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Sonntag, 6. Januar 2013

Liebe Männer-ein offener Brief

Ein kleiner Apell auf meinem Facebook-Profil. Wer Lust hat mitzudiskutieren, drüben bitte direkt unter der Notiz kommentieren ;)

Also liebe Männer,

nachdem ab und zu ein paar von euch hier reinstolpern, sagt doch mal, wie findet ihr euch denn so dargestellt in unserer Gesellschaft? Wo seht ihr euch zwischen Emma-Mit-Leser und Beef? Zwischen Huga-Huga und Weichei? Findet ihr dämliche Machosprüche nicht auch dämlich? Und warum wehrt ihr euch nur, indem ihr brav den Spiegel lest und versucht, anständig zu bleiben? Wäre es nicht an der Zeit, wirklich zu diskutieren und einen Platz zu finden in all den Möglichkeiten? Wieso schaut ihr Porno und eure Freundin liest 50 Shades of Grey? Da driften doch die Lebenswelten schon wieder auseinander, die mit ein bisschen Nachdenken vielleicht doch zusammengehören. Seht ihr Schwäche immer noch nicht als Stärke? Wie sollen wir euch denn sehen, mit euch reden, mit euch umgehen? Seit Jahrzehnten hauen die Frauen euch um die Ohren, wie ihr uns gefälligst zu behandeln habt, wehrt euch doch mal! Oder ist es einfach bequemer so und unter der Woche haltet ihr die Klappe, um dann beim Fußball den Frust rauszulassen? Nur genervt sein und sich nicht wirklich mit den Meckereien eurer Frauen auseinanderzusetzen ist feige. Aber hättet ihr denn wirklich Antworten? Oder habt ihr keinen Bock, da mitzuspielen? Wie stellt ihr euch denn eine Beziehung vor? Was soll die Frau tun? Wie soll sie sein? Jenseits von Klischee und alten Zöpfen? Mal raus mit der Sprache bitte. Nehmt uns ernst. Auch wenn wir erstaunt und mit Abwehr reagieren. REDET. Über das, was geht und über das, was nicht geht. Ertragt es nicht nur, lasst nicht uns die ganze Drecksarbeit machen. Lasst nicht uns die Missstände ansprechen. Ja, Frauen können doof reagieren. Setzte euch drüber weg. Aber fangt die Diskussion bitte nicht während der PMS an. Da sind wir Opfer der Hormone. ungefähr so wie Titten euch lahmlegen.
 

Freitag, 22. Juni 2012

Ladies?

Nur 2 Zugriffe gestern, was ist los? Wollt ihr lieber Drama? Hören, was für ein Arsch mein Ex ist? Dass ich leide?

Ich werde mich nicht am sehr populären pseudoemanzipierten Männerbashing beteiligen! Denn ich sehe beide Seiten. Und was wir Frauen manchmal so treiben, läßt mir die Haare zu Berge stehen.ich nehme mich da mit Sicherheit nicht aus. Aber ich habe keine Lust, permanent sauer zu sein und mich zu ärgern, dass mir jemand mein Leben schwer macht. Ich brauche keine Beziehung, die mich nicht glücklich macht. Ich möchte nicht permanent die politische Korrektheit berechnen müssen. Ich möchte es schön mit einem Mann. Ich möchte mich gut fühlen mit ihm. Und ich habe keine feste Beziehung, weil mir die meisten Männer zu schlecht gelaunt sind. Ja, ich brauche einen, der mich zum Lachen bringt, der mich aufheitert. Der meine Sicht der Welt teilt und mit mir den Kopf über alles schüttelt, was mich nervt. Mich dann aber schön durchvögelt und alles ist wieder okay.

Ein Mann ist nicht dafür zuständig, mein Leben in Ordnung zu bringen. Ich sollte das mit 43 gefälligst selbst können. Wenn er mir aufzeigt, dass ich etwas ändern sollte, dann liebe ich ihn hoffentlich so sehr, dass ich es annehmen und für mich auch durchziehen kann. Dann geht es uns beiden besser. Männer stehen vor den Fragen, die die Frauenbewegung für uns seit den 70gern zu klären versucht. Eine neue Interpretation der Rollen steht an, Frauen arbeiten heute ganz selbstverständlich, der Ernährer, auf dessen Status sich das restliche Gefüge stützte, hat ausgedient. Und was ist so schlimm dran, einen Mann auch mal zu verwöhnen, ihm was Gutes zu tun und nichts, aber auch gar nichts dafür zu fordern? Wir erwarten das doch auch von den Männern, dass sie uns auf Händen tragen. Früher haben sie dafür was zu essen und saubere Wäsche bekommen. Und heute? Mecker, weil sie die Spülmaschine nicht ausräumen.

Nein, eine wirklich emanzipierte Frau kann auch alleine existieren,  muss ihren Kerl nicht mit Nörgeln und Meckern in schlechte Stimmung bringen, damit er ihre schlechte Laune und Unzufriedenheit über ihr Leben teilen muss. Was Wunder, wenn er dann lieber zum Fußball geht. Sie sollte sich klar sein was sie will und danach handeln. Auch wenn es bequemer ist, DANN plötzlich wieder das kleine hilflose Mädchen zu spielen. Wie albern.

Ich habe ja unlängst gefragt, warum Männer ihre Frauen betrügen. Vor allem auch die mit Kindern. Und mit einer Selbstverständlichkeit, als würde es ihnen zustehen. Andererseits: Eine ehemals arbeitende Frau, die plötzlich allein zuhause ist mit Kind (so sieht es doch immer noch aus), die verändert sich. Das überfordert beide Teile. Und ich fürchte, dass da einfach die Gelegheit Sex macht. Wenn die Frau nicht mehr ans Haus gebunden wäre, was auch immer noch so ist, dann würde sie sich wohl auch eine entspannte Auszeit mit viel Spaß und ohne Verpflichtung gönnen wollen. Mal wieder einfach nur so Sex ohne Kind nebenan und mit einem fröhlich lässigen Kerl. Oder woher kommt das Klischee mit dem Postboten denn sonst? Kinder, Familie, das ist anstrengend, herausforderd und ich fürchte, seit Ende der Großfamilie für 2 Menschen auf sich alleine gestellt auch keine so gute Idee.

Manchmal hat Mann davon sicher die Schnauze voll. Frauen aber mindestens genau so oft. Und was mich sauer machen würde ist, wieviel Freiheit sich die Männer immer nehmen können und einfach ins Büro abhauen und sich weniger kümmern. Andererseits-wieviele Frauen können ihn dann nicht einfach so machen lassen wie er will und bestehen auf ihren Standards und nur so wird's gemacht.
Weil wir Frauen ja die besseren Menschen sind.

Mädels, nach allem, was mir und meinen Kolleginnen meine Chefin so angetan hat unterschreibe ich das nicht!!! Wir sind nicht besser oder schlechter. Wir können viel von den Männern abschauen und wenn wir neidisch sind auf Posten und Karriere und Freiheit müssen wir sie uns nehmen. Aber auch denselben Preis dafür bezahlen wie die Jungs. Unsere Kinder nicht wirklich aufwachsen sehen, Druck und Streß im Job aushalten, OHNE Alternative, uns gegen Chefs und Kollegen behaupten und 100% erwachsen sein.

Und KEINE SCHEIßPRINZESSIN!

Sonntag, 17. Juni 2012

Frauen, warum traut ihr euch nicht? Ein Aufschrei, Mädels, ihr macht mich wütend

Ich lese gerade ein Buch einer schwedischen Autorin, in Englisch, das da heißt 'Bitter Bitch'. Es geht um eine junge, verheiratete Journalistin, die mit ihrer Rolle als Frau und Mutter hadert. Die genau sieht, was alles selbst im ach so emanzipiert-gleichberechtigten Schweden noch falsch läuft und die trotzdem in jede Fauenfalle tappt, die sie sich selbst stellt.

Ja, natürlich reden Männer in Diskussionen am meisten, während die Mädels eher still dabeisitzen und zuhören, ab und zu mal ein Wort einwerfend oder den Männern zustimmend. Macht den Männern das Spaß? Über Frauen drüberzureden? Oder tun sie's nur, weil sie es so und nicht anders gewohnt sind? Und wie soll es dann helfen, solange den Mund zu halten und sauer zu werden, dass die Jungs so dreist sind-nur um dann mit schriller Stimme plötzlich die Zicke zu geben? Warum sagt Frau dann nicht einfach genauso mal was? Sind wir immer noch die zu gut erzogenen Mäuschen, die gelernt haben, dass man andere Menschen nicht unterbricht beim Reden? Hey Puppe, wach auf, dann kommst du nie zu Wort. Sind sich die Männer untereinander böse, wenn sie unterbrochen werden? Nein, sie nehmen es sportlich. NICHT persönlich. Es ist eine Diskussion, da fällt man(n) sich ins Wort. Punkt.

Meine allerlängste Freundin ist eine hochintelligente promovierte Wissenschaftlerin. Neulich war sie echt sauer auf ihre Kollegen. Was war passiert? Der Klassiker: In einer Sitzung, bei der sie zwar die einzige Frau, aber teils höher gestellt als einige der Kollegen war, wurde SIE zur Sekretärinnenrolle verdonnert. Flipchart bekritzeln. Offenbar hat aber geholfen, dass ich ihr in all den Jahren immer wieder erklärt habe, dass sie in Managerpositionen mit ihrer guten Erziehung nicht weiterkommt. Sie hat sich erlaubt, von ihrer perfekten, erhöhten Position, stehend vor den ganzen Männern, die Moderatorenrolle zu ergreifen und hat den Kerlen dabei auch noch ihre Ideen perfekt präsentiert. Sie hat die Kiste an sich gerissen-und war mächtig stolz, aber auch ein bisschen erschrocken über ihren Mut.

HALLO???? Aber so schaut's aus da draussen. Männer sind in Frauenaugen immer noch im Besitz der Wahrheit und der Macht, dabei sind sich Männer klar bewußt, dass sie gegen die Frau, oder besser ohne sie, keine Chance hätten hier auf Erden. Männer, Herrscher, haben Weltreiche riskiert um eine Frau zu beeindrucken! Männer haben Angst vor ihrer Ehefrau, oder woher kommen die ganzen Witze über Nudelhölzer? Die einzigen, denen das nicht bewußt ist, sind die Mädels! Aber es ist auch unbequem, die Komfortzone des Gewohnten zu verlassen. Denn dann funktioniert die Rollenverteilung nicht mehr und Frau muss für sich und die Dinge, die sie will auch einstehen. Sie kann sich nicht auf das süße Mädel und die Kulleraugen verlassen sondern muss liefern, da sein, Frau stehen. Wenn ich eine Idee habe, spreche ich sie aus. Wenn mich was nervt, versuche ich was zu ändern. Ich warte nicht, bis man mir die Erlaubnis gibt, ich erhebe meine Stimme. Und wenn ich dann gradestehen muss, weil was nicht funktioniert hat, dann tue ich das. Ich verlasse mich nicht drauf, dass ich mit nett und lieb und hübsch sein durchkomme. Weil es das für mich nie gegeben hat. Nur in der Grundschule, als zartes, stilles, schüchternes blondes Engelchen, als Lieblingsschülerin aller Lehreinnen, da ging das. Der Preis dafür war Mobbing. Logisch. Und so habe ICH das Gegenteil gelernt von dem, was brave Mädchen lernen. Brav sein hat zur Folge, dass mich andere Kinder hassen, mich aber dann doch vollschleimen, um von meinen Privilegien zu profitieren. Und ich habe verinnerlicht, dass ich auf diese Art von Anerkennung keinen Wert lege, dass ich solche Kinder/Menschen verachte und lieber auf ein paar falsche Freunde verzichte, allein bin, aber ein gutes Gefühl und Ehre im Leib habe.

Ich finde es auch anstrengend, allein in einer Bar am Tresen zu hocken und zu spüren, dass das für die Männer, und Frauen, rundrum eine merkwürdige Situation ist. Aber ich hocke da allein, weil es mir zu anstrengend ist, mich mit jemand zu treffen und reden zu müssen, auf den ich gerade nicht wirklich Bock habe. Ich bin lieber allein unterwegs als mit den falschen Leuten. Und wenn ich dann mit den Jungs hinter der Bar rede, in ihre Diskussionen einsteige und völlig selbstverständlich auch mal sage, dass sie Bullshit reden, dann merke ich immer, wie ungewohnt das für sie ist. Ne Frau, die sich mit Technik auskennt, ne Meinung zu Autos hat und damit angibt, gut Einparken zu können (es gibt viele Männer, die mir bestätigt haben, dass ich super Autofahre und selbst mein Vater ist stolz auf seine Tochter, die zur Not auch mal die Zündkerzen findet). Und vor allem: Diese Frau schämt sich nicht, stolz auf das zu sein, was sie kann! Und jetzt, liebe Damen, jetzt überprüft euch doch mal selbst. Wie oft stellt ihr euer Licht untern Scheffel, weil ihr als Kind eingetrichtert bekommen habt, dass Mädchen still und bescheiden zu sein haben? Dass man sich nicht so wichtig zu nehmen hat? dass man NICHT laut sein darf? Dass SICH DAS NICHT GEHÖRT! Wie oft? Na, klingelts? Haben das eure kleinen Brüder auch gesagt bekommen? Oder durften die laut sein, Dreck machen, Pokale stolz präsentieren? Wurden deren Erfolge relativiert? Nein?

Was für Horrorszenarien werden uns auch mal gerne von Hollywood präsentiert, um uns im Zaum zu halten. Wehe, wenn sie losgelassen? Thelma und Louise? Müssen am Schluß natürlich abtreten, wo kämen wir denn da hin, wenn Frauen anfangen sich zu wehren? Seht her was passiert, wenn ihr euch alleine, ohne eure Männer, auf die Straße traut! Vergewaltigt werdet ihr! Da zeigt euch dann so ein ganzer Kerl schon, wo der Hammer hängt. Wärt ihr mal schööööööön brav zuhause geblieben, hättet bei einer Flasche Rotwein mit der besten Freundin bisschen rumgeheult und wärt dann reumütig zurück zu Daddy... Merkt ihr was? Immer wenn Frauen aus der Reihe tanzen, passiert was Böses. Wenn sie brav bleiben, kriegen sie den Prinzen. Würg.

Und ich glaube, ich schreibe da vielen Männern aus dem Herzen, wenn ich sage, vergesst doch bitte mal eure scheißgute Erziehung! Macht einfach, wonach euch ist, fragt nicht immer direkt oder unterschwellig nach Erlaubnis, seid authentisch, steht zu euch und kümmert euch nicht so viel drum, ob es eurem Mann, irgendeinem Mann gefällt! Ja, es ist anstrengend, immer mal wieder zu spüren, dass die damit nicht umgehen können. Konsequenz macht auch ein bisschen einsam. Ich bin nicht umsonst Single. Meine Unfähigkeit, in den klassischen Mustern zu funktionieren, verdanke ich meinem Dad, der ohen Vater aufwuchs und immer einen Jungen wollte und meiner Ma, die eine sehr kranke Mutter hatte und mehr von ihrem Vater erzogen wurde. Zwei Elternteile, die ausserhalb gängiger Rollenmuster groß wurden und mir deswegen ein anderes Bild vermittelt haben. Ich könnte diese Mädchennummer nicht, selbst wenn ich wollte, ich hab's versucht...ehrlich. Geht nicht. Ich mach den Mund immer einmal zu viel auf. Chefs, KolleInnen, Männer, stoßen bei mir an ihre Grenzen.

Anders sein ist anstrengend. Aber es lohnt sich. Meine Freiheit und Authentizität sind mir wichtiger als eine klassische Beziehung, in der ich für meinen Geschmack immer zuviel Kompromisse machen müßte. Auch wenn ich hin und wieder rumheule, dass ich gern jemand hätte, zeigt die Erfahrung, dass Mann mich nur in kleinen Dosen erträgt. Ich fordere meine Umwelt. Aber das ist auch gut so. Und wenn mehr Frauen auf die Regeln scheißen würden, würden die Männer auch merken, wie entspannend es sein kann, nicht immer den starken Hengst geben zu müssen und auch mal anders sein zu dürfen.

Im Fall von meinem Ex darf er bei mir seine Hypersexualität schamlos ausleben, denn im Zweifel bin ich mindestens so wild wie er. Er muss nicht schmavoll im Geheimen Bildchen gucken im Internet. Er bekommt sie von mir geliefert und ich will welche von ihm! Er darf mir jede Phantasie erzählen und ich kann sie noch toppen. Damit qualifiziere ich mich vielleicht nicht zur festen Freundin, aber ich beherrsche seine Träume. Und ich habe wunderbar heissen Sex, ohne dass meine heißgeliebte Freiheit flöten geht. Denn das wittern die Männer wohl als erstes bei mir: An die Kette legen-no fucking way!