Freitag, 31. Mai 2013

Was wollen Männer? Falsche Frage. Was wollen WIR?

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich in all den Jahren als Single und in meiner On/Off Geschichte die Beziehungen zwischen Frauen und Männern zu theoretisch gesehen habe, aber irgendwie habe ich ja jetzt doch mal wieder für ein paar Monate quasi 'dazugehört' zu den Frauen, die sich über ihre Männer aufregen. Als Single kommt man da nicht so rein in diese Riege der Vergebenen. Und kann sich höchstens zusammen mit anderen Singles wundern, warum so tolle Frauen wie wir niemand abbekommen. Wobei da schon immer der leise Verdacht im Raum schwebt, dass man die, die man haben könnte, gar nicht wollen würde. Es ist ja prinzipiell immer spannender, die Schaufel vom anderen Kind zu bekommen, als mit der eigenen zu spielen... Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Ehering Männer für Frauen deswegen interessant machen soll, weil damit schon bewiesen ist, dass er einer anderen genügt hat und eine andere ihn haben wollte, also muss was dran sein an ihm.

Eine Kollegin meinte, sie hätte doch etliche nette Männer in ihrem Freundeskreis, alle vergeben, verheiratet, Kinder. Alle toll. Ja, solange du den Kerl nicht zuhause sitzen hast! Denn da kämpft man dann um den Müll und wer die Kinder ins Bett bringt und der Mann ist schon nicht mehr so super. Nach außen, bei einer anderen Frau als der eigenen, ist es immer einfacher, charmant und interessant zu wirken. Im täglichen Nahkampf schleift sich das ab. Vor der eigenen Frau kann Mann nicht brillieren, die wäscht seine Unterhosen. Aber immerhin. Er hat sich drauf eingelassen. Oder? Pärchen so von nahem zu sehen macht mich irgendwie auch nicht schlauer. Was läuft da falsch?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zweierbeziehung eine Daseinsform ist, die sich zunehmend überholt. Früher war der Mann einfach der Ernährer und brauchte die Frau auch, um den Nachwuchs zu sichern. Aber das mit dem Stammhalter ist komplett uninteressant geworden, seit Familien eine völlig andere Form angenommen haben als noch vor 20 Jahren. Welcher Mann kann sich denn noch sicher sein, seinen Nachwuchs auch wirklich großzuziehen und dann im Alter eine Stütze zu haben? Frauen trennen sich, nehmen die Kinder mit, ein anderer Mann kommt dazu, der Sohn spielt dann mit dem Neuen Fußball. Kinder binden noch, aber nicht mehr in dem Maß wie zu Omas Zeiten. Die Verpflichtung ist auch nicht mehr so groß, Frauen haben heute alle einen Beruf, wenn der Mann nicht mehr will, muss er nicht befürchten, dass seine Kinder in Armut enden, wenn er nicht da ist. Das alles macht es einfacher zu gehen.

Und vielleicht auch schwieriger, etwas anzufangen. Denn auch wenn Männer immer stark sind und Gefühle verdrängen, sie haben sie und sind genau durch die erzwungene Stärke weniger in der Lage, mit Verlusten und Versagensängsten umzugehen. Versagen ist ja im männlichen Bauplan nicht vorgesehen. Er MUSS da raus und sein Ding machen. Komme was da wolle. Eine Frau kann sich immer noch aus dem anstrengenden Existenzkampf um Job und Karriere rausziehen, eine Ausbildung zur Feng Shui Beraterin machen. Oder Kinder bekommen. Mann muss weitermachen. Wenn nicht, gilt er immer noch als sozialer Absteiger, Versager oder Weichei. Also warum nicht die Freiheit genießen? Er muss sich ja auch nicht festlegen. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Früher waren die Männer hinter den Röcken her. Der Playboy, der Stenz, legendäre Schürzenjäger, all das gibt es ja nicht mehr. Allenfalls Womanizer oder Bad Boys, hinter denen die Frauen her sind, weil sie Sex, Macht und Abenteuer versprechen und einen Waschbrettbauch oder zumindest Ruhm zu bieten haben. Ja, der Anspruch an die Männer ist auch ein anderer geworden, seit es die Chippendales gibt. Auch SEIN Kapital ist jetzt das Aussehen. Die Blondine, die nur auf Geld und nicht auf Alter und Figur des Herrn achtet, ist inzwischen fast nur noch weit hinten in Russland zuhause.

Die Antwort kann aber jetzt nicht sein, wieder vermehrt Röcke zu tragen und zuhause mit Schürze am Herd zu stehen. Da kommt die Frau ja auch manchmal gar nicht mehr dran, weil der Mann den Jamie Oliver oder zumindest Tim Mälzer in sich entdeckt hat. Die Antwort kann eigentlich nur sein, dass Männer und Frauen neu definieren, was eigentlich Beziehungen heute können müssen. Wofür brauche ich eine Beziehung? Gerade, wenn man dann aus der Familienbildungsphase schon raus ist oder nie drin war wie in meinem Fall. Ich wollte nie Kinder und auch das ist natürlich für Männer schwierig, denn damit entfällt ja eine ihrer Aufgaben. Die, die auch keine Kinder wollen, brauchen auch keine Frau an ihrer Seite. Die können sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und die vielen dankbaren Frauen beglücken, die auf ihren Prinzen warten.

Zweierbeziehung- warum? Und wie? Es kann doch nicht sein, dass Männer uns Frauen ständig am ausgestreckten Arm auf Abstand halten, haben die denn die Hoffnung, dass plötzlich ein Supermodel über das Facebook Profil stolpert und sich unsterblich in sie verliebt? Ist die ständige Option auf etwas möglicherweise Besseres der Punkt? Oder war das Sich Festlegen genetisch immer schon auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und wir befinden uns noch in der Steinzeit?

Ich möchte ja auch nicht den Rest meines Lebens damit verbríngen, mich zu fragen, ob ich es nicht hätte besser treffen können. Ich möchte aber auch nicht mit 60 noch auf der Jagd sein müssen. Und allein alt werden? Ja, es gibt den Freundinnenpakt, den Plan, später als exzentrische alte Damen im Garten rumzuwursteln und ohne lästige Männer Spaß zu haben. Ich denke aber nicht, dass meine körperlichen Bedürfnisse dann einfach weg sind. Und dann noch im Joyclub? Mann Mann Mann....

Dienstag, 28. Mai 2013

Wieder da

So, nach 5 Monaten hartnäckigen dran glaubens, ich könnte den Mann echt in sowas wie eine Beziehungsform bekommen, wenn ich nicht aufgebe und stark bleibe...

Der Punkt ist, es ginge. Und es ging auch in den vergangenen 5 Monaten erstaunlich gut. Zwischendrin. Wenn der Mann gut drauf war und Zeit übrig hatte. Ja, er hat sich sogar Zeit GENOMMEN. Etwas, mit dem bei ihm nicht wirklich zu rechnen war. Alles irgendwie geeignet, Illusionen zu nähren und Hoffnung aufrecht zu erhalten.

Und dann, ja dann, dann hatte er nen Kater, war eifersüchtig und statt wie einfach bissl zu bocken und zu streiten hat er das gemacht, was er immer tut, wenn er dann Druck bekommt und ein schlechtes Gewissen. Er hat, warte, es kommt gleich, Trommelwirbel:

Er hat
mal wieder
Schluß gemacht

Dadaaaaaaaaaaaaa. Ja, haben alle gesagt, gewusst, auch ich irgendwie. Und nu? Gut genug kenne ich ihn, um zu wissen, dass er es bereits bereut, irgendwie. Weil, sonst paßt ja alles. Frau toll, Frau Mega, aber so sehr auch ne Mama in mir steckt und ich dem bösen Buben immer wieder verziehen habe, im Gegensatz zur Mama fordere ich tatsächlich was ein. Und denke nicht im Traum daran, davon auch nur einen Millimeter abzuweichen. Ich möchte einen Partner, einen Mann, den ich ernst nehmen kann. Und ich hab ihm teilweise einfach seinen Arsch zu sehr hinterhergetragen. Ihm zwar Stress geamacht und auf meinen Ansprüchen beharrt, aber die Konsequenz nicht gezogen, dann halt mal ein paar Tage selbst zu schmollen und beleidigt zu sein. Nein, ich hab diskutiert und ihm brav Lösungen präsentiert.

Er schleicht wieder auf meinem fb Profil rum. Hätte mich früher in heillose Hoffnung versetzt. Inzwischen denk ich mir, mach du doch, was du willst. Wenn du je ernsthaft was wolltest von mir, muss dir das mehr wert sein als lächerliche Kommentare. Ich hab immer hochbeglückt seine Krümel genommen und mich gefreut, dass die in den Monaten unserer, ähem, Beziehung schon ziemlich groß waren, ich erkenne an, dass der Mann für mich an seine Grenzen gegeangen ist, aber das reicht nicht.

Das wird auch für keinen anderen reichen. Sorry liebe Männer, Mr.Bickle hat mir einen anständigen Ego-Pusch versetzt. Der hat mich nicht kleingekriegt, nein, er hat mich stärker gemacht. Und wer auch immer jetzt was von mir will, der wird erleben, dass meine dummen kleinen Hormone nichts mehr zu melden haben. Und wer ohne Blumen zu einem Valentinstagabendessen auftaucht, wird schlicht keinen Sex haben an dem Abend. Nicht aus erziehungstaktischen Gründen, sondern weil ich mir mehr wert bin. Ich will Respekt dafür, dass ich gekocht habe. Jaaaaaaaa, Süßholz ist schön, keine Frage, aber es wird nicht mehr reichen. Absichtserklärungen sind super, machen noch besser.

Ich bin eine tolle Frau. Ich such mir den Kerl aus. Und wenn ich nen verrückten DJ will, gut. Aber der muss mir deutlich machen, dass er mich will und dafür muss er sich anstrengen. Mama ist weg. Ich hab verstanden, dass Verständnis gut ist, aber dass ich nicht nur IHN verstehen muss, sondern auch mich selbst und dass ich nicht bekomme, was ich will, wenn ich einen Mann immer mit weniger davonkommen lasse. Szenen und Streit sind kein Mittel, etwas zu verändern. Klares Verhalten ist angesagt. Nicht 'ich mach Schluß, weil du mir das nicht bieten kannst, was ich brauche'. Sondern 'ich bin dann für dich ein paar Tage nicht erreichbar'. So wird das in Zukunft aussehen meine Herren.

Wenn ich einen Mann will, dann muss ich ihn auch wie einen behandeln. Nicht wie das kleine Kind, das er hier gern gegeben hat.














































Freitag, 8. März 2013

Lizzie ist in einer Beziehung

Diesmal bin ich ihn nicht losgeworden. Diesmal hab ich's grade noch geschafft, zu erkennen, dass ich ihn nicht wirklich loswerden will. Auch wenn die Gefühle schwer auszuhalten sind. Und ich noch immer nicht mit dem Auf und Ab umgehen kann, das sich aus der langen Geschichte ergibt, die wir hinter uns haben. Meine Ängste, mit seinem Leben nicht klarzukommen, und auch die ganze Verliebtheit, die mich total durcheinanderbringt und mein eigenes Leben auf den Kopf stellt, das ist nicht einfach. Nach fast 15 Jahren als Single. Die sich einfach so ergeben haben. Ich hab schon immer auf einen besonderen Mann gehofft, der mir die Kompromisse und die Arbeit einfach auch wert sind, die mit der Verbindung zweier Menschen einhergehen. Die Ehe meiner Eltern, beständig seit 44 Jahren, macht nicht grade Lust auf Zweisamkeit. Beständige Inkompatibilität bzw. ein Vater, der zwar empfindlich und liebebedürftig ist, aber einfach zu unsicher, zu unnachgiebig, zu unflexibel und total auf sich selbst fixiert unser Familienleben dominiert.

Ich wollte nie so enden wie meine Mutter. Resigniert und einerseits mit einem herzensguten Mann, der alles für sie tut. Ausser eben zu sehen, dass man auch anders, entspannter leben könnte. Und die ihre Persönlichkeit Haus und Garten und ihm geopfert hat. Und ich, die ich in jedem Mann dieselbe Gefahr wittere. Und bei den ersten kleinen Anzeichen, dass ich auch nur irgendwie etwas akzeptieren müßte, was nicht 100% meins ist sofort allergisch reagiere. Die ich fürchte, dass Mr.Bickle, so anders er auch lebt, doch so ist wie mein Vater, dass ich schlicht immer auf seine Aktionen warte und nur mitmachen darf, nicht selbst gestalten. Und doch sehe, dass es an mir liegt, dem Ganzen eine Richtung zu geben, die mit der Beziehung meiner Eltern nichts zu tun hat. Nämlich anders als meine Mutter meine Bedürfnisse durchzusetzen. Vielleicht nicht immer mit der grossen Keule, aber doch hartnäckig. Und er hat auch schon gemerkt, dass ich nicht aus Stärke gehandelt habe und nicht, um ihn zu erziehen, sondern weil ich nicht anders konnte. Dass ich doch ein bisschen zerbrechlicher bin als meine grosse Klappe vermuten lassen würde. Und dass er da sein muss für mich.

Er wird versuchen, das umzusetzen. Und ich darf mich fallenlassen und weiß jetzt, dass es nicht schlimm ist, auf meinem Ding zu bestehen, wenn ich so fühle wie ich nun mal fühle. Dafür kann ich nichts und ich muss meinem Partner da vertrauen können. Und ich muss dringend lernen, mich nicht sofort zurückzunehmen, um dem armen gestressten Kerl nicht zur Last zu fallen. Das tu ich nämlich immer wieder. Und dann staut sich der Frust auf. Und dann geh ich hoch.  Er hat mich wirklich lieb. Und er wird mich nie absichtlich verletzen. Also werde ich in Zukunft nicht mehr versuchen, stark genug für den Punk zu sein sondern einfach nur ich selbst.

Samstag, 2. März 2013

Es ist wieder soweit

Ja, fast hatte ich es vergessen, weil die letzte richtige Beziehung schon so weit weg ist. Fast 15 Jahre weit weg.

In einer längeren Beziehung werde ich depressiv oder/und gehe fremd. Um mich schlagen wie jetzt, auch gerne. Nur waren die Männer vorher ein wenig duldsamer. Anscheinend lässt sich mein inneres Autonomiestreben nicht mit Pärchen sein vereinbaren.

Und klar hat Mr.Bickle mir gesagt, alle SEINE Beziehungen dürfe man nach meiner Unterteilung von Affären und Beziehungen auch nicht Beziehungen nennen. Das hat er wirklich gesagt. Da war das mit uns ja schon richtig viel. Für seine Verhältnisse. Und ich erinnere mich an ein Gespräch von vor 4 Jahren. Selbes Thema. Er meinte, er bräuchte ein bisschen, wenn wir langsam machten, dann würde es irgendwann so funktionieren, wie ich mir das vorstelle. Nachdem es aber jetzt schon so eng und schön war, dachte ich nicht mehr dran.

Es liegt also zum Einen nicht an ihm, dass ich wieder so einen Aussetzer habe (nein, ist noch nicht vorbei), zum anderen hatte er mir damals schon eine Lösung präsentiert. Die ich akzeptieren kann und abwarten, ob es wirklich besser wird oder beschließen, dass ich besser ohne Mann bleibe, weil mich das alles verrückt macht. Egal, ob das ein geduldiger, sarkastischer Wiener sei oder ein Exverlobter, der mich lieber heute als morgen zurück hätte, sie haben mich alle krank gemacht. Ich halte es nicht aus, glücklich zu sein.


Gesendet mit BlackBerry von Vodafone

Freitag, 1. März 2013

Lizzie erinnert sich

Eins ist sicher. Wenn jemand gerade völlig im Wald steht mit seinen Gefühlen und seinem Leben, kann die tollste Liebe der Welt nicht durch zu ihm. Lange Telefonate mit Tom haben mich daran erinnert, dass ich mit ihm genau das gemacht habe, was Mr.Bickle grad getan hat. Nach den ersten Tagen ständiger Zweisamkeit wollte ich mal einen Abend für mich. Luft holen, zu mir kommen. Haarkur machen. Und der Mann hatte nichts besseres zu tun, als doch wieder vor der Tür zu stehen. Ich bin kurz runter, hab ihn geküßt und wieder nach Hause geschickt.

Same same mit meinem Wiener. Ich krank, frisch aus einer anderen Beziehung, mit hohem Fieber im Bett liegend. Er kommt vorbei, obwohl ich gesagt hatte, dass ich meine Ruhe will. Bringt Hühnersuppe mit. Ich lass ihn kurz rein, aber er muss die Suppe wieder mitnehmen. Mit beiden hab ich nie drüber geredet, wie sie das fanden. Allerdíngs kam am Beziehungsende mit dem Wiener raus, dass er mir das nie verziehen hatte.

In beiden Situationen war klar, dass ich da ein wenig weniger verliebt war als die Männer und das geht jetzt wohl auch Mr.Bickle so. Allerdings war er die Woche davor wohl verliebter als ich. Oder was sollen die Beschwerden über zu knappe, nicht genügend liebevolle Nachrichten von mir? Heißt also, im Laufe einer Beziehung ist mal der eine, mal der andere verliebter und damit bedürftiger. Kann man echt so wenig Plan von Beziehungen haben, um das nicht zu wissen und dann aus diesem Gefühl heraus, dass der Geliebte grade etwas auf Abstand geht gleich das ganze Ding in Frage zu stellen???? Ich kapier's einfach nicht. Ich seh nur, dass immer alle davonlaufen.

Beim Richtigen wäre das anders. Oh Mann. Da würde sowas nicht passieren. Der würde dann besser reagieren oder so. Sagen die, die den Richtigen haben. Vielleicht ist das so, aber wenn er bei mir ist, fühlt sich das richtiger an als alles, was ich kenne. Und ich habe nie mit einem anderen Mann während der Beziehung so deutlich meine Bedürfnisse aufzeigen können. Versucht, ja, aber immer aufgegeben und ganz viel runtergeschluckt. Den Anspruch des Wieners, immer konstruktiv aktiv etwas miteinender zu unternehmen, gemeinsame Erlebnisse schaffen, um eine lebendige Beziehung aufzubauen. Langweilig vor dem Fernseher auf der Couch? Ging schon deshalb nicht, weil er keine Couch besaß. Irgendwann einen Futon. Vor dem Fernseher. Ansonsten nur harte Holzstühle. Ich mag keine harten Stühle, ich kann auf Stühlen generell nicht lange sitzen. Sehr entspannt also. Ich habe nie ernsthaft versucht, daran etwas zu ändern. War nur dankbar, dass so ein toller Mann mich will. Und hab mich verbogen, bis meine Seele ind er Depression verschwand.

Ich denke, deshalb bin ich gar so sensibel, analysiere die kleinsten Anzeichen dafür, das wieder etwas gegen meine Natur und gegen meine Bedürfnisse laufen könnte. Dann lieber alleine, das bin ich gewohnt und es ist weniger anstrengend. Immer auf der Hut zu sein und ständig in mich reinzuhöhren baut auch in mir einen heftigen Druck auf. Und macht mich zu für die Bedürfnisse des anderen.

Ja, an dem Tag hatte er mich nicht lieb. Aber er ist bereit, heute zu reden. Inzwischen schäme ich mich aber so dafür, ihm wehgetan zu haben, dass ich sehr gerne in einem grossen Loch verschwinden und ihn nie wiedersehen möchte. Was natürlich Blödsinn ist, weil ich das Recht habe, auszuflippen. Aber so bin ich. Ich will immer alles richtig machen. Und alle anderen müssen diesen Anspruch auch erfüllen. Ich erwarte echt viel.


Donnerstag, 28. Februar 2013

...aber er nicht

Ich habe schlicht nicht mitbekommen, wie dreckig es ihm geht. Kunststück, er hat es maximal zart angedeutet. Wohl, damit ich nicht wieder ausflippe...Oh Gott, ist das verworren. Er konnte kaum spechen am Telefon. Toll. Nein, wirklich Mitleid hab ich keins. Will er auch nicht. Nur Verständnis, dass er ein paar Tage Ruhe braucht.

Hab ewig mit dem Exverlobten telefoniert. Der natürlich gaaaaaaaaaaanz anders reagieren würde. Völlig uneigennützig natürlich. Mann, der will immer noch was von mir. Aber ich nicht von ihm. Ich will eine funktionierende Beziehung mit dem Mann, den ich liebe. Oder gar nix. Also, Ganz oder gar Nicht von Mr.Bickle. Er hat tatsächlich ziemlich ignoriert, dass ich Schluß gemacht ahbe. Ich merke allerdings, wie es in ihm arbeitet. Er weiß verdammt genau, dass ich recht habe. Und dass er was tun muss. Ich hätte einfach schlicht mit ihm streiten sollen statt gleich mit der Keule...Obwohl ich so tatsächlich was in Gang gesetzt habe. Was immer aber auch jetzt kommt, ich werde auf der Erfüllung meiner Bedürfnisse bestehen. Eins hat er mir schon gegeben: Trotz der Ansage, er können nicht kommunizieren (Dramaqueen) schreibt er mir Nachrichten. Man wird so dankbar...

Nein im Ernst. Er kommt grad aus einer Beziehung, unverarbeitet einfach zu mir gestürzt und ich hab auch nix gesagt. Nie. Kein einziges meiner Bedenken kam über meine Lippen. Und da waren derer viele. Und sind. Ich muss da einfach lernen, ihn damit zu konfrontieren. Ohne Angst, dass er wieder weg ist wenn's zu anstrengend wird. Ich geb ne ganz gute Co-Abhängige ab, ich darf mich nicht auf seine Launen einlassen. Das führt genau zu dem, was wir jetzt haben. Wie bei meinen Eltern. Ja, Männer kreisen gern um sich selbst. Man muss die Umlaufbahn ändern. Sonst geht man drauf.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Ich gebe auf

Alles Lieben reicht nicht. Es fällt bei ihm ins Bodenlose. Wie ein kleiner Junge bettelt er um Liebe, beschwert sich, wenn meine Nachrichten zu trocken sind und fordert mehr Zuneigung. Bekommt er sie dann, bekommt er einen Platz für seine Sachen in meiner Wohnung, dann wird es ihm zu eng. Ja, er wollte wieder die Küche in seiner Wohnung einbauen. Wie damals, beim ersten Mal. Die Bude für mich auf Vordermann bringen, weil er sich schämt für sein Chaos. Er hätte damals meinen Blick gesehen beim Anblick seiner 40qm. Und wenn er so drauf besteht, ja, ich würde mich wohler fühlen in einer Wohnung, in der man sich bewegen kann. Aber ich kann auch mit ein bisschen Chaos leben. Das Chaos, das er allerdings jetzt wieder angerichtet hat, ist ein Chaos der Gefühle. Ja, ich habe bemerkt, dass es ihm zu eng wurde. Aber es war mir relativ egal. Ich brauche meinen Freund öfter als einmal die Woche bei mir, und wenn er sich ewig verzettelt oder sich mit Kollegen so anlegt, dass er so schlecht draufkommt, dass er MICH nicht mehr unterbringt in seinem Leben, dafür auch noch Verständnis einfordert, muss ich klar die Grenze ziehen.

Und ich habe ja schon drauf gelauert. Vertrauen, nach allem was passiert ist, war eh extrem schwierig. Und gestern hat er mir dann wieder mal vorgeworfen, zuviel Druck zu machen und als endgültigen roten Knopf gemeint, aus sowas käme er grade. Boing. Aha, hat also seine Ex auch die Schnauze voll gehabt von seinen Launen. Gut zu wissen, denn die hat's mit der Peitschemethode versucht und ist auch nicht weiter gekommen als ich mit Zuckerbrot. Spart mir die Überlegung, ob ich zu nett war. Es geht mit ihm nicht. Da steht sein Punk-sein, seine Neigung zu Borderline-Verhalten und der kleine persische Prinz in ihm im Weg. Dass es schwierig würde war klar. Und aus seinen Nachrichten noch vor 2 Tagen klingt echte Sehnsucht, Liebe, da bin ich Spatz, Honey, Süße...

Gestern war ich lästig. HALLO? Oh nein, so funktioniert das nicht. Mir ging es gestern beschissen, Periode war extrem, und er hat eine Competition draus gemacht, wer grad mehr Stress hat. Natürlich er. ergo dürfe ich nichts von ihm erwarten. Sein Stress ist zum Großteil hausgemacht, und ich hab ihm schon mal gesagt, dass es nicht sein kann, dass ich dann drunter leide.Ich habe ihm gesagt, dass ich von meinen Fernbeziehungen mehr hatte, als von ihm in derselben Stadt, dass ich das so nicht kann. Und dann, als mir die Verletzung wirklich bewußt geworden ist, hab ich brutal die Notbremse gezogen und ihm unsere Beziehung um die Ohren geknallt. Schluß. Aus. Ganz oder gar nicht. Und so gar nicht. My way or Highway. Und er fand die Ansage stark. Und klar. Und hat klipp und klar gesagt, dass es dann auch für ihn zu Ende ist. War vielleicht nicht die klügste Art, aber ich kam mir so verarscht vor und hatte keine Lust drauf zu warten, dass er Schluß macht. Was er wohl nicht wirklich wollte. Nur halt auch nicht sooooo eng. Egal. ICH will es so eng. Und sonst gar nicht. Punkt. Ich kann ihm nicht vertrauen. Zuviel ist passiert. Nur verliebt Nachrichten schicken ändert daran auch nichts.

Und wenn ich mir nicht schon sicher gewesen wäre, dann hätte mich mein Traum wachgerüttelt. Was er auch hat. Im wahrsten Sinne. Ein Mann hat mich aus einer gefährlichen Situation gerettet und mich in eine Gondel am Ende eines Kranauslegers gebracht. Da saß er dann und hat sich gefreut, während ich bei jeder kleinen Bewegung der Gondel Todesängste ausgestanden habe. Hat er nicht verstanden und am Ende bin ich allein (...) auf die sichere Erde zurück. Allein hat der mich da runterklettern lassen. Ich bin aufgewacht und selten war ein Traum so richtig! Deutlicher kann man es nicht sagen! Alleingelassen mit meinen Ängsten. Immer in der Luft hängend, auf jede kleinste Veränderung lauernd. Nein, dieses Drama, das ich mal geliebt habe, das brauche ich nicht mehr. Ich dachte, er hätte sein leben im Griff, aber anscheinend löse ich bei ihm auch immer Probleme aus, wir tun einander nicht gut. Allein der Gedanke an den Traum löst bei mir schon wieder Panik aus...

Ich brauche mehr Sicherheit, als er mir je wird bieten können. Ich liebe ihn, aber das nützt nichts mehr.

Sonntag, 17. Februar 2013

Paarweise

Okay. Jetzt sind es 5 Wochen. 5 Wochen Glückseligkeit. Verknallt wie Teenager. Frisch und doch mit der ganzen Last von 4 1/2 Jahren Hin und Her, Enttäuschungen und vielen offenen Fragen. Eine hat sich geklärt. Warum er damals, als wir uns kennengelernt haben trotz aller Anzeichen intensiven Interesses nicht nach meiner Telefonnummer grfragt hat. Da war er noch so lala mit einer anderen zusammen. Und die ging ihm wohl dann auch lange nicht ganz aus dem Hirn, denn er hat zwar dann doch was mit mir angefangen, genauso verliebt wie jetzt, dann aber wieder Schluß gemacht. Die Signale, so widersprüchlich, lassen auch für die anderen Versuche den Verdacht aufkommen, dass da immer noch irgendwo eine andere war. Das macht es jetzt für mich irgendwie komisch, auch wenn er sich gegen seine Ex und für mich entschieden hat, es riecht nach 2ter Wahl. Hätte sie mit ihm geschlafen, wär er dann bei ihr geblieben? Oder, und so ist das Bauchgefühl, hat er sich schlicht wieder so dermassen in mich verliebt, dass alle anderen keine Chance mehr haben bei ihm?

Denn auf einmal geht es. Anrufen, Nachrichten, Treffen. Ich muss nicht drum kämpfen, nicht quengeln, er kommt von selbst und hat mindestens soviel Sehnsucht nach mir wie ich nach ihm. Mein Dad hat mir ja schon gesagt, dass da noch eine andere sein muss, dem Verhalten nach zu schließen. Man soll halt echt auf die Eltern hören. Wenn er es jetzt wüßte, wie der Mann hier ankommt, würde er wieder das sagen, was er ganz am Anfang meinte: Den hat's aber ganz schön erwischt *gg

So. Also sind wir jetzt schon irgendwie zusammen. Nicht deklariert, aber faktisch. Jetzt kommt das, wovor ich schon immer Angst hatte. Seine Freunde, meine Freunde. Premiere gestern auf einem Flohmarkt. Eine Freundin mit ihrem Mann kam vorbei. Zum Glück auch beide schräg und cool, er Fußballer, ehemals beim Lieblingsverein von Mr.Bickle. Besser geht's nicht. Und als eine Bekannte von IHM ganz selbstverständlich den Stand als 'euren' bezeichnet, hat zum ersten Mal jemand in der Öffentlichkeit ein WIR hergestellt. Es war ein gutes Gefühl.

Ja, der Mann bringt mich dazu, meine Pärchenphobie zu überwinden. Teil von etwas statt eigenständige Person zu sein hat mich früher gerne in die Verweigerung getrieben. Dann lieber allein. Bei ihm bin ich allerdings so ich selbst, dass es mir quasi nicht auffällt. Nur eben dann, wenn ich mit seinen Leuten konfrontiert bin. Altpunks, linke Revoluzzer, politisch bewußte gesellschaftskritische Nachtmenschen. Wo pass ich denn da rein? Ehemals stockkonservativ und erst im Lauf des Lebens kritischer geworden. Brav, nie abgestürzt, definitiv kein Nachtmensch. Seine Ex war in diesen Kreisen auch schon ohne ihn unterwegs. Seine Leute kennen sie und dann komm ich daher. Schick, der Konsumgesellschaft dienend. Aber die Bekannte am Stand hat mich ganz selbstverständlich akzeptiert. Und ich denke, meine Leute fanden ihn auch gut. trotzdem sind das immer die kniffligen Punkte. Aufregend. Bin ja mal gespannt.