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Freitag, 16. August 2013

Lachflash auf Kosten von Mr.Bickle

Okay, momentan bin ich echt ein bisschen seltsam bestrahlt. Ging schon los, bevor ich Mr.Bickle endgültig den Laufpass gegeben habe. Keine Buchungen mehr als Freelancer, zuviel nachgedacht übers Leben statt einfach zu machen, Job, Mann und Zukunftsaussichten fürn Arsch. Bakterielle Infektion in meiner Mumu erfolgreich wochenlang verdrängt, mit dem Resultat, dass die lokalen Antibiotika mit so schönen Nebenwirkungen wie erhöhtes Tumorrisiko wahrscheinlich nicht alles wegkriegen werden. Ein langsam heilender Bänderschaden im Bein, der mich lahmgelegt hat- ich könnte mir einen schöneren Sommer vorstellen, aber mein Körper hat gern mal was dagegen, wenn ich mein Leben geniessen will.

Nun hatte ich Mr.Bickle wegen des Infekts angerufen und ihm das alles auf die Mailbox gequasselt, auch, dass ich von seiner neuen Beziehung weiß (die Schlange...). Nicht dass ich auch nur ansatzweise damit gerechnet hätte, er würde drangehen. Kam eine kurze Mail zurück, er hätte mir ja eh schreiben wollen, aber jetzt wär ja alles gesagt. Ich schwanke da zwischen kurzem Zucken der Mundwinkel und mamamässig resigniertem Augenverdrehen. Er hätte da was gehabt, aber mit ner Salbe behandelt. Grins. Aber nun wär ja alles wieder gut. Das freue ihn für mich. Meine Antwort, nein, nix wär gut, zumindest nicht bei mir. Und hab ihm gleich auch noch das mit meinem Bein untergejubelt. Und darauf kam natürlich nichts zurück, damit kann er nicht umgehen. Warum ich es trotzdem immer wieder tue? Es ist wie bei einem Unfall, ich kann nicht wegschauen, es fasziniert mich immer wieder.

Und in all meinem Selbstmitleid musste ich gestern dann doch herzlich lachen, als ich mir versucht habe vorzustellen, wie es gewesen wäre, wäre all das passiert, während wir noch quasi was miteinander hatten. Wie ich dann doch erwartet hätte, dass er mir die ersten Tage, in denen ich kaum zum Klo humpeln konnte vor Schmerzen ein bisschen im Haushalt hilft, mir mal was kocht (ewig versprochen...) oder zumindest abwäscht. Mir mal was einkauft, mich tröstet und was halt Freunde und Bekannte mir angeboten haben. Sich bisschen um mich zu kümmern. Wie er trotz allem versucht hätte, an seinen Sex zu kommen und wie er komplett überfordert von ganz normalen Erwartungen wahrscheinlich wieder grantig geworden wäre und mich wieder mal enttäuscht hätte. Der Gedanke an seine hilflosen Reaktionen auf solche Sachen bringt mich auch jetzt grade wieder zum Schmunzeln.

Liebe Männer, ich fange gerade an, euch als hoffnungslose Fälle abzustempeln und zu denken, dass ihr im Prinzip alle einfach gestrickt seid, euren Sex wollt und den Rest der Frau dafür in Kauf nehmt.  Dass ihr euch mit Bier, euren Kumpels und Fußball alleine am Wohlsten fühlt, und dass ihr null Interesse daran habt, euch auf uns einzulassen. Ich weiß, dass es so krass nicht ist, ich habe Freunde, die genauso auf der Suche nach etwas Tieferem sind und ihre Seelenverwandte suchen. Und ich kenne eine Menge Männer, die romantischer sind als ich. Vielleicht ist es ja das, was mich immer scheitern lässt. Ich hab's ja auch gern einfach und lasse mich dann auf Sex und Spaß reduzieren. Wenn ich dann aber merke, dass mir doch etwas fehlt, habe ich dann schlicht den falschen Kerl an der Backe. Gibt nur zwei Möglichkeiten. Das Bad Girl konsequenter zu leben und den Rock'n Roll lieben zu lernen. Oder auch mal wirklich Gefühle zuzulassen und mir keinen neuen Bad Boy mehr anzulachen.


Sonntag, 4. August 2013

Bonjour cherie, Hola, Ja Servus!

Lizzie hat tapfer widerstanden, in irgendeiner Form auf Mr.Bickle's neuen Beziehungstatus zu reagieren. Obwohl, so tapfer musste ich jetzt auch wieder nicht sein, denn im Grunde ist es mir egal. Klar zwickt es kurz. Bin ja auch nur ein Mädchen. Allerdings weiß ich, dass es a) nichts mit mir zu tun hat und b) dass sie auch nur kurz Freude dran haben werden. Mag sein, dass es eine gibt, die ihn so von den Socken haut, dass er tatsächlich mal was zu ändern versucht (gerechterweise muss ich sagen, er hat das ja immer schon mal wieder zu versuchen versucht), allein, er wird es nicht schaffen. Nicht für mich und sonst auch keine. Außer sie ist Therapeutin...

Nein, kein Anflug von 'ich muss ASAP einen neuen Kerl haben', und IHM außerdem irgendwo zuuuuuuuufällig begegnen, um ihm zu zeigen, wie toll ich aussehe, wie gut es mir ohne ihn geht usw. Die ganze Kindergartenkacke halt, die gerade auch Mädchen wie Jenny Elvers, die sich ihren beschissenen Doppelnamen so langsam mal abgewöhnen sollte, oder Frau 'ich ficke einen Fußballer' van der Vaart abziehen. Grotesk-verzweifelte Aktionen, peinlich aggressive Flirtattacken vor den Augen von bestellten Paparazzi, nein danke. Da stehe ich tatsächlich und ganz ernsthaft drüber. Ich kenne solche Reflexe und in meinem Mädchenhinterkopf sind die alle abrufbereit. Auch der Wunsch, ihn anzurufen, zu sehen, zu fragen was die Scheiße soll. Aber da ist dann gleich wieder die jahrzehntelange Erfahrung, die mit der Hand wedelt und generös abwinkt. Führt ja zu nix, außer, dass ich mich zu viel mit negativen Gefühlen beschäftige.

Und es ist auch nicht so, wie MissBiss schreibt, dass er mich nicht verdient hätte. Oder ich jemand besseren. Ich empfinde das nicht so. Wir haben es einfach beide nicht geschafft, mit diesem Wahnsinn im Bett einerseits und unserem Autonomiebedürfnis andererseits umzugehen. Denn wäre er mir ernsthaft auf die Pelle gerückt, weiß ich nicht, wie ich reagiert hätte. Ich hab ihn mir ja ausgesucht, weil ich mich genauso ungern festlege wie er. Wobei er deutlich beziehungsuchender ist als ich. Ich kann am besten allein sein, er braucht immer Leute um sich rum. Er wollte ja auch Kinder, wohingegen Lizzie ihn deswegen schon mal quasi weggeschubst hatte...Nein, das sind Kategorien, die ich nicht schön finde, wenn es um zwei Menschen geht, die sich doch in 5 Jahren relativ nahe gekommen sind. Er mir so nah, wie man mir glaube ich nur kommen kann.

Aber um ihn geht es ja nicht. Sondern darum, wie ich mit der Situation umgehe. Und da stelle ich eben fest, dass er mir nicht mehr wichtig genug ist, um Spielchen zu spielen. Es war was es war, nicht mehr und nicht weniger. Und ich bin in der Zeit offensichtlich erwachsen geworden. Es hat absolut nichts mit mir zu tun, wenn er jetzt doch eine Beziehung hat, falls er das braucht, um von mir wegzukommen, ist auch das sein Problem. Ich existiere unabhängig von ihm. Und muss deswegen auch nicht irgendwelche Sachen anzetteln, um über ihn wegzukommen. Alles schon probiert, früher, hat alles nicht geholfen. Ich muss einfach da durch und zu mir selbst finden, ein Prozess, der schon während der ganzen Geschichte angefangen hatte. Die Frau, die ich da jetzt finde, ist genauso cool, wie ich immer sein wollte. Seit meine Angststörung sich verpisst hat, warum so plötzlich und wohin auch immer, und ich die ganzen Knoten in meinem Hirn nicht mehr habe, kann ich so reagieren, wie ICH das will und nicht, wie mir meine Dämonen das vorgeben. Irritiert mich manchmal noch sehr und ich warte, dass die kleinen Biester mir sagen, was ich tun soll. Aber die wissen es auch nicht mehr so genau, also mache ich, was ich will.

Und auch wenn ich nicht davonlaufen muss, war ich trotzdem mal wieder bisschen aktiver im Joyclub. Kann ja nicht schaden, hab ich mir so gedacht. Und siehe da, erst schreibt mich ein gleichaltriger Südtiroler sehr charmant an, und gleich darauf ein französisch-spanischer Rugbyspieler auf Englisch, der auch noch eine kleine süße Hundedame besitzt. Miaaaaaaaaaaaaaauuuuuu. 11 Jahre jünger... Der wohnt auch noch ums Eck und ich treffe ihn morgen. Seit 2 Tagen chaten wir, immer kurz, aber immer süß und bis jetzt komplett frei von den derben Sexanspielungen, die üblicherweise bei JC Kontakten sofort kommen. Auch der Südtiroler hat schon zwei Aktivitäten vorgeschlagen, ohne mehr zu wollen. Sehr angenehm. Leider bin ich ja gerade etwas derangée, aber beide sind da entgegenkommend, um mich nicht zu sehr zu strapazieren. Gute Möglichkeit, mich daraufhin zu überprüfen, ob ich tatsächlich bei meinem Entschluss bleibe, mich momentan auf nichts außer Spaß und unverbindliche Geschichten einzulassen.

Denn das ist noch was, was ich spüre. Jenseits aller Torschlusspanik, die einen um die 40 gern mal erfasst, möchte und brauche ich grade wirklich niemand, um mein Leben durcheinanderzubringen. Bereichern gerne, aber so tief wie Mr.Bickle möchte ich nicht schon wieder jemand in meiner Seele sitzen haben. Wobei es auch kaum einer an diesen Ort schaffen kann, der ist doch ziemlich gut versteckt. Oder vergraben oder einfach zu kostbar, als dass ihn jeder betreten dürfte. Diese Art Verbindung beruht wohl auf der Ähnlichkeit von Erfahrungen und Verletzungen im Kindesalter, dass man das im anderen erkennen kann und weiß, DORT, wo alle anderen einem weh tun würden, genau DA kann dieser eine Mensch mich verstehen und genau deswegen diesen Teil von mir sehen. Dass es genau der Teil ist, der auch die Lebensfalle bedeutet oder die Störung hervorruft, die mit der Angst und der Depression zusammenhängt, macht das ganze auch so kaputt. So schön es auch ist, sich da zu treffen und sich fallenzulassen in diese Tiefe und dann da aufgefangen zu werden, führt blöderweise dazu, es irgendwie zu verstärken. Dann fühlt man sich zwar endlich einmal 'richtig' und merkt, wie sehr man diese Seite sonst unterdrückt, aber ohne Therapie oder das Erkennen des Problems hängt man dann eben in so einer Endlosschleife aus extremer Nähe und Zurückweisung fest.

Diese Nähe, ohne sich immer wieder zu verletzen, das wenn man hinbekommen könnte, das wäre ein Traum. Denn sich so verstanden zu fühlen ist schon ein großes Geschenk. Wenn man bei allen anderen immer das Gefühl hatte, dass es eh sinnlos ist, weil sie nicht kapieren, was in mir wirklich los ist. Unfaitr, denn es nimmt auch dem ernsthaftesten Interessenten die Chance, dass es funktionieren könnte. Also muss ich das schaffen, diesen Ort zu verändern und für mich ein Stück der Verletzungen aufzuarbeiten, zu verstehen, um dann Nähe auch mit dem gesunden Teil meiner Seele empfinden zu können. Ich möchte mir allerdings auch nicht die Leidenschaft und die Tiefe nehmen lassen, die zwar ein wenig unmodern geworden sind, die aber auch die Würze darstellen, die im ach so braven, durchgestylten Lebensentwurf schlicht nicht vorkommt.

Aber sonst probiert Lizzie mal aus, wie es ist, das Leben auch mal leicht zu nehmen.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Bye bye happiness, hello lonelyness

Der große Kummer bleibt aus. Den hab ich wohl schon die Wochen vorher abgearbeitet, als es mit dem ganzen Auf und Ab nicht besser wurde. Was bleibt ist eine große Leere. Einfach nur- NICHTS. Und genau das ist es, wovor ich immer Angst hatte. Denn er war der Mensch, der es geschafft hat, dass ich mich nicht mehr allein fühle. Da haben sich zwei kleine verletzte Kinder an die Hand genommen und alles war gut. Nur dass es nicht gut war, denn wir sind keine Kinder mehr aber mit dem erwachsen sein haben wir es beide nicht so.

Jetzt renne ich also wieder allein pfeifend durch den Wald und erkläre dem kleinen Mädchen, dass wir das auch alleine schaffen, dass alles gut wird, dass wir nur noch ein bisschen an uns arbeiten oder gar eine Therapie machen müssen, damit diese Leere weggeht und wir uns einen neuen Freund zum Spielen suchen können. Allein, es funktioniert nicht. So ist es wohl mit jeder Art von Suchtverhalten, mit dem man versucht, die Leere auszufüllen. Es geht eine Zeit lang gut, es wirkt, irgendwie, aber man muss die Finger davon lassen, weil es nicht wirklich heilt. Es tut nur so, man spürt die Leere nicht mehr. Bis das Suchtmittel weg ist.

Ist halt nur bei Menschen schwieriger. Eine Flasche Alkohol bekommt man an jeder Ecke, und jede Flasche macht gleich betrunken. Menschen findet man auch überall, aber jeder macht etwas anderes mit einem. Deswegen ist diese Sucht besonders blöd, die Sucht, von diesem EINEN Menschen geliebt zu werden, denn diese Art Gefühle kann man nicht kaufen, nicht beliebig reproduzieren und die Seele lässt sich da auch nicht austricksen. Sie will IHN, den EINEN, den ich so lieb wie keinen.

Entzug. Was bin ich dankbar, dass er jede Verbindung gekappt hat! Auch nur das kleinste bisschen Kontakt wäre vermutlich fatal. Und so weine ich nicht aus Kummer, sondern aus schierer Angst. Denn auch wenn ich weiß, dass ich mich besser fühlen werde, wenn nur genug Zeit vergangen ist, wenn ich weiß, was ich für meine Seele tun kann, die Angst, mich ab jetzt wieder so allein zu fühlen und niemanden zu finden, der mich an der Hand nimmt und es fühlt sich so richtig und gut an wie bei ihm- die die ist da.

Und ich bin traurig, weil ich den kleinen Jungen vermisse. Nicht den Mr.Bickle, der mich immer geärgert hat, sondern den kleinen Jungen, der beim letzten Mal, bei sich in seinem Bett, meine Hand nicht loslassen wollte und gemeint hat, wir hätten es geschafft. Das tut weh. Dass ich es wieder nicht verstanden habe und jetzt wieder alles vorbei ist. Wenn ich darüber so nachdenke, macht es mich wütend und traurig. Ich weine um das kleine Mädchen, das um seine Hoffnung betrogen wurde. Das so glücklich und optimistisch war. Und ich werde wieder wütend. Wütend ist besser als leer. Hauptsache, ich fühle mich.

Samstag, 22. Juni 2013

Eine Selbstverteidigung

Normalerweise stehe ich mehr für andere ein als für mich, habe ich hier Mr.Bickle oft in Schutz genommen, aber grade habe ich das Gefühl, mich erklären zu wollen. Denn so wie es aussieht, sieht es für Aussenstehende schlimmer aus, als ich das selbst empfinde. Ob das jetzt gesund ist, normal, oder was auch immer.

Ich hol mal aus: Ich arbeite in den Medien, und das als Schminkerin sehr nah am Menschen. Und Künstler sind ja nicht grade für selische Stabilität bekannt. Genauso, wie generell die ganze Branche gern mit Drogen und Alkohol in Verbindung gebracht wird. Nicht zu Unrecht, wobei ich strikt die Finger von dem Zeug lasse. Es bringt mir schlicht nichts, zumindest die zwei mal Gras waren ein echter Schuß in den Ofen. Genau wie Alkohol zieht mich die Scheiße einfach nur runter. Bei Drehtagen von bis zu 24 Stunden ist es allerdings schwierig, sich ohne Hilfsmittel auf den Beinen und am Arbeiten zu halten. Und auch die technischen Gewerke sind meist mit Menschen besetzt, die mit einem normalen Leben nicht viel anfangen können. Alle, also zumindest die aus meiner Generation, sind nicht da, weil sie 'irgendwas mit Medien' machen wollten, sondern weil sie schlicht zu viel Leidenschaft und Kreativität in sich tragen bzw. in einem regulären Job nicht funktionieren, weil sie irgendwelche Probleme haben, die bei unständiger Beschäftigung und in extremen Situationen wie am Set einfach weniger auffallen. Als ich das erste Mal ein Filmset betrat, war mein Gedanke: Ach HIER seid ihr alle! Ich dachte, ich bin allein so verrückt. Nein, damals waren alle am Set verrückt, nonkonform, anders, ein wahrhaft bunter Haufen. Ich könnte jetzt was über die angepasst brave Praktikantengeneration heutzutage schreiben, aber das führt zu weit weg vom Thema.

Also, wir waren ein Gemischtwarenladen an irgendwie aus der Normalität gefallenen Seelen, und ich passte da rein wie Arsch auf Eimer. Was natürlich auch dazu führte, oder daher kam????, dass ich etwas andere andere Bedürfnisse habe als andere Frauen und in der Maske, und auch am Set selbst, so derartig viel und extreme Grenzübertretungen und Situationen erlebt habe, dass ein normaler Mensch nur kopfschüttelnd fragen würde, wie man sich bitte so etwas gefallen lassen kann. Ja wie? Antwort: Ich nehme es nicht als verletzend wahr. Es ist ja auch immer ein bisschen Auslegungssache, ob man sich jetzt als Opfer sieht, wenn ein fetter, alternder Schlagersänger immer noch tiefer unter die Gürtellinie geht, um mich mit seinen Sprüchen zu provozieren. Oder als Herausforderung, das Niveau noch etwas tiefer zu legen, bis er einen dann nur noch Mausi und Herzchen nennt. Ich habe Letzteres mit Freuden getan und es war mir ein Fest, wenn ich wieder einen dieser ekligen Machos kleinbekommen hatte. Und sie haben mir alle aus der Hand gefressen. Anstrengend war es, aber anstrengender sind heut meine Kollegen im normalen Beruf.

Dagegen ist Mr.Bickle ein echter Lulli. Er hat nicht einmal abfällige Bemerkungen über Frauen gemacht, wenn er bei mir war, war er respektvoll, höflich und hat sich für alles zigfach bedankt. Ich fand das etwas übertrieben, aber aus seiner Sicht war es nicht selbstverständlich, denn verdient hatte er es nicht, bekocht und umsorgt zu werden. Wenn man mal von seinen zuckersüßen Komplimenten und der Energie absieht, die er mir gegeben hat. Und ja, er hat mich oft genug enttäuscht, mir was versprochen und nicht gehalten. Aber wenn er es geschafft hat, war es natürlich toller als bei jedem anderen, weil extremer und damit aufregender. So konnte ich auch wunderbar ausblenden, dass er im besoffenen Zustand komplett zum Kaspar mutiert, dass er beim Fußball mit den Ultras rumhängt und auch sonst gern mal so Punksachen macht, die ich eher befremdlich finde. Bei mir war er der süße kleine Junge. Man könnte sagen, er weiß, was er für ein Depp ist und dass er sich wie Arsch benimmt, aber er versucht es wieder gutzumachen. Wie der Kerl, der seine Frau schlägt und dem es dann hinterher Leid tut. (DAS ist defintiv meine Grenze. EINMAL hat es ein Mann gewagt, den hab ich danach so zur sau gemacht, dass er geheult hat und danach hab ich ihn rausgeschmissen. Erzählte mir noch vor 3 Jahren, dass doch ALLES so ganz anders gekommen wäre, wenn ich ihn damals geheiratet hätte. Brüller! Scheiß Alkis...)  Ich habe durch all die Jahre meine Grenzen sehr weit in die Tiefen des Raumes verschoben. Wo andere Frauen längst wütend oder verletzt sind, ist meine Geduld da sehr strapazierbar. Ich habe wirklich versucht, nachzufühlen, ob es für mich so schlimm ist, wie es eigentlich ist, Aber ist es nicht. Mag sein, dass es tatsächlich gesünder wäre, verletzter, wütender oder trauriger zu sein. Und so zwischendurch kommt das auch mal hoch. Und ja, ich bin schon echt am Boden gelegen wegen Männern, etliche Male auch wegen ihm. Die ersten beiden Male wollte ich nur sterben, aber das ist ja Quatsch. Man stirbt nicht deswegen. Muss man nicht. Der Schmerz darf nicht bestimmend werden, ich muss da nicht drin rumwühlen. Er hat es getan, ich habe es zugelassen. Und gerade seit wir doch so etwas wie eine Beziehung hinbekommen haben, habe ich es geschafft, die Grenzen, die ich habe, sehr deutlich zu machen. Es gab schon lange keine Diskussion mehr über zu wenig Nachrichten, ich musste nie mehr auf seine warten, die kamen prompt und auch Telefonieren hat er gelernt.

Und das ohne ihn 'Abzurichten', einfach nur, weil ich es ihm erklärt habe und nicht lockergelassen habe. Das war immer so meine Achillesferse. Ich dachte immer, ich schaffe es nicht, mich deutlich auszudrücken. Offensichtlich war ich sogar sehr deutlich. Er hat es kapiert. Dass er es nur bedingt umsetzen konnte, geschenkt. Hat Mutti auch nicht ersthaft erwartet. Lizzie schon, aber die Muddi in mir nicht... Wir sind immer wieder an seine Grenzen gestossen. Und auch da war er sehr klar. Und auch seine Grenzen habe ich ignoriert, wie ein paar von meinen. Aber wie gesagt, es hat mich nur weitergebracht, die Verletzungen halten sich in, jepp, Grenzen. Ich habe ihm jedes Mal wieder vertraut und ich habe auch keinen generellen Hass auf Männer entwickelt. Es gibt ein paar wirklich fiese, eklige Exemplare, aber ich bin ja Kummer gewöhnt. Und ich möchte weiterhin einfach immer das Beste annehmen. Echte Arschlöcher erkenne ich sofort, geschultes Radar, dafür stehe ich halt auf die etwas Kranken. Denn die bin ich GEWOHNT! Die hatte ich täglich um mich rum und ich kenne einfach viel zu viele von diesen schrägen Typen, männlich wie weiblich, bei denen jeder Normalsterbliche die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sich fragt, wie man bitte sowas aushalten kann. Und ich frage mich, wie man bitte die ganzen Normalsterblichen erträgt.

Ich war immer schon bei den Freaks, immer gemobbt, immer irgendwie anders. Und ich habe sehr schnell nicht mehr versucht, zu den normalen Kindern zu gehören. Ich wusste einfach, ich bin was Besonderes, habe mich aber immer sehr allein gefühlt. die ganzen Wahnsinnigen beim Film haben mich gerettet. Mich in einen Alltag am Counter in einem Shop einzufügen hat mich wesentlich mehr Kraft gekostet, als alles andere. Und wenn ich mir die Sichtweise der Mädels da versuche zu eigen zu machen, dann verletzt mich Mr.Bickle's Art plötzlich sehr viel mehr. Es tut weh, ihn aus diesem anderen Blickwinkel zu sehen. Allerdings wieder mehr für ihn als für mich. Tut weh, zu sehen, wie wenig er umsetzen kann, von dem, was er sich wünscht. Ich hab das ja ganz gut hinbekommen. Ob ich da jetzt Gefühle unterdrücke oder sie mir einfach abgewöhnt habe, oder ob ich sie tatsächlich nicht habe, kann ich nicht sagen. Ich möchte da auch nicht extra drin rumwühlen. Es ist einfach Fakt, dass ich mich mit IHM wohler gefühlt habe als z.B. mit meinem Exverlobten, der der Inbegriff des romantischen Mannes ist und der immer Beziehungen hatte und auch braucht. Ganz gesund ist der allerdings auch nicht.

Muss ich den Schmerz fühlen? Muss ich mich im Nachhinein verletzter fühlen? Ich habe es in der jeweiligen Situation getan, und es war blöd, sich das immer wieder anzutun. Ich hatte aber auch was davon, ich hatte ihn als Stütze, hab mich an ihm festgehalten, wenn das normale Leben mich überfordert hat. Momentan scheine ich eine Balance zwischen der normalen Welt und meiner Welt zu finden. Deswegen brauche ich ihn nicht mehr. Was jetzt vielleicht wiederum ihn mehr verletzt als mich. Ich sollte wütend sein auf ihn, aber ich bin nur genervt von seiner unangemessenen Reaktion. Allerdings würde es nichts dran ändern, dass es nicht funktioniert. Also ist es völlig egal, wie und was er tut oder nicht. Hatte ich vor einem Monat noch Angst vor seinem 'Vermiss dich', kann es mich jetzt nicht mehr verletzen. Es ist etwas, das er tut. Ich muss damit gar nichts machen. Ich kann reagieren, wie immer ich mich dann grade fühle. Mutti allerdings ist weg. Mutti ist auf Urlaub und Lizzie versucht, ihr Leben zu leben und so zu gestalten, dass sie sie selbst sein kann, unabhängig dem, was um sie rum passiert. Auch das verdanke ich irgendwie ihm, der mich dazu gezwungen hat, mich da rauszuwinden. Irgendwo auf dem Weg hab ich mich gefunden.

Nein, im Moment bin ich klar traurig, weil ein Teil meines Lebens weg ist, aber was war, bleibt. Und wenn ich nicht mehr weiterweiss, kann ich dahin zurückgehen und mich von den Erinnerungen anspornen lassen. Und ja, er ist ein Arsch, der seine Ex mit mir betrogen hat, auch das gehört zu den Seiten an ihm, die ich nicht mag. Er wollte nur den Sex, oder so. Deswegen muss ich ihn auch nicht vermissen, die vernünftige Lizzie weiß, dass sie was Besseres verdient hat. Deswegen mag ich nicht Heulen, deswegen mag ich nicht Leiden. Er ist es im Prinzip nicht wert. (Ja-haaaaaa, schon gu-huuut, ich weiß es ja!!!)

So ist das, wenn man solche Dinge von Kind an erlebt. Vielleicht bin ich ein bisschen beschädigt in meinem Denken und Fühlen. Da kann aber Mr.Bickle jetzt echt nix dafür. Dafür bedanke ich mich bei meinen Eltern.

Samstag, 1. Juni 2013

Lizzie kommt aus dem Sortieren nicht mehr raus

Momentan verlangt mir mein Gefühlsleben ganz schön was ab. Ich könnte jetzt mit sehr verqueren Gedankenschüben durch den Liebesdschungel mäandern, aber ich will ja gerade einen Weg finden, der auch gangbar ist. Und versuchen, Männerverhalten zu entschlüsseln.

Also, wie vorauszusehen, ist Mr.Bickle immer noch da. Damit habe ich gerechnet. Allerdings hat sich was geändert. Offensichtlich hat er dann doch verstanden, dass er mir wirklich weh getan hat und das nicht so einfach mit einem 'Vermiss dich' wieder hinzubiegen ist. Scheint, ich habe endlich gelernt, meine wahren Gefühle präzise genug zu vermitteln. Ich habe keine Ahnung, ob er wirklich einen Weg zurück sucht oder einfach sein schlechtes Gewissen beruhigen will, in dem er immer mal wieder kurz nachsieht, ob es mir gut geht. Dagegen spricht die Aktion, bei mir auf der Arbeit aufzutauchen. Etwas, was mir vor 4 Wochen noch die Welt bedeutet hätte und mir jetzt nur einen leichten Schock versetzt hat. Es hat mich unendlich wütend gemacht! Er weiß genau, wie wichtig mir das immer gewesen wäre und es JETZT zu tun, ist eine Art mir zu zeigen, dass ich von ihm nur dann etwas bekomme, wenn ich es nicht fordere.

Und da sind wir am Punkt. Forderungen.

Wenn ich glaube, so etwas einfordern zu müssen und nicht drauf vertraue, dass ich es auch so bekomme, einfach, indem ich entspannt bleibe und ihn machen lasse- liegt das dann an ihm oder mir? Ganz grundsetzlich denke ich, haben Männer und Frauen verschiedene Tempi, ganz unterschiedliche Bedürfnisse am Anfang einer Beziehung. Die Frau will relativ schnell wissen, wo das hinführt und ob sie geliebt wird. Mag genetische oder kulturhistorisch begründet sein, aber beim dritten Date schon die Hochzeitsglocken zu hören, ist doch eher eine Frauensache. Ich kenne zwar durchaus auch Männer, die Gewissheit und eine feste Beziehung brauchen, die sich sofort verlieben und die Geliebte dann gleich binden wollen, aber das ist immer noch etwas anderes als der Traum vom Ritter und der Kutsche. Männer wollen nicht gerettet werden. Die Richtige ist für sie nicht so lebensbestimmend wie für die Frau. (Auch wenn das in der Realität heute natürlich nicht mehr so ist. Heute kann Frau auch ohne Mann ihren Lebensunterhalt bestreiten)

Männer sondieren die Lage länger. Und sind gerne bereit, mehr zu geben. Aber sie wollen nicht gedrängt werden, sich die Sache gründlich anschauen und auch testen, was geht und was nicht. Ab einem bestimmten Alter, und ich rede jetzt von 40 aufwärts, ist es sowieso schwieriger. Wieviele Männer eine Frau hatte, also, Vergleichsmöglichkeiten, hat sie Anhang, lästige Freundinnen usw. Die meisten Männer haben schon mit einer oder mehreren Frauen zusammengelebt und keine Lust, ihre räumliche Freiheit aufzugeben, wenn es nicht passt. Und auch die emotionale Freiheit spielt eine Rolle. Auch Männer werden verletzt und sind danach vorsichtiger.

Emotionale Bindungen sind für Männer komplizierter. Frauen haben mehr überschüßige Gefühle. Ob das jetzt besser ist? Ich fahre ganz gut damit, meine Gefühle zu deckeln. Vielleicht ist es ja besser, Mr.Bickle so am Rand rumlungern zu lassen, ab und zu eine Nachricht zu bekommen und ansonsten einfach mein Ding zu machen, als wieder kompletten Kontaktabbruch. Und aus der Ferne wieder Illusionen zu nähren. So sehr sein Nachrichten mein Herz hüpfen lassen könnten, sie tun es nicht mehr. Denn sie bedeuten nichts. Möglich, dass er austestet, wie es ihm selbst dabei geht. Möglich, dass er sein schlechtes Gewissen beruhigt. Sicherlich hängt er an mir und wir sind ja über die Jahre auch Freunde geworden und teilen vieles. Es bedeutet jedenfalls nicht, dass er mich unsterblich liebt und sich für mich so ändern wird, dass eine Beziehung möglich ist, in der ich nicht via Facebook erfahre, dass er mit der Familie seines Cousins in den Urlaub fahren wird.

Für so eine Art Beziehung bräuchte eine Frau mit ihm einen sehr langen Atem. Einen noch längeren, als ich ohnehin schon hatte. Mr.Bickle hat nochmal ein ganz anderes Zeitgefühl und bis er erkennt, dass er vielleicht doch ganz gern was Festes hätte, hab ich schon die nächsten zwei Männer durch schätze ich.

Freitag, 31. Mai 2013

Was wollen Männer? Falsche Frage. Was wollen WIR?

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich in all den Jahren als Single und in meiner On/Off Geschichte die Beziehungen zwischen Frauen und Männern zu theoretisch gesehen habe, aber irgendwie habe ich ja jetzt doch mal wieder für ein paar Monate quasi 'dazugehört' zu den Frauen, die sich über ihre Männer aufregen. Als Single kommt man da nicht so rein in diese Riege der Vergebenen. Und kann sich höchstens zusammen mit anderen Singles wundern, warum so tolle Frauen wie wir niemand abbekommen. Wobei da schon immer der leise Verdacht im Raum schwebt, dass man die, die man haben könnte, gar nicht wollen würde. Es ist ja prinzipiell immer spannender, die Schaufel vom anderen Kind zu bekommen, als mit der eigenen zu spielen... Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Ehering Männer für Frauen deswegen interessant machen soll, weil damit schon bewiesen ist, dass er einer anderen genügt hat und eine andere ihn haben wollte, also muss was dran sein an ihm.

Eine Kollegin meinte, sie hätte doch etliche nette Männer in ihrem Freundeskreis, alle vergeben, verheiratet, Kinder. Alle toll. Ja, solange du den Kerl nicht zuhause sitzen hast! Denn da kämpft man dann um den Müll und wer die Kinder ins Bett bringt und der Mann ist schon nicht mehr so super. Nach außen, bei einer anderen Frau als der eigenen, ist es immer einfacher, charmant und interessant zu wirken. Im täglichen Nahkampf schleift sich das ab. Vor der eigenen Frau kann Mann nicht brillieren, die wäscht seine Unterhosen. Aber immerhin. Er hat sich drauf eingelassen. Oder? Pärchen so von nahem zu sehen macht mich irgendwie auch nicht schlauer. Was läuft da falsch?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zweierbeziehung eine Daseinsform ist, die sich zunehmend überholt. Früher war der Mann einfach der Ernährer und brauchte die Frau auch, um den Nachwuchs zu sichern. Aber das mit dem Stammhalter ist komplett uninteressant geworden, seit Familien eine völlig andere Form angenommen haben als noch vor 20 Jahren. Welcher Mann kann sich denn noch sicher sein, seinen Nachwuchs auch wirklich großzuziehen und dann im Alter eine Stütze zu haben? Frauen trennen sich, nehmen die Kinder mit, ein anderer Mann kommt dazu, der Sohn spielt dann mit dem Neuen Fußball. Kinder binden noch, aber nicht mehr in dem Maß wie zu Omas Zeiten. Die Verpflichtung ist auch nicht mehr so groß, Frauen haben heute alle einen Beruf, wenn der Mann nicht mehr will, muss er nicht befürchten, dass seine Kinder in Armut enden, wenn er nicht da ist. Das alles macht es einfacher zu gehen.

Und vielleicht auch schwieriger, etwas anzufangen. Denn auch wenn Männer immer stark sind und Gefühle verdrängen, sie haben sie und sind genau durch die erzwungene Stärke weniger in der Lage, mit Verlusten und Versagensängsten umzugehen. Versagen ist ja im männlichen Bauplan nicht vorgesehen. Er MUSS da raus und sein Ding machen. Komme was da wolle. Eine Frau kann sich immer noch aus dem anstrengenden Existenzkampf um Job und Karriere rausziehen, eine Ausbildung zur Feng Shui Beraterin machen. Oder Kinder bekommen. Mann muss weitermachen. Wenn nicht, gilt er immer noch als sozialer Absteiger, Versager oder Weichei. Also warum nicht die Freiheit genießen? Er muss sich ja auch nicht festlegen. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Früher waren die Männer hinter den Röcken her. Der Playboy, der Stenz, legendäre Schürzenjäger, all das gibt es ja nicht mehr. Allenfalls Womanizer oder Bad Boys, hinter denen die Frauen her sind, weil sie Sex, Macht und Abenteuer versprechen und einen Waschbrettbauch oder zumindest Ruhm zu bieten haben. Ja, der Anspruch an die Männer ist auch ein anderer geworden, seit es die Chippendales gibt. Auch SEIN Kapital ist jetzt das Aussehen. Die Blondine, die nur auf Geld und nicht auf Alter und Figur des Herrn achtet, ist inzwischen fast nur noch weit hinten in Russland zuhause.

Die Antwort kann aber jetzt nicht sein, wieder vermehrt Röcke zu tragen und zuhause mit Schürze am Herd zu stehen. Da kommt die Frau ja auch manchmal gar nicht mehr dran, weil der Mann den Jamie Oliver oder zumindest Tim Mälzer in sich entdeckt hat. Die Antwort kann eigentlich nur sein, dass Männer und Frauen neu definieren, was eigentlich Beziehungen heute können müssen. Wofür brauche ich eine Beziehung? Gerade, wenn man dann aus der Familienbildungsphase schon raus ist oder nie drin war wie in meinem Fall. Ich wollte nie Kinder und auch das ist natürlich für Männer schwierig, denn damit entfällt ja eine ihrer Aufgaben. Die, die auch keine Kinder wollen, brauchen auch keine Frau an ihrer Seite. Die können sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und die vielen dankbaren Frauen beglücken, die auf ihren Prinzen warten.

Zweierbeziehung- warum? Und wie? Es kann doch nicht sein, dass Männer uns Frauen ständig am ausgestreckten Arm auf Abstand halten, haben die denn die Hoffnung, dass plötzlich ein Supermodel über das Facebook Profil stolpert und sich unsterblich in sie verliebt? Ist die ständige Option auf etwas möglicherweise Besseres der Punkt? Oder war das Sich Festlegen genetisch immer schon auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und wir befinden uns noch in der Steinzeit?

Ich möchte ja auch nicht den Rest meines Lebens damit verbríngen, mich zu fragen, ob ich es nicht hätte besser treffen können. Ich möchte aber auch nicht mit 60 noch auf der Jagd sein müssen. Und allein alt werden? Ja, es gibt den Freundinnenpakt, den Plan, später als exzentrische alte Damen im Garten rumzuwursteln und ohne lästige Männer Spaß zu haben. Ich denke aber nicht, dass meine körperlichen Bedürfnisse dann einfach weg sind. Und dann noch im Joyclub? Mann Mann Mann....

Montag, 30. Juli 2012

Hormone...

Jeden Monat das Gleiche, 3 Tage Herz! Sentimentale Anfälle und Sehnsucht und Tränen. Und das alles nur, weil die Östrogene erst ein High und dann ein Low haben. Was kann ich denn da dafür???? Dann zieht's im Bauch und in der Brust und mein Kopf kommt gar nicht mehr nach mit den Gedanken über die ganzen Gefühle.

Ja, sie sind noch da, die Gefühle. War es die ganze Jahre ein verrücktes Verliebtsein, gemischt mit ganz viel Angst vor einem Mann mit einem Leben, das ich nicht verstehe, wächst es sich aus zu einem viel tieferen Gefühl, das vorher keine Chance hatte zu entstehen. Denn Lizzie hat zuverlässig regelmäßig und übrigens gerne an Tagen wie diesen komplett den Verstand verloren und Dummheiten gemacht. Damit war der Mann wieder weg und alle konnte schön virtuell bleiben.

Tom wiederzufinden hieß auch, mein Herz wiederzufinden. Es lag natürlich in einer Ecke, in der ich dachte dass es nicht sein könne. Dass es immer noch von damals....Längst hatte es doch ganz andere Verletzungen davongetragen, dachte ich. Aber nein, es war im Grunde immer noch die von vor 20 Jahren. Aber jetzt hab ich es wieder. Ich kann wieder fühlen. Mich. Und Mr.Bickle.

Aber vor allem mich. Deswegen reagiere ich auch anders. Mein Selbsterhaltungstrieb funktioniert, ich habe direkten Zugang zu meinen Empfindungen und muss nicht alles denken. Das hilft. Denn mit dem Verstand Gefühle kontrollieren zu wollen geht nicht. Ich akzeptiere, dass ich einfach nur lieben kann, ohne Grund. Also, ohne es erklären zu können. Ja, er hat mir neue Flügel gegeben. Ja, der Sex ist wunderbar. Ja, er ist süß, lieb, humorvoll. Aber ich hab ihn einfach gern. Punkt.

Manchmal, in letzter Zeit, denke ich, er kommt gar nicht mehr nur für das Schäferstündchen. Er kommt um mich zu spüren. Will, dass ich ihm was erzähle. Möchte wissen, wie's mir geht. Baby, das ist zu nah! Das führt zu weit, dafür, dass du immer wieder gehst.

Dienstag, 10. Juli 2012

Back in time

23 Jahre. Mal eben ausgelöscht in 3 Stunden. Verdammt, warum muss mein Liebesleben immer wie im Film sein? Wieso kann da einer, der mir damals das Herz gebrochen hat, mich in den Arm nehmen und ich bin wieder 20? Wie geht das? Alles wieder da, die ganzen Gefühle, dieses unschuldige einfach nur verliebt sein ohne die Ahnung, dass selbst so ein Riesending enden kann. Und nie wieder konnte ich jemand so lange und so intensiv in die Augen schauen. Und das dann noch zu solchen Schmachtfetzen wie 'Take my breath away'. Ja Tommi, was waren wir kitschig. Und jeder einzelne Lovesong auf dieser Welt war unser! Alle wußten, dass wir zusammengehören. Selbst gestern im Biergarten, als wir gezahlt haben, hat der Kellner gemeint, er habe uns nicht stören wollen. Und wie er damit hadert, damals in einem Anflug von Panik, die nicht länger als eine Woche (!!!!) gedauert hat, alles kaputtgemacht zu haben. Nicht nur Schluß, sondern gleich die Versetzung nach Hamburg organisiert. Da dann ganz schnell eine neue Frau geschwängert. Eigentlich jeden Weg zurück verbaut. Wenn ich nicht in jeder Sekunde sicher gewesen wäre, dass er mich liebt, dann wäre es das gewesen. So habe ich ihn mir zurückgeholt, obwohl ich immer ahnte, dass ich mehr will. Dass er einen Teil von mir nie würde sehen und akzeptieren können. und so ist es bis heute. Die wilde Fau aus der Stadt blendet der süße Kerl aus der Provinz einfach aus.

Aber es war einfach schön, und ein bisschen beengend, wie er meine Hand, mein Gesicht, mich gehalten und gestreichelt hat. Er würde mich noch immer lieben hat er gesagt. Und die Lizzie von vor 20 Jahren, die liebt ihn auch noch. Und wie! Aber die Lizzie von heute hat das Glück, einen Mann gefunden zu haben, der genau das Quäntchen mehr hat, was ihr bei Tom immer gefehlt hat. das Urbane, das Einzigartige, das Wilde, das sie auch in sich trägt. Vielleicht sehe ich Tommi ja falsch, vielleicht verweigere ich ihm ja auch das Wilde. Aber trotz aller Gefühle-er ist es nicht.

Und was bin ich froh, dass mein Perser mich auch schon so angesehen und gehalten hat, erst vorgestern! Obwohl es mir Angst macht und ich zurückzucke vor soviel Gefühlen. Ich bin das nicht mehr gewohnt. Ich zittere ein bisschen um meine Freiheit. Ich weiß nur eins: Für Tom bin ich bis nach Hamburg gefahren. Für IHN würde ich bis ans Ende der Welt gehen!

Tom und ich, wir erinnern uns an die gleichen Dinge. Ja, da ist schon viel. Da passt viel. Aber nicht alles. Sei mir nicht böse mein Schatz, aber verzeih dir bitte, was du damals getan hast. Es hatte vielleicht mehr Gründe als nur Panik und für mich war es gut. Ich hätte nie das Leben, das ich jetzt habe. Wir hätten mindestens 2 Kinder und wären geschieden. Und ich wäre immer ein bisschen böse auf mich selbst, weil ich nicht mehr aus meinem Leben gemacht hätte. Tom, es ist gut so wie es ist. So haben wie eine wunderbare Erinnerung an eine völlig aus Zeit, Raum und Realität gefallene Romanze wie im Buch. Denn wir hatten nie Alltag, du in der Kaserne, ich bei meinen Eltern. Und dann auch noch Fernbeziehung. Das alles macht es soviel größer. Schöner. Und genau so nehme ich das. Ich hab dich lieb!

Montag, 9. Juli 2012

Frauen, wollt ihr die Wahrheit wirklich hören?

Ladies, da war es wieder! Verheiratete Männer...

Und ich höre wieder das 'wie konnte ich nur so blöd sein und das Gelaber glauben'. Ja wieso denn nicht? Das Dumme ist doch, in dem Moment meinen die Kerle das ja auch so. Wollen ihre Frau verlassen, wollen mit uns alt werden. Blöd, wenn sein Gehirn in dem Moment im Schwanz sitzt. Saublöd, wenn er dann tatsächlich mal anfängt, das Szenario durchzudenken. Geht es nur um eine Beziehung wird es leicht. Gemeinsame Wohnung-schon schwieriger. Ehe, da hängen dann schon 2 Familien plus versammelter Freundeskreis dran. KINDER? Vergiss es. Ein gemeinsames Leben gegen ein einzelnes Herz, die Rechnung ist eigentlich einfach.

Aber warum hören die Männer dann nicht auf, uns solchen Bullshit zu erzählen? Warum nicht einfach ein 'du bist so süß und sexy, ich kann dir nicht widerstehen, aber mehr kann es nicht werden'. Warum nicht ehrlich? Ich sag's euch: WEIL FRAUEN ES NICHT HÖREN WOLLEN. Punkt. Selbst wenn er ehrlich wäre, würden sie doch jede einzelne Nachricht solange umdeuten, bis er doch mehr versprochen hat. Und natürlich würden sie mit ihm schlafen, in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Und hinterher stocksauer sein oder gar Terror machen, obwohl er es gesagt hat. Es haben mir soviele Männer, inklusive Exverlobtem, inzwischen erzählt, wie unberechenbar Frauen sind. Sagen ja zu einem ONS und flippen dann aus, wenn er nicht sofort auf Nachrichten reagiert oder zweimal täglich anruft. Oder fragen gar beim ersten Date, über ein EROTIKPORTAL organisiert, ob er denn Kinder möchte.

Wouw. Und ihr fragt euch, warum uns die Kerle so einen Schwachsinn erzählen? Ich habe wirklich versucht, Tom Tipps zu geben, was er in so einem Fall zu einer Frau sagen könnte, damit sie es wirklich versteht. ich habe aufgegeben! Mir war bei jedem Satzversuch klar, wie eine Frau den umdrehen würde, solange, bis sie endlich böse sein darf auf ein weiteres männliches Arschloch.

Ich hab's echt satt! Kommt doch mal alle runter von dem Trip, dass Männer die Bösen sind! Wie ehrlich ist es denn, mit ihm ins Bett zu gehen und so zu tun, als wärt ihr einverstanden mit ner unkomplizierten Geschichte? Nur um dann hinterher auszuticken, weil ER gemeint hat, was er sagt? Ihr macht ihm vor, kein Problem damit zu haben, dass er ne Frau zuhause hat? BULLSHIT! Natürlich habt ihr ein Problem damit. Ihr wollt die Frau sein, mit der er lebt. Also wenn das mal keine große fette Lüge ist. Und natürlich wissen Männer, dass Frauen es nicht so meinen. regen sich aber trotzdem drüber auf, dass sie uns nicht verstehen. Aber wissen wir Frauen auch, dass Männer es manchmal nicht so meinen? Eigentlich schon. Also, was regen wir uns dann auf?

Jetzt mal unter uns Betschwestern: Sich einen vergebenen Mann angeln zu wollen ist nichts für Weicheier! Frau muss sich jeden Moment sicher sein, was sie will. Sie darf null komma null Erwartungen haben. Denn es wird zu einem sehr hohen Prozentsatz schiefgehen. Sie muss sich darüber klar sein, dass sie mit ihren Gefühlen nicht zu ihm rennen kann sondern allein oder mit Hilfe sehr tougher Freundinnen damit klar kommen muss. Er darf NICHTS davon merken. Alles eitel Freude uns Sonnenschein, er ist, und das ist wichtig, er ist NUR DER STECHER! Er darf mich glücklich machen in der Zeit, die er in meinem Bett ist. Ausserhalb davon hat er in meinem Leben nichts zu suchen. Kein Übernachten, kein Zugriff auf mich für so eine Art Zweitbeziehung. Wenn es anfängt, dass ihn das stört, dann genau so weitermachen und nicht nachgeben. Hart bleiben. Andere Männer daten, sich um Himmels Willen nicht auf ihn konzentrieren. Leben leben. Es so meinen. 

Das ist der wichtigste Punkt: Es so meinen. Klar, im Hinterkopf darf der Gedanke an mehr durchaus sein, muss er. Aber nur da. Das Ziel ist das nächste Date. Kommt er wieder? Will ich das? Wird es zu eng für nur Spaß? Wenn die eigenen Gefühle stärker werden, einen Schritt zurücktreten. Einen Tag oder länger nichts von sich hören lassen. Und immer darauf achten, was er TUT. Und was er nicht mehr sagt. Ich stelle gerade fest, das mein Ex immer weniger redet. Schon lange kein 'ich hab dich so vermißt' mehr. Dafür in den Mails 'verzehre mich nach dir'. Dafür mehr Mails, sehr viele Mails. Oder dass er noch nach tagelang ganz hin und weg wäre vom letzten Mal.

Und dann macht er. Schaut mich an, sieht mir in die Augen und nimmt mein Gesicht in seine Hände. Unendliche Zärtlichkeit. Und ich setze nicht nach. Ich bin einfach da, in diesem Augenblick, und halte Stand. Sage nichts, aber gebe zu verstehen, dass ich verstehe. Und lass ihn gehen. Das hört sich schwierig an, ist aber ganz leicht. Mein Herz sagt, er ist bei mir. War er immer. Aber er gehört mir nicht. ICH gehöre mir. Und er hat mich gern, das ist schön. Vielleicht bin ich so entspannt, weil ich ahne, dass es schon werden wird mit uns. Vor allem aber möchte ich es geniessen. Das was kommt ist so gut, so schön, dass ich mir im Moment nicht mal vorstellen kann, wie es noch schöner werden soll. Und ich möchte mir nicht wieder mit Verlustängsten das kaputtmachen, was wir haben. Der Mann macht sich genug Gedanken, ich kenne ihn lange genug um zu wissen, dass er es sich nicht leicht macht. Er will niemandem wehtun. Mir nicht und seiner Freundin nicht. Er weiß, dass er sich irgendwann wird entscheiden müssen.

Aber ich kann mich nicht drauf verlassen, dass er sich für mich entscheiden wird. Wenn er jetzt anfangen würde, mir Versprechungen in diese Richtung zu machen, würde ich es nicht hören wollen. Vielleicht, liebe Männer, ist es am ehrlichsten, nichts zu sagen und die Geliebte einfach so gut zu behandeln, dass sie trotz allem glücklich ist. Wir sollten ihnen den Mund zuhalten, wenn sie mit dem Quatsch anfangen. Erwachsen genug sein, mit der Wahrheit leben zu können. Und bitte keine Besitzansprüche! Er nicht, wir nicht.

Und meine oberste Regel: Männer mit kleinen Kindern sind tabu. Es ist zu einfach, sie zu kriegen, es hängt zuviel dran. Und sie werden NIE ihre Frau verlassen. Und das ist auch gut so.

Sonntag, 8. Juli 2012

Lizzie in den Wolken

Okay, das wird eng. Und enger.
Am Dienstag schon 'Schatz'. Heute 'mein Schatz'

Aus Ficken wird Liebe machen. War auch am Dienstag schon so, dass es nach dem Gespräch viel zärtlicher war. Heute ging's noch ein paar Stufen tiefer. Ich spüre seine Sehnsucht, mich nicht nur zu vögeln. Er will mich halten, fest halten. Festhalten. Ja, er meldet ganz vorsichtig, denn er weiß er hat kein Recht dazu, meldet ganz vorsichtig Besitzansprüche an. Und sorgt dann dafür, dass ich, wenn ich morgen meinen Ex-Verlobten treffe nicht mal im Ansatz auf die Idee komme, den dorthin zu lassen, wo grade noch mein Perser war! Oh verdammt. Dafür hat er echt gesorgt!

Es war nicht nur zärtlich, es war überirdisch. Sex vom anderen Stern, ein anderes Universum. Und da bin ich immer noch. Und da möchte ich bleiben! Ich möchte nie wieder aus diesem Universum zurück auf die Erde.

Er hat heute extra Zeit für uns freigeschaufelt. Meine Hand gehalten,  mich gehalten. Mir in die Augen gesehen und mein Gesicht in seinen Händen gehalten.

Verdammt. Obwohl ich genau darauf hingearbeitet habe, genau das wollte, ich kann es genauso wenig glauben wie die selbstverständlichkeit, mit der er in mein Bett zurückgekommen ist. Sollte es denn möglich sein? Wahrscheinlich bin ich wieder die, die's nicht fassen kann, während meine Mädels einfach nur nicken und 'wahr doch klar' sagen werden. Gibr da ein paar, die lachen schon, weil ich immer noch zweifle..

Langsam, ganz langsam fängt Lizzie an zu glauben, dass sie es doch kann. Jemand WIRKLICH lieben. Gern haben. Gern um sich haben. Haben wollen weil es mit ihm soviel besser ist als ohne ihn. Ganz egal, was sonst noch wäre. Mit ihm ist die Welt schöner!

Sonntag, 1. Juli 2012

Liebe und Vertrauen

Liebe und Vertrauen
Liebe und Vertrauen
Liebe und Vertrauen
Liebe und..................................
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Vertrauen ist der Anfang von allem. Das war mal der Werbespruch einer Versicherung, oder Bank? Bevor wir das große Wagnis Liebe eingehen, müssen wir darauf vertrauen, dass der andere es gut mit uns meint. Uns nicht wehtun wird. Zumindest nicht absichtlich. Aber jemand, der uns nahe kommt, wird auch irgendwann mal irgendeine unserer Grenzen überschreiten. Hoffentlich nicht absichtlich. Und wenn absichtlich, dann in der guten Absicht, eine Stelle zu erreichen, an der wir uns selbst im Weg stehen und uns wachzurütteln. Aber letztendlich sind wir selbst verantwortlich dafür, was das, was unser Gegenüber mit uns macht, mit uns macht.

Wir haben die Wahl glücklich zu sein. Niemand ausser uns ist dafür zuständig. Nicht das Schicksal, nicht unsere Eltern, nicht die Freunde und auch nicht der Partner. Soll ich mir von äußeren Umständen das Leben und die Laune versauen lassen? Gut, es macht ein bisschen weniger Spaß, wenn eine Chefin ihre Psychonummer im Job austobt und einem empfindlich auf die Nerven geht. Aber ich hatte die Wahl, weiter völlig unentspannt alles nur wieder und wieder zu erzählen und durchzukauen und dabei immer genervter zu werden. Oder mit Menschen drüber zu diskutieren, die mich in dem Thema weiter-und auf die richtige Lösung gebracht haben. Und mit der Lösung in Aussicht konnte ich schon mal wesentlich entspannter weitermachen. SIE hatte sich nicht verändert. Aber meine Sichtweise. Ich hab siepositiv  als Herausforderung betrachtet, als Chance, zu wachsen und zu lernen. Und genau wie dieses Rätsel zu lösen, warum ich in Beziehungen nie weiterkomme, macht es Spaß, das Gefühl der Ohnmacht durch konstruktives Handeln zu ersetzen.

Ich muss darauf vertrauen, dass ich mit allem auch klarkomme, wenn ich keinen Partner habe. Sonst begebe ich mich in eine Abhängigkeit, die für beide anstrengend ist. Ich muss mir unbedingt selbst vertrauen, denn auch wenn wir einem Menschen sehr nahe sind, letztendlich sind wir alle irgendwo allein. Mein letztes Date zeigt mir grade, dass ich auch nicht verantwortlich sein will für das Glück eines anderen. Der will zuviel. Zu schnell. Also, nicht Beziehung, aber er wäre der Typ, der mir irgendwann Streß machen würde, weil ich nicht schnell genug auf Nachrichten antworte. Und davon dann seine Laune abhängig macht. Diese Macht möchte ich nicht. Ich möchte niemanden quälen und niemand, der sich mit mir quält. Er soll sich ein Loch in den Bauch freuen, wenn er eine Mail von mir bekommt, aber nicht davon abhängig sein!

Wem also vertrauen? Das Gefühl, das man beim ersten Zusammentreffen mit einem Menschen hat, dieses instinktive Einschätzen, die sekundenbruchteile schnellen Reaktionen des Bauches, die sind richtig. Und manchmal sagen wir in den ersten Minuten auch schon die Wahrheit. Ein Satz über den/die Ex, irgendein lapidarer Spruch zum Thema Beziehungen und alles ist verraten. Danach kommt das dazu, was uns der andere gerne sehen lassen möchte. Eine etwas verbesserte Aussendarstellung. Und wenn man sich näher kommt, mehr auf die Worte hört, dann übertönen die den Instinkt. Um zu wissen, ob man jemand vertrauen kann, müßte man zurück an den Anfang. Die ersten Sekunden. Und zu diesem Bauchgefühl.

Vor genau 4 Jahren stand also da dieser Kameraassistent mit vor mir. Und hat mich umfangen mit einem warmen, zärtlichen Gefühl. Hat von da ab immer die richtigen Fragen gestellt und sich um mich gekümmert. In jeder Sekunde schien er mich im Auge zu haben, zu wissen, wo ich bin. Da war sofort ein Band zwischen uns. Vielleicht, weil wir beide manchmal psychische Grenzegänger sind, vielleicht ein früheres Leben, Chemie, wer weiß. Aber egal was war, egal wie sauer ich war auf ihn, obwohl er eigentlich nix Böses wollte und nur mal wieder nicht auf sein Handy geschaut hatte, wieviel Theater er auch verursacht hat ohne es zu wollen, einfach weil er so ist wie er ist-er wollte mich nie verletzen. Im Gegenteil, für ihn war klar, dass ich nicht mit ihm klarkommen würde (DIE Nummer konnte ich auch gut: I'm no good und ich muss jemand vor mir beschützen...), da hat er mich immer wieder weggeschickt, mir noch brutaler als nötig Grenzen aufgezeigt und wollte nur weg. Weil er keinen Bock drauf hatte, dass ich wegen ihm schlecht drauf komme.

Und immer mußte er mich nur in den Arm nehmen und ich habe gespürt, dass er mich wirklich mag. Mich nie absichtlich verletzen würde. Es ginge zu weit, zu interpretieren, dass er sich immer mal wieder gewünscht hätte, ICH wäre anders und es könnte mit uns funktionieren, aber heute möchte ich mal an die Liebe glauben.

Heute glaub ich an das, was zwischen uns ist Baby, und ob lebbar oder nicht, dieses Gefühl, wenn du mich in den Arm nimmst, das ist das schönste Gefühl auf der ganzen Welt. Das ist heimkommen Baby. Schönen Jahrestag.

Dienstag, 19. Juni 2012

Ich werd nie wieder gesund...

Mann, ich häng hier immer noch scheißschweineerkältet rum, meine Lymphdrüsen sind dick und mir platzen gleich die Nebenhöhlen! Und doch hab ich mich gestern in den Laden geschleppt, nur um wieder festzustellen, wie froh ich bin, da ganz sehr bald nicht mehr zu sein und diese Frau, die noch sowas wie meine Chefin ist, endlich hinter mir zu lassen. Statt dankbar zu sein für meine dämliche Loyalität krieg ich ne Ansprache, dass sie es satt hätte, immer die Dumme zu sein, die sich krank in die Arbeit schleppt und dann müßte sie immer allein im Laden stehen, weil wir zuhause bleiben. Nur weil ich gemeint hatte, ich würde eventuell ein kleines bisschen früher nach Hause gehen wollen. Ich meinte dann nur trocken, dann lass dich doch auch krankschreiben. Achtung, jetzt kommt wunderbare kroatische Logik: Zuhause würde sie noch kränker werden. Ja dann. Dann darf sie sich auch nicht beschweren. Rein logisch gesehen.

Und der Preis den ich zahle??? Mein Ex/Lover kommt nach 5 Tagen Auslandsdreh zurück und ich muss ihm für den Abend absagen, weil ich zu fertig bin. Allerdings, nochmal eine ganze Woche auf ihn verzichten, weil er schon wieder gebucht ist-das dann doch nicht. Also hab ich ihn für heute Früh einbestellt. Und es war ganz zauberhaft, magisch, wunderbar. Sieht er auch so. Ja, genau DIE Fragezeichen hab ich dann auch immer...

Nachdem ich die halbe Nacht nur schwer Luft bekommen hatte und mir fast der Kopf platzt, hatte ich allerdings schon vorher beschlossen, nicht in die Arbeit zu gehen, beim Sex kann ich ja liegenbleiben! Das geht, das ging sehr gut. Mit hinterher sich spüren und in den Arm nehmen. Zum Abschied meinte ich dann, es wär soooooooooo schön, wenn er bleiben und mich ein bisschen pflegen könnte. Oh ja, er würde mir ein Süppchen kochen, mich massieren (also gegenseitig massieren natürlich!), ja, das wär schön. Worte mein Lieber, ich höre deine Worte. Allein, mir fehlt der Glauben. Ich mimimi heut noch ein paarmal rum, mal schauen, ob er genug Sehnsucht kriegt, um mir irgendwie was Gutes zu tun.

Es war schön. Es war nah. Wir haben eine wunderbare Energie zusammen und er gibt mir soviel Kraft, ich versteh das selber nicht so ganz. Ich habe es ihm gesagt. Und er hat sich gewundert. Dabei hab ich immer, immer betont, ich würde nur seine Hand brauchen. Mit dieser Hand, wenn ich die habe, dann kann mir nichts passieren, dann kann mir keiner was. Nur diese eine, seine Hand kann das. Sie macht mich unverwundbar. Selbst nach unserer ersten Trennung, als wir zusammen arbeiten mussten und im Bus zusammengepfercht saßen, wütend, verletzt, traurig, ich böse Sprüche reissend-irgendwann haben wir Händchen gehalten und es war gut. In diesem Moment. Alles war vergeben und vergessen. Nur unsere Hände müssen zueinander finden.

Es ist gut, dass er wieder weg ist. Noch mehr davon heute, und ich muss ihn nach seiner Freundin fragen. Die er nach seiner Rückkehr noch nicht gesehen hat. Scheint nicht da zu sein. Ich will es nicht wissen. Ich will nur diese dumme, schöne, meine Hand!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Schwach sein?

Gestern Morgen kam mir nicht zum ersten Mal der Verdacht, dass es doch nicht ganz so leicht ist, mich zu lieben. Nicht weil ich ne große Klappe habe oder nicht nett genug wäre. Aber wenn alle Männer gehen, obwohl sie Gefühle haben für mich. Und wenn etliche davon auch immer wieder zurückkommen, dann kann ich kein so schlimmes Biest sein. Und wenn die eine Sache immer großartig funktioniert, die einzige, bei der ich mich fallen lassen kann, dann liegt's vielleicht an der Unfähigkeit, schwach zu sein ausserhalb des Bettes? Denn da hab mit Schwäche kein Problem. Aber so, im normalen Leben?

Oder anders: Jedes Mal, wenn ich mich auf eine Beziehung eingelassen habe, habe ich mich nicht nur einfach fallenlassen. Ich bin abgestürzt. Es wurde gleich eine komplette Depression, die dann den Mann überfordert hat. Ich kann nicht ein bisschen fallen, ich rutsch sofort ganz tief. Und ich habe die letzten Jahre hart daran gearbeitet, nicht auf meinem Sofa zu verkümmern. Ich kämpfe jeden Tag gegen das Bedürfnis, mich in meiner Wohnung einzumauern und vor Menschen und Anforderungen davonzulaufen. Ich kann es mir schlicht nicht leisten, schwach zu sein.

Der nächste Verdacht: Meine Männer sind sensibler als ich. Abgesehen von der Neigung zur Depression bin ich schon ein harter Knochen. In einer 'Gebrauchsanleitung' für meine Kombi aus westlichem-und chinesischem Sternzeichen steht als Tipp, wenn Mann was von mir wollen würde, müsste er aussen sanft und innen zäh wie Leder sein. Damit er kriegt, was er will. Viel Geduld wäre nötig und damit ich mal rausrücke mit meinem Inneren wird ein schönes Essen und Alkohol empfohlen. Ja, das könnte sogar funktionieren. Doch so wirklich zart und weich hat mich bis jetzt selten einer gekriegt. Ausser im Liegen.

Tja. Und nun? Ich war schon als Kind Einzelgängerin und nur phasenweise anschmiegsam. Kann ich es noch lernen, jemanden wirklich an mich ranzulassen? Aufzumachen und trotzdem nicht gleich ins Bodenlose zu fallen? Wie sag ich's dem jeweiligen Mann, dass ich tatsächlich noch nicht mal vor mir selber Schwäche zulassen kann aus Selbstschutz-oder weil ich mir so lang Härte abverlangt habe, dass da wenig Schwäche übrig ist? Ich würde so gern einen meiner Ex' fragen, wie es ist, gegen die Lizz-Wand zu rennen und sich dabei wehzutun.