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Freitag, 31. Mai 2013

Was wollen Männer? Falsche Frage. Was wollen WIR?

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich in all den Jahren als Single und in meiner On/Off Geschichte die Beziehungen zwischen Frauen und Männern zu theoretisch gesehen habe, aber irgendwie habe ich ja jetzt doch mal wieder für ein paar Monate quasi 'dazugehört' zu den Frauen, die sich über ihre Männer aufregen. Als Single kommt man da nicht so rein in diese Riege der Vergebenen. Und kann sich höchstens zusammen mit anderen Singles wundern, warum so tolle Frauen wie wir niemand abbekommen. Wobei da schon immer der leise Verdacht im Raum schwebt, dass man die, die man haben könnte, gar nicht wollen würde. Es ist ja prinzipiell immer spannender, die Schaufel vom anderen Kind zu bekommen, als mit der eigenen zu spielen... Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Ehering Männer für Frauen deswegen interessant machen soll, weil damit schon bewiesen ist, dass er einer anderen genügt hat und eine andere ihn haben wollte, also muss was dran sein an ihm.

Eine Kollegin meinte, sie hätte doch etliche nette Männer in ihrem Freundeskreis, alle vergeben, verheiratet, Kinder. Alle toll. Ja, solange du den Kerl nicht zuhause sitzen hast! Denn da kämpft man dann um den Müll und wer die Kinder ins Bett bringt und der Mann ist schon nicht mehr so super. Nach außen, bei einer anderen Frau als der eigenen, ist es immer einfacher, charmant und interessant zu wirken. Im täglichen Nahkampf schleift sich das ab. Vor der eigenen Frau kann Mann nicht brillieren, die wäscht seine Unterhosen. Aber immerhin. Er hat sich drauf eingelassen. Oder? Pärchen so von nahem zu sehen macht mich irgendwie auch nicht schlauer. Was läuft da falsch?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zweierbeziehung eine Daseinsform ist, die sich zunehmend überholt. Früher war der Mann einfach der Ernährer und brauchte die Frau auch, um den Nachwuchs zu sichern. Aber das mit dem Stammhalter ist komplett uninteressant geworden, seit Familien eine völlig andere Form angenommen haben als noch vor 20 Jahren. Welcher Mann kann sich denn noch sicher sein, seinen Nachwuchs auch wirklich großzuziehen und dann im Alter eine Stütze zu haben? Frauen trennen sich, nehmen die Kinder mit, ein anderer Mann kommt dazu, der Sohn spielt dann mit dem Neuen Fußball. Kinder binden noch, aber nicht mehr in dem Maß wie zu Omas Zeiten. Die Verpflichtung ist auch nicht mehr so groß, Frauen haben heute alle einen Beruf, wenn der Mann nicht mehr will, muss er nicht befürchten, dass seine Kinder in Armut enden, wenn er nicht da ist. Das alles macht es einfacher zu gehen.

Und vielleicht auch schwieriger, etwas anzufangen. Denn auch wenn Männer immer stark sind und Gefühle verdrängen, sie haben sie und sind genau durch die erzwungene Stärke weniger in der Lage, mit Verlusten und Versagensängsten umzugehen. Versagen ist ja im männlichen Bauplan nicht vorgesehen. Er MUSS da raus und sein Ding machen. Komme was da wolle. Eine Frau kann sich immer noch aus dem anstrengenden Existenzkampf um Job und Karriere rausziehen, eine Ausbildung zur Feng Shui Beraterin machen. Oder Kinder bekommen. Mann muss weitermachen. Wenn nicht, gilt er immer noch als sozialer Absteiger, Versager oder Weichei. Also warum nicht die Freiheit genießen? Er muss sich ja auch nicht festlegen. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Früher waren die Männer hinter den Röcken her. Der Playboy, der Stenz, legendäre Schürzenjäger, all das gibt es ja nicht mehr. Allenfalls Womanizer oder Bad Boys, hinter denen die Frauen her sind, weil sie Sex, Macht und Abenteuer versprechen und einen Waschbrettbauch oder zumindest Ruhm zu bieten haben. Ja, der Anspruch an die Männer ist auch ein anderer geworden, seit es die Chippendales gibt. Auch SEIN Kapital ist jetzt das Aussehen. Die Blondine, die nur auf Geld und nicht auf Alter und Figur des Herrn achtet, ist inzwischen fast nur noch weit hinten in Russland zuhause.

Die Antwort kann aber jetzt nicht sein, wieder vermehrt Röcke zu tragen und zuhause mit Schürze am Herd zu stehen. Da kommt die Frau ja auch manchmal gar nicht mehr dran, weil der Mann den Jamie Oliver oder zumindest Tim Mälzer in sich entdeckt hat. Die Antwort kann eigentlich nur sein, dass Männer und Frauen neu definieren, was eigentlich Beziehungen heute können müssen. Wofür brauche ich eine Beziehung? Gerade, wenn man dann aus der Familienbildungsphase schon raus ist oder nie drin war wie in meinem Fall. Ich wollte nie Kinder und auch das ist natürlich für Männer schwierig, denn damit entfällt ja eine ihrer Aufgaben. Die, die auch keine Kinder wollen, brauchen auch keine Frau an ihrer Seite. Die können sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und die vielen dankbaren Frauen beglücken, die auf ihren Prinzen warten.

Zweierbeziehung- warum? Und wie? Es kann doch nicht sein, dass Männer uns Frauen ständig am ausgestreckten Arm auf Abstand halten, haben die denn die Hoffnung, dass plötzlich ein Supermodel über das Facebook Profil stolpert und sich unsterblich in sie verliebt? Ist die ständige Option auf etwas möglicherweise Besseres der Punkt? Oder war das Sich Festlegen genetisch immer schon auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und wir befinden uns noch in der Steinzeit?

Ich möchte ja auch nicht den Rest meines Lebens damit verbríngen, mich zu fragen, ob ich es nicht hätte besser treffen können. Ich möchte aber auch nicht mit 60 noch auf der Jagd sein müssen. Und allein alt werden? Ja, es gibt den Freundinnenpakt, den Plan, später als exzentrische alte Damen im Garten rumzuwursteln und ohne lästige Männer Spaß zu haben. Ich denke aber nicht, dass meine körperlichen Bedürfnisse dann einfach weg sind. Und dann noch im Joyclub? Mann Mann Mann....

Freitag, 14. September 2012

Klischées über Männer

Verdammt, manche davon stimmen sogar. Nicht dass ich Expertin wäre, dafür hatte ich zuwenig Beziehungen und wenn dann mit Exemplaren, die DEUTLICH aus der Reihe fallen. Und der erste Mann in meinem Leben, na der ist eh ein Sonderfall. Der Witz, Männer würden schon machen, um was man sie gebeten hätte, es wäre nicht nötig, sie alle 6 Monate zu erinnern? Sag meinem Vater, du hättest gern eine Frühstücksterrasse und er bewegt X Tonnen an Material, um die Tochter glücklich zu machen. Ja, Mama und ich überlegen dreimal, ob wir etwas wirklich brauchen, denn Wunsch einmal geäußert, ist das Ding am Laufen.

Nur das mit dem Verdrängen, das können sie gut. Besser als Frauen fürchte ich. Und auch Mr.Bickle schiebt eine Entscheidung vor sich her. Irgendwie könnte sich ja alles von selbst lösen oder? Nicht??? Menno! Als ich gestern anfing, dass ich ihn nicht mehr so gern teile, da wollte er wieder mit Shhhhh versuchen, mich zum Stillhalten zu bringen. Vorher schon hatte ich ihm einen kleinen Seitenhieb untergejubelt, auf den er richtig reagiert hat. Ich hatte ihm unterstellt, halb scherzhaft, er würde ja nur des Sexes wegen. Darauf er, dass ich wohl wüßte, dass dem nicht so wäre. Natürlich weiß ich das.

Ich hab also geredet. Ihm einfach gesagt, dass ich nicht mit auf die Wiesn gehe, wenn ich so tun müßte, als wäre da nichts. Und genau so hat er sich das nämlich vorgestellt. Er will einem Freund unterjubeln, ich wär nur die Ex, mit der er noch gut kann. Mein leiser Spott: Als ob man uns beiden das nicht an der Nasenspitze ansehen würde. Mußte er dann auch zugeben. Aber so stellen sie sich das vor. Einfach weitermachen, so tun als ob nichts wäre und dann kommt aus dem Blauen heraus irgendwann die Lösung. Normalerweise ist es dann eine der Frauen, die beschließt dass es ihr reicht. Ich hab ihn dann noch ein bisschen aufgezogen, dass es wohl das Orientalische in ihm wäre, dass er einen Harem wollte. Und ob er denken würde, dass das so bis in alle Ewigkeit ginge. Die Idee mit dem Harem und den Genen fand er gut, aber natürlich wäre ihm klar, dass es nicht ewig gehen würde.

Also greift das Klischee, dass frau den Kerl ein bisschen unter Druck setzen muss. Damit sich was bewegt. Sie darf nicht hoffen, dass er es von selbst erledigt. WISSEN tun sie es, allein, es fehlt der Antrieb, der Leidensdruck. Und schließlich will er unbedingt, dss ich diesen und dann auch noch einen anderen Freund von ihm kennenlerne. Es werden immer mehr. Und auf die Wiesn will er auch unbedingt mit mir, dann halt alleine. Wenn er all das will, muss er sich überlegen, mit welcher seiner Frauen er glücklicher ist. Und ich werde immer klar bleiben darin, dass ich mehr von ihm will. Ich werde nicht böse werden, wenn er sich nicht sofort entscheidet, aber ihm immer wieder klarmachen, dass ich auf Dauer nicht glücklich sein werde, dass ich mich mit ihm verstecken muss. Auch ich will ihn herzeigen, mit ihm meine Freunde treffen und einfach mein Leben mit ihm teilen. Und ich möchte, dass er bewußt eine Entscheidung trifft. Nicht vielleicht wartet, bis sie die NAse voll hat und geht oder es am Ende sogar rausfindet. Nein, diese Lösung wäre nicht fair von ihm und das könnte ich schwer respektieren.

Große Worte, aber ich glaub ich krieg das hin, das mit dem Leben teilen! Wir reden. So über ganz normale Dinge. Schuhe, Arbeit, er fragt mich um Rat. Ich ihn. Das fühlt sich gut an. Macht mir auch wieder ein bisschen Angst, weil es so nah wird, aber mit ihm geht das. Noch muss ich nicht weglaufen. Vielleicht ganz gut, wenn er noch wartet mit der Entscheidung, nicht dass ich wieder Panik bekomme und ausflippe und ins alte Muster zurückfalle, dass ich ja doch keine Beziehung kann und lieber allein bleibe usw. Was für einen Scheiß man sich selber einreden kann...

Montag, 9. Juli 2012

Frauen, wollt ihr die Wahrheit wirklich hören?

Ladies, da war es wieder! Verheiratete Männer...

Und ich höre wieder das 'wie konnte ich nur so blöd sein und das Gelaber glauben'. Ja wieso denn nicht? Das Dumme ist doch, in dem Moment meinen die Kerle das ja auch so. Wollen ihre Frau verlassen, wollen mit uns alt werden. Blöd, wenn sein Gehirn in dem Moment im Schwanz sitzt. Saublöd, wenn er dann tatsächlich mal anfängt, das Szenario durchzudenken. Geht es nur um eine Beziehung wird es leicht. Gemeinsame Wohnung-schon schwieriger. Ehe, da hängen dann schon 2 Familien plus versammelter Freundeskreis dran. KINDER? Vergiss es. Ein gemeinsames Leben gegen ein einzelnes Herz, die Rechnung ist eigentlich einfach.

Aber warum hören die Männer dann nicht auf, uns solchen Bullshit zu erzählen? Warum nicht einfach ein 'du bist so süß und sexy, ich kann dir nicht widerstehen, aber mehr kann es nicht werden'. Warum nicht ehrlich? Ich sag's euch: WEIL FRAUEN ES NICHT HÖREN WOLLEN. Punkt. Selbst wenn er ehrlich wäre, würden sie doch jede einzelne Nachricht solange umdeuten, bis er doch mehr versprochen hat. Und natürlich würden sie mit ihm schlafen, in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Und hinterher stocksauer sein oder gar Terror machen, obwohl er es gesagt hat. Es haben mir soviele Männer, inklusive Exverlobtem, inzwischen erzählt, wie unberechenbar Frauen sind. Sagen ja zu einem ONS und flippen dann aus, wenn er nicht sofort auf Nachrichten reagiert oder zweimal täglich anruft. Oder fragen gar beim ersten Date, über ein EROTIKPORTAL organisiert, ob er denn Kinder möchte.

Wouw. Und ihr fragt euch, warum uns die Kerle so einen Schwachsinn erzählen? Ich habe wirklich versucht, Tom Tipps zu geben, was er in so einem Fall zu einer Frau sagen könnte, damit sie es wirklich versteht. ich habe aufgegeben! Mir war bei jedem Satzversuch klar, wie eine Frau den umdrehen würde, solange, bis sie endlich böse sein darf auf ein weiteres männliches Arschloch.

Ich hab's echt satt! Kommt doch mal alle runter von dem Trip, dass Männer die Bösen sind! Wie ehrlich ist es denn, mit ihm ins Bett zu gehen und so zu tun, als wärt ihr einverstanden mit ner unkomplizierten Geschichte? Nur um dann hinterher auszuticken, weil ER gemeint hat, was er sagt? Ihr macht ihm vor, kein Problem damit zu haben, dass er ne Frau zuhause hat? BULLSHIT! Natürlich habt ihr ein Problem damit. Ihr wollt die Frau sein, mit der er lebt. Also wenn das mal keine große fette Lüge ist. Und natürlich wissen Männer, dass Frauen es nicht so meinen. regen sich aber trotzdem drüber auf, dass sie uns nicht verstehen. Aber wissen wir Frauen auch, dass Männer es manchmal nicht so meinen? Eigentlich schon. Also, was regen wir uns dann auf?

Jetzt mal unter uns Betschwestern: Sich einen vergebenen Mann angeln zu wollen ist nichts für Weicheier! Frau muss sich jeden Moment sicher sein, was sie will. Sie darf null komma null Erwartungen haben. Denn es wird zu einem sehr hohen Prozentsatz schiefgehen. Sie muss sich darüber klar sein, dass sie mit ihren Gefühlen nicht zu ihm rennen kann sondern allein oder mit Hilfe sehr tougher Freundinnen damit klar kommen muss. Er darf NICHTS davon merken. Alles eitel Freude uns Sonnenschein, er ist, und das ist wichtig, er ist NUR DER STECHER! Er darf mich glücklich machen in der Zeit, die er in meinem Bett ist. Ausserhalb davon hat er in meinem Leben nichts zu suchen. Kein Übernachten, kein Zugriff auf mich für so eine Art Zweitbeziehung. Wenn es anfängt, dass ihn das stört, dann genau so weitermachen und nicht nachgeben. Hart bleiben. Andere Männer daten, sich um Himmels Willen nicht auf ihn konzentrieren. Leben leben. Es so meinen. 

Das ist der wichtigste Punkt: Es so meinen. Klar, im Hinterkopf darf der Gedanke an mehr durchaus sein, muss er. Aber nur da. Das Ziel ist das nächste Date. Kommt er wieder? Will ich das? Wird es zu eng für nur Spaß? Wenn die eigenen Gefühle stärker werden, einen Schritt zurücktreten. Einen Tag oder länger nichts von sich hören lassen. Und immer darauf achten, was er TUT. Und was er nicht mehr sagt. Ich stelle gerade fest, das mein Ex immer weniger redet. Schon lange kein 'ich hab dich so vermißt' mehr. Dafür in den Mails 'verzehre mich nach dir'. Dafür mehr Mails, sehr viele Mails. Oder dass er noch nach tagelang ganz hin und weg wäre vom letzten Mal.

Und dann macht er. Schaut mich an, sieht mir in die Augen und nimmt mein Gesicht in seine Hände. Unendliche Zärtlichkeit. Und ich setze nicht nach. Ich bin einfach da, in diesem Augenblick, und halte Stand. Sage nichts, aber gebe zu verstehen, dass ich verstehe. Und lass ihn gehen. Das hört sich schwierig an, ist aber ganz leicht. Mein Herz sagt, er ist bei mir. War er immer. Aber er gehört mir nicht. ICH gehöre mir. Und er hat mich gern, das ist schön. Vielleicht bin ich so entspannt, weil ich ahne, dass es schon werden wird mit uns. Vor allem aber möchte ich es geniessen. Das was kommt ist so gut, so schön, dass ich mir im Moment nicht mal vorstellen kann, wie es noch schöner werden soll. Und ich möchte mir nicht wieder mit Verlustängsten das kaputtmachen, was wir haben. Der Mann macht sich genug Gedanken, ich kenne ihn lange genug um zu wissen, dass er es sich nicht leicht macht. Er will niemandem wehtun. Mir nicht und seiner Freundin nicht. Er weiß, dass er sich irgendwann wird entscheiden müssen.

Aber ich kann mich nicht drauf verlassen, dass er sich für mich entscheiden wird. Wenn er jetzt anfangen würde, mir Versprechungen in diese Richtung zu machen, würde ich es nicht hören wollen. Vielleicht, liebe Männer, ist es am ehrlichsten, nichts zu sagen und die Geliebte einfach so gut zu behandeln, dass sie trotz allem glücklich ist. Wir sollten ihnen den Mund zuhalten, wenn sie mit dem Quatsch anfangen. Erwachsen genug sein, mit der Wahrheit leben zu können. Und bitte keine Besitzansprüche! Er nicht, wir nicht.

Und meine oberste Regel: Männer mit kleinen Kindern sind tabu. Es ist zu einfach, sie zu kriegen, es hängt zuviel dran. Und sie werden NIE ihre Frau verlassen. Und das ist auch gut so.

Samstag, 30. Juni 2012

Freiheit die ich meine

Ich bin frei!

Seit gestern ist die Chefin aus der Hölle Geschichte! Nie wieder hat die Alte mir was zu sagen! Die letzten beiden Tage habe ich meinen Spind und mein Fach in der Teeküche geräumt, gestern fühlte es sich fast schon wie Flucht an. Bloß alles raus hier, weg damit, packen und gehen. Und ich hab mich nicht einmal umgedreht, kein Wort des Abschieds. Gut, morgen gibt es nochmal ein vom Vorstand gesponsertes Teamfrühstück im Hotel, das hat mich gerettet, etwas dazu sagen zu  müssen. Und ganz aus der Welt bin ich ja nicht, die Firma bleibt ja dieselbe, manchmal werde ich da auch noch aushelfen. Nur Verantwortung muss ich keine mehr übernehmen. Für eine lügende, manipulierende dumme Person, die alle Fehler im Buch macht, die man zwischenmenschlich und fachlich so machen kann.

Sentimental bin ich nach dem Piccolöchen, den ich mir zur Feier des Tages gemütlich allein zuhaus gegönnt habe dann doch geworden. Einfach, weil ein Lebensabschnitt zu Ende geht. 7 Jahre. Weil ich mich so verändert habe, mich verändern mußte durch den ganzen Scheiß. Manchmal kenn ich mich kaum wieder, so stark bin ich geworden! Eine ungewohnte Rolle, nicht mehr verzweifelt schimpfend und sich ohnmächtig fühlend die Macht anderer Menschen über mich ertragen zu müssen sondern die Verhältnisse umkehren zu können, das ist schon ein bisschen unheimlich.

Die Entscheidung, wie ich mich fühlen möchte, liegt ganz bei mir. Ich kann mich auch endlos über meinen Lover ärgern, wenn der mal wieder nicht antwortet. Ihm Beschwerdemails schreiben und dann wieder genervt auf Antwort warten. Oder drauf vertrauen, dass er es durchaus registriert, dass ich nächste Woche zwei Tage frei habe und sich dann melden wird, wenn er Sex haben will. Ich könnte jetzt auch, was ich früher natürlich getan habe, nachhaken und ihm drohen, dass ich halt dann die Tage anders verplane, sollte er sich nicht melden. Auch damit begebe ich mich wieder in eine Abhängigkeit, aber möchte ich mich von der wenigen Zeit die er hat in meiner eigenen beschränken lassen? Nein. Und das habe ich auch immer versucht, versucht, 'mein' Ding durchzuziehen auch ohne ihn. Allerdings immer mit der Hoffnung im Hinterkopf, dass er dann schon ankommen würde. So bissl Trotzköpfchen. Ich mach das jetzt extra wegen dir!!!!!!!

Ja wer bin ich denn, wegen oder trotz eines Lovers irgendwas zu tun oder nicht zu tun? Wieso können andere Menschen bestimmen, wie ich meine Freizeit verbringe? Chefin ist bescheuert und nervt? Lover ist kompliziert? Sollen sie doch. Ich lass es mir gutgehen. Ich sehe durchaus, dass beide mit ihrem Leben nicht glücklich sind. Ich könnte beiden ein paar Tipps geben. Gut, der Ex hat ja sogar im Lauf der Zeit was gelernt aus meinen Predigten, aber das war anstrengend für mich, mir soviel Kopf zu machen. Und mit Reden kann man so jemand eh nicht erziehen. Ich glaube aber fest daran, dass sich alle Menschen ändern können, wenn es ihnen wichtig genug ist. Nur hab ich aufgehört zu reden und zeige meine Grenzen jetzt anders auf, und dadurch verändert sich auch der Umgang dieser Menschen mit mir. Meine Chefin hat sich nicht mehr oft gewagt, mich direkt zu nerven. Ihre Art ist anstrengend, aber so, wie sie mit den anderen redet, das traute sie sich bei mir nicht mehr.

Und statt dem Ex jetzt Brücken zu bauen und ihn damit in Zugzwang zu setzen, bleibe ich lieb, aber konsequent. Er hat diese Woche keinen Sex mit mir, weil er einfach zu spät dran war. Wenn es ihm wichtig genug ist, wird er sich kümmern, dass er vielleicht früher Bescheid gibt. Er macht das ja nicht absichtlich. Er ist halt so. Er kriegt's nicht hin und ärgert sich selber am meisten drüber. Punk halt.

Und so selten ist das ja nicht, ein klassischer Mann. Kommunikation nur wenn's um was geht. Die erste wichtige Lektion: Nicht persönlich nehmen.

Die Zweite: Wenn's für mich paßt, nicht mit Gewalt absagen. Ich habe ihm zwei Tage genannt, wenn er sich da meldet, dann darf er gern kommen. Und da gibt es dann auch kein Nachtreten, meckern, hätte würde sollte. Nur ein 'schön dass du da bist'. Ich versau mir doch den Fick nicht mit schlechter Stimmung!

Die dritte:Männer sind nicht dumm! Die  Jungs WISSEN GANZ GENAU dass wir es nicht lustig finden, wenn sie sich zu selten melden. Sie wissen, wie es geht. Theoretisch. Sie kennen unsere Erwartungen. Muss frau nicht wieder und wieder durchkauen. Und in dem Fall hab ich es wirklich oft genug....

Es ist ein bisschen wie Dressur. Richtiges Verhalten belohnen, schlechtes ignorieren. oder besser, SIE ignorieren, wenn sie sich nicht so verhalten, wie wir es möchten. In ihrem ureigenen Interesse werden sie dann schon dafür sorgen, dass sie zu ihrem Spaß kommen. Und mit Ignorieren meine ich auch genau das. Zur Kenntnis nehmen, weitermachen, vergessen. Nicht ärgern, beleidigt sein, schwach fühlen, all das gibt ihnen schon wieder zuviel Macht.

Regel Nummer 4: Warum sollte ich mir mein hübsches Köpfchen darüber zerbrechen, was er denken könnte??? Warum sollte ich mich nicht trauen, klar zu sagen, was ich will, nur weil er damit ein Problem haben könnte? Kann sein, er arbeitet nächste Woche durch. Dann kann es sein, dass er keine Zeit hat. Kann aber auch sein, dass er es trotzdem schafft, Zeit zu schaffen. Passend zur EM-der Ball ist in seiner Hälfte. Ich muss nicht auch noch nen Pfeil dazumalen und mit Trillerpfeife den Weg weisen. Einmal vorgeschlagen, jetzt soll er was damit machen. Die Ansage ist ergebnisoffen. Auch kein 'wenn nicht dann'.

Allein daran kann frau sehen, wie wichtig sie ihm wirklich ist. Und es auch ertragen, wenn es sich herausstellt, dass es nur ging, weil sie sich immer Mühe gegeben und gemacht und getan und Gelegenheiten geschaffen hat. Auch dass muss man dann ertragen. Denn jetzt für 'richtiges' Verhalten die Belohnung zu erwarten. zu erwarten, dass er sich dann schon ändern wird, wenn Frau nur alles richtig macht, auch das ist ja schon wieder Ohnmacht. Nichts darf frau für IHN oder wegen ihm tun. Nur für sich selbst. Ich möchte anders behadelt werden? Dann muss ich anders handeln. Und wenn er damit nicht klarkommt, geht es halt nicht. Ich darf keine Angst haben, dass er nicht wiederkommt.

Konfuzius sagt, Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.

Und mit freilassen ist nicht gemeint: Wegschicken. Schleppleine. Peilsender. 

Man muss drauf vertrauen, dass der andere einem nicht bewußt wehtun will. Dass er weiß, was er tut. Jemand, der mich absichtlich verletzt, den sollte ich nicht wollen. Mein Lover macht keine Versprechungen, er sagt nie, er würde seine Freundin verlassen, er redet nie über sie und das finde ich gut. Denn wen er jetzt die üblichen Sprüche bringen würde, von wegen, mit ihr ist es nie so schön, sie versteht mich nicht so wie du, dann wäre er illoyal und ich würde ihn nicht mehr mögen. Er ist sehr sensibel und hat ein feines Gespür, bis wohin er gehen kann. Er hat allerdings auch schon mehrfach klargemacht, dass er uns nicht in einer Beziehung sieht. Also werde ich nur so weit kommen, dass unsere Affäre reibungslos funktioniert. Und mir für alles andere einen anderen suchen. 

Oder besser: Mein neues, freies Leben auch erstmal in Freiheit geniessen und mir niemand ans Bein binden, der mich wieder einbremst 



Freitag, 22. Juni 2012

Ladies?

Nur 2 Zugriffe gestern, was ist los? Wollt ihr lieber Drama? Hören, was für ein Arsch mein Ex ist? Dass ich leide?

Ich werde mich nicht am sehr populären pseudoemanzipierten Männerbashing beteiligen! Denn ich sehe beide Seiten. Und was wir Frauen manchmal so treiben, läßt mir die Haare zu Berge stehen.ich nehme mich da mit Sicherheit nicht aus. Aber ich habe keine Lust, permanent sauer zu sein und mich zu ärgern, dass mir jemand mein Leben schwer macht. Ich brauche keine Beziehung, die mich nicht glücklich macht. Ich möchte nicht permanent die politische Korrektheit berechnen müssen. Ich möchte es schön mit einem Mann. Ich möchte mich gut fühlen mit ihm. Und ich habe keine feste Beziehung, weil mir die meisten Männer zu schlecht gelaunt sind. Ja, ich brauche einen, der mich zum Lachen bringt, der mich aufheitert. Der meine Sicht der Welt teilt und mit mir den Kopf über alles schüttelt, was mich nervt. Mich dann aber schön durchvögelt und alles ist wieder okay.

Ein Mann ist nicht dafür zuständig, mein Leben in Ordnung zu bringen. Ich sollte das mit 43 gefälligst selbst können. Wenn er mir aufzeigt, dass ich etwas ändern sollte, dann liebe ich ihn hoffentlich so sehr, dass ich es annehmen und für mich auch durchziehen kann. Dann geht es uns beiden besser. Männer stehen vor den Fragen, die die Frauenbewegung für uns seit den 70gern zu klären versucht. Eine neue Interpretation der Rollen steht an, Frauen arbeiten heute ganz selbstverständlich, der Ernährer, auf dessen Status sich das restliche Gefüge stützte, hat ausgedient. Und was ist so schlimm dran, einen Mann auch mal zu verwöhnen, ihm was Gutes zu tun und nichts, aber auch gar nichts dafür zu fordern? Wir erwarten das doch auch von den Männern, dass sie uns auf Händen tragen. Früher haben sie dafür was zu essen und saubere Wäsche bekommen. Und heute? Mecker, weil sie die Spülmaschine nicht ausräumen.

Nein, eine wirklich emanzipierte Frau kann auch alleine existieren,  muss ihren Kerl nicht mit Nörgeln und Meckern in schlechte Stimmung bringen, damit er ihre schlechte Laune und Unzufriedenheit über ihr Leben teilen muss. Was Wunder, wenn er dann lieber zum Fußball geht. Sie sollte sich klar sein was sie will und danach handeln. Auch wenn es bequemer ist, DANN plötzlich wieder das kleine hilflose Mädchen zu spielen. Wie albern.

Ich habe ja unlängst gefragt, warum Männer ihre Frauen betrügen. Vor allem auch die mit Kindern. Und mit einer Selbstverständlichkeit, als würde es ihnen zustehen. Andererseits: Eine ehemals arbeitende Frau, die plötzlich allein zuhause ist mit Kind (so sieht es doch immer noch aus), die verändert sich. Das überfordert beide Teile. Und ich fürchte, dass da einfach die Gelegheit Sex macht. Wenn die Frau nicht mehr ans Haus gebunden wäre, was auch immer noch so ist, dann würde sie sich wohl auch eine entspannte Auszeit mit viel Spaß und ohne Verpflichtung gönnen wollen. Mal wieder einfach nur so Sex ohne Kind nebenan und mit einem fröhlich lässigen Kerl. Oder woher kommt das Klischee mit dem Postboten denn sonst? Kinder, Familie, das ist anstrengend, herausforderd und ich fürchte, seit Ende der Großfamilie für 2 Menschen auf sich alleine gestellt auch keine so gute Idee.

Manchmal hat Mann davon sicher die Schnauze voll. Frauen aber mindestens genau so oft. Und was mich sauer machen würde ist, wieviel Freiheit sich die Männer immer nehmen können und einfach ins Büro abhauen und sich weniger kümmern. Andererseits-wieviele Frauen können ihn dann nicht einfach so machen lassen wie er will und bestehen auf ihren Standards und nur so wird's gemacht.
Weil wir Frauen ja die besseren Menschen sind.

Mädels, nach allem, was mir und meinen Kolleginnen meine Chefin so angetan hat unterschreibe ich das nicht!!! Wir sind nicht besser oder schlechter. Wir können viel von den Männern abschauen und wenn wir neidisch sind auf Posten und Karriere und Freiheit müssen wir sie uns nehmen. Aber auch denselben Preis dafür bezahlen wie die Jungs. Unsere Kinder nicht wirklich aufwachsen sehen, Druck und Streß im Job aushalten, OHNE Alternative, uns gegen Chefs und Kollegen behaupten und 100% erwachsen sein.

Und KEINE SCHEIßPRINZESSIN!

Sonntag, 17. Juni 2012

Frauen, warum traut ihr euch nicht? Ein Aufschrei, Mädels, ihr macht mich wütend

Ich lese gerade ein Buch einer schwedischen Autorin, in Englisch, das da heißt 'Bitter Bitch'. Es geht um eine junge, verheiratete Journalistin, die mit ihrer Rolle als Frau und Mutter hadert. Die genau sieht, was alles selbst im ach so emanzipiert-gleichberechtigten Schweden noch falsch läuft und die trotzdem in jede Fauenfalle tappt, die sie sich selbst stellt.

Ja, natürlich reden Männer in Diskussionen am meisten, während die Mädels eher still dabeisitzen und zuhören, ab und zu mal ein Wort einwerfend oder den Männern zustimmend. Macht den Männern das Spaß? Über Frauen drüberzureden? Oder tun sie's nur, weil sie es so und nicht anders gewohnt sind? Und wie soll es dann helfen, solange den Mund zu halten und sauer zu werden, dass die Jungs so dreist sind-nur um dann mit schriller Stimme plötzlich die Zicke zu geben? Warum sagt Frau dann nicht einfach genauso mal was? Sind wir immer noch die zu gut erzogenen Mäuschen, die gelernt haben, dass man andere Menschen nicht unterbricht beim Reden? Hey Puppe, wach auf, dann kommst du nie zu Wort. Sind sich die Männer untereinander böse, wenn sie unterbrochen werden? Nein, sie nehmen es sportlich. NICHT persönlich. Es ist eine Diskussion, da fällt man(n) sich ins Wort. Punkt.

Meine allerlängste Freundin ist eine hochintelligente promovierte Wissenschaftlerin. Neulich war sie echt sauer auf ihre Kollegen. Was war passiert? Der Klassiker: In einer Sitzung, bei der sie zwar die einzige Frau, aber teils höher gestellt als einige der Kollegen war, wurde SIE zur Sekretärinnenrolle verdonnert. Flipchart bekritzeln. Offenbar hat aber geholfen, dass ich ihr in all den Jahren immer wieder erklärt habe, dass sie in Managerpositionen mit ihrer guten Erziehung nicht weiterkommt. Sie hat sich erlaubt, von ihrer perfekten, erhöhten Position, stehend vor den ganzen Männern, die Moderatorenrolle zu ergreifen und hat den Kerlen dabei auch noch ihre Ideen perfekt präsentiert. Sie hat die Kiste an sich gerissen-und war mächtig stolz, aber auch ein bisschen erschrocken über ihren Mut.

HALLO???? Aber so schaut's aus da draussen. Männer sind in Frauenaugen immer noch im Besitz der Wahrheit und der Macht, dabei sind sich Männer klar bewußt, dass sie gegen die Frau, oder besser ohne sie, keine Chance hätten hier auf Erden. Männer, Herrscher, haben Weltreiche riskiert um eine Frau zu beeindrucken! Männer haben Angst vor ihrer Ehefrau, oder woher kommen die ganzen Witze über Nudelhölzer? Die einzigen, denen das nicht bewußt ist, sind die Mädels! Aber es ist auch unbequem, die Komfortzone des Gewohnten zu verlassen. Denn dann funktioniert die Rollenverteilung nicht mehr und Frau muss für sich und die Dinge, die sie will auch einstehen. Sie kann sich nicht auf das süße Mädel und die Kulleraugen verlassen sondern muss liefern, da sein, Frau stehen. Wenn ich eine Idee habe, spreche ich sie aus. Wenn mich was nervt, versuche ich was zu ändern. Ich warte nicht, bis man mir die Erlaubnis gibt, ich erhebe meine Stimme. Und wenn ich dann gradestehen muss, weil was nicht funktioniert hat, dann tue ich das. Ich verlasse mich nicht drauf, dass ich mit nett und lieb und hübsch sein durchkomme. Weil es das für mich nie gegeben hat. Nur in der Grundschule, als zartes, stilles, schüchternes blondes Engelchen, als Lieblingsschülerin aller Lehreinnen, da ging das. Der Preis dafür war Mobbing. Logisch. Und so habe ICH das Gegenteil gelernt von dem, was brave Mädchen lernen. Brav sein hat zur Folge, dass mich andere Kinder hassen, mich aber dann doch vollschleimen, um von meinen Privilegien zu profitieren. Und ich habe verinnerlicht, dass ich auf diese Art von Anerkennung keinen Wert lege, dass ich solche Kinder/Menschen verachte und lieber auf ein paar falsche Freunde verzichte, allein bin, aber ein gutes Gefühl und Ehre im Leib habe.

Ich finde es auch anstrengend, allein in einer Bar am Tresen zu hocken und zu spüren, dass das für die Männer, und Frauen, rundrum eine merkwürdige Situation ist. Aber ich hocke da allein, weil es mir zu anstrengend ist, mich mit jemand zu treffen und reden zu müssen, auf den ich gerade nicht wirklich Bock habe. Ich bin lieber allein unterwegs als mit den falschen Leuten. Und wenn ich dann mit den Jungs hinter der Bar rede, in ihre Diskussionen einsteige und völlig selbstverständlich auch mal sage, dass sie Bullshit reden, dann merke ich immer, wie ungewohnt das für sie ist. Ne Frau, die sich mit Technik auskennt, ne Meinung zu Autos hat und damit angibt, gut Einparken zu können (es gibt viele Männer, die mir bestätigt haben, dass ich super Autofahre und selbst mein Vater ist stolz auf seine Tochter, die zur Not auch mal die Zündkerzen findet). Und vor allem: Diese Frau schämt sich nicht, stolz auf das zu sein, was sie kann! Und jetzt, liebe Damen, jetzt überprüft euch doch mal selbst. Wie oft stellt ihr euer Licht untern Scheffel, weil ihr als Kind eingetrichtert bekommen habt, dass Mädchen still und bescheiden zu sein haben? Dass man sich nicht so wichtig zu nehmen hat? dass man NICHT laut sein darf? Dass SICH DAS NICHT GEHÖRT! Wie oft? Na, klingelts? Haben das eure kleinen Brüder auch gesagt bekommen? Oder durften die laut sein, Dreck machen, Pokale stolz präsentieren? Wurden deren Erfolge relativiert? Nein?

Was für Horrorszenarien werden uns auch mal gerne von Hollywood präsentiert, um uns im Zaum zu halten. Wehe, wenn sie losgelassen? Thelma und Louise? Müssen am Schluß natürlich abtreten, wo kämen wir denn da hin, wenn Frauen anfangen sich zu wehren? Seht her was passiert, wenn ihr euch alleine, ohne eure Männer, auf die Straße traut! Vergewaltigt werdet ihr! Da zeigt euch dann so ein ganzer Kerl schon, wo der Hammer hängt. Wärt ihr mal schööööööön brav zuhause geblieben, hättet bei einer Flasche Rotwein mit der besten Freundin bisschen rumgeheult und wärt dann reumütig zurück zu Daddy... Merkt ihr was? Immer wenn Frauen aus der Reihe tanzen, passiert was Böses. Wenn sie brav bleiben, kriegen sie den Prinzen. Würg.

Und ich glaube, ich schreibe da vielen Männern aus dem Herzen, wenn ich sage, vergesst doch bitte mal eure scheißgute Erziehung! Macht einfach, wonach euch ist, fragt nicht immer direkt oder unterschwellig nach Erlaubnis, seid authentisch, steht zu euch und kümmert euch nicht so viel drum, ob es eurem Mann, irgendeinem Mann gefällt! Ja, es ist anstrengend, immer mal wieder zu spüren, dass die damit nicht umgehen können. Konsequenz macht auch ein bisschen einsam. Ich bin nicht umsonst Single. Meine Unfähigkeit, in den klassischen Mustern zu funktionieren, verdanke ich meinem Dad, der ohen Vater aufwuchs und immer einen Jungen wollte und meiner Ma, die eine sehr kranke Mutter hatte und mehr von ihrem Vater erzogen wurde. Zwei Elternteile, die ausserhalb gängiger Rollenmuster groß wurden und mir deswegen ein anderes Bild vermittelt haben. Ich könnte diese Mädchennummer nicht, selbst wenn ich wollte, ich hab's versucht...ehrlich. Geht nicht. Ich mach den Mund immer einmal zu viel auf. Chefs, KolleInnen, Männer, stoßen bei mir an ihre Grenzen.

Anders sein ist anstrengend. Aber es lohnt sich. Meine Freiheit und Authentizität sind mir wichtiger als eine klassische Beziehung, in der ich für meinen Geschmack immer zuviel Kompromisse machen müßte. Auch wenn ich hin und wieder rumheule, dass ich gern jemand hätte, zeigt die Erfahrung, dass Mann mich nur in kleinen Dosen erträgt. Ich fordere meine Umwelt. Aber das ist auch gut so. Und wenn mehr Frauen auf die Regeln scheißen würden, würden die Männer auch merken, wie entspannend es sein kann, nicht immer den starken Hengst geben zu müssen und auch mal anders sein zu dürfen.

Im Fall von meinem Ex darf er bei mir seine Hypersexualität schamlos ausleben, denn im Zweifel bin ich mindestens so wild wie er. Er muss nicht schmavoll im Geheimen Bildchen gucken im Internet. Er bekommt sie von mir geliefert und ich will welche von ihm! Er darf mir jede Phantasie erzählen und ich kann sie noch toppen. Damit qualifiziere ich mich vielleicht nicht zur festen Freundin, aber ich beherrsche seine Träume. Und ich habe wunderbar heissen Sex, ohne dass meine heißgeliebte Freiheit flöten geht. Denn das wittern die Männer wohl als erstes bei mir: An die Kette legen-no fucking way!