Donnerstag, 28. Februar 2013

...aber er nicht

Ich habe schlicht nicht mitbekommen, wie dreckig es ihm geht. Kunststück, er hat es maximal zart angedeutet. Wohl, damit ich nicht wieder ausflippe...Oh Gott, ist das verworren. Er konnte kaum spechen am Telefon. Toll. Nein, wirklich Mitleid hab ich keins. Will er auch nicht. Nur Verständnis, dass er ein paar Tage Ruhe braucht.

Hab ewig mit dem Exverlobten telefoniert. Der natürlich gaaaaaaaaaaanz anders reagieren würde. Völlig uneigennützig natürlich. Mann, der will immer noch was von mir. Aber ich nicht von ihm. Ich will eine funktionierende Beziehung mit dem Mann, den ich liebe. Oder gar nix. Also, Ganz oder gar Nicht von Mr.Bickle. Er hat tatsächlich ziemlich ignoriert, dass ich Schluß gemacht ahbe. Ich merke allerdings, wie es in ihm arbeitet. Er weiß verdammt genau, dass ich recht habe. Und dass er was tun muss. Ich hätte einfach schlicht mit ihm streiten sollen statt gleich mit der Keule...Obwohl ich so tatsächlich was in Gang gesetzt habe. Was immer aber auch jetzt kommt, ich werde auf der Erfüllung meiner Bedürfnisse bestehen. Eins hat er mir schon gegeben: Trotz der Ansage, er können nicht kommunizieren (Dramaqueen) schreibt er mir Nachrichten. Man wird so dankbar...

Nein im Ernst. Er kommt grad aus einer Beziehung, unverarbeitet einfach zu mir gestürzt und ich hab auch nix gesagt. Nie. Kein einziges meiner Bedenken kam über meine Lippen. Und da waren derer viele. Und sind. Ich muss da einfach lernen, ihn damit zu konfrontieren. Ohne Angst, dass er wieder weg ist wenn's zu anstrengend wird. Ich geb ne ganz gute Co-Abhängige ab, ich darf mich nicht auf seine Launen einlassen. Das führt genau zu dem, was wir jetzt haben. Wie bei meinen Eltern. Ja, Männer kreisen gern um sich selbst. Man muss die Umlaufbahn ändern. Sonst geht man drauf.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Ich gebe auf

Alles Lieben reicht nicht. Es fällt bei ihm ins Bodenlose. Wie ein kleiner Junge bettelt er um Liebe, beschwert sich, wenn meine Nachrichten zu trocken sind und fordert mehr Zuneigung. Bekommt er sie dann, bekommt er einen Platz für seine Sachen in meiner Wohnung, dann wird es ihm zu eng. Ja, er wollte wieder die Küche in seiner Wohnung einbauen. Wie damals, beim ersten Mal. Die Bude für mich auf Vordermann bringen, weil er sich schämt für sein Chaos. Er hätte damals meinen Blick gesehen beim Anblick seiner 40qm. Und wenn er so drauf besteht, ja, ich würde mich wohler fühlen in einer Wohnung, in der man sich bewegen kann. Aber ich kann auch mit ein bisschen Chaos leben. Das Chaos, das er allerdings jetzt wieder angerichtet hat, ist ein Chaos der Gefühle. Ja, ich habe bemerkt, dass es ihm zu eng wurde. Aber es war mir relativ egal. Ich brauche meinen Freund öfter als einmal die Woche bei mir, und wenn er sich ewig verzettelt oder sich mit Kollegen so anlegt, dass er so schlecht draufkommt, dass er MICH nicht mehr unterbringt in seinem Leben, dafür auch noch Verständnis einfordert, muss ich klar die Grenze ziehen.

Und ich habe ja schon drauf gelauert. Vertrauen, nach allem was passiert ist, war eh extrem schwierig. Und gestern hat er mir dann wieder mal vorgeworfen, zuviel Druck zu machen und als endgültigen roten Knopf gemeint, aus sowas käme er grade. Boing. Aha, hat also seine Ex auch die Schnauze voll gehabt von seinen Launen. Gut zu wissen, denn die hat's mit der Peitschemethode versucht und ist auch nicht weiter gekommen als ich mit Zuckerbrot. Spart mir die Überlegung, ob ich zu nett war. Es geht mit ihm nicht. Da steht sein Punk-sein, seine Neigung zu Borderline-Verhalten und der kleine persische Prinz in ihm im Weg. Dass es schwierig würde war klar. Und aus seinen Nachrichten noch vor 2 Tagen klingt echte Sehnsucht, Liebe, da bin ich Spatz, Honey, Süße...

Gestern war ich lästig. HALLO? Oh nein, so funktioniert das nicht. Mir ging es gestern beschissen, Periode war extrem, und er hat eine Competition draus gemacht, wer grad mehr Stress hat. Natürlich er. ergo dürfe ich nichts von ihm erwarten. Sein Stress ist zum Großteil hausgemacht, und ich hab ihm schon mal gesagt, dass es nicht sein kann, dass ich dann drunter leide.Ich habe ihm gesagt, dass ich von meinen Fernbeziehungen mehr hatte, als von ihm in derselben Stadt, dass ich das so nicht kann. Und dann, als mir die Verletzung wirklich bewußt geworden ist, hab ich brutal die Notbremse gezogen und ihm unsere Beziehung um die Ohren geknallt. Schluß. Aus. Ganz oder gar nicht. Und so gar nicht. My way or Highway. Und er fand die Ansage stark. Und klar. Und hat klipp und klar gesagt, dass es dann auch für ihn zu Ende ist. War vielleicht nicht die klügste Art, aber ich kam mir so verarscht vor und hatte keine Lust drauf zu warten, dass er Schluß macht. Was er wohl nicht wirklich wollte. Nur halt auch nicht sooooo eng. Egal. ICH will es so eng. Und sonst gar nicht. Punkt. Ich kann ihm nicht vertrauen. Zuviel ist passiert. Nur verliebt Nachrichten schicken ändert daran auch nichts.

Und wenn ich mir nicht schon sicher gewesen wäre, dann hätte mich mein Traum wachgerüttelt. Was er auch hat. Im wahrsten Sinne. Ein Mann hat mich aus einer gefährlichen Situation gerettet und mich in eine Gondel am Ende eines Kranauslegers gebracht. Da saß er dann und hat sich gefreut, während ich bei jeder kleinen Bewegung der Gondel Todesängste ausgestanden habe. Hat er nicht verstanden und am Ende bin ich allein (...) auf die sichere Erde zurück. Allein hat der mich da runterklettern lassen. Ich bin aufgewacht und selten war ein Traum so richtig! Deutlicher kann man es nicht sagen! Alleingelassen mit meinen Ängsten. Immer in der Luft hängend, auf jede kleinste Veränderung lauernd. Nein, dieses Drama, das ich mal geliebt habe, das brauche ich nicht mehr. Ich dachte, er hätte sein leben im Griff, aber anscheinend löse ich bei ihm auch immer Probleme aus, wir tun einander nicht gut. Allein der Gedanke an den Traum löst bei mir schon wieder Panik aus...

Ich brauche mehr Sicherheit, als er mir je wird bieten können. Ich liebe ihn, aber das nützt nichts mehr.

Sonntag, 17. Februar 2013

Paarweise

Okay. Jetzt sind es 5 Wochen. 5 Wochen Glückseligkeit. Verknallt wie Teenager. Frisch und doch mit der ganzen Last von 4 1/2 Jahren Hin und Her, Enttäuschungen und vielen offenen Fragen. Eine hat sich geklärt. Warum er damals, als wir uns kennengelernt haben trotz aller Anzeichen intensiven Interesses nicht nach meiner Telefonnummer grfragt hat. Da war er noch so lala mit einer anderen zusammen. Und die ging ihm wohl dann auch lange nicht ganz aus dem Hirn, denn er hat zwar dann doch was mit mir angefangen, genauso verliebt wie jetzt, dann aber wieder Schluß gemacht. Die Signale, so widersprüchlich, lassen auch für die anderen Versuche den Verdacht aufkommen, dass da immer noch irgendwo eine andere war. Das macht es jetzt für mich irgendwie komisch, auch wenn er sich gegen seine Ex und für mich entschieden hat, es riecht nach 2ter Wahl. Hätte sie mit ihm geschlafen, wär er dann bei ihr geblieben? Oder, und so ist das Bauchgefühl, hat er sich schlicht wieder so dermassen in mich verliebt, dass alle anderen keine Chance mehr haben bei ihm?

Denn auf einmal geht es. Anrufen, Nachrichten, Treffen. Ich muss nicht drum kämpfen, nicht quengeln, er kommt von selbst und hat mindestens soviel Sehnsucht nach mir wie ich nach ihm. Mein Dad hat mir ja schon gesagt, dass da noch eine andere sein muss, dem Verhalten nach zu schließen. Man soll halt echt auf die Eltern hören. Wenn er es jetzt wüßte, wie der Mann hier ankommt, würde er wieder das sagen, was er ganz am Anfang meinte: Den hat's aber ganz schön erwischt *gg

So. Also sind wir jetzt schon irgendwie zusammen. Nicht deklariert, aber faktisch. Jetzt kommt das, wovor ich schon immer Angst hatte. Seine Freunde, meine Freunde. Premiere gestern auf einem Flohmarkt. Eine Freundin mit ihrem Mann kam vorbei. Zum Glück auch beide schräg und cool, er Fußballer, ehemals beim Lieblingsverein von Mr.Bickle. Besser geht's nicht. Und als eine Bekannte von IHM ganz selbstverständlich den Stand als 'euren' bezeichnet, hat zum ersten Mal jemand in der Öffentlichkeit ein WIR hergestellt. Es war ein gutes Gefühl.

Ja, der Mann bringt mich dazu, meine Pärchenphobie zu überwinden. Teil von etwas statt eigenständige Person zu sein hat mich früher gerne in die Verweigerung getrieben. Dann lieber allein. Bei ihm bin ich allerdings so ich selbst, dass es mir quasi nicht auffällt. Nur eben dann, wenn ich mit seinen Leuten konfrontiert bin. Altpunks, linke Revoluzzer, politisch bewußte gesellschaftskritische Nachtmenschen. Wo pass ich denn da rein? Ehemals stockkonservativ und erst im Lauf des Lebens kritischer geworden. Brav, nie abgestürzt, definitiv kein Nachtmensch. Seine Ex war in diesen Kreisen auch schon ohne ihn unterwegs. Seine Leute kennen sie und dann komm ich daher. Schick, der Konsumgesellschaft dienend. Aber die Bekannte am Stand hat mich ganz selbstverständlich akzeptiert. Und ich denke, meine Leute fanden ihn auch gut. trotzdem sind das immer die kniffligen Punkte. Aufregend. Bin ja mal gespannt.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Wird das jetzt was mit Mr.Bickle?

Momentan sind wir mal wieder in der schwer-verliebt-Phase. Können beide kaum fassen, dass wir uns wiederhaben. Wobei es sich durch die Monate der Affäre auch sehr vertraut anfühlt und nach all den Jahren (O-Ton Mr.Bickle) sind wir verrückter nacheinander als je zuvor. Wenn das möglich ist. Und dann kann der Mann auch noch Gedanken lesen. Kaum sage ich, als er mich frühmorgens aufweckt scherzhaft, ich würde mich ein bisschen für seine Phantasien benutzt fühlen, kommt nach einer letzten Runde Schlaf, dass er neben all den intelligenten Gesprächen und dem Humor eben auch seine Finger nicht von mir lassen könnte. Sprich, er hat exakt meine Bedenken, dass wir uns wieder  in der ganzen Bettenwühlerei verlieren könnten, gespürt und darauf reagiert. Oder schlicht die gleichen Gedanken. Das macht er immer wieder. Mir die Worte aus dem Mund nehmen. Oder genau das Richtige sagen, noch bevor ich weiß, dass ich es hören muss, um weitermachen zu können.

Denn auch das weiß er bestimmt. Ich bin mir nicht 100%ig sicher, ob ich das Richtige tue. Er hat mich oft enttäuscht. Wollte keine Beziehung. Ist immer wieder abgehauen. Hat mich hängenlassen. Oder hab ich ihn vorher enttäuscht? Hat er sich bei mir nicht sicher genug gefühlt? Er betont jetzt immer, wie wohl er sich bei mir fühlt. Hat er das früher nicht? Der Zweifel nagt an mir, ob ich ihn nur in Schutz nehme, Entschuldigungen für ihn finde und er doch kein Mann für mich ist.

Und dann stehen da die letzten Monate im Raum. Affäre. Wie konnte er? Konnte er nicht anders? Und wenn er nicht ohne mich konnte, wieso ist er erst zu ihr? Warum hat er so lang gebraucht, bis er sie verlassen hat? Und wieder: Hab ich nicht die richtigen Signale gegeben? Ich war mir nie sicher, ob ich ihn will. War es das? Denn als ich es war, hab ich das Richtige getan und darauf folgte auch prompt, dass er das Richtige getan hat.

Kann ich ihm vertrauen?

Die Antwort ist einfach. Ich tu es. Einfach so. Er hat mich in den ganzen Jahren nie angelogen. Er war immer direkt, authentisch, alles kam von Herzen. Wie jetzt auch. Wenn er bei mir ist, habe ich keine Zweifel. Was er sagt und tut, deckt sich. Es passt zusammen, alles ist stimmig. Was auch immer bisher der Grund war, dass es nicht funktioniert hat, es scheint nicht mehr im Weg zu stehen. Der hat mich wirklich gern. Und er hat auch nie irgendwas anderes gesagt. Ich hab mich geändert. Und er kann der sein, der er ist. Einfach ein süßer Kerl, hochintelligent mit einem Humor, für den allein ich ihn minütlich knutschen könnte. Scheiße, hab ich den Mann gern....

Mittwoch, 30. Januar 2013

Der #aufschrei ebbt ab im Netz

Ich hoffe, er geht dafür im Real Life weiter. aber solang Prinzessin Putzig (sic) auf Twitter schreibt, dass ihr dieses Opfer-Täter Spielchen gegen den Strich ginge, ist sie halt ein wunderbares Opfer für die Kategorie Brüderle. Ich kann es nicht nachvollziehen, wieso Frauen da solidarisch mit solchen Männern sind. Denn es gibt genug andere, die, denen Anzüglichkeiten, Belästigungen und Herrenwitze genauso aufstossen wie mitdenkenden Frauen. Mein Wiener bemerkt dazu völlig richtig, er wär meistens der, der früher was sagen würde als die Frauen selbst. Grade er, der wirklich sensibel mit Sprache umgeht. Und mich damit streckenweise echt genervt hat. Aber er hat halt ein Gespür dafür, was Worte bedeuten.

Und die meisten Männer würden 'sowas' ja auch nie sagen. Nur leider lassen die Reaktionen wie 'das ist halt so' und man solle sich da nicht so aufregen, keine rechte Freude aufkommen darüber, dass sie zumindest nicht mehr selbst so denken. Sie lassen es halt nur durchgehen. Schalten genauso auf Durchzug wie die meisten Frauen und hoffen, dass es entweder von selbst aufhört oder dass es schon nicht so schlimm wäre. Dabei ist, wie die taz ganz richtig bemerkt, sexuelle Belästigung ein Straftatbestand. Also mitnichten ein Kavaliers(sic)delikt.

Auch dieses 'Diskutieren bringt doch nichts' macht mich echt sauer. DOCH! Es bringt was. Haben ja inzwischen auch echt viele Leute verstanden, dass Homosexualität keine Krankheit ist und das Frauen auch Konzerne leiten können. Es muss auch endlich aufhören, Frauen nach dem Äußeren zu beurteilen. Immer zuerst die Klamotten und dann die Leistung zu erwähnen. Ihnen neue Frisuren zu empfehlen (Brüderle's Resthaar sieht auch scheiße aus btw) oder über Falten zu lästern. Das alles zeigt, dass es immer noch nicht in den Köpfen angekommen ist, was Gleichberechtigung wirklich meint. Vielleicht müssen ja erst die Herren anfangen, sich endlich mal anständige Anzüge zuzulegen und regelmäßig zur Kosmetik zu gehen, bevor eine Frau in Führungsposition auch mal eine bunte Bluse tragen kann, ohne dass ihr dadurch die Kompetenzen abgesprochen werden. Und sie für die Sekretärin gehalten wird.

Solange aber bei Besprechungen unwidersprochen der einzig weiblichen Teilnehmerin ein Platz auf dem Schoß des Chefs angeboten werden darf, sie selbst völlig schockiert dasteht und auch noch belächelt wird, solange keiner der anwesenden Männder ihr zur Seite springt und das Verhalten offen kritisiert, solange müssen wir weiterschreien. Solange Frauen, die Kritik üben, als zickig und Männer für dieselbe Sache als durchsetzungsfähig gelten, SIND WIR NOCH NICHT LAUT GENUG!

Freitag, 25. Januar 2013

#aufschrei

Heute brach auf Twitter ein Sturm los, dem so mancher Mann nicht gewachsen war. Frauen twitterten über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Eine Reaktion auf den stern-Artikel über Rainer Brüderle, der im Rahmen einer Parteiveranstaltung abends an der Bar in typischer Altherrenart eine 28jährige Journalistin anbaggerte. Wie mich diese jovialen Sprüche und diese herablassende Art ankotzt! Denn bei meinem Job bin ich immer backstage ganz nah dran an den Eliten unserer Gesellschaft. Ob bei der Aufsichtsratsstitzung von Konzernen, bei denen alle im Aufsichtsrat sind, die Rang und Namen in der Wirtschaft haben über alternde Schlagerfuzzis, die den Schuß nicht gehört haben bis hin zu selbsternannten Wetterpäpsten- alle gleichermassen eklig mit ihren anzüglichen Witzen, Zoten und Sprüchen auf Fußbodenniveau. Bei so ner kleinen Blondine verlieren da so einige jegliche Contenance und werden sehr vertraut.

Und ob es jetzt die direkte Anmache oder eine nebenbei abfällige Bemerkung ist, ist dann auch schon egal. Es herrscht ein tiefsitzender Alltagssexismus, an den wir uns so gewöhnt haben, dass selbst Frauen da mitmachen. Mir wird das alle 2 Monate klar, wenn ich meine 'Emma' bekomme. Denn da schreiben tatsächlich Frauen. Und das nicht in dem Stil, auch Männern zu gefallen. Wenn frau sich die normalen Publikationen so durchliest, grade die taz ist ganz vorn dabei, wenn Frauen eifrig auf andere Frauen eindreschen, um in der Redaktion besonders progressiv zu erscheinen.

Die Tweets zu #aufschrei handeln viel von den Wixern, die sich in öffentlichen Verkehrsmitteln einfach mal gaaaaaaaaaaanz fest an eine Frau pressen müssen, über Lehrer, die eine Note verschlechtern, weil die Schülerin nicht auf ihre Anmache reagiert bis zum Turnlehrer, der beim Duschen zuschaut, damit auch alle Mädchen sauber werden. Und natürlich auch Schlimmeres. Dazwischen pseudowitzige Jungs und Mädels, die sich lustig über die emanzipierten, untervögelten Zicken machen, die das alles so bitterernst nehmen.

Mal ehrlich: Wer Ähnliches mit Dicken, Homosexuellen oder anderen Minderheiten machen würde, würde politisch korrekt sofort fertiggemacht. Nur mit Frauen kann man es machen? Die sollen sich nicht so anstellen? Ist halt so, muss man sich nicht aufregen drüber? Dies ist sogar die Meinung einiger Frauen. Worüber sich dann widerum der Mann von einer sehr gewundert hat. Vielen Männern, den netten, ist offenbar zum ersten Mal bewußt geworden, welcher Art von täglicher Anmache Frauen, auch ihre Frauen, ausgesetzt sind. Und die kläglichen Versuche, mit den wenigen Sexismen zurückzuschlagen, denen Männer manchmal gegenüberstehen, ist einfach nur lächerlich. Männer werden nun mal nur in Kriegsgebieten vergewaltigt und müssen im normalen Alltag nicht um ihr Leben oder ihre Gesundheit fürchten. Vorausgesetzt, sie sind weiß und heterosexuell.

Seit einigen Jahren gibt es die Bewegung 'Hollaback', also Zurückbrüllen. Hier geht es drum, auf blöde Anmache SOFORT und laut zu reagieren. Den Kerl zu konfrontieren und bloßzustellen. Und genau das sollten wir uns angewöhnen. Statt mitzulachen bei saudummen Herrenwitzen, den einfach mal nicht lustig finden. Bei Schlimmerem, wehren. Auch wenn es einer anderen passiert, die grade zu baff ist, um zu reagieren. Ich hab mich erst kürzlich am Bahnsteig demonstrativ aber wortlos zwischen eine junge Frau und einen besoffenen Alten gestellt, der sie permanent verbal angegriffen hat. Der Arsch saß dann auch mit mir im Waggon und hat weiter vor sich hingepöbelt. Ich hab ihn dann immer böse angeschaut, das hat ihm nicht gefallen und er war ruhig. So einfach kann es sein. Ich musste nichts sagen, habe nur sehr deutlich gemacht, dass ich sein Verhalten scheiße finde. Alle anderen haben nur weggeschaut.

Warum ist es uns peinlich, jemand für Fehlverhalten ins Abseits zu stellen? 20 Leute fühlten sich belästigt, aber er macht weiter. Was ist dabei, ihn in seine Schranken zu verweisen? Wieso darf er weiter etwas falsch machen, wenn wir aber das Richtige tun, dann ist es irgendwie merkwürdig. Tut man doch nicht, mit dem Finger auf jemand zu zeigen??? Doch, ich schon. Und ich werde das auch weiter tun. Fragen , ob man die Polizei rufen soll, dazwischenstellen, Aufmerksamkeit schaffen, laut werden. Ja, LAUT. auch wenn man das nicht macht. Man belästigt aber auch keine Frauen! Damit muss endlich Schluß sein!

Mittwoch, 23. Januar 2013

Ich mein das jetzt wirklich so!

The moment you'r ready to quit is usually the moment right before the miracle happens.

Ist doch so! In dem Moment wo du dir selbst sagst, ich hab keinen Bock mehr, ich lass das jetzt- in dem Moment bekommst du das, was du wolltest. Siehe auch 'After you get what you want you don't want it'. Danke Marilyn.Manchmal ist es dann zu spät.

In meinem konkreten Fall habe ich einmal versucht, konsequent zu sein. Versucht. Und hab Mr.Bickle auf Entzug gesetzt (mich selbst natürlich auch). Das hat nur so halb funktioniert. Und er kam zurück, ohne dass sich etwas geändert hätte. Weil ich es gemacht habe, um eine bestimmte Reaktion (verlass endlich deine Freundin!!!!!!!!!!!!!) zu provozieren. Beim zweiten Mal hab ich es ernst gemeint. Mein Leidensdruck war so hoch, dass ich lieber ganz ohne ihn als nur so ein bisschen weitermachen wollte. Ich liebe ihn einfach zu sehr, um ihn zu teilen. Mir das einzugestehen und die logische, aber schmerzhafte Trennung durchzuziehen, war dann erstaunlich einfach. Es ging schlicht nicht mehr anders. Inklusive blockieren auf facebook und zulassen des Schmerzes, vor dem ich ja sonst gerne mithilfe anderer Männer geflüchtet bin. Diesmal habe ich die Trauer zugelassen und versucht, mir ein Leben ohne ihn vorzustellen. Und nicht taktiert. Nicht gerechnet. Mit nichts mehr.

Nie wieder seine Posts auf fb. Nie wieder süße Mails. Nie wieder seine Arme um mich. Nie wieder die Magie zwischen uns spüren. Ich war bereit, das hinter mir zu lassen und mir einen zu suchen, mit dem ich eine lebbare Beziehung haben könnte. Aber erst, nachdem ich über Mr.Bickle weg wäre.

Da hätte dann wahrscheinlich der zweite Klassiker gegriffen: In dem Moment, wo frau WIRKLICH keinen Kerl in ihrem Leben brauchen kann, weil sie grade anderes zu tun hat oder echt zu verletzt ist, um sich auf irgendwas einzulassen, in dem Moment steht der Traummann vor ihr. Und WILL! Eine Beziehung! Gerne auch, wenn man grade nach ewigen Zeiten des Alleinseins jemand gefunden hat, dann stehen plötzlich alle Kerle Schlange...

Das hat wohl was mit Loslassen zu tun. Oder einer gewissen Freiheit, Freiheit von festen Vorstellungen. Frei zu sein macht offenbar nicht nur sexy sondern sehr anziehend. Wie mein Coach schon gesagt hat, das mit der Bedürftigkeit. Wenn Menschen spüren, dass man zu bedürftig ist, halten sie eher Abstand. Es schreckt ab, ist vielleicht zu verpflichtend, man müsste sich um diese Person dann kümmern. aber will man das auch? Viel angenehmer ist es doch, wenn jemand sich um sich selbst kümmern kann und ich mir aussuchen kann, ob ich mich engagiere oder nicht.

Wie auch immer die psychologischen Hintergründe dieses Systems sind, man kann es nicht faken! Man muss wirklich die Schnauze voll haben. Wirklich nicht mehr wollen. Man kann sich das nicht einreden. Nicht so tun als ob. Man muss es so meinen.

Manchmal hat es vielleicht auch einfach was mit Zeit zu tun. Man hat dem Ganzen genug Raum gegeben, um sich zu entwickeln, die Zeit war schlicht reif. Manche Dinge kann man nicht übers Knie brechen. Das hiesse, es steckt weniger Psychologie dahinter, als schlicht Mathematik. Man kann es sich nicht ausrechnen, aber die Formel funktioniert.

Montag, 21. Januar 2013

Huch, Lizzie! Wie jetzt?

Ich glaube, mit DIESEM Mann halte ich 'Beziehung' aus. Etwas für mich sehr Erstaunliches ist passiert: Nachdem er gestern Abend nach ein paar Stunden wieder gehen musste, um das Chaos von der letzten Reise abzuarbeiten und die nächste vorzubereiten, hab ich mich nicht gefreut, dass ich mein Bett für mich alleine hatte.

Als er neulich dageblieben ist, war das schon seeeeeehr ungewohnt. O-Ton Lizzie: Da müssen wir jetzt mal durch, wir zwei. Und wir haben beide sehr unruhig, wenn überhaupt, geschlafen. Seit 15 Jahren schlafe ich mehr oder weniger alleine. Und ich habe leider kein Doppelbett, nur 140cm. Und Mr.Bickle ist immer an mich rangerutscht, es war eng.

Also wäre ich normalerweise ganz froh gewesen, vor einem Tag, an dem ich arbeiten muss, mein Bett für mich zu haben und schlafen zu können. Aber nix. Lizzie hat besonders morgens beim Aufwachen Mr.Bickle ganz furchtbar vermisst. Schließlich hab ich das doch schon mal hinbekommen. 3 Jahre lang bin ich auch von der Wohnung meines Wieners zum Arbeiten gefahren. Das sollte dann doch auch wieder funktionieren.

Und mein Wiener hat sich nicht so gut angefühlt wie Mr.Bickle. Der ist hier kein Fremdkörper, der passt in meine Wohnung, in meinen Rythmus, mit ihm fügt sich alles so viel selbstverständlicher. Der Wiener hat um alles immer so ein Ding gemacht, es musste immer irgendwie besonders sein. Beim Japaner zweimal das gleiche Gericht bestellen? Ih bah, nein, immer musste etwas Neues probiert werden. Dass ich da hingehe, weil ich Bock auf genau DEN Spinatsalat habe und genau DIE Makirollen- hach wie gewöhnlich. Und so war das mit allem. Kein Sofa, weil Sofas banal sind. Später hat er sich selber eins gebaut. Was war ich dankbar für den alten Futon, den ihm eine Nachbarin geschenkt hatte. Endlich nicht mehr nur Stühle, ich sitze so ungern auf Stühlen. Vor allem: Nur Holzstühle.

Doch, Mr.Bickle passt hier gut rein. Und Lizzie steht etwas ratlos vor ihren neuen Bedürfnissen. JA, ich wär gern die Freundin von IHM. Ich hab das Wort auch schon benutzt. Er hat nicht protestiert. Hm. Doch. Fühlt sich schön, gut und richtig an. Ich wäre wirklich gern vom Markt. Aber nur mit ihm ;)