Mittwoch, 9. Januar 2013

Was hilft?

Hilft es mir wirklich, mit ihm zu reden? Ja, ich bin traurig und hätte gern, dass er mich in den Arm nimmt und tröstet. Aber wäre es nicht besser, es bei dem zu lassen, was als Tatsache feststeht: Er liebt mich, aber nicht genug um mit mir zusammensein zu wollen. Wenn er an mich denkt, denkt er an den Sex. Und er liebt seine Freundin genug, um sie nicht für den besten Sex seines Lebens zu verlassen. Autsch.

Aber allein ihn zu fragen, ob er mich trösten kommen würde, wäre schon ein Schritt, mal das einzufordern, was ich WIRKLICH will. Versuch macht kluch.

Der Verursacher als Heiler. Hat beim Wiener auch nicht funktioniert. Der hat mit mir geredet. Wieder und wieder. Und ich hing trotzdem noch lange an der Idee, dass er zurückkommen würde. Naja. Meine Nachfolgerin hat er dann vor ein paar Jahren geheiratet. Klingt bei Mr.Bickle nicht wirklich so, aber wenn, dann bin ich wieder die absolute Loserin. Toll. Keiner will mich fest. Alle wollen nur ihre Frauen mit mir bescheissen. Zu wild für euch, was Jungs? Sogar für nen Punk. Sauber.

DARAN ist mein Dad schuld! Der Aufreisser vom Chiemgau. Aber der hat sich die Hörner abgestossen, hat die brave Mama (nicht die, die ihn vorher rangelassen hatten) geheiratet und ist brav geworden. Mich hat noch keiner eingefangen, einfangen können, steh nur auf die,  bei denen die Gefahr nicht besteht. Tja. Wäre ich nur bei meinen Pferden und meinen Büchern geblieben. Sich für Jungs zu interessieren war irgendwie keine gute Idee...

Ich bin wie meine Mutter

Oder mein Vater.
Also, hypersensibel wie mein Dad, der das auf sehr anstrengende Weise auslebt. Stark sein aber doch permanent verletzt. Und bedürfnislos wie meine Ma, die aus einer fast ihre schwerst chronisch kranke Mutter tötenden Schwangerschaft in eine Welt geboren wurde, in der ihre Schwester und sie nicht so viel Chance auf Erfüllung von Träumen und Wünschen hatte. Und doch ist sie zufriedener und macht aus ihrem Leben das Beste.

Was bedeutet diese Mischung nun für mich? Ich bin, das hat mit Sicherheit epigenetische Gründe, man hat die Krankheiten und Dramen der Vorfahren in den Genen geerbt, anfällig für alle möglichen Krankheiten. Von der Depression vor 15 Jahren über langwieriges Pfeiffersches Drüsenfieber vor 10, bis zu unendlichen Magen-Darmgeschichten aufgrund von 40 Jahren unerkannter Fructoseunverträglichkeit. Erkältungen sind weniger geworden, seit ich konsequent viel an der frischen Luft bin, aber bei anderen Viren schreie ich gern noch 'hier'. Und fühle mich schuldig. Dass ich schon wieder krank bin. Schon wieder (als Kind) meinen eh schon stark eingespannten Eltern zur Last falle. Dass sich schon wieder jemand um mich kümmern muss, und sei es nur meine Ärzte. Andererseits war es auch für mich früher eine der wenigen Möglichkeiten, mal stopp zu schreien und mich bei Überforderung zurückziehen zu dürfen. Meine Eltern haben ja nicht mal meine riesige Schulangst bemerkt. Nicht, dass ich frühmorgens schon mit Durchfall auf dem Klo saß oder halbe Blackouts vor lauter Prüfungsangst hatte. Bei Andeutungen wurde sofort radikal ein Schulwechsel ins Auge gefasst, aber dann hätte ich ja alle meine Freundinnen, wenig genug waren es, verloren. Hätte vielleicht Sinn gemacht, aber die Art und Weise, nicht genauer nachzufragen und sofort Lösungen von mir einzufordern, hat mich verstummen und meinen Kummer wieder in mich reinfressen lassen. Oder krank werden. Aber selbst da durfte ich nicht einfach Bauchweh haben, sondern wurde gleich auf Blinddarmentzündungssymptome getestet. Alle wurde immer groß aufgeblasen, dabei hätte ich kleine Anerkennungen und ein bisschen mehr genaueres Hinsehen gebraucht. Aber das haben meine Eltern nie gelernt. Woher auch?

Also habe ich mich weiter gnadenlos überfordert mit dem Anspruch an mich, alles allein durchzuziehen. Kapiert ja eh keiner, was mit mir los ist. Also was solls? Sollen sie mich alle in Ruhe lassen, enttäuschen mich ja eh nur.

Und wenn nicht mal meine Eltern sehen, was los ist...

Beim Wiener hab ich's zum letzten Mal versucht. Versucht, mich zu erklären. Kommentiert mit 'ich solle mich nicht selbst so stilisieren' statt nachzuhaken. Seitdem hab ich es aufgegeben. Und dann kam da Mr.Bickle. Und der hat mir mit wenigen Sätzen und Fragen am ersten Tag gezeigt, dass es Menschen gibt, die es sehen könnten. Die es verstehen könnten. Statt da weiterzumachen und ihm zu zeigen, wer ich bin, hab ich auch bei ihm die Starke gespielt. Und er hat's gefressen. Um die muss man sich nicht kümmern. Trotzdem hat er mich in den letzten Monaten wie eine Königin behandelt, wenn er hier war. Hat das angebetet, was er durfte. Ja, ich hab schlussendlich das eingefordert, was ich immer schon wollte. Aber zu spät. Ich hatte mich vorher einfach nicht getraut. All die Jahre nie gewagt zu sagen, du wenn du nur eine Stunde Zeit hast, vergiss es, ich möchte den Tag mit dir verbringen. Nein, ich habe die Krümel genommen, die er zu geben hatte, dankbar für das bisschen. Weil ich mir mehr nicht wert war. Und wieso sollte es ihm dann mehr wert sein?

Ich möchte mich niemand zumuten. So kränklich, schwierig, kompliziert. Wenn einem sogar der eigene Vater sagt, irgendwas würde wohl mit mir nicht stimmen, weil keiner mich wollen würde, dann muss ich ja so einen dermassenen Haken haben, dass es eben nicht geht mit mir.

Und ja, ich bin zu gewissen Kompromissen einfach nicht bereit und erwarte viel von einem Mann. Nur nicht das, was ich bräuchte. Schlicht ungeteilte Zuneigung und dass er mich genau so liebt, wie ich bin. Das kann ich nicht zulassen. Ich bin nicht gut genug.

Mist, ich dachte, das hätte ich hinter mir. Dieses 'ich muss perfekt sein bevor mich jemand lieben kann'. Mist Mist Mist. Sitzt doch noch drin. An alle meine Freunde, ganz so schlimm ist es nicht mehr. Ich habe gelernt, mit Zuneigung umzugehen. Obwohl ich immer noch mit Ablehnung rechne. Gemobbtes Kind halt. Aber ich bin bei Enttäuschungen immer noch ziemlich schnell bereit, aufzugeben und abzuhauen. Ist einfacher.

Sorry Baby, auch wenn es so aussieht, als würde ich mehr an dir hängen als du an mir, als hätte ich mehr dazugetan, dass das all die Jahre nicht aufgehört hat, du hast mich irgendwie nie aufgegeben. Jetzt grade hab ich dir allerdings nichts mehr zu geben. Pulver verschossen. Ob ich das kann, wirklich reden und dir zuhören und mich auf dich einlassen? Ich muss mich immer noch viel zu sehr selbstverteidigen. Abwehren, losschlagen und es kontrollieren. Dabei sollte ich dich machen lassen, loslassen, dann hat's immer funktioniert. Und ich muss dich endlich anrufen. Das ist das einzig Ehrliche.

Sonntag, 6. Januar 2013

Das erste Mal. Danach

Don't fuck with a broken heart. Denkst eh nur an ihn. Macht mir bisschen Angst. Irgendwann wird es passieren. Wenn nicht vorher das passiert, wovon alle meine Mädels ausgehen: Der kommt eh wieder.

Nachdem heute den ganzen Tag die Sehnsucht an mir gezerrt hat, mein Herz einen Moment stehenblieb, weil 'unsere E-Mail' klingelte, es aber doch was anderes war, nachdem es sich anfühlt, als würde er sich jeden Moment melden, musste ich Stress abbauen, das Risiko eingehen. Und es tun. Allein.

Don't masturbate with a broken heart. Auch danach musste heulen. Es fühlt sich verzweifelt und einsamer an als je zuvor. Scheiße, vor allem, weil der Sex ja nur eine Mail entfernt sein könnte.

Scheiße, ich muss da durch! Irgendwann wirds doch mal leichter. Nur dass bei uns nie was leichter wurde, dieselbe Sehnsucht. Seit 4 Jahren. Nicht wegzuvögeln. Und nur sehr schwer auszuhalten.

Kann ich so raus ;)

(c)MizzLizz

Liebe Männer-ein offener Brief

Ein kleiner Apell auf meinem Facebook-Profil. Wer Lust hat mitzudiskutieren, drüben bitte direkt unter der Notiz kommentieren ;)

Also liebe Männer,

nachdem ab und zu ein paar von euch hier reinstolpern, sagt doch mal, wie findet ihr euch denn so dargestellt in unserer Gesellschaft? Wo seht ihr euch zwischen Emma-Mit-Leser und Beef? Zwischen Huga-Huga und Weichei? Findet ihr dämliche Machosprüche nicht auch dämlich? Und warum wehrt ihr euch nur, indem ihr brav den Spiegel lest und versucht, anständig zu bleiben? Wäre es nicht an der Zeit, wirklich zu diskutieren und einen Platz zu finden in all den Möglichkeiten? Wieso schaut ihr Porno und eure Freundin liest 50 Shades of Grey? Da driften doch die Lebenswelten schon wieder auseinander, die mit ein bisschen Nachdenken vielleicht doch zusammengehören. Seht ihr Schwäche immer noch nicht als Stärke? Wie sollen wir euch denn sehen, mit euch reden, mit euch umgehen? Seit Jahrzehnten hauen die Frauen euch um die Ohren, wie ihr uns gefälligst zu behandeln habt, wehrt euch doch mal! Oder ist es einfach bequemer so und unter der Woche haltet ihr die Klappe, um dann beim Fußball den Frust rauszulassen? Nur genervt sein und sich nicht wirklich mit den Meckereien eurer Frauen auseinanderzusetzen ist feige. Aber hättet ihr denn wirklich Antworten? Oder habt ihr keinen Bock, da mitzuspielen? Wie stellt ihr euch denn eine Beziehung vor? Was soll die Frau tun? Wie soll sie sein? Jenseits von Klischee und alten Zöpfen? Mal raus mit der Sprache bitte. Nehmt uns ernst. Auch wenn wir erstaunt und mit Abwehr reagieren. REDET. Über das, was geht und über das, was nicht geht. Ertragt es nicht nur, lasst nicht uns die ganze Drecksarbeit machen. Lasst nicht uns die Missstände ansprechen. Ja, Frauen können doof reagieren. Setzte euch drüber weg. Aber fangt die Diskussion bitte nicht während der PMS an. Da sind wir Opfer der Hormone. ungefähr so wie Titten euch lahmlegen.
 

Samstag, 5. Januar 2013

Das Spiel mit den Männern-geht südlich anders

Seit 1995 habe ich mich mehr ernsthaft für einen deutschen Mann interessiert. Daran ist der Wiener Schuld. Soviel Charme und Selbstironie, und das behaupte ich hier einfach mal so, findet sich maximal noch in Bayern. Danach wird es zappenduster. Norddeutsche Flachländer haben ihren ganz eigenen Reiz, da mag ich, dass die nicht so um sich kreisen und nicht lang labern, kurz, knackig, trocken. Aber eben auch zu unverblümt, um mehr als einen sehr guten Freund abzugeben. Als Kumpel genial. Zum Biertrinken unschlagbar. Nur kribbeln tut da nix. Höchstens, wenn die Jungs im Suff mal locker werden und aus dem Bauch raus agieren. Da brauchts aber ziemlich viel bei denen. Also, Alkohol. 

Bei Deutschen, Männern wie auch Frauen, fehlt mir oft das Emotionale, Weiche, Warme, Herzliche. Alles muss Sinn machen. Alles so vernünftig. Auch hier hat der barock-katholische Süden noch leichte Vorteile gegenüber dem strengen evangelischen Norden. Und auch wenn ich mich gerne ausdrücke, mich mitteile und rede, mag ich das Gefühl, dass man mich ohne Worte viel besser versteht. Und das ist genau das, was mir bei meinen deutschen Männern gefehlt hat. Diese schlichte Akzeptanz von mir als Frau. Anders sein zu dürfen, mich nicht erklären zu müssen. Da haben jetzt vielleicht die Jungs keine Schuld dran, aber sobald ich das Gefühl habe, einer denkt zuviel über mich nach anstatt einfach an mich, dann fange ich an, über mich und meine Aktionen nachzudenken. Und es fängt an zu haken. Selbst mein Wiener kam da nicht dagegen an.

Liegt das an der Emanzipation, die uns nicht wirklich freier gemacht hat im Umgang miteinander, sondern aus Mangel an echter Auseinandersetzung über Wünsche und Ziele nur ganz viele Komplikationen zwischen die Geschlechter gebracht hat? Ich möchte kein besserer Mann sein müssen, um als Feministin zu gelten. Ich möchte, dass alle genau so leben können, wie sie wollen. Und niemand eines anderen Leben einschränkt, man miteinander jede Form von Beziehung leben kann und trotzdem ganz klar Männer und Frauen existieren. Dass dann ein Mann mehr Kerl ist und der andere etwas weicher und sensibler, und eine Frau auch Raum einnehmen und laut sein darf statt Prinzessin sein zu müssen. EMMA ist lebensrettend für eine Frau wie mich, die als halber Junge erzogen wurde oder es einfach auch immer war, und die die Irritationen, die ich seit meiner Kindheit bei Leuten hervorrufe, für mich in Worte gefasst hat. Simone de Beauvoir war die Erste, bei der ich das Gefühl hatte, den Grund dafür gefunden zu haben, dass ich mich manchmal als so unpassend empfunden habe. Klein, blond, zierlich, fast mager, rechnete wohl nie jemand mit der grossen Klappe und der Selbstverständlichkeit, mit der ich mir immer das Recht genommen habe, meine Meinung zu sagen. Ich war immer die Deppin, die das ausgesprochen hat, was alle dachten, sich aber keiner zu sagen getraut hat, weil 'man' das nicht tut. Hat mir nie jemand gesagt, 'das tut man nicht' war bei mir zuhause kein Thema. Am Dorf gibt es zwar auch unausgesprochene Gesetze, aber mein Dad hat sich um sowas noch nie geschert, er sieht diese Dinge einfach auch nicht. Und meiner Mama hat auch keiner je den Mund verboten. Am Bauernhof hat man keine Zeit dafür gehabt. Aus der sozielen Kontrolle des Dorfes in die doch anonymere Großstadt zu ziehen, hat die letzten Regeln über den Haufen geschmissen. und es wurden keine neuen aufgestellt.

Ich bin eigentlich also ganz schlecht erzogen. zumindest für, und das ist das Problem, EIN MÄDCHEN. Seit Simone weiß ich, dass ich aber schon mal Glück hatte damit, dass nur die Gesellschaft noch lange nicht so weit ist, das einfach so  zu akzeptieren. Und auch wenn Indien weit weg scheint, diese Strukturen, dieses 'das tut ein Mädchen nicht', das sitzt hier ganz tief. Und die deutschen Männer, so meine Theorie, wissen, dass sie so nicht mehr denken dürfen. Aus Mangel an faktischer Auseinandersetzung und jahrzehntelang gepflegter Klischees aber gibt es diesen Reflex, Feministinnen als verklemmte, untervögelte Weiber darzustellen. Und der Backlash kommt grade mit der Darstellung permanenter Fickbarkeit von Frauen und wehe, die Mädels spielen da nicht mit. Ja gerade um zu beweisen, WIE emanzipiert sie sind, haben die Girlies von heute mit 20 jede Sexpraktik durch und sind im wahrsten Sinne abgefuckt. Weil sie wie die Jungs sein wollen.

Wo bleibt den da der Reiz? Die Verführung? Der Zauber? Wenn man mit 14 schon den dritten Freund und den 5ten Liebeskummer hatte, was kommt da noch? Das läuft komplett in die falsche Richtung. Wir sind doch nicht frei, um neue Zwänge zu erfinden. Und uns den Spaß am Spiel nehmen zu lassen. Und da sind eindeutig die Südländer im Vorteil. Die sind noch ziemlich ungeniert MANN. Und daher bin ich dann auch FRAU. Bisschen anders, aber doch eindeutig Frau. Ich fühle mich da mit meiner Emotionalität wohler. Freier. Ich möchte meine Empfindlichkeiten leben und nicht erklären. Bei Deutschen hab ich immer das Gefühl, ich müsste an meinen Hormonen was ändern, nicht so weiblich sein, weil denen das unangenehm ist. Die wissen nicht, was sie damit tun sollen. Der Machospruch 'hast wieder deine Tage' ist so doof! Mr.Bickle meinte zum selben Thema nur, warum das um meine Periode rum immer so kompliziert wäre. Süß, lieb. Nicht hart, genervt. Mein Frau-sein ist nicht runtergemacht worden. Oder ignoriert.

Ich glaube, das trifft es am besten. Bei meinen deutschen Freunden, nachdem ich ja nur nette hatte, wurde alles, was emotional und frau war, bestenfalls ignoriert. Manchmal verständnislos kommentiert. Irritiert. Für die Südländer bin ich halt einfach Frau und da gehören solche Sachen dazu, werden aber nicht abgetan. Man kann damit spielen.

Ich bleibe dabei, deutsche Männer sind mir zu uncharmant. Ich habe grade Mühe, nicht auch wieder uncharmant zu werden, weil mir das südländiche Element fehlt.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Liebeskummer? Männer? Preis?

Es tut tatsächlich viel weniger weh, wenn man die Entscheidung selbst getroffen hat. Wenn es alternativlos war, wie man sich entschieden hat. Jegliches Hin-und herdenken führt immer nur zu diesem einen Ergebnis: auch wenn ich es hätte weiterlaufen lassen können, auch er hat sich nicht mehr wohlgefühlt damit, mir so nahe zu kommen und seiner Freundin damit mehr verheimlichen zu müssen. Nicht mehr nur den Sex, der sie wohl nicht wirklich interessiert, sondern auch Gefühle für mich. Ich möchte auch bitte nicht Liebeskummer haben, während ich meinem Partner meinen wahren Seelenzustand verheimlichen muss. Ist so schon schwierig genug. Den Sex wird er sich holen, irgendwo, im Nachtleben, nach einem Gig.

Ich weiß, ich sollte jetzt optimistisch sein und neue Männer kennenlernen, aber gerade wieder trennt sich eine meiner Freundinnen nach 10 Jahren. Ihr Mann ist Amerikaner und nur am Erfolg seiner Firma interessiert, Frau und Kind haben sich ganz nach ihm zu richten, beziehungsweise danach, dass er nicht anwesend ist. Ob er jetzt da ist oder nicht, mit ihnen beschäftigt er sich nicht. Er verdient das Geld, Kind und der Rest sind ihre Sache und ihn darf sie noch mitorganisieren. Very oldfashioned das Prinzip. Kind setzt sich an den Computer neben seinem Dad, nur um bei ihm zu sein. Für ihn reicht das. Dass der Sohn eigentlich drauf wartet, dass Papa aufhört zu arbeiten und sich mal ihm zuwendet, auf die Idee ist er noch nicht mal ansatzweise gekommen.

Nein, ich bin nicht bereit zu derartigen Kompromissen. Auch wenn das ein extremes Beispiel ist, dann lieber Liebhaber. Aber bitte welche, die mir allein gehören. Oder zumindest keine Frau mit mir betrügen.

Die schönen Stunden wären sehr bald nicht mehr so schön gewesen. Er hätte mehr lügen, mehr um mich rum organisieren müssen, vielleicht wären wir nach einer gemeinsamen Nacht aufgeflogen, die Heimlichkeiten wären mehr geworden, langsam hätte sich eine Zweitbeziehung entwickelt. Alles mit diesem schalen Beigeschmack des Betrugs. Ich denke, wir haben aufgehört als es am schönsten war. Ohne Streit, ohne uns zu verletzen. Ich kann nicht anders als mich an wunderschöne Monate zu erinnern, wie es immer besser und näher und leidenschaftlicher wurde. Das wachsende Vertrauen, die Liebe, die dazukam, das war ganz wunderbar und hat mich durch das letzte Jahr getragen. Gerne wieder.

Aber erstmal: Gerne ein anderer. Lover. Nix Festes.

Dienstag, 1. Januar 2013

Ich mag 2013 noch nicht

Wie ich es auch mit meinem wunden Herzen drehe und wende, es gibt keine andere Möglichkeit als es auszuhalten. Kein Kontakt. Er hat endlich verstanden, dass er nicht nach einer Woche mit einenm schlichten 'vermiss dich' um die Ecke kommen kann, weil er es nicht aushält ohne mich. Und ich kann an den Tatsachen nichts ändern. Was würde es denn bringen? Klar, er könnte mich dann nicht einfach vergessen. Hm. Als hätte er das je. Und es würde ihm doch nur wehtun, mir keine andere Antwort geben zu können als all die anderen Male zuvor. Falls er nicht durch den Sexentzug, bzw. den kompletten Lizzie-Entzug, so unleidig wird wie ich und seine Beziehung dadurch kaputtgeht. Bisher konnte er ja immer auf Facebook sehen, wie es mir geht und was ich tue. Hatte meine Kommentare und Likes und dadurch noch eine Verbindung. Das habe ich ihm genommen. Und auch die Möglichkeit, mir durch seine Kommentare und Likes zu zeigen, dass er noch da ist und an mich denkt. Also kann er nun nur ganz konkrete und besser überlegte Möglichkeiten finden, um irgendwie an mich ranzukommen. Dabei hat er noch Pfand in der Hand. Eine CD und die Fotos aus der Session vom letzten März, bei der alles wieder anfing. Und die habe ich immer noch nicht. Die CD wollte er schicken. Die Fotos mal bearbeiten.

Jeder Tag, an dem ich nicht anrufe, ist ein Schritt. Mail ist keine Option mehr. Auch für mich gilt, wenn, dann richtig. Und je länger der Abstand, desto höher die Chance auf ein normales Gespräch. Und auf die Übergabe der CD. Gestern den Bus zu sehen, mit dem er grade beruflich unterwegs ist, abgestellt vorm Lokal seiner Eltern, Warnblinker an weil im Halteverbot-ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Dankbarkeit, einen Zipfel von ihm erhascht zu haben. Gelähmtes Warten, ob er rauskommt und einsteigt. Versuch, einen Blick aus der Ferne ins Lokal zu werfen, ihn zu sehen. Der Schock, dass er tatsächlich noch da ist. Nicht verschwunden, aufgelöst, weil er nicht mehr bei mir ist. Die Realität, in der alles normal weitergeht und dass dieser Job alles ist, was ich von ihm jetzt grade weiß. Dass ich in naher Zukunft keine Ahnung mehr haben werde, was er macht. Ich stand da 5 Minuten. Und wenn nicht eine ganze Truppe Menschen an der Ecke vor dem Bus gestanden hätte, wäre ich näher ran. Hätte länger gewartet.

Hätte Licht gebrannt bei ihm, hätte ich angerufen und mir meine CD geholt, auch wenn er behauptet, er würde sie nicht mehr finden. Der Gedanke, ihm gegenüberzustehen-absurd. In meinem Kopf sind die Dinge anders. Das hat mit seiner Realität nichts zu tun. Allerdings muss er es gespürt haben und er hat an mich gedacht. Nein, dass mein Lieblingsbarkeeper jetzt bei ihm ums Eck arbeitet, das ist nicht gut. Was hat sich das Schicksal dabei nur gedacht?