führt ja zu nix, außer, dass ich mich zu viel mit negativen Gefühlen beschäftige.

Und es ist auch nicht so, wie MissBiss schreibt, dass er mich nicht verdient hätte. Oder ich jemand besseren. Ich empfinde das nicht so. Wir haben es einfach beide nicht geschafft, mit diesem Wahnsinn im Bett einerseits und unserem Autonomiebedürfnis andererseits umzugehen. Denn wäre er mir ernsthaft auf die Pelle gerückt, weiß ich nicht, wie ich reagiert hätte. Ich hab ihn mir ja ausgesucht, weil ich mich genauso ungern festlege wie er. Wobei er deutlich beziehungsuchender ist als ich. Ich kann am besten allein sein, er braucht immer Leute um sich rum. Er wollte ja auch Kinder, wohingegen Lizzie ihn deswegen schon mal quasi weggeschubst hatte...Nein, das sind Kategorien, die ich nicht schön finde, wenn es um zwei Menschen geht, die sich doch in 5 Jahren relativ nahe gekommen sind. Er mir so nah, wie man mir glaube ich nur kommen kann.

Aber um ihn geht es ja nicht. Sondern darum, wie ich mit der Situation umgehe. Und da stelle ich eben fest, dass er mir nicht mehr wichtig genug ist, um Spielchen zu spielen. Es war was es war, nicht mehr und nicht weniger. Und ich bin in der Zeit offensichtlich erwachsen geworden. Es hat absolut nichts mit mir zu tun, wenn er jetzt doch eine Beziehung hat, falls er das braucht, um von mir wegzukommen, ist auch das sein Problem. Ich existiere unabhängig von ihm. Und muss deswegen auch nicht irgendwelche Sachen anzetteln, um über ihn wegzukommen. Alles schon probiert, früher, hat alles nicht geholfen. Ich muss einfach da durch und zu mir selbst finden, ein Prozess, der schon während der ganzen Geschichte angefangen hatte. Die Frau, die ich da jetzt finde, ist genauso cool, wie ich immer sein wollte. Seit meine Angststörung sich verpisst hat, warum so plötzlich und wohin auch immer, und ich die ganzen Knoten in meinem Hirn nicht mehr habe, kann ich so reagieren, wie ICH das will und nicht, wie mir meine Dämonen das vorgeben. Irritiert mich manchmal noch sehr und ich warte, dass die kleinen Biester mir sagen, was ich tun soll. Aber die wissen es auch nicht mehr so genau, also mache ich, was ich will.

Und auch wenn ich nicht davonlaufen muss, war ich trotzdem mal wieder bisschen aktiver im Joyclub. Kann ja nicht schaden, hab ich mir so gedacht. Und siehe da, erst schreibt mich ein gleichaltriger Südtiroler sehr charmant an, und gleich darauf ein französisch-spanischer Rugbyspieler auf Englisch, der auch noch eine kleine süße Hundedame besitzt. Miaaaaaaaaaaaaaauuuuuu. 11 Jahre jünger... Der wohnt auch noch ums Eck und ich treffe ihn morgen. Seit 2 Tagen chaten wir, immer kurz, aber immer süß und bis jetzt komplett frei von den derben Sexanspielungen, die üblicherweise bei JC Kontakten sofort kommen. Auch der Südtiroler hat schon zwei Aktivitäten vorgeschlagen, ohne mehr zu wollen. Sehr angenehm. Leider bin ich ja gerade etwas derangée, aber beide sind da entgegenkommend, um mich nicht zu sehr zu strapazieren. Gute Möglichkeit, mich daraufhin zu überprüfen, ob ich tatsächlich bei meinem Entschluss bleibe, mich momentan auf nichts außer Spaß und unverbindliche Geschichten einzulassen.

Denn das ist noch was, was ich spüre. Jenseits aller Torschlusspanik, die einen um die 40 gern mal erfasst, möchte und brauche ich grade wirklich niemand, um mein Leben durcheinanderzubringen. Bereichern gerne, aber so tief wie Mr.Bickle möchte ich nicht schon wieder jemand in meiner Seele sitzen haben. Wobei es auch kaum einer an diesen Ort schaffen kann, der ist doch ziemlich gut versteckt. Oder vergraben oder einfach zu kostbar, als dass ihn jeder betreten dürfte. Diese Art Verbindung beruht wohl auf der Ähnlichkeit von Erfahrungen und Verletzungen im Kindesalter, dass man das im anderen erkennen kann und weiß, DORT, wo alle anderen einem weh tun würden, genau DA kann dieser eine Mensch mich verstehen und genau deswegen diesen Teil von mir sehen. Dass es genau der Teil ist, der auch die Lebensfalle bedeutet oder die Störung hervorruft, die mit der Angst und der Depression zusammenhängt, macht das ganze auch so kaputt. So schön es auch ist, sich da zu treffen und sich fallenzulassen in diese Tiefe und dann da aufgefangen zu werden, führt blöderweise dazu, es irgendwie zu verstärken. Dann fühlt man sich zwar endlich einmal 'richtig' und merkt, wie sehr man diese Seite sonst unterdrückt, aber ohne Therapie oder das Erkennen des Problems hängt man dann eben in so einer Endlosschleife aus extremer Nähe und Zurückweisung fest.

Diese Nähe, ohne sich immer wieder zu verletzen, das wenn man hinbekommen könnte, das wäre ein Traum. Denn sich so verstanden zu fühlen ist schon ein großes Geschenk. Wenn man bei allen anderen immer das Gefühl hatte, dass es eh sinnlos ist, weil sie nicht kapieren, was in mir wirklich los ist. Unfaitr, denn es nimmt auch dem ernsthaftesten Interessenten die Chance, dass es funktionieren könnte. Also muss ich das schaffen, diesen Ort zu verändern und für mich ein Stück der Verletzungen aufzuarbeiten, zu verstehen, um dann Nähe auch mit dem gesunden Teil meiner Seele empfinden zu können. Ich möchte mir allerdings auch nicht die Leidenschaft und die Tiefe nehmen lassen, die zwar ein wenig unmodern geworden sind, die aber auch die Würze darstellen, die im ach so braven, durchgestylten Lebensentwurf schlicht nicht vorkommt.

Aber sonst probiert Lizzie mal aus, wie es ist, das Leben auch mal leicht zu nehmen.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Vertrauen



War mal der Slogan einer Bank: Vertrauen ist der Anfang von allem.

Um das mal klarzustellen, meine Begeisterung, mit der ich euch hier meine Erkenntnisse um die Ohren haue rührt, daher, dass hier Echtzeit herrscht. Heißt, diese Erkenntnisse sind für mich ganz neu und aufregend. Und die Erkenntnis, warum ich jetzt immer so gelassen sein kann?
Eben. Vertrauen.
Vertrauen darauf, dass ich nicht alleine daran interessiert bin, dass wir es schaffen. Dass ich mich nicht in einen Trottel verliebt habe, sondern in einen intelligenten, sensiblen Mann. Dass der mir nie absichtlich wehtun würde. Dass der selber weiß, was richtig und was falsch ist. Dass er versucht, das Richtige zu tun und dabei halt auch mal scheitert. Dass ich ihm dabei aber nicht wirklich helfen kann, denn es sind SEINE Entscheidungen, die muss er allein treffen. Und das kann er, wenn er alle Informationen hat, die er braucht. Also wie die, dass ich ihn liebe. Und nicht nur das. Liebe per se ist schön. Aber dass ich mir ALLES mit ihm vorstellen kann, sollte ihm sagen, dass ich auch da bin, wenn er sie verlässt.
Früher gab's ja so was wie Gottvertrauen. Der liebe Gott richtet es schon so, dass er das Beste für mich ist. Ja, Religion ist Opium fürs Volk, aber wenn man nicht mehr auf göttliche Fügung vertrauen kann oder möchte, dann hat man am Ende nur sich selbst. Und das ist beängstigend. Ein so kleiner Mensch ganz alleine und ein ganzes Leben zu richten! Wie richtet man sich das dann? Im Buddhismus soll man ja immer alles Selbst für sich prüfen und nicht einfach dem Lehrer folgen. Das kann schon mal anstrengend werden. Und wenn man 10 Leute fragt und 20 Bücher liest, hat man 40 Meinungen und Möglichkeiten. Und nein, ich hab mich nicht verrechnet. 

Am besten vergisst man dann alles, was einem gesagt wurde. Legt den Fall beiseite und lässt es wachsen. Ich hab Mr.Bickle ja schon oft verflucht, dafür, dass er sich so viel Zeit nimmt für seine Antworten. Aber er hat halt keine schnellen. Er hat zu viel im Kopf. Muss erst Raum schaffen für mich und seine Gefühle. Und erzählt halt dann auch keinen Stuss. Antworten wie in Stein gemeißelt. Aus dem Bauch, direkt und ehrlich. Und nicht kontrollierbar. Manipulierbar nur durch Bildchen.

Es ist entspannend, die Kontrolle abzugeben. Ich bin nur für mein Leben verantwortlich. Und wenn ich da ehrlich und anständig bleibe, Respekt habe vor meinen Mitmenschen, dann wird das schon. Und genau hier fängt für mich der Konflikt an. Ich helfe ihm, seine Freundin zu betrügen

Aber das ist letztendlich seine Entscheidung. Er hat schon ohne mich angefangen sie zu betrügen, mit meinen Fotos. Und das würde er immer noch. Oder sie wären schon getrennt, ohne Sex kann er nicht. Ich vertraue darauf, dass ich für mich das Richtige tue und dass dann alles so kommt, wie es gut ist. War bis jetzt noch immer so. Nur manchmal ist das, was man für richtig hält nur das, was man meint unbedingt haben zu wollen. Wenn man sich da vertut wird's schwierig.

Sich selbst vertrauen zu können, das ist der Anfang von allem.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Eigentlich komisch...

...dass ich hier sitze und lache oder? Aber ich amüsiere mich grade prächtig. Überkompensation? Nein, nur die Vorstellung, wie ein völlig überforderter Mr.Bickle mit den Vorbereitungen seines nächsten Bergdrehs, meiner Ansage und seinen Bedürfnissen kämpft. Und ich hier? Ich denke, ich mache mir mal wieder nen Kopf um nichts. Und das ist auch zum Kichern. Hatte nur kurz einen Anfall von 'der soll an mich denken da beim Dreh' und hab ihm eine Mail geschickt, bezugnehmend auf eine Fantasie von mir. Und ihm. Aber nichts zum Thema Liebe. Die Blöße geb ich mir nicht. Aber wird der sich wundern, wenn er sich denn traut, die Mail überhaupt zu lesen. Ich dreh immer noch nicht durch. Ich quengle nicht. Ich ruf nicht an. Nein, ich lass ihn laufen. So weit er eben kommt mit nem Ständer! Und dann sehen wir mal, was da kommt. Oder wer *flöt

Also so fühlt es sich an, wenn man erwachsen ist und mit seinen Gefühlen umgehen kann. Ja, ich liebe ihn. Und das ist gut so. Also, dass ich das jetzt einfach so akzeptiere. Und wir hatten jetzt sehr geile Monate, der erste Flash ist durch, die Schmetterlinge, die haben sich beruhigt und auch wenn ich nach wie vor auf der Bicklewolke dahinschwebe, komme ich doch zumindest in Bodennähe, wenn nötig. Und auch das ist schön. Ich muss nicht mehr angespannt auf Nachrichten warten, weil sie bis jetzt immer gekommen sind. Und dass er keine Lust hat, sich Fragen anzutun, auf die er keine Antwort hat, naja. Es gibt Männer, die müssen das bequatschen. Und machen einen damit ganz wuschig bei den vielen Volten und Haken, die sie so einbauen. und es gibt Männer, die brüten das alleine aus. Da kriegt frau nur das Ergebnis präsentiert. Wie ich grade anhand zweier Beispiele bei Freunden sehe, ist die Variante 2 die Entspanntere. Denn statt mich verwirren zu lassen, kann ich bei mir bleiben und bei dem, was ICH wirklich fühle. Sonst müsste ich womöglich täglich neu hoffen, wieder resignieren, hoffen, resignieren, usw. Ich habe beschlossen, dass keine Antwort in Mr.Bickles' Fall die beste Antwort ist. Neben 'Ja, ich habe meine Freundin verlassen'.

Denn wenn er nicht mehr wollte, hat er das relativ schnell abgehandelt. Kaum ging's in Richtung feste Beziehung, kam die Nachricht. DIE Nachricht. Und meine Mail heute? Hey, ne Frau, die dir sagt, dass sie dich liebt. Die dann nur kurz nachfragt und sich dann wieder auf's Wesentliche beschränkt, weil sie genauso von eurem Sex besessen ist wie du-lieber Mann, was willst du mehr? Ich möchte bitte bitte auch nicht hören, was sie hat, was ich nicht habe. Ich will so wenig wie nötig wissen. Ich könnte es ja falsch in eines meiner 4 Ohren bekommen. Am Ende muss ich noch drüber nachdenken, was sie hat, was ich nicht habe. Gut. Nen Hund. Und ihn. Zumindest offiziell. Aber ich hab das andere Ende der Wahrheit in meinen Händen und das war mir immer das liebere.

Ich hab keine Ahnung, was daran jetzt komisch sein soll. Aber vielleicht ist es ja das gute Gefühl, die Geschichte endlich mal lang genug reifen gelassen zu haben. Lange genug, dass ich jetzt weiß, ich brauch ein paar Monate, bis ich was Festes will. Ich kann mich auf jemand einlassen. Ich habe meine Gefühle, nicht meine Gefühle mich. Und ich habe EINMAL, einmal in 4 Jahren das verdammt Scheißrichtige getan! Ich habe diese Affäre nicht durch den Zwang, das Gefühl der Ungewissheit nicht aushalten zu können, zerstört! Ich bin echt stolz auf mich. und anscheinend ist das wie bei einer Konfrontationstherapie. Je öfter ich jetzt der Anspannung standgehalten habe, desto einfacher wird es. Einmal durch die Erfahrung, dass sich die Spannung löst, wenn man sich ablenkt. Und dann durch die Erfahrung, dass er das Richtige tut, wenn man ihn nur läßt. Und ich würde mich nicht wundern, wenn er den Zeitraum, den ich als lang einstufe, nur für einen kurzen Rutsch hält. Nicht nur 4 Ohren, auch 2 Zeiten.

Also. ich sitze völlig entspannt hier, weil ich den Ball an den Kapitän meines Herzens abgegeben habe, selber nichts mehr tun muss und in Ruhe abwarten kann, ob er sich entscheiden kann und will. Er wird es mich wissen lassen. Spätestens wenn er im Schnee auf dem Berggrat steht, wird er an mich denken. 

Wartet...

Na da hab ich wohl nen ordentlichen Punch gelandet, bei meinem Teilzeitboxer. Solarplexus? Jedenfalls kein Wort, nichts von ihm seit Mittwochabend. Wow. Allerdings auch nicht die übliche 'du, ich hab dich wirklich sehr gern, aber für mehr reichts nicht' Mail. Und ich habe immer noch ein gutes Gefühl. Auch wenn ich ihn brutal in die Realität katapultiert haben sollte, es hat so gut getan, es endlich loszuwerden! Ich kam mir schon ein bisschen unehrlich vor, so wie in den Jahren zuvor, dieses Abwarten, ob sich was tut, dieses fröhliche Freiheitsstreben meinerseits. Ja, auch ich wollte alles, ihn und doch noch schauen, was sonst noch geht. Bloß nicht festlegen, weil unter Umständen Ablehnung und Schmerz droht. Sich so halb drauf einlassen und dann doch nicht. Und nein, das ist jetzt keine Entschuldigung für ihn, ich muss ihn nicht beschützen und auch nichts beschönigen. Ich hätte von Anfang an auf Ganz oder Gar Nicht bestehen können. Und damit den wunderbaren Sex riskieren. Hätte mir einen anderen suchen und eine echte Beziehung aufbauen können. Alles nicht gemacht, also kam mir dieser Schwebezustand grade recht. Aber alles haben wollen und die Freiheit behalten, das funktioniert nicht mehr, denn meine Definition von 'Alles' hat sich wohl geändert. So praktisch es war, dass er nie bei mir geschlafen hat, weil ich dann MEIN Bett und MEINEN Rythmus beibehalten konnte, so gern hätte ich ihn jetzt da und würde ihm ein Frühstück machen.

Und ich bin nicht so naiv, dass ich denke, er wüßte das alles nicht. Der Mann ist aufmerksam und kennt aus den vergangenen 4 Jahren meine ganzen Sprüche. Und jetzt so eine Kehrtwendung. Gut, da war er jetzt bissl naiv und dachte wohl, es ginge ewig so weiter. Jetzt ist wieder klar, was wir da eigentlich tun. Wir haben eine satte Affäre, er betrügt seine Freundin und hat 2 Frauen an der Backe, die Forderungen stellen. Beide, und auch das weiß er, berechtigte Forderungen.



Und da gibt es dann noch das 4 Ohren Modell: http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell
Frei nach der Redensart, ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du hörst. Deswegen ist es so wichtig, bei wichtigen Ansagen echt nur das zu sagen, was man tatsächlich meint. Und auch so schwierig. Man kann nicht die ganzen Subtexte des Gegenübers mitdenken, aber auch die eigenen sind tricky. Am besten, man überprüft das per Selbstgespräch und hört nach, was es bei einem selbst auslöst. Oder man hat gute Freunde, an denen man das testen kann. Kann man nicht für jeden Furz machen, Und wenn man echt ist und authentisch bleibt, dann sollte das auch funktionieren, aber das Bild beschreibt echt haargenau, wie er es verstanden haben könnte:

Von Wikicommunity-Mitglied http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mussklprozz

         
Wie steht sie zu mir? Das fragt er sich sicher. Worüber spricht sie???? Läuft doch ganz gut, warum ändern? Naja, sie hat schon Recht, so kann's nicht ewig gehen. Ich will aber, dass es ewig geht! Will mich nicht entscheiden, will keiner von beiden weh tun. WAS WILL SIE VON MIR???????? Ist doch nur ne Affäre! Wieso kommt sie mir jetzt mit Gefühlen? Obwohl, ist auch ganz schön, dss sie mich liebt. So eine hübsche sexy Maus....

Tja. Bleibt noch eins: Was offenbart sie über sich? Wie kam das bei ihm an? Stark? Bedürftig? Klein? Groß? Auf jeden Fall hat er sich ganz schön festgehalten an mir. War nah und hat es zugelassen.

Früher hätte ich jetzt so lang nachgehakt, wäre ausgeflippt und hätte damit nachhaltig bewiesen, dass man mir nicht ganz über den Weg trauen kann. Jetzt sitze ich hier, sonne mich in dem wunderbaren Gefühl, ihn lieben zu können und kann abwarten. Klar ist es nicht schön, so lang nichts von ihm zu hören. Was aber, wenn eines seiner Ohren meine Liebeserklärung als Ultimatum verstanden hat? Erster Instinkt: Ich muss ihm sagen, dass es so nicht gemeint war! Dass er Zeit hat, dass ich nicht sofort weg bin. Aber dann: Halt, Moment, was, wenn er das so schon ganz richtig verstanden hat? Hab ich meinen eigenen Subtext übersehen? Denn eigentlich meinte ich es genau so: Ich liebe dich. und wenn du nur noch mit mir Sex haben willst, aber keine Beziehung, mit ihr die Beziehung aber keinen Sex, was soll der Scheiß? What the fuck? Das macht null Sinn und bitte, wie soll das gehen? Also krieg den Arsch hoch und tu was. Ganz ehrlich, er muss nicht wissen, dass ich noch nen Monat Frist habe. Bisschen Druck braucht er. und schön, wenn er ihn sich selber macht. Dann kann ich nämlich ganz unschuldig mit meinem schönsten Augenaufschlag sagen 'Baby, aber ich bin doch da, ich hab dich lieb, ich geh nirgendwohin.' AUSSER MIT DIR DU VOLLTROTTEL! Hihi.

Ich kann es selber kaum glauben, aber es geht mir gut! Und nicht, weil ich drauf warte, dass er Schluß macht und ich dann wieder meine uneingeschränkte perserlose Freiheit geniessen kann. Ach ja, ich fühle ihn seit Tagen, wie er an mich denkt. Eine Wolke von Zuneigung hüllt mich ein. Vielleicht ist es ganz einfach eine Frage des Vertrauens darauf, dass er mir nie absichtlich weh tun würde. dass er mich wirklich sehr gern hagt. Und dass ich mich nicht in Arschlöcher verliebe.

Ups. Und wie's Amor will, ich hab mich nicht getäuscht. Er ist wach, auf fb und scheint tatsächlich grade an mich zu denken. Dumdideldum


Samstag, 1. September 2012

Was es bedeutet

Ich bin wirklich ein großer Fan von 'Er steht einfach nicht auf dich'. Es hilft, dieses Buch zu lesen und sich manche der männlichen Prinzipien genauer anzuschauen. Ja, sie erzählen dir viel, wenn sie dich ins Bett kriegen wollen. Sihe auch Oli Flesch: http://oliver-flesch.com/2012/08/14/ehrlich/

Aber, und ab hier wird's kompliziert, das Prinzip gilt bei normalen Männern. Und auf die stehen wir ja nicht, sonst wären wir nicht hier. Und Bad Boys ticken anders. Sie haben mehr Angst um ihre Freiheit, ihren Rock'n Roll und wollen wissen, ob du da mithalten kannst. Und eine normale Frau sagt sich dann auch schnell, was soll der Scheiß und zieht weiter, einen suchen, der sie nicht herausfordert sondern heiratet. Wir allerdings müssen dann rausfinden, was es bedeutet, wenn ein Kerl anders ist. Und es gibt auch ziemlich viele Schisser und sensible Kerle da draussen, die die Nummer mit dem Jagen so gar nicht draufhaben. Wenn frau denen nicht ein bisschen entgegenkommt, weil sie sich an die Regeln hält und erstmal nichts gibt, aber alles verlangt, dann wird sie scheitern.

Zum Glück hab ich da eine gute Freundin, die sehr ähnlich tickt wie Mr.Bickle. Und nur weil sie mir erklärt, warum der Mann sich nicht einfach auf meine Nachrichten zurückmeldet, obwohl er ja auf fb postet und mit seinen Buddies kommuniziert, flippe ich nicht aus. So wie sie es interpretiert, ist es tatsächlich ein Bonuspunkt für ihn. Und insgeheim hatte ich mir das auch schon so gedacht aber trotzdem nicht zu glauben getraut, weil ich nicht zuviel Hoffnung haben wollte.

Er schiebt mich nicht mal eben dazwischen. Für die Antworten an mich nimmt er sich Zeit, denn sie bedeuten ihm was. Einen Nachricht an einen Freund oder ein Post auf fb, das geht nebenbei und im Affekt. Einen Nachricht an mich, da hängt für ihn mehr dran. Dann denkt er an mich, dann träumt er? Er läßt sich drauf ein und liest die Mails wirklich, läßt sie auf sich wirken und schreibt erst dann zurück, wenn er es will, kann, fühlt. Und dazwischen, das ist das, was ich spüre, ich spüre, er ist bei mir. Wenn er also ein paar Tage nichts von sich hören lässt, dann denkt er. Und er hat einiges zu denken. Über seine Beziehung, über den ganzen Scheiß mit uns früher, sein Leben. Und darüber vergeht dann Zeit. In der ich nichts anderes zu tun habe, als weiterzumachen und nicht wieder davonzulaufen, weil er partout nicht so funktioniert, wie ich es gern hätte.

Und dann kommt wieder so ein Gefühl, mein Herz setzt einen Schlag aus und die Knie werden weich, ich bekomme keine Luft mehr und mein Hals schnürt sich zu und ich weiß, er ist in Gedanken ganz nah bei mir. Und bin froh, dass ich nicht wieder Entscheidungen für uns beide getroffen habe, nicht wieder beschlossen habe, dass es keinen Sinn macht. Dass ich mich nicht habe hinreissen lassen und die Regel 'nur noch liebevolle Nachrichten' nicht verletzt habe. Denn alles, was ich von ihm bekomme, ist süß, lieb und zauberhaft. Er schreibt mir soviel Postives, nennt mich Süße, Hübsche, Baby, Schatz. Und mein Herz weiß, er meint es auch so. Und so sehr ich ihn vermisse und ihn für mich alleine haben will, ich finde es gut, dass er keiner ist, der mal einfach so eine Beziehung wegschmeißt, weil etwas nicht funktioniert. Obwohl er die Fluchthilfe am Start hätte, weich fallen würde.

Mein Wiener hat mich damals für eine Frau verlassen, die noch in einer Scheidung steckte und eigentlich keine neue Beziehung anfangen wollte. Sie sind seit damals zusammen und seit Jahren auch verheiratet. Er hat sie sehr unterstützt und alles mit ihr durchgestanden. Das sollte ich auch schaffen. Falls Mr.Bickle sich trennt. Aber er ist nicht der Typ, der auf Dauer zwei Menschen lieben kann. Soviel weiß ich.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Zwischen den Stühlen

Verdammt. Er hat es geschafft! Wie immer hat er mich mit seinen überströmenden Gefühlen komplett eingewickelt und angefixt, zerrt mich einfach mit auf seinem Romantiktripp in die Vergangenheit. Läßt mich Zärtlichkeit und Liebeserklärungen vermissen und ich weiß ganz genau, dass er es zwar ist, der diese Gefühle in mir wachruft, ICH aber nicht wirklich ihn meine. Das ganze Emotionschaos schlägt mir auf den Magen und ich hänge schlapp und müde auf der Couch, sehne mich danach, eine Nachricht zu schicken und sofort seine Anteilnahme zu spüren.

Und doch will ich sie nicht wirklich von ihm. Oder? Ich bin verwirrt. Ja, ich hätte das gern von meinem Perser. Und der kann das auch, das spüre ich. Und er könnte das, ohne dass ich mich dann eingesperrt und beengt fühlen würde. Bei Tom hat es immer auch ein bisschen wehgetan. Wie nahe wir uns auch waren, er wollte immer noch näher, in mich reinkriechen, mich verschlingen, mich aufsaugen. Und ich war immer ein bisschen auf der Flucht.

Aber jetzt denke ich mir, wie schön es wäre, von ihm gehalten und getröstet zu werden. Zu hören, wie sehr er mich liebt und mich fallen zu lassen. Ob ich IHM auch irgendwann so nahe sein kann? Es ist ja schon sehr nah. Es fühlt sich richtig gut an. Und im Gegensatz zu Tom, fühlt es sich RICHTIG an. Tom ist mir nicht nur einen Tick zu emotional. Er ist mir auch nicht Gegenpart genug. Obwohl ja ein alter Eheratschlag ist, dass die Frau immer ein bisschen klüger sein sollte als der Mann, möchte ich einen, der meinem scharfen schnellen Kopf was entgegenzusetzen hat. Und da hat der Perser die Nase einen Tick weiter vorn, weil er ein echter Querdenker ist. Das ist mir klargeworden, wo ich sie so im direkten Vergleich...

Womit wir wieder beim Gefühlschaos wären. 20 Jahre habe ich es geschafft, niemandem mehr wirklich lang und tief in die Augen zu schauen. O-Ton Tom: Da haben die aber was verpaßt.

Ja Tom, die kleinen Feuerchen, die du immer gesehen hast. und die du fast ausgelöscht hättest mit deiner Scheißaktion damals. Einfach abzuhauen war echt bescheuert. Und jetzt hab ich endlich wieder einen, dem ich langsam anfange zu vertrauen, den ich wirklich an mich ranlasse, da kommst du wieder an und willst an unserem Film weiterdrehen! Der eine Mischung aus Top Gun, Dirty Dancing und 9 1/2 Wochen war und der der romantischste Schmachtfetzen aller Zeiten gewesen ist. Ja, es war wie im Film, aber doch nur, weil es nie real wurde! Wie dichtete Ringelnatz so schön: Und darum wird beim Happy End im Film gewöhnlich abgeblendt'

Genau das macht es ja so schön, dass es sich nie abnutzen konnte. Und jetzt sitz ich da mit all den wachgewordenen Erinnerungen und hab Sehnsucht nach jemand, der mich hält und liebt und küsst und streichelt...Und will nach Hause, zu meinem Mann. Bitte, hol mich hier ab! Einer von euch beiden. Ich weiß, Tom, du wärst sofort hier. Wenn ich dich lassen würde. Aber mein Leben ist ER.

Sonntag, 1. Juli 2012

Liebe und Vertrauen

Liebe und Vertrauen
Liebe und Vertrauen
Liebe und Vertrauen
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Vertrauen ist der Anfang von allem. Das war mal der Werbespruch einer Versicherung, oder Bank? Bevor wir das große Wagnis Liebe eingehen, müssen wir darauf vertrauen, dass der andere es gut mit uns meint. Uns nicht wehtun wird. Zumindest nicht absichtlich. Aber jemand, der uns nahe kommt, wird auch irgendwann mal irgendeine unserer Grenzen überschreiten. Hoffentlich nicht absichtlich. Und wenn absichtlich, dann in der guten Absicht, eine Stelle zu erreichen, an der wir uns selbst im Weg stehen und uns wachzurütteln. Aber letztendlich sind wir selbst verantwortlich dafür, was das, was unser Gegenüber mit uns macht, mit uns macht.

Wir haben die Wahl glücklich zu sein. Niemand ausser uns ist dafür zuständig. Nicht das Schicksal, nicht unsere Eltern, nicht die Freunde und auch nicht der Partner. Soll ich mir von äußeren Umständen das Leben und die Laune versauen lassen? Gut, es macht ein bisschen weniger Spaß, wenn eine Chefin ihre Psychonummer im Job austobt und einem empfindlich auf die Nerven geht. Aber ich hatte die Wahl, weiter völlig unentspannt alles nur wieder und wieder zu erzählen und durchzukauen und dabei immer genervter zu werden. Oder mit Menschen drüber zu diskutieren, die mich in dem Thema weiter-und auf die richtige Lösung gebracht haben. Und mit der Lösung in Aussicht konnte ich schon mal wesentlich entspannter weitermachen. SIE hatte sich nicht verändert. Aber meine Sichtweise. Ich hab siepositiv  als Herausforderung betrachtet, als Chance, zu wachsen und zu lernen. Und genau wie dieses Rätsel zu lösen, warum ich in Beziehungen nie weiterkomme, macht es Spaß, das Gefühl der Ohnmacht durch konstruktives Handeln zu ersetzen.

Ich muss darauf vertrauen, dass ich mit allem auch klarkomme, wenn ich keinen Partner habe. Sonst begebe ich mich in eine Abhängigkeit, die für beide anstrengend ist. Ich muss mir unbedingt selbst vertrauen, denn auch wenn wir einem Menschen sehr nahe sind, letztendlich sind wir alle irgendwo allein. Mein letztes Date zeigt mir grade, dass ich auch nicht verantwortlich sein will für das Glück eines anderen. Der will zuviel. Zu schnell. Also, nicht Beziehung, aber er wäre der Typ, der mir irgendwann Streß machen würde, weil ich nicht schnell genug auf Nachrichten antworte. Und davon dann seine Laune abhängig macht. Diese Macht möchte ich nicht. Ich möchte niemanden quälen und niemand, der sich mit mir quält. Er soll sich ein Loch in den Bauch freuen, wenn er eine Mail von mir bekommt, aber nicht davon abhängig sein!

Wem also vertrauen? Das Gefühl, das man beim ersten Zusammentreffen mit einem Menschen hat, dieses instinktive Einschätzen, die sekundenbruchteile schnellen Reaktionen des Bauches, die sind richtig. Und manchmal sagen wir in den ersten Minuten auch schon die Wahrheit. Ein Satz über den/die Ex, irgendein lapidarer Spruch zum Thema Beziehungen und alles ist verraten. Danach kommt das dazu, was uns der andere gerne sehen lassen möchte. Eine etwas verbesserte Aussendarstellung. Und wenn man sich näher kommt, mehr auf die Worte hört, dann übertönen die den Instinkt. Um zu wissen, ob man jemand vertrauen kann, müßte man zurück an den Anfang. Die ersten Sekunden. Und zu diesem Bauchgefühl.

Vor genau 4 Jahren stand also da dieser Kameraassistent mit vor mir. Und hat mich umfangen mit einem warmen, zärtlichen Gefühl. Hat von da ab immer die richtigen Fragen gestellt und sich um mich gekümmert. In jeder Sekunde schien er mich im Auge zu haben, zu wissen, wo ich bin. Da war sofort ein Band zwischen uns. Vielleicht, weil wir beide manchmal psychische Grenzegänger sind, vielleicht ein früheres Leben, Chemie, wer weiß. Aber egal was war, egal wie sauer ich war auf ihn, obwohl er eigentlich nix Böses wollte und nur mal wieder nicht auf sein Handy geschaut hatte, wieviel Theater er auch verursacht hat ohne es zu wollen, einfach weil er so ist wie er ist-er wollte mich nie verletzen. Im Gegenteil, für ihn war klar, dass ich nicht mit ihm klarkommen würde (DIE Nummer konnte ich auch gut: I'm no good und ich muss jemand vor mir beschützen...), da hat er mich immer wieder weggeschickt, mir noch brutaler als nötig Grenzen aufgezeigt und wollte nur weg. Weil er keinen Bock drauf hatte, dass ich wegen ihm schlecht drauf komme.

Und immer mußte er mich nur in den Arm nehmen und ich habe gespürt, dass er mich wirklich mag. Mich nie absichtlich verletzen würde. Es ginge zu weit, zu interpretieren, dass er sich immer mal wieder gewünscht hätte, ICH wäre anders und es könnte mit uns funktionieren, aber heute möchte ich mal an die Liebe glauben.

Heute glaub ich an das, was zwischen uns ist Baby, und ob lebbar oder nicht, dieses Gefühl, wenn du mich in den Arm nimmst, das ist das schönste Gefühl auf der ganzen Welt. Das ist heimkommen Baby. Schönen Jahrestag.

Dienstag, 26. Juni 2012

Muster sind hübsch

 Ja, Muster können ganz hübsch sein, bringen einen im Leben aber nicht weiter ;)

 http://jessmccann.hcibooks.com/2012/03/21/am-i-just-not-good-enough-why-he-chose-her-over-you/

Jess McCann erklärt in ihrem Blogbeitrag, dass sich Männer oft mit 'schlimmeren' Frauen wohler fühlen als mit einer, die besser für sie wäre. Nicht anders als wir Frauen auch. Es ist ein Weiterspielen dessen, was wir von unseren Eltern gelernt haben. Deswegen funktionieren Beziehungen wie die meiner ehemaligen Freundin und ihrem Mann. Sie nörgelt, schimpft, meckert und raunzt ihn an, er verzieht sich hinter sein Laptop, blüht aber auf, sobald sie den Raum verläßt und wird gesprächig. Bei der Hochzeit der beiden habe ich seine Mutter kennengelernt. Und er hat seine Mutter in einer jüngeren Form geheiratet. Das kennt er, das ist die Comfort Zone, die aber nichts mit wirklich Wohlfühlen zu tun hat. Es ist das Bekannte, Bequeme.

Da geht es uns Frauen doch genauso. Wir treffen jemand, der angenehm ist. Mit dem wir uns wohlfühlen. Und statt uns darüber zu freuen, dass mal was rund läuft, beklagen wir mangelnde Dramatik und fehlende Schmetterlinge. Die Mädels, mit denen mein Ex vor mir und in der Zwischenzeit zusammen war, waren jung und ziemlich durchgeknallt. Vor einer wollte er wieder zu mir flüchten, die hat ihn mit Erpressung, Telefonterror und Stalking echt fertiggemacht. Trotzdem hatte er mit ihr eine proklamierte Beziehung. Wie es derzeit läuft weiß ich nicht, das Thema klammere ich bewußt aus, ich möchte mich damit nicht belasten. Ich war theoretisch also nicht verrückt genug, nicht dramatisch genug. Mein Gefühl, dass er zu mir kommt um sich von seinem ganzen Wahnsinn auszuruhen und dann tapfer wieder in die Welt zu ziehen, scheint nicht ganz falsch zu sein. Ähnlich geht es mir auch, war er da, haben wir Kontakt, kann ich mich der Welt wieder gestärkt stellen. 

Wie kommt man aber aus dieser antrainierten Nummer raus? Wie durchbricht man die Muster und kann jemand lieben, der anders ist als das Gewohnte? Wie geht man dann damit um, wenn die eingefahrenen Reaktionen nicht mehr greifen sollen, sondern eine neue Umgangsform gefunden werden muss? Denn wider besseren Wissens tappt man ja doch immer wieder in die gleichen Fallen. Bekommt dieselbe Quittung ausgestellt. Funktioniert das wie bei Ernährungsumstellung? Einfach machen, testen, nachspüren, feststellen, dass es mir mit dem Salat besser geht oder doch lieber müde werden vom Schweinsbraten? Mit dem im Bauch habe ich eine Entschuldigung, mich nicht mehr bewegen zu müssen, ich bleibe auf der Couch liegen und jammere leise vor mich hin, im Prinzip aber fühlt es sich gemütlich an. Und Schuld ist der böse böse Braten, denn er ist ja so lecker!

Die 14 Jahre seit meiner letzten richtigen Beziehung hab ich eigentlich alles getan, um genau das zu vermeiden. Mit dem Erfolg, dass ich Single geblieben bin. Ich traue mir selbst nicht über den Weg und möchte nicht in so einem Ding enden wie meine Eltern. Die zwar seit 44 Jahren verheiratet sind, aber nicht glücklich mit der ganzen Sache. Liebe ist da, aber so wirklich passen tun die beiden nicht zusammen. Im Prinzip ja, allein, in den Details hakt es gewaltig. Nur kann die Antwort darauf nicht sein, nie einen Menschen in mein Leben zu lassen aus Angst, mich dann zu verlieren. Ich weiß aber auch, dass ich mich schnell eingeschränkt fühle und dann mit allen Mitteln um meine Freiheit kämpfe. Ich sehe auch um mich herum keine Beziehung, die mich überzeugen würde, dass es doch geht. Keine einzige davon möchte ich leben. Die Mechanismen, die sich bilden zwischen Partnern sind mir zutiefst suspekt und ich bin von Anfang an überkritisch, lauere auf Zeichen, dass irgendwas nicht in die richtige Richtung laufen könnte.

Das nimmt den Spaß an der Sache, das ist nicht gut. Es macht auf der einen Seite distanziert, auf der anderen bremse ich mein Gegenüber ein, weil ich sofort die perfekte Verbindung erwarte, die perfekten Reaktionen, das perfekte Verhalten. Und meine sehr niedrige Toleranzgrenze ist anstrengend. Ich kann mich nicht auf was einlassen, das ich nicht kontrollieren kann? Vielleicht gerate ich deswegen genau an DIE Männer, die sich jeder Kontrolle brutalstmöglich entziehen. Die imponieren mir, die kann ich respektieren. Denn einen, der sich brav einfügt, den würde ich nicht wollen.

Also, wie kommt man raus aus dem Muster? Ich kann nur sagen, zum einen durch Erkenntnis (in diesem Sinne mal wieder Danke fürs Zuhören, ich hatte gerade beim Schreiben wieder eine neue). zum anderen schätze ich professionelle Hilfe. Mein Coach hat mich schon mal viel weitergebracht. Und mein Ex ist als Boxer der perfekte Sparringspartner, er nimmt's sportlich. Ihm wieder nahe zu kommen, festzustellen WIE unperfekt er ist und ihn trotzdem weiter zu mögen, mich dabei nicht schlecht zu fühlen sondern es als Teil unserer merkwürdigen Beziehung akzeptieren zu können macht mir Mut. Kann ich mich doch mal irgendwann wirklich auf was einlassen? So richtig? die Chancen stehen immer besser. Den perfekten Mann gibt es nicht, muss nur einer her, mit dem ich nicht mehr das Gefühl habe, einen billigen Kompromiss einzugehen, nur um nicht allein zu sein. DAS könnte ich mir selber nicht durchgehen lassen.

Montag, 11. Juni 2012

Kopf in den Wolken

Foto und alle Rechte by MizzLizz
Oder doch nur das Herz? Schweig still, mein klopfend Herz! Heute morgen habe ich ihm eine Nachricht geschickt. Eine halbe Stunde später kam eine von ihm. Ich dachte, eine Antwort. Aber nein, es war eine Antwort auf den Abend vorher. Unabhängig von meiner Nachricht. Er hatte meine wohl gar nicht gesehen. Also ist es wahr. Er denkt an mich. Und er schreibt, so wie er es gesagt hat. Weil er wieder auf Job fährt. 'Aber wir schreiben uns????'. Und er fand es nicht schön, dass er nicht bei mir bleiben konnte. 'Nebeneinander liegen. Sich spüren'. Das hätte er gern gehabt gestern.

DAS hätte er sicher gern! Dazu muss er sich die Zeit dann halt auch nehmen. Und ich muss sie ihm geben. Es ist eine Affäre, das darf nicht zu nahe werden. Keine Zweitbeziehung. Er soll ruhig den Unterschied merken. Und wenn er mehr will, dann soll er sich entscheiden. So ist es doch schön. Sehnsucht haben, Phantasien teilen, träumen. Alles andere hat er ja mit seiner Freundin. Ich wünsche mir so sehr, dass es mehr werden könnte, aber momentan bin ich nicht bereit. Ich bin noch nicht so weit. Ich kämpfe darum, Vertrauen  zu entwickeln. Einmal dazu, dass ein Mann mich wirklich lieben wird, nicht nur immer für ein paar Stunden. Und dann dazu, dass ich es auch zulassen kann. Denn wie meine älteste und beste Freundin gerade meinte, schwanke ich zwischen Klammern und Davonlaufen. Und beides mit Vollgas.

Dann kann mir auch ein Mann vertrauen. Und lieben. Denn wenn ich mir selbst vertraue, kann ich mich auch selbst lieben. Und schwupps, haben wir ein Thema für meinen Coach. Den Punkt, den es als nächsten zu bearbeiten gilt. Lieben und Vertrauen.